Yarn Purchase / Wollkäufe


Die ersten Lieferung des Fiber- und Lace-Clubs von lollipop.yarns by filzflash sind da, und ich bin begeistert. Es ist ja immer ungewiss, was man bekommt, aber das macht es gerade so spannend. Man setzt sich mit Fasern und /oder Farben auseinander, die man nicht kennt oder normalerweise nicht verwendet.

The first delivery of the fiber and lace yarn clubs from lollipop.yarns by filzflash just arrived, and I’m delighted. It’s uncertain what you get, but this is the real thrill, I think. It forces you to deal with fibers and/or colours you don’t know or don’t work with normally.

Dies ist die Färbung “Herbstspaziergang” aus Polwarth, ca. 125 g. Er fühlt sich unvorstellbar weich an.

This is the shade “autumnal walk”, 100% Polwarth, appr. 125 g. It feels unbelievably soft.

Das Lacegarn ist 70% Baby Alpaka, 10% Seide und 20% Kaschmir, die Färbung heißt Rangiroa. Dafür habe ich schon ein Projekt im Kopf.

The lace yarn is 70% baby alpaca, 10% silk and 20% cashmere, the shade is called Rangiroa. I already have a project in mind for thisone.

Außerdem gab es noch zwei kleine Zugaben:

Besides this, there were two goodies:

Eine Spinnprobe schottischer Wolle in grünblau, ca. 10 g und …

A testing fiber of scottish wool in green-blue and …

… verschiedenfarbige Locken unterschiedlicher Fasern. Die kommen mir gerade recht für meinen Filzkurs …

… locks from different fibers in different shades, theseones are perfect for my online felting class …

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Vor zehn Tagen eröffnete Naima ihren Wollladen in Hamburg, und damals war es einfach gruselig voll. Daher beschloss ich, die Fotos lieber in Ruhe zu machen. Heute war ein sonniger Tag, und daher liefere ich die Bilder nun nach. Es ist eine Art Doppelladen, links wird Naimas Bruder Noureddine ein Café eröffnen (die Baumaßnahmen sind leider noch im vollen Gange). Das Schaufenster ist – passend zur Jahreszeit und sogar zum Wetter – frühlingshaft dekoriert.

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Der Hingucker ist die Sitzecke im Fenster, mit einer historischen Schautafel zum Thema Häkeln und einem sehr gemütlichen alten Sessel.

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Dahinter trifft es einen gleich mit voller Wucht: Das große Regal enthält Garne von Louet, Artesano, Drops, Lollipop.yarns by Filzflash (handgefärbt und in wunderbaren Qualitäten), Shibui und Drops.

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Naima hinter ihrer charmanten Theke aus den Fünfzigern; sie enthält diverse nützliche Kleinigkeiten und ein kleines Knopfsortiment.

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Viele Schoppel-Zauberbälle in unterschiedlichen Qualitäten; dahinter ein altes Regal (das wohl mal ein Ofen war) mit Test-Garnpäckchen, Stricknadel- und Projekttaschen von Filzflash und magnetischen Vorlagenhaltern. Links hinter der weißen Plane (eine Art Mantel der Barmherzigkeit, sozusagen, von wegen Baustelle …) befinden sich die Räume für das Café, das bald eröffnet wird.

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Das zweite Regal mit Garnen von Sublime und Drops; darüber Kissen von Filzflash.

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Eine interessante Auswahl englischsprachiger Strickpublikationen.

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Im hinteren Raum befinden sich gemütliche Sitzgelegenheiten, die zum Stricken und Klönen einladen.

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Natürlich habe ich diese Örtlichkeit auch gleich persönlich getestet. :D

Am Samstag war es endlich so weit – Mylys öffnete auch im echten Leben seine Pforten. Es ist wirklich ein zauberhafter, sehr gediegener Laden mit einer hervorragenden Auswahl an unterschiedlichen Garnen für die Strickerin mit Anspruch. Neben dem bewährten Angebot aus Louet, Shibui, Artesano, Sublime, Lollipop/Filzflash und natürlich den allseits beliebten Zauberbällen gibt es neu eine schöne Auswahl von Drops-Garnen mit ihrem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis sowie hochwertiges Zubehör und schicke Kleinigkeiten.

