Yarn Purchase / Wollkäufe


Ich möchte gerne wissen, wo Ihr denn Eure Wolle am liebsten kauft: online oder im Wollgeschäft? Und warum kauft Ihr sie da?

Wenn es die Wolle, die ich haben möchte, in einem mit für mich vernünftigen Aufwand erreichbaren Wollgeschäft gibt, kaufe ich sie lieber im Wollgeschäft. Wenn das nicht der Fall ist, kaufe ich sie lieber online.

Der Grund ist, dass ich Wolle kaufen möchte, die mir wirklich gefällt und keine Verlegenheitslösungen.


Erinnert Ihr Euch an die Blogwichtelaktion? Meine Gastautorin war Frau Jekylla, mit der sich danach noch ein netter Kontakt ergab. Sie suchte nämlich jemanden, der ihr einen St.-Pauli-Fanschal strickt, der weder aus kratziger Wolle noch aus einem dubiosen Acrylzeug besteht. Was Exklusives eben.

Nun lehne ich es ja aus Prinzip ab, Auftragsstrickereien zu machen, da die Bezahlung ein Witz ist. Und bei adäquater Vergütung ist es für den Auftraggeber uninteressant bis unbezahlbar. Aber dies hat mich so gereizt, dass ich zugesagt habe, gegen Naturalien, versteht sich, denn das ist lustiger. Ich werde als Vergütung im Februar zu einem St.-Pauli-Spiel eingeladen, denn da wollte ich schon immer mal hin.

Nun gestaltete sich die entsprechende Garnbeschaffung schwieriger als gedacht. Frau Jekylla und ich einigten uns auf eine Kaschmirmischung eines renommierten Herstellers, die ich auch bestellte. Einige Tage später erhielt ich einen Anruf, dass der gewünschte Braunton nicht vorrätig und auch schwer zu beschaffen sei, da die Händler alle auf Sommerware umrüsten. Die Dame bot mir hartnäckig Schlammtöne etc. an, wobei ich mehrfach wiederholte, dass ich keinen Schlamm-, sondern einen Braunton benötige. Daraufhin schickte sie sich an, mit dem Telefon ihre Regale zu begehen und mich auf dem Laufenden über ihre Nicht-Bestände zu halten. Alles was recht ist, aber das dauert mir zu lange. Ich bat also, mich per E-Mail zu informieren, was bisher nicht geschah.

Also stornierte ich die Bestellung und ging los, um doch noch etwas Geeignetes in geeigneter Farbigkeit aufzutreiben. Es war nicht viel einfacher: Entweder die Brauntöne gingen nicht oder waren nicht vorhanden, oder es gab kein passendes Rot. Schließlich habe ich doch etwas in adäquaten Schattierungen gefunden, das qualitativ stimmt. Allerdings werde ich es doppelfädig verstricken müssen, aber irgendwas ist ja immer.

stpauli

Wir alle lieben exotische Garne und bestellen sie auch, oft aus Übersee. Yak-Garn, Possum-Garn, Sariseide, Garn mit Metallkern usw. Dabei vergessen wir oft, dass es auch hier Tolles zu entdecken gibt, was auch daran liegt, dass unsere Wollquellen dergleichen nicht führen.

We all love exotic yarns and some of us order some of them, mostly from overseas. There is yarn from yaks or possums, sari silk, yarn with metal core and so on. But we often forget that there are great yarns from here as well, and one of the reasons is that they are not available in our yarn stores.

Mutter Jinx und ich waren neulich im Freilichtmuseum Kiekeberg zum Kunsthandwerker-Weihnachtsmarkt. Es war eine trübe Veranstaltung, so trübe, dass ich keine Fotos gemacht habe. Aber im Museumsshop wurde ich fündig: Dort gab es ein wundervolles Strickgarn aus naturbelassener Schafwolle, ungefärbt. Es gibt dieses Material in Naturweiß, Dunkelbraun und eben in Grau. Es verstrickt sich einfach großartig und ergibt ein sehr schönes Maschenbild. Dazu ist der Preis auch noch günstig. Was will man mehr?

