Tools / Werkzeuge


lazykateIch habe früher meine mit der Spindel gesponnenen Garne immer ohne irgendwelche Hilfsmittel verzwirnt, was oft genug in einem elenden Tüddelkram endete. Nun habe ich mir einen Prototyp einer einfachen, zweckmäßigen Lazy Kate gebaut. Sie besteht aus einem kleinen Karton, in dem die Achsen (eigentlich sind es Stricknadeln) und auch die noch zu verzwirnenden Knäule verschwinden, wenn sie nicht benutzt wird. Diesem Karton (aus dem Kaufhaus) bin ich heute mit Herrn Jinx’ Dremel zu Leibe gerückt.

I always plied the singles I spun with a handspindle without any further ado or additional tools, what ended up in a mess often enough. Now I build a prototype of a simple but practical lazy kate. It’s just a cardboard box I bought in a department store. When not in use, the balls which wait to be plied and the shafts (made of knitting needles) can be stored inside. I just punched six holes in the cardboard, using Mr. Jinx’ precious Dremel tool.

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Dies ist das Ganze in geschlossenem Zustand, zusammen mit dem ersten verzwirnten Garn.

This is the closed box, together with the first yarn plied.

Und wer baut mir das Ganze jetzt schön in Holz???

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Angeregt durch den Spinnwirtel aus Mali und das Buch Respect the Spindle, habe ich angefangen, mich damit zu beschäftigen, wie in anderen Regionen der Erde das mit dem Spinnen so gehandhabt wird. Zudem ist es so, dass nicht jedes Material für die Spindeltypen geeignet ist, wie sie in Europa und den USA üblich sind (immerhin soll ich ja demnächst anfangen, auch das Spinnen zu unterrichten, und da ist eine kleine Horizonterweiterung nie verkehrt).

Inspired by the whorl from Mali as well as by the book Respect the Spindle I started to inform me in which way people spin in other regions of the world. Besides this, not every material is suitable for the spindles which are common here in Europe / The U.S. (I’ll start teaching spinning soon, and I think it’s a good idea to know more before …).

Die Takhli ist eine Spindel, wie sie in Südostasien, im vorderen Orient und in Afrika vor allem für Baumwolle (also ein sehr kurzfaseriges Material) verwendet wird. Sie ist sehr klein und leicht, dies ist ein ganz einfaches Modell, das aus einer gelochten Münze und einem geraden, sehr spitz zulaufenden Metallstab gefertigt wurde (“Basismodell India”, sozusagen). Es ist eine Supportspindel, die zusammen mit einer kleinen Schüssel verwendet wird (sie ist wirklich sehr spitz). Meine Schüssel ist übrigens eine kleine Teeschale.

The Takhli is a spindle used in East Asia, the Middle East, and in Africa for spinning cotton and materials with very short fibres. It’s a very small lightweight spindle, and this is a very simple one, made of a coin with a hole and a plain, thin metal shaft (the basic version “India”). It’s a support spindle used with a small bowl (the tip is really pointy). I chose a small tea bowl.

Da ich keine Baumwolle hier habe, habe ich eine flusige, wattige und mühsamst zu verspinnende Filzwolle gewählt. Mit der Takhli funktionierte es wesentlich besser als mit meinen Hoch- und Tiefwirtelspindeln. Visuelle und mentale Unterstützung lieferte – wie so oft – eine nette Dame auf Youtube.

I don’t have any cotton fibre in my stash, therefore I used a rather waddy and very hard to spin wool quality, and with the Takhli it worked much better than with the high and low whorl spindles I own. My first attempt was supported visually and mentally by a nice lady via Youtube.

Es gelang mir auf Anhieb erstaunlich gut, wenn natürlich auch noch Raum für Optimierungen besteht, und hier ist das allererste Ergebnis. Der Faden ist sehr dünn, zum Vergleich habe ich ein 1-Cent-Stück daruntergeklemmt.

I managed quite well from the beginning, but of course there is still room for optimization. This is the very first result. The thread is really thin, see the size of the 1 cent coin (Euro).

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Sie waren fast einen Monat unterwegs, aber nun sind sie hier: Meine Spindelbestellung vom letzten Jahr bei Bosworth. Von links nach rechts: Zebrawood, Schaft Walnuss, 15 g; Spalted Padauk, Schaft: Bloodwood, 36 g; Canarywook, Schaft Kirsche, 17 g. Das von einem Pilz befallene Padauk ist eine besondere Rarität, da sie das nicht mehr im Programm haben; ich habe gerade noch die allerletzte Spindel erwischt.

