Techniken / Techniques


Ich mag diese vornehme Schwester des modularen Strickens schon, aber was ich nicht so mag, ist das dauernde Wenden nach wenigen Maschen. Nun habe ich mich mal zusammengerissen und gelernt, wie man glatt rechts stricken kann, ohne das Projekt wenden zu müssen und ohne linke Maschen zu stricken. Es ist sehr praktisch, geradezu lächerlich einfach und geht bedeutend schneller. Warum nicht gleich so?

I like the modular knitting’s noble sister, but what I deeply dislike about it is the fact that one has to turn the project every few stitches. Now I decided to pull myself together for learning to knit stockinette stitch without turnings and purls. It’s highly practical, unbelievably simple and much quicker than the conventional method of flat knitting. Why didn’t I learn this much earlier?

Nachdem ich dieses Jahr an zwei Decken mitgearbeitet habe und meine Entwürfe recht annehmbar aussahen, habe ich mich entschlossen, selbst mal eine Decke zu entwerfen, und dies sind die ersten drei Patches.

After I contributed to two afghans this year and my designs looked rather acceptable, I decided to design an entire afghan, and these are the first three patches.

Ich habe schon einige Versuche gemacht, Decken aus Resten zu stricken, und nie hat mir das Ergebnis gefallen. Daher beschränke ich mich auf zwei Farben aus Shibui Sock Yarn (100% Merino Superwash) und auf kraus rechtes Gestrick. Eine solche Beschränkung kann auch ziemlich befreiend sein.

I already made some attempts to knit an afghan from leftovers, but I was never satisfied with the result. Therefore I chose two colours (Shibui Sock Yarn, 100% Merino Superwash) and will limit myself to garter stitch exclusively. Limiting oneself can be rather liberating.

Ich werde das Rad natürlich nicht komplett neu erfinden.

Of course not each and every patch will have a design which has never been before.

Es wird auch nicht alles grafisch werden.

And there won’t be graphic patches exclusively.

Aber ein paar ungewöhnliche Ideen will ich schon einbringen.

But I have some rather unusual ideas for patches in mind.

… sondern ein traditioneller Shetland Hap Shawl, für den ich einen Teil meines kleinen Wollkaufs verwurste. Gestrickt wird er in Jamieson & Smith Lace 2-ply, und ich bin an der Kante angelangt (die allerdings sehr breit ist).

… but a traditional Shetland Hap Shawl. I use some balls of the minor yarn purchases I did. Knitted with Jamieson & Smith Lace 2-ply, and I’m currently working on the border (which will be rather wide).

Die Jacke Elsewhere ist fertig, gestrickt aus dem wunderbaren Noro Silk Garden und in hippieartiger Farbigkeit. Ich habe mich entschieden, das Garn einfach die Arbeit tun zu lassen und keinen Versuch zu machen, den Farbverlauf zu beeinflussen.

The Elsewhere cardigan is done, knitted from the wonderful Noro Silk Garden in a hippie-esque colouring. I decided to let the yarn do the job without interfering with the colour gradients.

Es ist im Prinzip ein Raglan von oben gestrickt, mit einem unregelmäßigen Rippenmuster an der Passe , an den Vorderteilen und den Ärmeln. Gestrickt wird es in einem Stück.

It’s basically a raglan knitted in one piece and from the top, embellished with some ribs in the yoke section, the front panels and the sleeves.

Knöpfe oder Reißverschlüsse sind nicht vorgesehen, wenn man die Jacke schließen will, verwendet man eine Nadel oder Fibel.

Buttons or zippers are not meant to be used with this construction, if you want to close the cardigan, you’ll have to use a shawl pin or a fibula.

Wenn das Wetter nochmal mitspielt, gibt es bessere Fotos. Einige Detailaufnahmen gibt es hier.
When the weather becomes better during the next days, I’ll take some better pictures. Some details can be seen  here.