Mother Jinx and I went to the Kiekeberg museum again, for the Christmas fair of crafters. It was horrid, so horrid that I refused to take any pictures. But in the museum shop I found something very special: There was a wonderful knitting yarn for sale, made of pure wool, undyed and without any chemical treatment. It’s available in cream, dark brown, and gray. Knitting with it is a pleasure, and the stitches come out just beautifully. The price is very reasonable. It’s just great.

Gestern war ja der erste von drei mylys-Verkaufstagen, und Mutter Jinx betätigte sich als edle Spenderin. So freue ich mich, ein blaues Lacegarn (Merino/Seide), zwei Stränge Merino und einen Strang Blue Faced Leicester, alle von lollipop.yarns in meinem Stash begrüßen zu dürfen.

Yesterday was the first of three live salesday by mylys, and mother Jinx was so kind so buy me some skeins from lollipop.yarns. I’m happy to welcome one skein of laceyarn, two of blue faced leicester and one of a finde cashmere blend in my stash.

Es ist wirklich ein Erlebnis, Susannes Färbungen in natura bewundern zu dürfen. Die Garne, obwohl mit Superwash-Ausrüstung, wirken nicht plastifiziert, im Gegensatz zu manch anderen Handfärbungen. Projekte habe ich auch schon im Kopf dafür. ;)

To see Susanne’s dyeing results is really exciting. Although the yarns are superwash, they don’t feel like plastic at all, what happens unfortunately quite often with the yarns of other dyers. And yes, I have already some projects in mind. ;)

Und jetzt, nachdem meine lieben LeserInnen meine endlosen Ergüsse zum Thema Schottland über sich ergehen lassen mussten, kommen wir zu dem Teil, der für meine Zielgruppe von Interesse ist. Natürlich haben wir eingekauft (was denkt Ihr denn …), und die Möglichkeiten auf Skye für Bekloppte Liebhaber gediegener Handstrickgarne sind durchaus gegeben. Diesen Berg haben Mutter Jinx und ich gemeinsam erhamstert, ein Teil davon gehört also nicht mir (ich fand die Menge jedoch so beeindruckend).

An dieser Stelle bedanke ich mich ganz herzlich bei allen Leserinnen, die mir die Tipps für diese wunderbaren Einkaufsmöglichkeiten gaben.

Zunächst (gleich am ersten Tag, damit die liebe Seele erst mal Ruh’ hat) besuchten wir Shilasdair. Das liegt an der äußersten Spitze von Waternish, also fast am Arsch der Welt (zumindest kann man ihn von dort aus sehen) und ist über eine lustige, schlaglochreiche einspurige Straße zu erreichen. Wie viele Betriebe, die auf Tourismus ausgelegt ist, hat auch Shilasdair nur von Frühjahr bis Ende Oktober geöffnet. Leider wird die Homepage diesem wunderbaren Laden überhaupt nicht gerecht, es ist schon ein Erlebnis, die vielen handgefärbten (mit Pflanzenauszügen!) Garne zu sehen, anzufassen (und natürlich auch zu erwerben). Ich kaufte dort zwei Kits, eines für einen Aranpullover und eines für einen schlichten Raglanpullover, allerdings aus einem luxuriösen Mischgarn mit Angora, Kaschmir und schottischer Wolle, gefärbt mit Cochenille. Mutter Jinx schenkte mir noch ein paar wunderschöner Socken in der Farbe von Heidekraut (ganz links ganz unten im Bild). Das werden meine Kuschel-Haussocken. Mutter Jinx war zurückhaltender, sie beschränkte sich auf Seidengarn für einen Kurzarmpullover, gefärbt mit Blauholz.