It took them one month to arrive finally here in Hamburg, but now I got them: My spindle order which I placed last year from Bosworth is with me now. From the left to the right you see: Zebrawood with walnut shaft, 15 g, spalted Padauk, shaft bloodwood, 36 g, canarywood, shaft cherry, 17 g. The spalted padauk (the look comes from some weird fungus who settled on it) is a real rarity, Bosworth doesn’t get this any more, and I caught the very last one!

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… scheut sich nicht, auch mal unterwegs ein paar befreiende und entspannende Meter zu spinnen. Dafür sind Handspindeln ideal, denn sie haben auch in Handtaschen Platz und wiegen praktisch nichts. Bleibt nur die Frage des Transports, um die kostbaren Werkzeuge unbeschadet transportieren zu können. Dies ist ein gepolsterter Beutel, in dem eine mittelgroße Handspindel nebst Fasern bequem Platz finden.

is not afraid to spin some relaxing meters outside her home. Spindles are ideal for this, because they can be stored in handbags and have almost no weight at all. The only problem is how to transport them safely. This is a bag made of padded fabric. It offers enough space for a medium spindle plus fibres.

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Für Spinntreffen ist ein größerer Beutel ideal, in dem diverse Spindeln verschiedener Größe Platz finden, dazu andere Werkzeuge und natürlich Fasern. Ist auch sehr praktisch für zu Hause, da alles ordentlich am Platz bleibt.

For spinning conventions or encounters a larger bag is ideal which holds a good amount of spindles in different sizes, other fibre related tools, and some fibres themselves. It’s also suitable for home use to keep everything neatly in space.

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So etwas habe ich natürlich nicht hierzulande gefunden, denn Deutschland ist, was Handspindeln und entsprechende Werkzeuge angeht, immer noch eine ziemliche Wüste. Gefunden habe ich diese formschönen und hervorragend verarbeiteten Utensilien in den USA, dem gelobten Land des Handspinnens, wo auch die Spindeln und Werkzeuge herkommen.

Of course I didn’t find things like these here, because Germany is still kind of a no man’s land for spinners. I got them form the U.S., the contemporary spinners’ promised land where I also got my spindles and the other tools from.

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Dies ist ein alter Spinnwirtel aus Mali, und er ist ziemlich groß und schwer und auch ziemlich schön. Für den suche ich einen passenden Stab, der hart und spitz genug ist, damit es eine brauchbare Supportspindel ergibt, vorzugsweise mit Haken oben.

This is an old spindle whorl from Mali, and it’s rather big and heavy, but also rather handsome. For this I’m looking for a matching stick which is hard and pointy enough to become a useful support spindle, preferably with a hook at the top.

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Da es nach drei Weihnachtstagen auch mal gut ist, sind wir heute zu einem Flohmarkt gefahren. Es ist nicht die Saison, daher war es auch eher ein Antik- und Trödelmarkt der gehobenen Art, der in einem Einkaufszentrum stattfand.

We were a bit bored after three Christmas days, and so we decided to go to a flea market. Of course it’s not the season, and it was more of an antique fair (the more sophisticated kind), and it took place in a shopping mall.

Es ist so eine Sache mit Flohmärkten und mir: Ich finde nämlich nie etwas, aber ich weiß nun, woran das lag: Ich habe nie wirklich nach etwas Ausschau gehalten. Das änderte sich nun, denn ich habe beschlossen, dieses Jahr öfter auf Flohmärkte zu gehen und da nach schönem altem Handarbeitskram Ausschau zu halten.

I always had a problem with flea markets because I never found something there I’d like to buy, but now I know the reason for it: I was never looking for something but just took a stroll. But this changed now because I decided to hold out for pretty old fibre craft tools.

Heute habe ich ein altes Occhi-Schiffchen aus Knochen gefunden. Natürlich mache ich kein Occhi, aber für den niedrigen Preis … und es ist mein absolutes Lieblingsmaterial, schon der Anblick ist eine Zierde. Wenn ich eines gelernt habe, dann das: Was Faser- und Fadenverarbeitung angeht, gibt es kaum etwas, was man nicht irgendwie mal gebrauchen könnte, irgendwann.