Technisches/Technical Details
Name: Elsewhere
Designer: Amy Swenson
Source/Quelle: Ravelry download
Size/Größe: L
Material: Noro Silk Garden, colours 87, 264, 275
Needles/Nadelstärke: 5 mm

Ich gehöre zu denen, die gern spinnen und ungern zwirnen; obwohl es schnell geht und immerhin (mit Ausnahme des Waschens) der letzte Schritt vor der Vollendung eines Garnes ist, finde ich es langweilig, und das ist der Grund, warum ich das Zwirnen lange vernachlässigt habe. Meine Garne ließen sich daher mit dem Satz „gut gesponnen, schlecht gezwirnt“ zusammenfassen. Und da ich nicht gern zwirne, habe ich mich auch nicht weiter damit beschäftigt; zwirnen blieb für mich das einfache Zusammenführen zweier gesponnener Fäden, um daraus einen zu machen.

I’m one of the kind who loves to spin but dislikes to ply, although it’s much quicker and the last step before the yarn is finished (except the washing procedure, of course). To me it always seemed to be rather boring, and that’s the reason why I neglected the plying procedure for quite a long time. The yarns I spun can be called “nicely spun but poorly plied”. And because I disliked plying I didn’t bother with studying this procedure or trying to improve. To me plying was just bringing two threads together for making one.

oldstyle

So sahen meine Garne früher aus: lose und unregelmäßig verzwirnt. Ich nutzte niemals eine andere Methode als ein einfaches zweifädiges Verzwirnen.

That’s how the yarns I spun looked like: loosely and irregularily plied, never doing anything but a simple 2-ply.

Das änderte sich vor einigen Monaten, als ich einen Kurs zur Herstellung von Artyarn besuchte und dort gezwungen war, mich mit dem Zwirnen eingehender zu beschäftigen und auseinanderzusetzen. Die dort gesponnenen Garne führten mir vor Augen, dass Zwirnen ein entscheidender Schritt zur Gestaltung eines Garnes ist, dem man ebensolche Aufmerksamkeit widmen sollte wie dem Spinnen. Ich kann also meine Garne in “davor” und “danach” einteilen.

This changed some months ago, when I attended a class for artyarn spinning. This forced me to dive deeper in the different ways to ply and to concentrate on it. The yarns I spun there showed me clearly that plying is a vital element of yarn design and it should be executed with the same attention than the spinning itself. This means I can divide the yarns I spun in “before” and “after”.

Nun ist Artyarn für mich eher eine Nebenbeschäftigung, ich ziehe glatte Garne vor. Dennoch ist so ein Spinnkurs auch hierfür sehr wertvoll und unbedingt empfehlenswert, denn auch für die Herstellung klassischer Handstrickgarne erhält man wichtige Anregungen und erweitert seinen Horizont.

Artyarn is not my favourite for spinning, I prefer plain yarns and most of my spinning is dedicated to it. Nevertheless an advanced spinning class is highly recommendable because you’ ll get lots of inspiration for your everyday spinning, and it broadens one’s horizont dramatically.

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Ein sorgfältig verzwirntes “Danach”-Garn (zweifach) – fest und regelmäßig …

A carefully plied “after”- yarn (2-ply) – neatly and tightly plied …

mittsommernacht_schottisch

… aber gut ausbalanciert.

… but well balanced.

Wichtig ist, beim Zwirnen jederzeit mit den Fingern die Fäden zu kontrollieren und den Einzug wie die Geschwindigkeit zu steuern.

It’s higly important for plying to control the singles with the fingers and to manage the drawing and the speed.

Außerdem entdeckte ich die Vorzüge des dreifach verzwirnten Garnes. In Abby Franquemonts Buch “Respect the Spindle” wird es besonders als für Pullover und Oberbekleidung geeignet empfohlen. Nun werden die meisten Garne zweifach verzwirnt, denn dies hat unbestreitbare Vorteile: man schafft eine längere Lauflänge, kann dünnere Garne spinnen, und es geht schneller. Mein erster Versuch mit dem dreifach Verzwirnen fand daher auch mit der Handspindel statt. Das Rohmaterial, pommersches Landschaf, ist relativ rau und hart, sodass mir ein wenig mehr Weichheit von Vorteil erschien.

Besides this I discovered the advantage of 3-ply yarn. In Abby Franquemont’s book “Respect the Spindle” I read that these yarns are very suitable for sweaters or cardis. Most spinners prefer the normal 2-ply yarn, and there are several good reasons for this: you get more yardage, the yarns become thinner, and it doesn’t take so long to finish them. For my first attempt with 3-ply yarn I used a hand spindle. The material, roving from the Pommeranian Sheep is quite coarse, and so a little more softness as promised should become it well.