Eine weitere wertvolle Quelle war Over the Rainbow. Dieser im Hauptort Portree (stolze 2000 Einwohner) gelegene Laden verkauft vor allem Schmuck, Kleidung und Accessoires, aber in einer Ecke versteckt haben sie auch Garne von der Insel Harris (äußere Hebriden). Die Auswahl ist gering, ebenso die vorrätige Farbpalette. Das Garn kommt in Gebinden zu 1 kg oder auf Konen, also ist nicht in geringen Mengen zu erwerben. Ich kaufte zwei Konen in einem wunderschönen Königsblau, und für Mutter Jinx, die ja nur Seide gekauft hatte (unglaublich, und das im Land der Wolle, ich konnte das Elend nicht sehen …) erwarb ich ein Kilo eines helleren Blautons.

Auf der Rückfahrt legten wir eine kurze Pause in Broadford, wo wir bei Teo’s Handspun vorbeischauten. Diese Ausbeute ist leider nicht im Bild, aber ich kaufte einige Stränge wunderschöner Effektgarne, teilweise handgesponnen.

Und da einige LeserInnen Interesse bekundeten, ebenfalls diese Gegend zu bereisen, folgen nun einige Tipps:

Skye für Touristen

Wenn ich meine Posts so lese, fällt mir auf, dass ich viel über das (schottische) Wetter schreibe, auch über das Essen und die Unterhaltungsangebote. Dies alles ist jedoch völlig belanglos, denn Skye ist einfach großartig. Ich wäre gern viel, viel länger geblieben (jedoch nicht ohne Herrn Jinx). Die Natur erschlägt einen jeden Tag aufs Neue, die Luft ist unglaublich klar, und die dünne Besiedelung ist eine Wohltat. Ein paar Dinge sollte man jedoch wissen, wenn man nach Skye fährt, damit man sich keinen falschen Vorstellungen hingibt.

Wie man sich auf Skye bewegt

Als normaler Mensch: mit dem Auto. Es gibt keine Alternative, es sei denn, man ist passionierter Wanderer oder Radfahrer. Es gibt ein Busnetz, doch die Busse fahren selten und längst nicht überall hin. Lange Wartezeiten sind die Regel, und man kann sich nicht immer darauf verlassen, dass der Postwagen, ein Schafstransport oder irgendein anderer freundlicher Mensch vorbeikommt, der einen mitnimmt.

Autofahren auf Skye ist für Mitteleuropäer gewöhnungbedürftig (lihinks!!!) und für Fahranfänger oder ungeübte Fahrer ist es nichts. Viele Straßen sind einspurig, oft stehen Schafe, fotografierende Touristen oder sonstiges Getier auf der Fahrbahn herum. Die Straßen sind kurvig (bis hin zu Haarnadelkurven), und es geht lustig auf und ab. Es ist also von Vorteil, das mit den Steigungen und den Serpentinen schon mal in Italien oder Frankreich geübt zu haben. Auf einspurigen Straßen gibt es zahlreiche Haltebuchten, und man sollte vorausschauend fahren, um a) rechtzeitig eine Haltebucht anzusteuern und b) bitte auch die auf der richtigen Seite der Straße zu nehmen (lihinks!!!). Da viele Kontinentaleuropäer auf Skye unterwegs sind, kann es auch mal vorkommen, dass einem ein Auto auf der falschen Seite entgegenkommt, das dann im Idealfall hektisch nach lihinks ausweicht. Die Einheimischen fahren jedoch sehr zivilisiert, sodass das Fahren auf Skye ein Vergnügen ist.

Verpflegung

Skye ist auf Touristen eingestellt, und das merkt man auch am Essen. Es gibt sehr oft Hamburger, Lasagne (oder was die Leute dort dafür halten) und Pizza, die letzteren immer mit Pommes Frites (warum das so ist, erschließt sich nicht so leicht). Die Kost ist insgesamt fleischlastig. Natürlich gibt es allerorten auch die beliebten Fish and Chips. Schottische Kost gibt es nicht überall, empfehlenswert für robustere Naturen mit einem gewissen kulinarischen Abenteuergeist ist Haggis. Lecker ist auch Graupensuppe. Skye ist berühmt für sein frisches Meeresgetier: Auf dem Speiseplan stehen Hummer, Krabben Muscheln und viel Schellfisch. Die meisten Gastronomiebetriebe auf dem Land versprühen jedoch einen fast schon sozialistischen Charme (war mal wer im Ostblock vor der Öffnung? Dann wisst Ihr, wovon ich spreche). Sie sind oft im Gemeindehaus untergebracht, und die Karte ist eher international als schottisch.

