Jaja, es ist wieder WM, und auch im ansonsten wenig fußballaffinen Hause Jinx wird natürlich geguckt. Es ist übrigens ein Phänomen, dass sich StrickerInnen, die sich so gar nicht für diesen traditionsreichen Sport interessieren, regelmäßig vor dem Fernseher einfinden, um dieses weltumspannende Ereignis zu zelebrieren. Der Grund hierfür ist recht einfach: Man kann sich völlig legitim zu jeder möglichen und unmöglichen Zeit vor den Fernseher setzen … und stricken, und auch langweilige Spiele machen einem gar nichts aus.  Denn mal ehrlich: Die meisten internationalen Fußball-Großturniere zeichnen sich bei den meisten Matches nicht gerade durch Spielwitz und innovativen Spielaufbau aus, denn man will kein Risiko eingehen und eine Runde weiterkommen. Das macht zumindest uns gar nichts aus. Ganz im Gegenteil, während der WM kommt man so richtig vorwärts mit seinen Projekten.

Yeah, the football worldcup takes place this year again, and even in the House of Jinx, where nobody really cares about sports (nor on TV neither in real life) we’ll watch it. By the way, it’s kind of a phenomenon that knitters all over the world do this, even if they don’t give a damn about football. The reason for this is quite simple: It’s completely legitime to take a time out for sitting on your couch, watching a match any time of the day … and to knit. To be honest, most of the matches during international tournaments are rather boring, due to the fact that the teams want to proceed to the next round rather than showing an interesting, innovative match. If this happens from time to time it’s more by accident. But knitters don’t mind: it’s an excellent opportunity to make huge progress and to finish projects which normally take years.

Ich habe zwei WM-Projekte, erstens will ich die Jacke Elsewhere fertigstellen; dies ist der erste Ärmel:

I have two projects for this worldcup; first of all I want to finish the Elsewhere cardi, and this is the first sleeve.

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Außerdem will ich beim Seyfarth-Tuch substantiell weiterkommen:

Besides this, I want to make a good progress with the Seyfarth shawl:

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Und da werden mich auch die Vuvuzelas nicht stören. Ich habe nämlich nichts gegen die Dinger. Erstens finde ich es unhöflich, anderen Kontinenten vorzuschreiben, wie sie ihre Begeisterung zum Ausdruck bringen möchten. Zweitens sind die Geräusche tranceinduzierend, und dafür bin ich immer zu haben (Herr Jinx konnte bei dem monotonen Gebrumme beim gestrigen, sehr langweiligen Spiel England – USA wunderbar schlafen), und drittens: Fangesänge und Schlachtrufe sind auch nicht immer so das Wahre (”SCHLAAAAAAAAAAAAAND!”), und bei manchen ist es einem ganz recht, dass die fußballbegeisterte Welt am Fernseher zum Großteil kein Deutsch versteht. Jeder feiert anders, und jeder, wie er will. Ein Volk, dass lyrische Perlen wie “ein Prosit der Gemütlichkeit” hervorgebracht hat, sollte sich da mit Kritik ein wenig zurückhalten.

To cut a long story short: I like Vuvuzelas. They’re trance-inducing.

Mutter Jinx und ich waren wieder unterwegs, und diesmal war dies unser Ziel:

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Genau, das Meer! Und noch genauer: die Ostsee.

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Um ganz präzise zu sein: das Ostseebad Boltenhagen. Und wir wurden sehr positiv überrascht. Es ist ein kleines Seebad,, das in der Vorsaison nicht überlaufen ist. Für diesen Ort trifft der Begriff “charmant” in mehr als einer Hinsicht zu.

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Das Kurhaus: Darmstädter Stil in seiner knuffigsten Variante.

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Alte Ferienhäuser auf dem Weg zur Seebrücke.

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Die Architektur erinnert weniger an großbürgerliche Anlagen wie Heiligenhafen, sondern ist eine Nummer kleiner. Die Ferienhäuser wirken, wie wohlhabende Bürger der Wende zum 20. Jahrhundert sich Fischerhäuser vorgestellt haben mochten.

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In diesem knubbeligen Bau haben wir ganz hervorragenden Fisch gegessen. Derart gekräftigt machten wir uns auf den Weg zum Meer.

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Die Trinkhalle – heute zweckentfremdet, erinnert sie an die noble Vergangenheit des Seebades.