Und ja, ich kann Occhi. Ist Jahre her, aber ich habe es mir mal beigebracht.

Today I found an old tatting shuttle made of bone, my very favourite material. Of course I don’t do tatting, but for the very low price I just couldn’t resist – and it just looks so nice.  And I learned one thing: regarding fibre arts, there is hardly anything that really couldn’t be useful one day.

And yes, I do know how to do tatting. It was years ago, but once I taught it myself.

Bisher war ich ja Anhängerin der Kopfspindel, auch wenn ich mich an dem Glaubenskrieg, der um die Vorzüge und Nachteile von Kopf- und Fußspindeln tobt, aus Prinzip nicht beteilige (“Kopfspindeln sind besser!” – “Nein, Fußspindeln!” – “Quatsch!” – “Doch!” – “Gar nicht!” – “Wohl!” – Dasselbe funktioniert übrigens auch mit Stricknadelmaterialien, Spinnradtypen, Fersenformen und Garnqualitäten, aber dies nur am Rande.)

I always prefered top-whorl spindles, although I never participated in the war between fans of top- or bottom-whorl spindles. Spinning with the top-whorl version just was easier for me.

Ich versuchte mein Heil nochmal mit einer Art Fußspindel, immer in der Hoffnung, mal eine zu finden, mit der ich ebenso gut spinnen kann wie mit den Kopfspindeln. Und nun ist es geschehen, mit zwei türkischen Spindeln von Jenkins. Die kleine links ist aus Ebenholz, die größere rechts aus Pink Ivory. Sie sind beide verhältnismäßig schwer (41 g und 57 g), sind ausgesprochen drehfreudig und rotationssymmetrisch. Trotz ihres Gewichts gelingt es mir mühelos, dünne Fäden zu spinnen. Faszinierend finde ich, dass gleich ein richtiges Knäul herauskommt. Nix abwickeln und so. Diese Spindeln sind nämlich zerlegbar und bestehen aus drei Teilen.

But I didn’t give up, and from time to time I decide to give a bottom-whorl spindle a chance. I always hoped to find one as handy as my top-whorl spindles are for me. And now it did happen, since these two Turkish spindles made by Jenkins came to me. They are no lightweights at all (41 and 57 grams), but they turn like hell and their symmetry of rotation is just perfect. Although they are quite heavy I have no problem to spin really thin yarn with them. And the result – yarn that is wound up like a real ball – just fascinates me. These spindles are made to be deconstructed after the spinning process.

Um das Knäul zu entfernen, löst man den Mittelstab und zieht die Arme heraus. Einfach genial! Ich bin verliebt!

For removing the ball of yarn you just have to pull the centre bar and take out the batons which form a cross carefully. I’m in love …

Es gibt ja zwei neue Produkte auf dem Markt, die das StrickerInnenleben erleichtern sollen (und das auch tun): The KnitKit und MagMa.

Das erste ist ein All-in-one-Strickutensilienetui, das alles enthalten soll, was man als StrickerIn unterwegs so braucht.

Kommen wir zunächst zum KnitKit. Ich finde es vom Prinzip her gut; es ist durchdacht und sehr praktisch, außerdem enthält es wirklich sehr viel von dem, was man unterwegs so brauchen könnte. Ich würde durchaus sagen, dass das ein Produkt ist, auf das die Zielgruppe gewartet hat. Ich finde jedoch, dass das Teil  seine Schwachstellen hat.

Nehmen wir zunächst diese absolut gynäkologische Farbigkeit, die ich eher für Damenhygieneartikel (blödes Wort) erwarten würde. Auf der Produkt-Homepage wirkt das Teil silbern, aber in Natura ist es das nicht; es ist sogar noch etwas gynäkologischer als auf dem hiesigen Bild. Ich nehme an, dass das amerikanischer Geschmack ist, wo Frauen ja leicht mit Pastellrosa assoziiert werden. Das mag nun wenig wichtig sein, aber erstens strickt das Auge mit und zweitens kann ich mir keinen strickenden Mann vorstellen, der von diesem Produkt angesprochen wird, und davon gibt es gerade in den USA doch eine ganze Menge. Wichtiger ist jedoch die Frage von Material und Verarbeitung: Das Teil ist aus einer Plastikart, die nicht unbedingt stabil wirkt. Ich bin zwar nicht der größte Fan von Plastik im Allgemeinen, doch sehe ich durchaus dessen Vorzüge. Aber es gibt auch da hochwertigere Materialien. Besonders fürchte ich um die Klappe auf der Rückseite, hinter der Schere, Maschenmarkierer und Nadelstopper verborgen sind. Die Scharniere wirken alles andere als stabil; daher weiß ich nicht, ob ihnen eine große Zukunft beschieden ist.