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Das Ergebnis war sehr zufriedenstellend: Aus dem rauen Rohmaterial wurde ein fluffiges Garn, das erstaunlich weich ist.

The result was very satisfying: the coarse material turned into a fluffy yarn that came out rather soft.

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Den nächsten Versuch machte ich mit dem Spinnrad. Ich spann eine Merino-Seidenmischung dünn aus und verzwirnte dreifach. Das Ergebnis ist ein weicher, “runder” Faden, der hervorragend für Oberbekleidung geeignet ist.

The next attempt I made with a spinning wheel and a merino-silk blend. I spun very thin threads and used the 3-ply method. The result is a soft, “round” thread which is extremely well for outerwear.

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Sabine hat vor einiger Zeit bei mir angefragt, ob ich Lust hätte, mich an einem Gemeinschaftsprojekt für ein (diesmal männliches) Baby zu beteiligen, zu dem sie von diesem Teil inspiriert wurde. Das Material ist völlig anders als das von uns verstrickte; es handelt sich um pflanzengefärbte Merinowolle. Ich fühlte mich geehrt und sagte zu, und hier ist nun mein Patch:

Sabine, who was inspired by the baby blanket we made for a fellow knitter, asked me whether I’d like to participate in another project, this time for a baby boy. I felt really honoured and accepted, and this is my patch:

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Sunny Landscape

Inspiriert hat mich die norddeutsche Sommerlandschaft, oder auch die Sahara (samt Wadi), wenn man an die momentanen Temperaturen denkt, so genau weiß ich das nicht. Gestrickt wurde rein intuitiv und mit verkürzten Reihen, keine Vorlage, keine Anleitung. Der Patch misst 20 x 20 cm und ist in kraus rechts gestrickt (das war die Vorgabe). Die Stränge wurden mit Tagetesblüten (samt Kelch), Apfelbaumrinde und blauer Stockrose gefärbt.

I was inspired by the northern German landscape in summer, but maybe by the Sahara, who knows, it’s just too hot. I knitted intuitively with short rows, no pattern, no instructions. The patch has 20 x 20 cm and is knitted in garter stitch (this was mandatory). The yarn was dyed with marigold flowers, apple tree bark, and blue hollyhock.

Intarsienstrickerei war ja nicht so meins. Es ist eine wirklich einfache Technik, aber ich mochte sie nie und vermied sie, wo ich nur konnte – und da es sich hier um ein Hobby handelt, kann ich immer.

I really didn’t enjoy knitting intarsia at all, although it’s a really simple technique. But I never learned to like it and avoided to do it whenever I could – and I always could because knitting is my hobby and not my profession.

Der Hase änderte das jedoch – wenigstens ein bisschen. Um meine Idee für den diesjährigen Osterhasen für Mutter Jinx umzusetzen, kam ich an Intarsien nicht vorbei und stellte fest, dass es doch nicht so schlimm ist.

The rabbit changed everything – at least a bit. I had an idea for the annual easter rabbit for Mother Jinx, and for executing this properly I simply couldn’t avoid using intarsia, and I found out that it’s not that bad.

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Und das war gut, denn jetzt brauche ich die Technik. Da wäre zunächst der Large Poppy Shawl von Christel Seyfarth. Die Mohnblumen müssen eine schwarze Umrandung am Kelch bekommen, sonst sieht es langweilig aus. Und wie dänische Anleitungen so sind, steht da nicht, wie die bewerkstelligt werden sollen (sondern eher “macht da mal schwarz …”). Viele sticken den schwarzen Kreis auf, aber das kann ich so gar nicht, also verwende ich eine etwas wirre Mischung aus Fair-Isle und Intarsientechnik.

And this was good, because now I have to use this technique. First there is the Large Poppy Shawl by Christel Seyfarth. The poppies call for a black border around the calyx, otherwise it looks boring. And with these instructions it’s as it is always with the ones written by Danish designers: it’s simply not mentioned how this black border has to be done (it’s more like “make a black border”). Some use embroidery for this, afterwards, but I’m really not into embroidery at all, and so I chose a rather weird mixture of stranded and intarsia knitting.