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Auf dem Weg zur Seebrücke kamen wir an diesem bizarren Relikt der Vergangenheit vorbei:dem Nachbau eines Badekarrens aus dem 19. Jahrhundert. Diese Karren wurden ins Meer gezogen, um der Umwelt den skandalösen Anblick von Menschen in Badekleidung zu ersparen. Trotz des Sichtschutzes (am Ein- und Ausstieg) stiegen die Leute nach heutigen Maßstäben in Vollbekleidung ins Wasser.

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Na, jetzt aber: die Seebrücke, fast 300 Meter weit ragt sie ins Meer.

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Ansicht vom Strand, wohin wir uns nach der Begehung der Seebrücke begaben.

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Strandkörbe sind typisch, warten aber noch auf ihre Mieter. Wir sahen nur einen Badenden, die meisten Leute gingen spazieren.

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Hier herrscht fast schon militärische Ordnung

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Als Fotomotiv begeistern mich die Dinger, im realen Leben tun sie dies deutlich weniger: Ich finde sie unbequem (bin wahrscheinlich zu groß), der Plastikbezug der Sitze ist bei Wärme unangenehm und es wird dort bei Sonneneinstrahlung recht stickig.

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Blick aus der Ferne auf die Steilküste: Da die Sicht trübe war und Flut herrschte, verzichteten wir auf den Besuch.

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Für uns bei einem Strandbesuch unverzichtbar: Steine und Muscheln. Egal, wie großartig das Panorama ist oder ob neben uns der Dritte Weltkrieg losbricht, wir starren meist auf den Boden auf der Suche nach interessantem Strandgut; wir können einfach nicht anders, es ist stärker als wir. Ich fand übrigens einen Hühnergott.

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Wir warten auf die Badesaison: Strandkorbvermietung

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Unten leider kaputtsaniert, aber das Reet-Krüppelwalmdach mit den Gauben ist sehenswert.

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Ein lohnendes, leckeres und preisgünstiges Souvenir: fangfrischer Räucherfisch

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Kein Haus wie das andere: Kleine Villen an der Mittelpromenade

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Der Musikpavillon: Boltenhagen ist Familienbad; entsprechend lief hier eine Kindervorstellung.

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An der Mittelpromenade: ein altes Hotel

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Nostalgisch, aber irgendwie schick: Die alten Villen beherbergen heute zumeist kleine Geschäfte mit durchaus lohnendem Angebot abseits der großen Hamburger Vielfalt in Einheitlichkeit. Überfordert von gefühlten 20 000 Sonnenbrillen, die alle gleich aussahen und die mir alle nicht gefielen, fand ich hier eine, mit der ich nicht aussehe wie ein Insekt, ebenso wie Mutter Jinx.

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Ladenzeile Mittelpromenade

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Geborgenes Treibgut im Detail

Die letzten eineinhalb Stunden verbrachten Mutter Jinx und ich auf der Seebrücke, auf einer Bank sitzend. Hier beobachteten wir Schwäne mit atypischem Verhalten.

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Eigentlich am Süßwasser beheimatet, zeigen sie bei der Futtersuche eine gewisse Flexibilität.

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Aber vor allem widmeten wir uns … natürlich dem Stricken. Links das Gestricke von Mutter Jinx, rechts meines (und noch nie habe ich in so kurzer Zeit so viele dämliche Kommentare kassiert, was mich in der Überzeugung bestärkt, dass es der Generation 60+ an Umgangsformen mangelt).

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Lupinen, Wasserturm und ein Gleis: Warten auf den Zug in Grevesmühlen.

Dieser Tag hat es wieder bestätigt: Wenn man das Ziel klug auswählt, gibt es nichts erholsameres als einen Tag am Meer.

Über Facebook erhielt ich folgende Nachricht; da die Anwort für mich eine Prinzipienfrage ist, veröffentliche ich sie hier, auch als Warnung an alle, die eigenartige Ansinnen an mich stellen.

Bin bei der Suche für meine Reportage über Deine Strickseite gestolpert:
Ich mache ein Reportage für eine große Frauenzeitschrift, in der wir Frauentypen vorstellen, die abseits vom Mainstream und vor allem ein bisschen anders (z.B. Strickverrückt ;-) ))
sind. Und das sollte sich nicht nur in Mode äußern, sondern auch in der Lebenseinstellung, den Freunden und in den Hobbys. (Es gibt
ein Honorar, Betrag gelöscht)

Das hört sich erstmal gar nicht schlecht an. Zumindest nicht so gruselig, dass ich das Lesen gleich einstelle.