Wer in Großbritannien war, glaubt, dass die Bevölkerung sich ständig in einem Pub aufhält. Mag sein, aber nicht auf Skye. Pubs sind selten, müssen meist mit dem Auto angefahren werden, was den Alkoholkonsum verhindert und den, der ein Quartier in einem kleinen Ort hat, in die lokale Gastronomie zwingt. Wer nicht auf Wein in Tetrapacks steht, sollte auf Bier oder Whisky aufgreifen, für Nichttrinker gibt es ein internationales und lokales Angebot an Softdrinks (Cola, Fanta, Ing Bru … britische Softdrinks sind fast immer zuckersüß). Wenn man nach 21.00 Uhr noch etwas bestellen will, fangen die Barleute an, eigenartig zu gucken. Man weicht dann – so vorhanden – auf eine Bar aus, die länger offen hat und meist sehr rustikal und von Einheimischen frequentiert ist. Generell geht man eher früh zu Bett (na, so ab 21.00 Uhr) und steht entsprechend früh auf (also dann, wenn ich zu Hause oft erst das Licht ausmache).

Besichtigung und Aktivitäten

Die Beschilderung ist gut, es gibt nur wenige Straßen und man kommt leicht ans Ziel. Eintrittsgelder sind in Großbritannien generell hoch. Doch Skye wird vor allem wegen des Naturerlebnisses besucht und ist ein Paradies für Bergsteiger, denn obwohl die Berge nicht hoch sind, sind sie sehr anspruchsvoll und nur für Leute mit alpiner Erfahrung bezwingbar – wenn das Wetter mitspielt. Man kann jedoch auch wunderbar wandern. Was man allerdings ganz schnell vergessen sollte, sind Ausflugslokale irgendwo in der Pampa, die gibt es nämlich kaum oder gar nicht. Man ist wirklich allein mit der Natur uns sich selbst – und an bedeutsamen Stellen mit dutzenden anderer Wanderer, die dasselbe wollen wie man selbst. Dennoch ist Skye nie überlaufen.

Die Insel ist auch ein Paradies für Tierfreunde. Es gibt Seeadler (ich habe sogar welche gesehen), Seehunde, die meist bräsig abhängen, Rotwild, diverse Seevögel u. a. Lokale Anbieter offerieren geführte Bustouren oder Schiffsfahrten an. Außerdem kann man Kanufahren, Angeln, Reiten uvm.

Unterkunft

Skye ist im Juli und August völlig ausgebucht. Richtig große Hotels gibt es nicht, sondern nur kleine oder Bed & Breakfasts. Saison ist von Frühjahr (Ostern) bis Ende Oktober, danach schließen viele Betriebe, die mit dem Tourismus zu tun haben. Unterkünfte finden sich sowohl in den Ortschaften als auch in der totalen Einöde, wo man mit sich, der Welt und seinem Zimmer allein ist. Dort ist meist Self-Catering angesagt, d. h. man muss sich (außer Frühstück) seine Mahlzeiten selbst besorgen und zubereiten, wenn man nicht zum Essen fahren will (und die Strecke kann je nach Standort lang sein).

Shopping

Über die Möglichkeiten, Wolle zu erwerben, sprach in eingangs (und tue es somit nicht noch mal). Auffällig an Skye sind die überwiegend sehr hochwertigen Souvenirs – die auch ihren Preis haben. Es gibt Silber- und Töpferwaren, Textilien aus lokaler Fertigung, z. B. Harris-Tweed, Tartans und handgestrickte Pullover, natürlich Whisky, traditionelle Gebäck etc. Auch die günstigen Souvenirs sind meist witzig, so gibt es lustige Tassen, Stofftiere (lokale Fauna vom Hochlandrind bis zum Puffin) sowie die Werke lokaler Künstler. Skye ist kein billiger Urlaubsort, und die Souvenirs sind es auch nicht.