Das Kit enthältneben den Utensilien hinter der Klappe noch einen Reihenzähler (feststellbar), ein Maßband, eine Häkelnadel, einen Garnschneider. Die Häkelnadel ist nun recht dick, ich würde sie für Garn verwenden, das ab NS 5 verstrickt wird, aber nicht für feinere Materialien, wie viele StrickerInnen sie bevorzugen. Den Garntrenner habe ich in Aktion gesehen und muss sagen: Scharf ist anders. Man muss nach ein paar Anwendungen schon ziemlich zerren, um den Faden zu schneiden. Ich persönlich ziehe mein Taschenmesser vor (das schneidet wenigstens anständig).

Fazit: Es ist eine gute Grundidee, von der jedoch viel verschenkt wurde. Nützlich wird es trotzdem sein, und ich hoffe auf TheKnitKit 2.0.

Vom zweiten Produkt, MagMa (im Original: Knitting Chart Keeper) bin ich hingegen wirklich hin und weg. Es ist ein magnetischer Vorlagenhalter, wie er für kompliziertere Muster nützlich ist. Die Vorlage wird von dem Magnetstreifen sicher auf der Unterlage gehalten. Rechts befindet sich ein Fach nebst Stift für Notizen bzw. weitere Vorlagenblätter. Ich zeige die Mappe aufgeklappt, man kann sie jedoch mittels eines Druckknopfes auf der Außenseite in einen Ständer verwandeln, der in angenehmem Winkel aufgestellt wird. Zusammengeklappt ist das Teil sogar reisetauglich. Die Optik und die Verarbeitung wirken ansprechend.

Ich denke, dies ist eines der Produkte, bei dem man nicht weiß, wie man jemals ohne sie leben konnte. Erhältlich ist beides bei knittybitty.de.

Hier kommt ein Überblick über das Handspinn-Equipment, Marke “Das Allernötigste – Spin and Go”. Man erkennt meine liebsten Handspindeln (Bosworth, Moosie und Kirschholz), eine kleine Nostepinne, ein WPI-Tool derselben Machart, einen Wollkamm aus Knochen (ich liebe Knochen!!!) und eine Miniatur-Niddy-Noddy mit der ersten Bosworth-Garnausbeute.

Here you have an overview of my handspinning equipment, called “The Essentials – Spin and Go”. You can regognize my two favourite hand spindles (Bosworth, Moosie and cherry wood, a small nostepinne, a WPI-tool from the same craftsman, a wool comb made of bone (I love bone!!!) and a small niddy-noddy with the first yarn spun on my first Bosworth-Spindle.

Der Adler Elch ist gelandet! Heute morgen kam meine Bosworth-Spindel aus Elchgeweih an, und ich bin einfach überwältigt, wie schön sie ist. Die Wartezeit betrug fast ein Jahr, aber es hat sich gelohnt. Der Service war übrigens hervorragend; man erhielt Fotografien der Wirtel und durfte vier davon auswählen, sodass jeder eine bekommt, die auch gefällt. Dazu wählt man dann das Holz für den Schaft. Die Maserung ist einfach wunderschön, ich kann mich noch gar nicht beruhigen. Beruhigend hingegen finde ich, dass kein Elch für diese Leidenschaft sterben musste, denn die Geweihe wurden abgeworfen und gesammelt.

The eagle moose just landed today. This morning my Bosworth spindle turned from moose antler arrived, and I’m overwhelmed by it’s stunning beauty. I had to wait almost a year for it, but it was definately worth the time. The service provided was excellent; I received photos of the whorls and had to choose four of them, so each customer gets a spindle he likes. Then I chose the wood for the shaft. The texture of the whorl is unbelievably vivid, I just can’t calm down at the moment. But what really calms me is the fact no moose died for this, because the antlers were shed and collected.

Technical Details / Technische Details

Name: Moosie Spindle
Material: Moose antler, Bloodwood / Elchgeweih, Padouk
Manufacturer: Jonathan & Sheila Bosworth
Gewicht: 32 Gramm

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