Speziell stelle ich mir vor:
*Du
*Eine Frau, die eigentlich schon 30 ist, aber immer noch in Kätzchenprints und Blümchengummistiefeln rumläuft, Typ Girlie also
* Eine Gothicfrau o.ä.
* Eine Motorradbraut mit Lederkutte und einem Motorradclub im Anhang
* Eines von diesen Betty-Boo-Girls, von Kopf bis Fuß tätowiert und schwarze Ponyfrisur
*Eine Burlesque-Tänzerin
*Emo
*eine absolut konsequente Hippie-Frau
*eine Extrem-Öko-Frau oder Dreadlock & Jamaica oder so
*eine ultrastraighte Businessfrau, taff, erfolgreich, streng
* Frauen, die in Jobs arbeite, die tolle Berufsbekleidung hergeben wie Müllabfuhr, Gartenbau, Landwirtin, Polizistin (wenn Ihr mit der Uniform vor die Kamera dürft), Disneyy-Figur oder wandelndes Pizzastück usw. usw.
* eine supersportliche Muskulöse Frau hab ich jetzt schon (freu)

und so weiter und so weiter.

Und hier beginnen meine Schwierigkeiten: Eine wirklich andere Lebenseinstellung äußert sich nur begrenzt über Äußerlichkeiten und ist daher auch nur begrenzt fotografisch abbildbar. Meine Lebenseinstellung ist anders, aber noch weniger abbildbar als die benannten Beispiele. Wie hätten’S denn gern? Meine Tattoos? Meine Piercings? Ein T-Shirt der Piratenpartei nebst Fahne? Kunst- und/oder hebräische Bücher? Strickzeug? Computergedöns und Spielekonsole? Ein Feinschmeckermenu? Alles würde irgendwelche Aspekte von mir abbilden, aber nichts meine Lebenseinstellung einfangen. Aber gut, eine populäre Zeitschrift ist ein oberflächliches Medium und kann gar nichts anderes sein. Da muss man Abstriche machen, auch wenn dieses Potpourri von Äußerlichkeiten in den Beispielen nicht gerade mein Geschmack ist.

In diesem Zusammenhang würde mich interessieren, wie eine Pizzastück-Verkleidung o. ä. eine Lebenseinstellung widerspiegelt. So etwas macht man nur, wenn man Geld braucht. Mal ehrlich, Lebenseinstellungen interessieren Euch einen Dreck, es geht um Aufreißerfotos, je bizarrer desto besser.

Wichtig: Frauen zwischen 25 und 35 (ich mach Dich einfach ein paar Jährche jünger…) .

Äh, danke, aber hier verzichte ich. Ich bin 43, und das ist gut so. Ich möchte nie wieder 25 oder auch nur 35 Jahre alt sein und habe mich noch nie jünger gemacht. Das müsst Ihr nicht verstehen, ist eine Frage der Lebenseinstellung. Vor allem werde ich für die üblichen fünf Minuten Ruhm nicht damit anfangen. Ach ja, nur zur Info: Lebenseinstellung ist keine Frage des Alters.

Wir knipsen profimäßig mit tollem MakeUp im Stil der Streetstylefotos vom Styleclicker Gunnar Hämmerle,

Clicker trifft es schon. Hab ich mir angesehen, gefällt mir nicht. Sollte es Euch gelingen, den seligen Helmut Newton wiederzubeleben, nehme ich alles zurück. Natürlich nur, wenn ich so alt sein darf, wie ich bin.

(…) Hier geht’s um Honorar und Location.
Bitte bewerbt Euch mit Foto und Daten (Stadt, Alter, Name, welchen typ verkörperst Du?) AUSSCHLIESSLICH über die E-Mail (auf meiner Website könnt Ihr sehen, was ich so mache)

Auf meiner Website kann man auch sehen, was ich mache. Und die sagt ziemlich deutlich, dass ich keine Strickmutti bin. Ehrlich gesagt, kann ich mit der Strickszene nur sehr punktuell was anfangen.Wenn eine typische Strickerin gesucht wird, bin ich definitiv die Falsche.