Die Einwohner

Es arbeiten auch Saisonkräfte auf der Insel, und die Einheimischen sind sehr freundlich, aber distanziert. Man bemüht sich, ein für Ausländer (also Kontinentaleuropäer und Engländer) verständliches Englisch zu sprechen, aber sonstige Fremdsprachenkenntnisse darf man nicht erwarten. Skye ist vor allem im Süden zweisprachig, und die Ortsschilder sind überall Englisch und Gälisch. Gälisch hört man als Tourist eher selten, dafür klingt das Englisch, das die Einheimischen untereinander sprechen, wie Gälisch und kann von denen, die nicht so gut Englisch können, leicht für solches gehalten werden. Ansonsten hört man alle Arten von schottischen Aktzenten. Die Einheimischen sind sehr freundlich und hilfsbereit, auch wenn der zehnte Idiot vom Festland mit seinen kreuzdämlichen Fragen in rudimentärem Englisch daherkommt. Sie sind jedoch auch sehr distanziert, denn ihr Leben geht seinen Gang, auch wenn die Touristen längst wieder abgereist sind. Verbrüderungen mit der Bevölkerung – sei sie seit langem ansässig oder zugereist – gibt es nicht.

Generell lässt sich sagen, dass Skye zwar – gemessen an der Einwohnerzahl – viel Tourismus hat, der jedoch auf die Insel Rücksicht nimmt. Massentourismus mit seinem Rundum-Bespaßungsangebot gibt es nicht; die Insulaner lassen sich nicht die Lebensweise der Touris aufs Auge drücken, eher ist es umgekehrt.

Ich will auf jeden Fall wieder nach Schottland, nächstes Mal vielleicht zum Inselhopping. :D

Heute kam die vierte Sockenclub-Lieferung der Wollmeise, und diese Farben begeistern mich wieder sehr. Die Stränge heißen “Bluebell” und “True Love”. Das Sockenmuster, das mitgeliefert wurde ist sehr schön, aber nichts für mich, denn ich würde mich eher vierteilen lassen, als etwas mit BLUMEN!!! zu stricken (Ausnahmen werden für Kaffe Fassets “Persian Poppies” gemacht oder für sehr abstrakte Motive, aber dann muss auch wirklich Schluss sein.) :D

Das Goodie der Lieferung war ein Bügelbild mit einem Motiv, wie man sie in Poesiealben der Jahrhundertwende (aber nicht dieser) fand, und das ist nun so gar nicht meins. Mein Poesiealbum fristete ein Schattendasein und wurde ziemlich schnell und ziemlich diskret entsorgt. Natürlich wurde ein derartig geschlechtsspezifischer und pädagogisch unwertvoller Artikel von Freundinnen eingeschleppt (ebenso wie die Barbie). Aber wie gesagt, das Ding staubte vor sich hin (wie die Barbie auch), und ich ging mit den Jungs spielen oder saß in meiner Lieblingseibe und las. Aber was mache ich jetzt mit dem Bild???

Es war jedenfalls ein tolles Jahr in diesem Sockenclub, dem ich eines meiner liebsten und schönsten Strickstücke verdanke, nämlich dieses hier. Die Garne waren wirklich außergewöhnlich, und gäbe es eine Fortsetzung (was nicht der Fall ist), würde ich mich wieder anmelden.

Just a picture of the latest Wollmeise Sock Club package, containing two wonderful skeins called “Bluebell” and “True Love”.

Ich bedanke mich ganz herzlich für die vielen netten Kommentare zu meiner Hanami-Stole und freue mich, dass sie solchen Anklang findet.

Thank you so much for the many nice comments to my Hanami Stole. I’m very happy you like it.