Fotos werden folgen; ich habe am Eröffnungstag darauf verzichtet, da der Befüllungsgrad an Menschen meinen Komfortbereich bei Weitem überstieg (und dann noch alles Weiber …). Trotzdem habe ich natürlich ein paar Kleinigkeiten eingekauft, denn man konnte beim Eröffnungsrabatt (10% auf alles außer Tiernahrung, äh, Publikationen) auch kräftig sparen (Zum Thema “Sparen für Wollverliebte – aber richtig siehe diesen sehr gelungenen Thread bei Ravelry.

Hier kommen nun also meine Errungenschaften:

kid-silkDiese Mohair-Seidenmischung von Drops in einem absolut hedonistischen, über-pompejanischen Rot, das die Kamera nicht mal annähernd einfangen kann. Die Menge genügt für ein Oberteil.

shibui_darkEin Strang Sibui Sock in einem wunderbaren dunklen, sehr lebendigen Grau

shibui_peacockZwei Stränge Shibui in einem phantastischen Pfauengrün, leider ebenfalls unfotografierbar

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Und – der Knaller  – Spinnfasern von Filzflash, erhältlich als Merino aus artgechter Haltung und als schottische Wolle. Ich habe mir zwei Zöpfe der Merino-Qualität gegönnt.

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Dem Geschäft ist ein Raum angegliedert, in dem man stricken und der auch für Kursangebote genutzt werden kann. Fast das Beste ist, dass bald auch das Café eröffnet. Jedenfalls hat Hamburg endlich ein Wollgeschäft, das diesen Namen auch verdient.

Ich möchte gerne wissen, wo Ihr denn Eure Wolle am liebsten kauft: online oder im Wollgeschäft? Und warum kauft Ihr sie da?

Wenn es die Wolle, die ich haben möchte, in einem mit für mich vernünftigen Aufwand erreichbaren Wollgeschäft gibt, kaufe ich sie lieber im Wollgeschäft. Wenn das nicht der Fall ist, kaufe ich sie lieber online.

Der Grund ist, dass ich Wolle kaufen möchte, die mir wirklich gefällt und keine Verlegenheitslösungen.


Erinnert Ihr Euch an die Blogwichtelaktion? Meine Gastautorin war Frau Jekylla, mit der sich danach noch ein netter Kontakt ergab. Sie suchte nämlich jemanden, der ihr einen St.-Pauli-Fanschal strickt, der weder aus kratziger Wolle noch aus einem dubiosen Acrylzeug besteht. Was Exklusives eben.

Nun lehne ich es ja aus Prinzip ab, Auftragsstrickereien zu machen, da die Bezahlung ein Witz ist. Und bei adäquater Vergütung ist es für den Auftraggeber uninteressant bis unbezahlbar. Aber dies hat mich so gereizt, dass ich zugesagt habe, gegen Naturalien, versteht sich, denn das ist lustiger. Ich werde als Vergütung im Februar zu einem St.-Pauli-Spiel eingeladen, denn da wollte ich schon immer mal hin.

Nun gestaltete sich die entsprechende Garnbeschaffung schwieriger als gedacht. Frau Jekylla und ich einigten uns auf eine Kaschmirmischung eines renommierten Herstellers, die ich auch bestellte. Einige Tage später erhielt ich einen Anruf, dass der gewünschte Braunton nicht vorrätig und auch schwer zu beschaffen sei, da die Händler alle auf Sommerware umrüsten. Die Dame bot mir hartnäckig Schlammtöne etc. an, wobei ich mehrfach wiederholte, dass ich keinen Schlamm-, sondern einen Braunton benötige. Daraufhin schickte sie sich an, mit dem Telefon ihre Regale zu begehen und mich auf dem Laufenden über ihre Nicht-Bestände zu halten. Alles was recht ist, aber das dauert mir zu lange. Ich bat also, mich per E-Mail zu informieren, was bisher nicht geschah.