Und dann wäre da noch was …

And then there is something else …langeschatten1

Ja, ich weiß. Viften ist immer noch nicht fertig zusammengenäht, und die Noro-Jacke hat erst einen halben Arm. Ihr könnt mir Tiernamen geben, aber es war stärker als ich. Ich musste einfach dieses wunderbare BC-Garn ausprobieren, und zwar für die Jacke Lange Schatten von Annette Danielsen. Die hat vorne zwei Paneele, die eben in Intarsientechnik gestrickt werden. Klar, man kann die auch irgendwie annähen, aber dann doch lieber Intarsien. Die Jacke gefällt mir so gut, dass ich richtig froh bin, dass ich Intarsien zumindest nicht mehr hasse, auch wenn es nie meine Lieblingstechnik werden wird.

Yes, I know. I didn’t sew Viften yet, and the Noro cardi just has half a sleeve. You can give me weird names, but it was stronger than me. I just had to try this wonderful yarn by BC, and I chose the cardigan Long Shadows by Annette Danielsen to do so. It has two contrasting panels in the front, and these are knit with intarsia. Of course they can somehow be sewn to the rest of the body, but before I do this, I rather prefer knitting intarsia. I like this cardigan so much that I’m happy not to hate intarsia any more (but it will never become my favourite technique, I’m sure).

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Eine unserer altgedienten Strickerinnen erwartet in gefühlten zehn Minuten ein Baby, und wir, ihre Strickfreundinnen, haben beschlossen, sie zu diesem freudigen Ereignis mit einer Babydecke zu beschenken. Die modulare Technik ist natürlich ideal, da so viele etwas beitragen können. Folgende Vorgaben gab es:

  • zu verwenden war das gelieferte Material, also keine Hinzufügung von Farben. Allerdings mussten nicht alle Farben verstrickt werden.
  • Größe: 20 x 20 cm
  • gestrickt werden musste in kraus rechts

Annika übernahm freundlicherweise die Regie; sie packte die Garnpäckchen, hielt uns zum Arbeiten an und stellte das gute Stück schließlich fertig.

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Dies sind meine Beiträge:

1. Tactile Landscape, eine Art Freeform-Beitrag mit dreidimensionaler Pyramide und umgebender Hügellandschaft in der Mitte und vier Hörnchen, damit das Kind auch was zum Befummeln hat. Gestrickt mit nur zwei Farben.

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2. Mini OpArt, gestrickt im Auftrag von Mutter Jinx, der die Zeit und die Inspiration fehlte. Dies ist also eigentlich ihr Quadrat. Es ist eine Miniaturausgabe der Babydecke OpArt aus der Knitty. Gestrickt mit drei Farben.

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Zum Material: Es wurde ein naturfarbenes Garn, 100% Merino Superwash verwendet (Louet Gems) sowie drei Farben von Shibui Sock, ebenfalls 100% Merino Superwash.

Alle Quadrate im Detail und mehr Fotos der fertigen Decke gibt es hier zu sehen.

Alle Fotos stammen von Annika, die die Veröffentlichung freundlicherweise genehmigt hat.

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Hier ein Fortschrittsbild meines liebsten und größten Projektes: des großen Blumentuchs von Christel Seyfarth. Ich arbeite daran …

Here comes a picture of the progress I make with my biggest and most favourite project: the Large Poppy Shawl by Christel Seyfarth. I’m working on it …

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Außerdem teste ich die große Fibersphere damit, und ich bin außerordentlich zufrieden: Beide Knäule wickeln einwandfrei ab, kein Gehedder, kein Geknote, nichts fliegt herum.

Besides this, I’m testing the large fiber sphere, and I’m very satisfied. Both balls unwind without any ado, the threads don’t get entangled, no knots, and everything stays in place.

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Dies ist das Anstrickbild. Gemäß Frau Seyfarth erfolgt der Farbverlauf willkürlich. Natürlich stricke ich das Ding in Runden, mit Steeks. Die Farben stimmen leider nicht.

This is the starting picture. According to Ms. Seyfarth the colour gradient happens accidentally. Of course I’m knitting thisone in rounds with steeks. Unfortunately the colours don’t show like they are but like the camera made them up.

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