Nun, wo sie fertig ist, verstehe ich kaum, wo mein Problem mit Lace nun eigentlich lag, da ich ja durchaus andere, ebenfalls nicht unschwierige Techniken beherrsche, deren Erlernen mir leichtfiel. Man kann ja nun nicht sagen, dass keltische Flechtmuster, Fair-Isle-Technik oder Doppelstrick so wahnsinnig einfach sind, verglichen mit Lace. Ich habe viele gute Tipps erhalten, die mir das Lace-Leben leichter machten, und folgende halfen mir besonders:

  • Das Abteilen der einzelnen Mustersätze durch Maschenmarkierer (wie konnte ich so blöd sein, zu glauben, das ginge ohne?)
  • Dem Muster die Zeit geben, die es braucht, um sich zu entwickeln. Der eigene Rhythmus eines Lacemusters zeigt sich eben selten nach fünf Reihen, wie ich erfahren durfte. Bis es so weit ist, hilft nur, verbissen dem Chart zu folgen.
  • Das Zählen der Maschen in den einzelnen Musterrapports hilft, vergessene Umschläge aufzuspüren und diskret hineinzupfuschen.
  • Ab und zu mal eine Fangschnur durchziehen hilft vor allem psychologisch.
  • Wenn man sich verfranzt hat, nicht verbissen stundenlang herummachen, sondern für ein paar Stunden oder auch den Tag beiseite legen und etwas anderes zur Hand nehmen.

Now, after I finished it successfully, I really don’t understand why it was so difficult for me to master lace knitting, why it took so many failed attempts until I succeded after all. Specially, because I’m very well capable of learning new techniques quickly. After all, nobody will tell that celtic knotwork, fair isle, or doubleface is so much easier, compared to lace. When I wrote about my struggle with the big evil lace dragon, I got so many hints and tips, and the following helped me to succeed after all:

  • putting stitch markers between the pattern repeats (how could I be so stupid to believe I  could manage without?)
  • giving the pattern the time it needs to develop and show finally. This takes more than five rounds. Before this happens, I just stick to the charts and do what’s written there very carefully.
  • counting stitches between the markers help to find forgotten yarnovers which can be fumbled in easily.
  • pulling some waste yarn through the stitches is a great psychological aid.
  • after getting lost between stitches and charts without finding the mistake, I put the project aside for some time (or even the whole day).

In den letzten Wochen wurde mehrfach die Frage gestellt, ob es für mich ein Lace-Leben nach Hanami gibt und hier mehr zum Thema Lace zu lesen sein wird. Ja, ganz sicher. Ich arbeite ja an der Swirl Stole, die auch irgendwie Lace ist und sogar so einfach zu stricken, dass einem vor Dankbarkeit die Augen tränen. Aber es wird auch anderes geben. Bei meiner Recherche zum Thema “Lace, das für mich tragbar ist” bin ich auf einige Modelle gestoßen, die ich gerne nacharbeiten möchte. Ich sage also herzhaft “Ja” zum Thema Lace, und hier ist ein Ausblick auf einige Lacegarne, die ich verarbeiten werde:

During the last weeks there was one question frequently asked: Will there be a lace-life for me after Hanami, and will there be more to read in this blog. And I can tell: Yes, it will. Definately. I’m already working on the Swirl Stole, which is a lacy, but very easy project as well.  But there will follow other lace projects. When I did some research regarding “lace I will really wear”, I found some projects I want to knit. So I say heartily “yes” to lace knitting, and here are some appropriate yarns I will use for it:

Gestern gegen 10.30 trafen sich zehn muntere Damen zum gemeinsamen Ausflug nach Flensburg. Also, eigentlich war Flensburg ziemlich wurscht, denn wir hatten uns bei der Wollsucht angekündigt, um uns ganz unverbindlich mal umzusehen. Nur so, sozusagen.