Also stornierte ich die Bestellung und ging los, um doch noch etwas Geeignetes in geeigneter Farbigkeit aufzutreiben. Es war nicht viel einfacher: Entweder die Brauntöne gingen nicht oder waren nicht vorhanden, oder es gab kein passendes Rot. Schließlich habe ich doch etwas in adäquaten Schattierungen gefunden, das qualitativ stimmt. Allerdings werde ich es doppelfädig verstricken müssen, aber irgendwas ist ja immer.

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Wir alle lieben exotische Garne und bestellen sie auch, oft aus Übersee. Yak-Garn, Possum-Garn, Sariseide, Garn mit Metallkern usw. Dabei vergessen wir oft, dass es auch hier Tolles zu entdecken gibt, was auch daran liegt, dass unsere Wollquellen dergleichen nicht führen.

We all love exotic yarns and some of us order some of them, mostly from overseas. There is yarn from yaks or possums, sari silk, yarn with metal core and so on. But we often forget that there are great yarns from here as well, and one of the reasons is that they are not available in our yarn stores.

Mutter Jinx und ich waren neulich im Freilichtmuseum Kiekeberg zum Kunsthandwerker-Weihnachtsmarkt. Es war eine trübe Veranstaltung, so trübe, dass ich keine Fotos gemacht habe. Aber im Museumsshop wurde ich fündig: Dort gab es ein wundervolles Strickgarn aus naturbelassener Schafwolle, ungefärbt. Es gibt dieses Material in Naturweiß, Dunkelbraun und eben in Grau. Es verstrickt sich einfach großartig und ergibt ein sehr schönes Maschenbild. Dazu ist der Preis auch noch günstig. Was will man mehr?

Mother Jinx and I went to the Kiekeberg museum again, for the Christmas fair of crafters. It was horrid, so horrid that I refused to take any pictures. But in the museum shop I found something very special: There was a wonderful knitting yarn for sale, made of pure wool, undyed and without any chemical treatment. It’s available in cream, dark brown, and gray. Knitting with it is a pleasure, and the stitches come out just beautifully. The price is very reasonable. It’s just great.

Gestern war ja der erste von drei mylys-Verkaufstagen, und Mutter Jinx betätigte sich als edle Spenderin. So freue ich mich, ein blaues Lacegarn (Merino/Seide), zwei Stränge Merino und einen Strang Blue Faced Leicester, alle von lollipop.yarns in meinem Stash begrüßen zu dürfen.

Yesterday was the first of three live salesday by mylys, and mother Jinx was so kind so buy me some skeins from lollipop.yarns. I’m happy to welcome one skein of laceyarn, two of blue faced leicester and one of a finde cashmere blend in my stash.

Es ist wirklich ein Erlebnis, Susannes Färbungen in natura bewundern zu dürfen. Die Garne, obwohl mit Superwash-Ausrüstung, wirken nicht plastifiziert, im Gegensatz zu manch anderen Handfärbungen. Projekte habe ich auch schon im Kopf dafür. ;)

To see Susanne’s dyeing results is really exciting. Although the yarns are superwash, they don’t feel like plastic at all, what happens unfortunately quite often with the yarns of other dyers. And yes, I have already some projects in mind. ;)

Und jetzt, nachdem meine lieben LeserInnen meine endlosen Ergüsse zum Thema Schottland über sich ergehen lassen mussten, kommen wir zu dem Teil, der für meine Zielgruppe von Interesse ist. Natürlich haben wir eingekauft (was denkt Ihr denn …), und die Möglichkeiten auf Skye für Bekloppte Liebhaber gediegener Handstrickgarne sind durchaus gegeben. Diesen Berg haben Mutter Jinx und ich gemeinsam erhamstert, ein Teil davon gehört also nicht mir (ich fand die Menge jedoch so beeindruckend).

An dieser Stelle bedanke ich mich ganz herzlich bei allen Leserinnen, die mir die Tipps für diese wunderbaren Einkaufsmöglichkeiten gaben.