Diese Anfrage bestärkt mich in der Überzeugung, mit der Presse einfach nicht mehr zu reden. Sollte da mal was Vernünftiges rumkommen, werde ich es mir überlegen.

Hallo Jana,

Du hast mir eine Anfrage über das Kontaktformular geschickt, die ich leider nicht beantworten kann, da die E-Mail als unzustellbar zurückkommt. Bitte schreibe mich doch nochmal an.

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Es wird viel geflucht über Noro-Garne, und dem steht gegenüber, dass ich vor allem Silk Garden, Cashsoft Iro und Kureyon ausgesprochen gern verstricke und auch mit dem Sockengarn nebst den daraus hergestellten Socken sehr zufrieden bin. Eine neuerliche, thematisch jedoch alte Diskussion (Ravelry-Link) hat mich dazu gebracht, über Noro nachzudenken und mich ein wenig eingehender mit den Garnen zu beschäftigen.

Some knitters really get angry with Noro yarns when working with them, but in the opposite I love to knit with them, specially with Silk Garden, Cashsoft Iro and Kureyon. I even like the sock yarn and the socks I made of it. A fresh discussion about the quality of Noro in a German board at Ravelry’s made me think of Noro yarns and to do some research.

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Was mich immer an Noro begeistert hat, waren die Farben, die unregelmäßige Textur und die Art, wie der Charakter der verwendeten Fasern im fertigen Garn erkennbar ist und erhalten bleibt. Als ich las, dass der Designer, Eisaku Noro sich für seine Farben an japanischen Landschaften orientiert, war ich nicht überrascht. Ich verstehe nichts von Japan, seiner Kultur oder Natur, und war auch nie dort, doch was selbst mir erkennbar war – ganz ohne Vorkenntnisse, war, dass diese delikate, oft überraschende aber immer irgendwie harmonische Farbigkeit das Ergebnis von Inspiration und Erkenntnisprozess sein muss, und zudem von einer gewissen Verinnerlichung und Vergeistigung. Kurz gesagt: Da panscht nicht einfach jemand herum.

What always had fascinated me about Noro yarns is the richness of colours, of course, the slightly irregular texture, and the way the natural appearance of the fibers used still shines out in the different yarns. When I read that the Designer, Mr. Eisaku Noro, is inspired for his dyeings by the colours of Japanese landscapes I was not surprised at all. I’m everything but an expert in Japanese culture or nature and have never been there, but what my unware eye could recognize was that these delicate, often surprising but always somewhat harmonic shades must be the result of deep inspiration, a process of insight, and that it speaks of a certain internalisation and sublimation. To cut a long story short: Mr. Noro is not any bloke who splashes around with any colours.

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Die Kritik, die oft an Noro-Garnen geäußert werden, sind einmal die zahlreichen Knoten, die durch selbige unterbrochenen Farbverläufe, die Unregelmäßigkeit der Textur und den hohen Preis. Die Textur ist Geschmackssache, und selbstverständlich eignet sich das oft vielfarbige Noro-Garn nicht für jedes Modell. Schließlich soll das Garn das Muster nicht erschlagen. Die leichte Unregelmäßigkeit muss man mögen, wobei das Garn ein sehr lebendiges Strickbild ergibt.

Was die Knoten angeht – damit habe ich kein Problem, denn es sind nur sehr wenige. Ich kann die Berichte von zahlreichen Knoten in einem einzigen Knäul nicht bestätigen, denn bei mir ist es nie mehr als einer, der alle paar Knäule mal vorkommt, und das ist vergleichbar mit anderen hochwertigen Garnen.

People criticize about Noro yarns that there is a large amount of knots which interrupts the colour gradients, the irregularity of its texture, and the quite high price. The texture is a question of the personal taste, and this can hardly be a point of discussion. But the garment looks very vivid with this slight irregularities. Of course the multicoloured sorts of Noro are not suitable for everything, since the colours should not kill an elaborate pattern.

I never had a problem with knots with Noro. I find one every then and when, never more than one in a ball, and not in everyone. So it’s absolutely the same as it is with other fine yarns I use. Knots can happen.