Nach zweistündiger Zugfahrt, die wir mit Stricken verbrachten, begaben wir uns vom Bahnhof unverzüglich zum Ziel unserer Reise in die Rote Straße, wo wir von Uta und Caprice sehr nett empfangen wurden. Für viele von uns war es der erste Besuch in dem Laden, und bienengleich schwärmten besagte Damen aus, um das reichhaltige Sortiment wunderschöner Garne zu inspizieren. Es war merkwürdig still im Laden, obwohl er natürlich durch uns knallvoll war. Na ja, ich frage mich ja schon, warum man (und ich bin da wirklich keine Ausnahme) sich angesichts eines wunderbaren Wollsortiments aufführt, als wäre morgen nichts mehr davon da und als käme man aus einem Land, wo es solches nicht gibt und man nicht weiß, wan man wieder ins Paradies der frei erhältlichen Garne zurückkehren darf. Im Schweiße unseres Angesichts rafften wir jedenfalls diverse Schätze an uns.

Beladen mit Tüten begaben wir uns in ein nahe gelegenes Restaurant, um uns von den Strapazen des Einkaufs zu stärken, wobei einige von uns Behältnisse mitgebracht hatten, die man als “diskrete Verpackung” bezeichnen könnte. Nach dem sehr leckeren mexikanischen Essen kehrten wir zurück in den Laden, um uns zu verabschieden (vorausschauend hatte ich in der Nähe reserviert). Was soll ich sagen? Es ging gerade wieder los. Viele von uns begannen erneut, mit glasigem Blick die Schätze, die wir uns beim ersten Besuch versagt hatten (oder die wir gerade erst entdeckten), an uns zu raffen. Die Tüten nebst Inhalt mehrten sich nochmals, und sogar Madame “nein, nein, ich kaufe immer nur Garn für ein Projekt und erst wenn das fertig ist, kommt das nächste Material ins Haus” kaufte nicht nur Garne für zwei komplette Projekte (davon eins für den Winter), sondern sie bestellte auch noch Material für ein drittes, das ins Haus geliefert wird. :D

Danach machten wir noch einen kleinen Gang zum Hafen, wo die Rumregatta stattfand. Warum das Regatta hieß, ist mir unklar (der Teil mit dem Rum allerdings nicht), denn die Boote lagen alle im Hafen. Die Leute, die uns mit unseren Tüten sahen, müssen gedacht haben, dass es irgendwo was umsonst gab. Gegen 18.00 Uhr fuhren wir dann zurück nach Hamburg und kuschelten auf der Fahrt mit unserer Wolle.

Für das geplante Gruppenfoto aller Einkäufe (”Mahnmal der Peinlichkeit”) reichte die Kraft nicht mehr, denn wir hatten uns völlig verausgabt. Außerdem stellten wir fest, dass der Tisch im Großraumabteil des Regionalexpresses einfach viel zu klein war.

Nun zu meinen Einkäufen. Das Bild ist leider etwas dunkel und unscharf, aber die Auflistung sollte das Ausmaß des Wahnsinns erhellen können (der Lebensgefährte hat die Riesentüte übrigens taktvoll übersehen):

Aaalso, ich habe gekauft:

  • eine Strickpackung Karen Noe für einen Pullover (blaues Leinengarn)
  • eine Strickpackung Karen Noe für ein Sommertop (grünblaues Rustik-Garn)
  • zwei Stränge Trekking Handart in leuchtenden Rottönen
  • einen Crazy Zauberball von Schoppel in der Farbe “Frische Fische”
  • vier Knäule Drops Alpaca in zwei Farben (für einen Baktus und was mir noch so einfällt)
  • ein Metall-Nadelspielset von KnitPro
  • zwei Addi Lacenadeln
  • eine kleine GoKnit Pouch
  • ein Heft von Karen Noe zum Thema Schals

Dieses Heft, dem eine deutsche Übersetzung beiliegt, enthält Schals und Tücher, die sehr ungewöhnlich und auch sehr schön sind. Gerade das Titelmodell hat es mir angetan, aber auch andere.

Die Menge ist natürlich irgendwie peinlich, aber ich bin nicht allein, andere waren genauso schlimm. :D

Edit: Also bitte, wer ohne Stash ist, werfe das erste Knäul (um es mal leicht abewandelt mit der Bibel zu sagen). Ich bin überzeugt, Ihr hättet an unserer Stelle auch nicht anders gehandelt.

Just a short report about our trip to Flensburg with some minor shopping activities.