Zunächst (gleich am ersten Tag, damit die liebe Seele erst mal Ruh’ hat) besuchten wir Shilasdair. Das liegt an der äußersten Spitze von Waternish, also fast am Arsch der Welt (zumindest kann man ihn von dort aus sehen) und ist über eine lustige, schlaglochreiche einspurige Straße zu erreichen. Wie viele Betriebe, die auf Tourismus ausgelegt ist, hat auch Shilasdair nur von Frühjahr bis Ende Oktober geöffnet. Leider wird die Homepage diesem wunderbaren Laden überhaupt nicht gerecht, es ist schon ein Erlebnis, die vielen handgefärbten (mit Pflanzenauszügen!) Garne zu sehen, anzufassen (und natürlich auch zu erwerben). Ich kaufte dort zwei Kits, eines für einen Aranpullover und eines für einen schlichten Raglanpullover, allerdings aus einem luxuriösen Mischgarn mit Angora, Kaschmir und schottischer Wolle, gefärbt mit Cochenille. Mutter Jinx schenkte mir noch ein paar wunderschöner Socken in der Farbe von Heidekraut (ganz links ganz unten im Bild). Das werden meine Kuschel-Haussocken. Mutter Jinx war zurückhaltender, sie beschränkte sich auf Seidengarn für einen Kurzarmpullover, gefärbt mit Blauholz.

Eine weitere wertvolle Quelle war Over the Rainbow. Dieser im Hauptort Portree (stolze 2000 Einwohner) gelegene Laden verkauft vor allem Schmuck, Kleidung und Accessoires, aber in einer Ecke versteckt haben sie auch Garne von der Insel Harris (äußere Hebriden). Die Auswahl ist gering, ebenso die vorrätige Farbpalette. Das Garn kommt in Gebinden zu 1 kg oder auf Konen, also ist nicht in geringen Mengen zu erwerben. Ich kaufte zwei Konen in einem wunderschönen Königsblau, und für Mutter Jinx, die ja nur Seide gekauft hatte (unglaublich, und das im Land der Wolle, ich konnte das Elend nicht sehen …) erwarb ich ein Kilo eines helleren Blautons.

Auf der Rückfahrt legten wir eine kurze Pause in Broadford, wo wir bei Teo’s Handspun vorbeischauten. Diese Ausbeute ist leider nicht im Bild, aber ich kaufte einige Stränge wunderschöner Effektgarne, teilweise handgesponnen.

Und da einige LeserInnen Interesse bekundeten, ebenfalls diese Gegend zu bereisen, folgen nun einige Tipps:

Skye für Touristen

Wenn ich meine Posts so lese, fällt mir auf, dass ich viel über das (schottische) Wetter schreibe, auch über das Essen und die Unterhaltungsangebote. Dies alles ist jedoch völlig belanglos, denn Skye ist einfach großartig. Ich wäre gern viel, viel länger geblieben (jedoch nicht ohne Herrn Jinx). Die Natur erschlägt einen jeden Tag aufs Neue, die Luft ist unglaublich klar, und die dünne Besiedelung ist eine Wohltat. Ein paar Dinge sollte man jedoch wissen, wenn man nach Skye fährt, damit man sich keinen falschen Vorstellungen hingibt.

Wie man sich auf Skye bewegt

Als normaler Mensch: mit dem Auto. Es gibt keine Alternative, es sei denn, man ist passionierter Wanderer oder Radfahrer. Es gibt ein Busnetz, doch die Busse fahren selten und längst nicht überall hin. Lange Wartezeiten sind die Regel, und man kann sich nicht immer darauf verlassen, dass der Postwagen, ein Schafstransport oder irgendein anderer freundlicher Mensch vorbeikommt, der einen mitnimmt.

Autofahren auf Skye ist für Mitteleuropäer gewöhnungbedürftig (lihinks!!!) und für Fahranfänger oder ungeübte Fahrer ist es nichts. Viele Straßen sind einspurig, oft stehen Schafe, fotografierende Touristen oder sonstiges Getier auf der Fahrbahn herum. Die Straßen sind kurvig (bis hin zu Haarnadelkurven), und es geht lustig auf und ab. Es ist also von Vorteil, das mit den Steigungen und den Serpentinen schon mal in Italien oder Frankreich geübt zu haben. Auf einspurigen Straßen gibt es zahlreiche Haltebuchten, und man sollte vorausschauend fahren, um a) rechtzeitig eine Haltebucht anzusteuern und b) bitte auch die auf der richtigen Seite der Straße zu nehmen (lihinks!!!). Da viele Kontinentaleuropäer auf Skye unterwegs sind, kann es auch mal vorkommen, dass einem ein Auto auf der falschen Seite entgegenkommt, das dann im Idealfall hektisch nach lihinks ausweicht. Die Einheimischen fahren jedoch sehr zivilisiert, sodass das Fahren auf Skye ein Vergnügen ist.