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Kommen wir nun zur Unterbrechung des Farbverlaufs, die oft als Problem angesehen wird. In Deutschland kennt man Farbverlaufsgarne zuallererst vom Sockenstricken, wo die Meisten Wert auf zwei gleiche Socken legen. Selbstmusternde Sockengarne werden oft bedruckt und sind nicht eben billig. Doch sind sie das Ergebnis eines rein handwerklichen, maschinellen Prozesses (wenn man die handgefärbten Sockengarne beiseite lässt), und das sind Noro-Garne eben nicht. Sie werden weitgehend in Handarbeit hergestellt, und ihre Gestaltung ist weniger handwerklich als künstlerisch motiviert. Es ist nicht Anliegen des Designers, dass man zwei völlig gleichartige Ärmel, Vorderteile oder generische Ringel in endloser Wiederholung mit diesem Garn produziert, sondern es ist ein ständig wechselndes Spiel verschiedener Schattierungen in ganz unterschiedlichen Längen. Das lässt sich vor allem daran erkennen, dass selbst in zwei völlig knotenfreien Knäulen derselben Farbe die einzelnen Farbpartien unterschiedliche Längen haben. Auch das muss man mögen, und es ist völlig legitim, das nicht zu tun, aber man sollte an die Garne nicht denselben Maßstab anlegen wie an die Produkte deutscher Garndruckereien.

Let’s go to the knots which tend to interrupt the colour gradients what is often identified as a major problem with Noro yarns. In Germany, self-striping yarns are mostly known and used for sock knitting, and the vast majority of the knitters prefer to get two socks of a kind. Self-striping sock yarns are often printed, not dyed and are everything but a bargain. But they are the result of a mere technical and industrial process (when we neglect the handdyed kind, what we do at the moment), and Noro yarns are not. They are mostly produced by hand, and the production is crafty and artistical. It’s not the intention of the designer to sell yarns which make two lookalike sleeves or front panels or perfect stripes in endless repetition, but it’s more a playing process with different shades that alternate in a rather suprising way and in different lenghts. This can easily be recognized when you look at two perfectly knot-free balls of the same colour: the single colours never have the same length in the balls. This also is something one has to like, and it’s perfect if you don’t, but it’s simply not possible to compare a product of the yarn imprinting industry with a piece of handcrafted and artistically designed yarn.

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Der Preis für Noro-Garne ist happig, aber auch dafür gibt es eine Erklärung, und die ist unabhängig von der japanischen Preisgestaltung. Die Materialien sind überwiegend natürlich, es werden ökologische Maßstäbe angelegt und die Garne sind überwiegend in Handarbeit hergestellt, nachzulesen hier (im hinteren Teil des Dokuments findet sich die deutsche Übersetzung). Diese Transparenz würde ich mir von anderen Garnherstellern auch wünschen.

Noro yarns are rather expensive, but this can be easily explained, leaving the Japanese pricing policy aside. The materials are mostly natural, ecological criteria are applied, and the yarns are mostly processed by hand, which can be found here. I’d love to see his degree of transparency from other yarn producers as well.

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Abgebildet ist die Strickjacke Elsewhere, gestrickt mit Noro Silk Garden in drei verschiedenen Schattierungen.

The pictures show the Elswhere cardigan, knitted with Noro Silk garden in three different Shades.

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Hier ein Fortschrittsbild meines liebsten und größten Projektes: des großen Blumentuchs von Christel Seyfarth. Ich arbeite daran …

Here comes a picture of the progress I make with my biggest and most favourite project: the Large Poppy Shawl by Christel Seyfarth. I’m working on it …

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Außerdem teste ich die große Fibersphere damit, und ich bin außerordentlich zufrieden: Beide Knäule wickeln einwandfrei ab, kein Gehedder, kein Geknote, nichts fliegt herum.

Besides this, I’m testing the large fiber sphere, and I’m very satisfied. Both balls unwind without any ado, the threads don’t get entangled, no knots, and everything stays in place.

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Ich bin ja ständig auf der Suche nach Halte- und Verschlussmöglichkeiten, die nicht zu gruselig sind. Und wieder wurde ich in der Replikenabteilung fündig: Diesmal ist es eine massive Rollenkappenfibel, nachgebildet nach einem germanischen Fund aus dem 1. Jahrhundert nach Christus. Gedacht für eine lose Strickjacke, an der ich zum Ausgleich für das Blumentuch arbeite.

