
Gestern gegen 10.30 trafen sich zehn muntere Damen zum gemeinsamen Ausflug nach Flensburg. Also, eigentlich war Flensburg ziemlich wurscht, denn wir hatten uns bei der Wollsucht angekündigt, um uns ganz unverbindlich mal umzusehen. Nur so, sozusagen.
Nach zweistündiger Zugfahrt, die wir mit Stricken verbrachten, begaben wir uns vom Bahnhof unverzüglich zum Ziel unserer Reise in die Rote Straße, wo wir von Uta und Caprice sehr nett empfangen wurden. Für viele von uns war es der erste Besuch in dem Laden, und bienengleich schwärmten besagte Damen aus, um das reichhaltige Sortiment wunderschöner Garne zu inspizieren. Es war merkwürdig still im Laden, obwohl er natürlich durch uns knallvoll war. Na ja, ich frage mich ja schon, warum man (und ich bin da wirklich keine Ausnahme) sich angesichts eines wunderbaren Wollsortiments aufführt, als wäre morgen nichts mehr davon da und als käme man aus einem Land, wo es solches nicht gibt und man nicht weiß, wan man wieder ins Paradies der frei erhältlichen Garne zurückkehren darf. Im Schweiße unseres Angesichts rafften wir jedenfalls diverse Schätze an uns.
Beladen mit Tüten begaben wir uns in ein nahe gelegenes Restaurant, um uns von den Strapazen des Einkaufs zu stärken, wobei einige von uns Behältnisse mitgebracht hatten, die man als “diskrete Verpackung” bezeichnen könnte. Nach dem sehr leckeren mexikanischen Essen kehrten wir zurück in den Laden, um uns zu verabschieden (vorausschauend hatte ich in der Nähe reserviert). Was soll ich sagen? Es ging gerade wieder los. Viele von uns begannen erneut, mit glasigem Blick die Schätze, die wir uns beim ersten Besuch versagt hatten (oder die wir gerade erst entdeckten), an uns zu raffen. Die Tüten nebst Inhalt mehrten sich nochmals, und sogar Madame “nein, nein, ich kaufe immer nur Garn für ein Projekt und erst wenn das fertig ist, kommt das nächste Material ins Haus” kaufte nicht nur Garne für zwei komplette Projekte (davon eins für den Winter), sondern sie bestellte auch noch Material für ein drittes, das ins Haus geliefert wird.

Danach machten wir noch einen kleinen Gang zum Hafen, wo die Rumregatta stattfand. Warum das Regatta hieß, ist mir unklar (der Teil mit dem Rum allerdings nicht), denn die Boote lagen alle im Hafen. Die Leute, die uns mit unseren Tüten sahen, müssen gedacht haben, dass es irgendwo was umsonst gab. Gegen 18.00 Uhr fuhren wir dann zurück nach Hamburg und kuschelten auf der Fahrt mit unserer Wolle.
Für das geplante Gruppenfoto aller Einkäufe (“Mahnmal der Peinlichkeit”) reichte die Kraft nicht mehr, denn wir hatten uns völlig verausgabt. Außerdem stellten wir fest, dass der Tisch im Großraumabteil des Regionalexpresses einfach viel zu klein war.
Nun zu meinen Einkäufen. Das Bild ist leider etwas dunkel und unscharf, aber die Auflistung sollte das Ausmaß des Wahnsinns erhellen können (der Lebensgefährte hat die Riesentüte übrigens taktvoll übersehen):

Aaalso, ich habe gekauft:
- eine Strickpackung Karen Noe für einen Pullover (blaues Leinengarn)
- eine Strickpackung Karen Noe für ein Sommertop (grünblaues Rustik-Garn)
- zwei Stränge Trekking Handart in leuchtenden Rottönen
- einen Crazy Zauberball von Schoppel in der Farbe “Frische Fische”
- vier Knäule Drops Alpaca in zwei Farben (für einen Baktus und was mir noch so einfällt)
- ein Metall-Nadelspielset von KnitPro
- zwei Addi Lacenadeln
- eine kleine GoKnit Pouch
- ein Heft von Karen Noe zum Thema Schals

Dieses Heft, dem eine deutsche Übersetzung beiliegt, enthält Schals und Tücher, die sehr ungewöhnlich und auch sehr schön sind. Gerade das Titelmodell hat es mir angetan, aber auch andere.
Die Menge ist natürlich irgendwie peinlich, aber ich bin nicht allein, andere waren genauso schlimm.
Edit: Also bitte, wer ohne Stash ist, werfe das erste Knäul (um es mal leicht abewandelt mit der Bibel zu sagen). Ich bin überzeugt, Ihr hättet an unserer Stelle auch nicht anders gehandelt.
Just a short report about our trip to Flensburg with some minor shopping activities.