Verpflegung

Skye ist auf Touristen eingestellt, und das merkt man auch am Essen. Es gibt sehr oft Hamburger, Lasagne (oder was die Leute dort dafür halten) und Pizza, die letzteren immer mit Pommes Frites (warum das so ist, erschließt sich nicht so leicht). Die Kost ist insgesamt fleischlastig. Natürlich gibt es allerorten auch die beliebten Fish and Chips. Schottische Kost gibt es nicht überall, empfehlenswert für robustere Naturen mit einem gewissen kulinarischen Abenteuergeist ist Haggis. Lecker ist auch Graupensuppe. Skye ist berühmt für sein frisches Meeresgetier: Auf dem Speiseplan stehen Hummer, Krabben Muscheln und viel Schellfisch. Die meisten Gastronomiebetriebe auf dem Land versprühen jedoch einen fast schon sozialistischen Charme (war mal wer im Ostblock vor der Öffnung? Dann wisst Ihr, wovon ich spreche). Sie sind oft im Gemeindehaus untergebracht, und die Karte ist eher international als schottisch.

Wer in Großbritannien war, glaubt, dass die Bevölkerung sich ständig in einem Pub aufhält. Mag sein, aber nicht auf Skye. Pubs sind selten, müssen meist mit dem Auto angefahren werden, was den Alkoholkonsum verhindert und den, der ein Quartier in einem kleinen Ort hat, in die lokale Gastronomie zwingt. Wer nicht auf Wein in Tetrapacks steht, sollte auf Bier oder Whisky aufgreifen, für Nichttrinker gibt es ein internationales und lokales Angebot an Softdrinks (Cola, Fanta, Ing Bru … britische Softdrinks sind fast immer zuckersüß). Wenn man nach 21.00 Uhr noch etwas bestellen will, fangen die Barleute an, eigenartig zu gucken. Man weicht dann – so vorhanden – auf eine Bar aus, die länger offen hat und meist sehr rustikal und von Einheimischen frequentiert ist. Generell geht man eher früh zu Bett (na, so ab 21.00 Uhr) und steht entsprechend früh auf (also dann, wenn ich zu Hause oft erst das Licht ausmache).

Besichtigung und Aktivitäten

Die Beschilderung ist gut, es gibt nur wenige Straßen und man kommt leicht ans Ziel. Eintrittsgelder sind in Großbritannien generell hoch. Doch Skye wird vor allem wegen des Naturerlebnisses besucht und ist ein Paradies für Bergsteiger, denn obwohl die Berge nicht hoch sind, sind sie sehr anspruchsvoll und nur für Leute mit alpiner Erfahrung bezwingbar – wenn das Wetter mitspielt. Man kann jedoch auch wunderbar wandern. Was man allerdings ganz schnell vergessen sollte, sind Ausflugslokale irgendwo in der Pampa, die gibt es nämlich kaum oder gar nicht. Man ist wirklich allein mit der Natur uns sich selbst – und an bedeutsamen Stellen mit dutzenden anderer Wanderer, die dasselbe wollen wie man selbst. Dennoch ist Skye nie überlaufen.

Die Insel ist auch ein Paradies für Tierfreunde. Es gibt Seeadler (ich habe sogar welche gesehen), Seehunde, die meist bräsig abhängen, Rotwild, diverse Seevögel u. a. Lokale Anbieter offerieren geführte Bustouren oder Schiffsfahrten an. Außerdem kann man Kanufahren, Angeln, Reiten uvm.