I’m always holding out for things that hold shawls or help me closing loose cardigans. And I found something, it’s a replica again. This time it’s a replica of a German fibula from the 1rst century a. c. I’ll use this for a cardigan I’m currently working on (a mindless project).

… sind heute zuende gegangen. Ich habe dem Drängen von Mutter Jinx nachgegeben (und dem dauernden Nörgeln “nun kauf Dir doch endlich mal … nun mach doch mal … jeder hat eine … muss das mit Dir wirklich immer so schwierig sein …” :D ) und es wirklich getan. Ich habe mir heute eine Uhr gekauft (Herr Jinx hat übrigens immer noch keine, mag keine und will auch keine).

Über zwanzig Jahre ging es auch ohne, Trotz Festanstellungen und Terminen, irgendwo ist immer eine, und wenn nicht, dann fragt man halt irgendwen. Schult das Zeitgefühl und macht einen schlanken Fuß, sozusagen.

Eigentlich kann ich Uhren nicht leiden. Es war nicht nur das Gefühl der Absurdität, wenn man etwas Zyklischem wie der Zeit linear beikommen will, sondern vor allem die Abneigung gegen Armbanduhren. Erstens mag ich es nicht, permanent eine Batterie am Körper zu haben. Auf einen weiteren Grund hat mich Susanne gestern gebracht: Armbanduhren ticken gegen den Puls und damit gegen meinen persönlichen Takt. Andere Uhren tun das zwar auch, aber eben nicht am Handgelenk, sondern sonstwo.

So blieb nur eine Lösung, und hier ist sie: Art Deco, Silber und Kupfer, durchgesehen, gereinigt, mechanisch, läuft prima und ist erstaunlich günstig. Erstanden in einem Laden für antike Uhren in Hamburg (den Tipp gab mir EinbeiEin). Auf die Kette, günstig ersteigert im großen Online-Auktionshaus, warte ich noch, die kommt aus England.

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Ich habe wieder eine Uhr, und sie gefällt mir richtig gut.

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Ich bin ja relativ unerschrocken, und wenn ich in Foren lese, dass Leute gern mal Silk Hankies spinnen würden, sich aber nicht trauen, die zu bestellen, dann denke ich mir … na, lassen wir das. Ich habe es jedenfalls ausprobiert, mit einer leichten Spindel (für den Connaisseur: Threadsthrutime, Palm- und Ebenholz, türkisch, tiny). Und es geht ganz hervorragend und sehr leicht, nicht dieser Rutschekram, mit dem man sich sonst beim Verspinnen reiner Seide herumschlägt. Allerdings muss man recht kräftig ziehen. Wieder was gelernt. :D

I’ m a rather adventurous crafter, and when I read in some internet boards that people would like to test spinning silk hankies but don’t have the courage to order some, I’m thinking … well, let’s change the topic. I just tried it, and it’s easy and works extemely well. Nothing of this slippery stuff you have to deal with when spinning silk roving. I used a lightweight spindle (for the connoisseur: Threadsthrutime, palmwood and ebony, Turkish, tiny). But one thing is different: compared to spinning with silk or silk blends you have to pull quite aggressively. Well, I’ve learned something again. :D

Ich bin Mitglied bei Flattr geworden, einem Micropayment-System, das darauf beruht, dass man Inhalte, die einem gefallen, auf freiwilliger Basis  mit Kleinstbeträgen honoriert. Es ist eine etwas altruistische Angelegenheit, die auf Geben und Nehmen beruht und vermutlich eine hoffnungslose, denn die Strickszene ist auf dem Gebiet des Internets eher konservativ eingestellt. Ich habe es also eher aus Prinzip getan, da ich die Idee gut, richtig, wichtig und unterstützenswert finde.

Man sieht übrigens nicht, wer einen unterstützt, d. h. es ist ein streng asymetrisches Medium, das den Arschkriech-Faktor somit minimiert.

Der Button befindet sich im Sidebar unter der Blogroll.

I became a member at Flattr’s, a micropayment system. It’s based on the thought that people can support content they like with small amounts of money. It’s sort of altruistic, this give-and-take thing, and probably it’s hopeless to try this with the German online knitting scene which is rather conservative in internet affairs. But I did it as a matter of principle because I think the idea behind it is good, right, important and worth supporting.

The button is located at the sidebar under the blogroll.

Informationen über flattr / Informations about flattr:

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