Modulares Stricken mit vielen Farben ist insofern eine Herausforderung, weil man von den Strängen oder Knäulen nicht unbedingt auf die fertigen Patches schließen kann. Für mich ist dies ein Bereich, der weniger durch theoretische Überlegungen als vielmehr durch lustvolles Ausprobieren zu bewältigen ist.

Modular knitting with many colours is somewhat challenging because it’s not so easy to infer from the skeins or balls of yarn to the knitted patch. For me this is something that is not accomplished by mere thinking (or reading tons of books) but by simply trying it – a rather sensual process, full of relish.

Wenn man in Büchern zum Thema über Farbwahl und -kombinationen liest, so wird immer gepredigt, sich nicht nur danach zu richten, was im “Rohzustand” gut miteinander harmoniert (und die Sache so zu Tode zu theoretisieren), sondern zu akzeptieren, dass Farben, die zunächst nicht optimal zueinander zu passen scheinen, im Zusammenspiel mit anderen genau richtig sind. Und das bedeutet: Einfach drauflosstricken und sich eher an Helligkeitswerten als an Farben zu orientieren – es wird schon hinhauen im großen Einklang der Farben. Insofern befinde ich mich voll in der Experimentierphase, denn so ein kleiner Patch zwischendurch ist schnell gestrickt.

Books about modular knitting teach us that one should not make oneself mad with the “right” combination of colours. There are shades which don’t seem to make a good match with others when seen in skeins or balls, but which work great together after knitting. This means: don’t think too much about the question whether this specific blue might be perfect with this certain shade of yellow. In modular knitting, density values are much more important than colours or shades. One just has to do it, it somehow will work in the total accord of colours. And for me, this means I’m still in the state of mere trying. A small patch is done quickly.

Das Rohmaterial sieht übrigens so aus / The raw material looks like this:

Die Farben sind unglaublich. Aber wie es mit handgefärbten Garnen, selbst wenn man sie als gelungen und farblich ausbalanciert empfindet, so ist: das ideale Projekt ist nicht so schnell bei der Hand. Shibui Sock ist ja eigentlich ein Sockengarn aus reiner Merinowolle, das allen entgegenkommt, die Mischgarne nicht mögen. Ich jedoch habe speziell die Handgefärbten fürs modulare Stricken entdeckt, da die meist kurzen Rapporte oft besser in Patches mit entsprechend kurzen Reihen zur Geltung kommen als beispielsweise in einem Pullover.

The colours are unbelievable. But it’s not so easy to find a perfect pattern for handdyed yarns, even if they are perfectly dyed and well balanced. Shibui Sock is meant to be for … yeah, for socks, it’s pure merino yarn which is perfect for all who don’t like the ordinary sock yarn blends. But I discovered them specially for modular knitting. Handdyed yarns often have short colour repeats, and I like them better when used in patches with rather short rows than in long ones as you find in sweaters and other larger garments.

Außerdem fand Lollipop/made by Filzflash Verwendung, dessen Lebendigkeit in Fotografien leider kaum zur Geltung kommt. Es sind wunderschöne Semi-Solids, die einen ruhigeren Gegenpol zu den mehrfarbigen Shibuis bilden.

Besides this, I used Lollipop/made by Filzflash. Unfortunately it’s simply impossible to take a proper picture of them. They are beautiful semi-solids which make a calmer contrast to the multicoloured shibui yarns.

Beide Garne sind hier erhältlich.

Jetzt habe ich vermutlich wieder mindestens 50 Leute, die mich hassen und 50 Leserinnen weniger, denn ich war beim letzten Update erfolgreich. Ich habe Wollmeise Lacegarn in den Farben Rosenrot und Fliederbusch ergattert, plus drei Stränge Merino-Sockenwollen in den Farben Maharani und Neptun. Die Farben sind einfach großartig.

Maybe you’ll hate me, but I was successful with the last Wollmeise Shop update. I got two skeins of laceweight yarn and three skeins of merino superwash. The colours are rose red and syringa (lace) resp. Neptun and maharani (merino superwash). The colours are gorgeous.

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