Unterkunft

Skye ist im Juli und August völlig ausgebucht. Richtig große Hotels gibt es nicht, sondern nur kleine oder Bed & Breakfasts. Saison ist von Frühjahr (Ostern) bis Ende Oktober, danach schließen viele Betriebe, die mit dem Tourismus zu tun haben. Unterkünfte finden sich sowohl in den Ortschaften als auch in der totalen Einöde, wo man mit sich, der Welt und seinem Zimmer allein ist. Dort ist meist Self-Catering angesagt, d. h. man muss sich (außer Frühstück) seine Mahlzeiten selbst besorgen und zubereiten, wenn man nicht zum Essen fahren will (und die Strecke kann je nach Standort lang sein).

Shopping

Über die Möglichkeiten, Wolle zu erwerben, sprach in eingangs (und tue es somit nicht noch mal). Auffällig an Skye sind die überwiegend sehr hochwertigen Souvenirs – die auch ihren Preis haben. Es gibt Silber- und Töpferwaren, Textilien aus lokaler Fertigung, z. B. Harris-Tweed, Tartans und handgestrickte Pullover, natürlich Whisky, traditionelle Gebäck etc. Auch die günstigen Souvenirs sind meist witzig, so gibt es lustige Tassen, Stofftiere (lokale Fauna vom Hochlandrind bis zum Puffin) sowie die Werke lokaler Künstler. Skye ist kein billiger Urlaubsort, und die Souvenirs sind es auch nicht.

Die Einwohner

Es arbeiten auch Saisonkräfte auf der Insel, und die Einheimischen sind sehr freundlich, aber distanziert. Man bemüht sich, ein für Ausländer (also Kontinentaleuropäer und Engländer) verständliches Englisch zu sprechen, aber sonstige Fremdsprachenkenntnisse darf man nicht erwarten. Skye ist vor allem im Süden zweisprachig, und die Ortsschilder sind überall Englisch und Gälisch. Gälisch hört man als Tourist eher selten, dafür klingt das Englisch, das die Einheimischen untereinander sprechen, wie Gälisch und kann von denen, die nicht so gut Englisch können, leicht für solches gehalten werden. Ansonsten hört man alle Arten von schottischen Aktzenten. Die Einheimischen sind sehr freundlich und hilfsbereit, auch wenn der zehnte Idiot vom Festland mit seinen kreuzdämlichen Fragen in rudimentärem Englisch daherkommt. Sie sind jedoch auch sehr distanziert, denn ihr Leben geht seinen Gang, auch wenn die Touristen längst wieder abgereist sind. Verbrüderungen mit der Bevölkerung – sei sie seit langem ansässig oder zugereist – gibt es nicht.

Generell lässt sich sagen, dass Skye zwar – gemessen an der Einwohnerzahl – viel Tourismus hat, der jedoch auf die Insel Rücksicht nimmt. Massentourismus mit seinem Rundum-Bespaßungsangebot gibt es nicht; die Insulaner lassen sich nicht die Lebensweise der Touris aufs Auge drücken, eher ist es umgekehrt.

Ich will auf jeden Fall wieder nach Schottland, nächstes Mal vielleicht zum Inselhopping. :D

Heute kam die vierte Sockenclub-Lieferung der Wollmeise, und diese Farben begeistern mich wieder sehr. Die Stränge heißen “Bluebell” und “True Love”. Das Sockenmuster, das mitgeliefert wurde ist sehr schön, aber nichts für mich, denn ich würde mich eher vierteilen lassen, als etwas mit BLUMEN!!! zu stricken (Ausnahmen werden für Kaffe Fassets “Persian Poppies” gemacht oder für sehr abstrakte Motive, aber dann muss auch wirklich Schluss sein.) :D

Das Goodie der Lieferung war ein Bügelbild mit einem Motiv, wie man sie in Poesiealben der Jahrhundertwende (aber nicht dieser) fand, und das ist nun so gar nicht meins. Mein Poesiealbum fristete ein Schattendasein und wurde ziemlich schnell und ziemlich diskret entsorgt. Natürlich wurde ein derartig geschlechtsspezifischer und pädagogisch unwertvoller Artikel von Freundinnen eingeschleppt (ebenso wie die Barbie). Aber wie gesagt, das Ding staubte vor sich hin (wie die Barbie auch), und ich ging mit den Jungs spielen oder saß in meiner Lieblingseibe und las. Aber was mache ich jetzt mit dem Bild???

Es war jedenfalls ein tolles Jahr in diesem Sockenclub, dem ich eines meiner liebsten und schönsten Strickstücke verdanke, nämlich dieses hier. Die Garne waren wirklich außergewöhnlich, und gäbe es eine Fortsetzung (was nicht der Fall ist), würde ich mich wieder anmelden.

Just a picture of the latest Wollmeise Sock Club package, containing two wonderful skeins called “Bluebell” and “True Love”.

Ich bedanke mich ganz herzlich für die vielen netten Kommentare zu meiner Hanami-Stole und freue mich, dass sie solchen Anklang findet.

Thank you so much for the many nice comments to my Hanami Stole. I’m very happy you like it.

Nun, wo sie fertig ist, verstehe ich kaum, wo mein Problem mit Lace nun eigentlich lag, da ich ja durchaus andere, ebenfalls nicht unschwierige Techniken beherrsche, deren Erlernen mir leichtfiel. Man kann ja nun nicht sagen, dass keltische Flechtmuster, Fair-Isle-Technik oder Doppelstrick so wahnsinnig einfach sind, verglichen mit Lace. Ich habe viele gute Tipps erhalten, die mir das Lace-Leben leichter machten, und folgende halfen mir besonders:

  • Das Abteilen der einzelnen Mustersätze durch Maschenmarkierer (wie konnte ich so blöd sein, zu glauben, das ginge ohne?)
  • Dem Muster die Zeit geben, die es braucht, um sich zu entwickeln. Der eigene Rhythmus eines Lacemusters zeigt sich eben selten nach fünf Reihen, wie ich erfahren durfte. Bis es so weit ist, hilft nur, verbissen dem Chart zu folgen.
  • Das Zählen der Maschen in den einzelnen Musterrapports hilft, vergessene Umschläge aufzuspüren und diskret hineinzupfuschen.
  • Ab und zu mal eine Fangschnur durchziehen hilft vor allem psychologisch.
  • Wenn man sich verfranzt hat, nicht verbissen stundenlang herummachen, sondern für ein paar Stunden oder auch den Tag beiseite legen und etwas anderes zur Hand nehmen.

Now, after I finished it successfully, I really don’t understand why it was so difficult for me to master lace knitting, why it took so many failed attempts until I succeded after all. Specially, because I’m very well capable of learning new techniques quickly. After all, nobody will tell that celtic knotwork, fair isle, or doubleface is so much easier, compared to lace. When I wrote about my struggle with the big evil lace dragon, I got so many hints and tips, and the following helped me to succeed after all:

  • putting stitch markers between the pattern repeats (how could I be so stupid to believe I  could manage without?)
  • giving the pattern the time it needs to develop and show finally. This takes more than five rounds. Before this happens, I just stick to the charts and do what’s written there very carefully.
  • counting stitches between the markers help to find forgotten yarnovers which can be fumbled in easily.
  • pulling some waste yarn through the stitches is a great psychological aid.
  • after getting lost between stitches and charts without finding the mistake, I put the project aside for some time (or even the whole day).

In den letzten Wochen wurde mehrfach die Frage gestellt, ob es für mich ein Lace-Leben nach Hanami gibt und hier mehr zum Thema Lace zu lesen sein wird. Ja, ganz sicher. Ich arbeite ja an der Swirl Stole, die auch irgendwie Lace ist und sogar so einfach zu stricken, dass einem vor Dankbarkeit die Augen tränen. Aber es wird auch anderes geben. Bei meiner Recherche zum Thema “Lace, das für mich tragbar ist” bin ich auf einige Modelle gestoßen, die ich gerne nacharbeiten möchte. Ich sage also herzhaft “Ja” zum Thema Lace, und hier ist ein Ausblick auf einige Lacegarne, die ich verarbeiten werde:

During the last weeks there was one question frequently asked: Will there be a lace-life for me after Hanami, and will there be more to read in this blog. And I can tell: Yes, it will. Definately. I’m already working on the Swirl Stole, which is a lacy, but very easy project as well.  But there will follow other lace projects. When I did some research regarding “lace I will really wear”, I found some projects I want to knit. So I say heartily “yes” to lace knitting, and here are some appropriate yarns I will use for it:

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