Spinning / Spinnen


Die vollkommene Harmonie zwischen Spindel- und Materialfarbe ist auch eher selten …

The perfect harmony beween the spindle’s and she material’s colour is a rare thing …

Hier wurde er bereits angekündigt, und nun ist er fertig: der diesjährige Osterhase für Mutter Jinx. Ein praktisches Modell, das seine Füllung gleich mitbringt und so Platz spart und den Haushalt nicht vollstellt.

It was announced here already, and now it’s done: this year’s Easter bunny for Mother Jinx. It’s a rather practical  version this time. It brings it’s own filling and therefore saves space without cluttering a household.

Diesmal habe ich gehäkelt (es ist immer noch keine Lieblingstechnik …) und anschließend (hand-)gefilzt. Verwendet habe ich handgesponnene schottische Wolle (fingering weigtht). Ich habe mich grob an dieser Vorlage orientiert, sie aber stark abgewandelt.

This time it was crochet (still not my favourite craft …) and felted (by hands) afterwards. I used handspun yarn (Scottish combed top, handdyed, the yarn is fingering). I was roughly inspired by this pattern, but heavily modified it.

 

Dieses Jahr wird gehäkelt, und zwar aus selbstgesponnener Wolle. Demnächst mehr.

This year it’s crochet, and I’m using handspun yarn. More to come soon.

Nachdem ich entdeckte, dass Handspindeln mehr sein können als ein lästiger aber nützlicher Schritt zum Spinnen am Spinnrad, fand ich schnell heraus, dass mein Lieblingstyp die türkische Spindel ist.

After I found out that hand spindles can be more than an annoying but useful step to master a spinning wheel, I also found out that my favourite spindle type is the Turkish.

 

Das gilt jedoch nur für das Spinnen, fürs Zwirnen habe ich einen momentanen Favoriten, der nicht nur hervorragend tut, was er tun soll, sondern auch eine echte Augenweide ist.

But this counts for spinning only, for the plying job I have a current favourite which does what it’s supposed to do in an excellent way but which is true eye candy as well.

Kopfspindel, gestreiftes Ebenholz, Bosworth

Top-whorl spindle, striped ebony, Bosworth

Ich habe heute eine Einladung zu einem Spinnwettbewerb erhalten. Ich bin zwar ein Noob, was Schnellspinnen angeht (ich bin ja nicht auf der Flucht), aber ich werde trotzdem teilnehmen, just for the spirit. Ich bin mir noch unsicher, ob ich in der Spinnrad- oder der Handspindelklasse starte. Trotzdem habe ich die Gelegenheit genutzt, mein großes Spindelequipment für unterwegs mal wieder neu zusammenzustellen.

Today I received an invitation for a spinning contest. Although I’m a real noob regarding speed spinning (well, I’m not on the run, after all), I definately want to participate, just for the spirit. I don’t know yet wheater to start with a wheel or with a spindle, but I took the opportunity to redo my large spinning equipment “to go”.

 

Im Beutel befinden sich verschiedene Fasern, meist kleinere Mengen, die sich für das Spinnrad nicht lohnen. Außerdem findet dort die Ägäische Spindel Platz, die für die Seitentaschen zu sperrig ist. Dort sind zwei weitere Spindeln (eine originale Akha und eine Bosworth-Kopfspindel aus Pink Ivory) untergebracht, außerdem eine Nostepinne, ein kleiner Rocken fürs Handgelenk, eine Niddy-Noddy, ein Wollkamm aus meinem Lieblingsmaterial (Knochen) und ein Messer (für verhedderte Fäden).

In the bag there are different kind of fibres, mostly smaller amounts, not worth using a wheel for. Besides this, it’s the place for an Aegean spindle, too cumbersome for the side pockets. In these there are two more spindles (an original Akha and a Bosworth top-whorl made of pink ivory), a nostepinne, a small wrist distaff, a niddy noddy, a comb made of my favourite material (bone), and a small knife (for cutting threads).

Dies ist das neueste Mitglied der Jenkins-Familie, die ägäische Spindel. Es ist eine großartige Allround-Spindel, die gut zu transportieren ist, da man sie auseinandernehmen kann. Ich spinne gerade Shetlandwolle darauf, ein Souvenir aus meinem letzten Urlaub.

This is the latest member of the Jenkins spindle familiy, the Aegean spindle. It’s a gorgeous allrounder which is – as all Turkish spindles are – good for using on the go because it can be disassembled. Currently I’m spinning Shetland combed top on it, a souvenir from my last holidays.

Es wird wärmer und heller, und das bedeutet: Es ist wieder Zeit, auf Tour zu gehen. Unser Ziel war diesmal Neumünster, eine Stadt, die etwa eine Stunde entfernt von Hamburg entfernt liegt (mit dem Zug). Natürlich haben wir die Reisezeit mit ein paar entspannenden Reihen an aktuellen Projekten überbrückt.

In Hamburg weiß man recht wenig über Neumünster, aber Mutter Jinx wurde dort auf ein Museum bzw. eine Ausstellung aufmerksam, und so beschlossen wir, uns das Ganze mal aus der Nähe anzusehen: Das Textilmuseum Tuch und Technik. Es ist ein kleines Museum, das in der Stadthalle untergebracht ist, wo man übrigens sehr lecker essen kann (zubereitet mit frischen Zutaten – sehr empfehlenswert!). Auch die Stadt selbst ist sehr hübsch und wirkt lebendig.

Zu den vielen Dingen, die wir über Neumünster nicht wussten, ist, dass es sozusagen das “Manchester Schleswig-Holsteins” war, ein Zentrum der Textilherstellung mit mehreren Fabriken. Daher nimmt dieses Thema auch einen breiten Raum in der Dauereinstellung ein, die der Geschichte der Stadt gewidmet ist. Nach einer Präsentation archäologischer Funde geht es mit der heimischen Textilproduktion weiter – Spinnräder und Webstühle also. Man vergisst angesichts diverser Bekleidungsdiscounter und einem textilen Überangebot jeder Preisklasse leicht, dass in der vorindustriellen Zeit jeder Faden, den man benötigte, auch selbst in Hand- und Heimarbeit hergestellt werden musste.

Eine Kardiermaschine, die aus dem Vlies Vorgarn macht. Im Vordergrund, kaum im Bild, befindet sich eine Spinnmaschine.

Eine Vorrichtung zum Schären der Kette.

Mit dem Aufkommen der industriellen Textilherstellung eröffneten mehrere Fabriken in der Stadt, von denen nicht eine mehr existiert (die letzte Fabrik schloss 1992), auch das Ausbildungszentrum, dass in allen möglichen Berufen rund um die Textilherstellung schulte, gab diesen Bereich völlig auf. Im Museum sind jedoch noch einige historische Maschinen zu sehen, darunter einen frühen mechanischen Webstuhl, der mit Lochkarten arbeitete.

Die Webstühle arbeiten noch, allerdings nur noch für den Museumsshop und den Verkauf an Liebhaber.

Schlicht, aber besonders: Ein aus allem mögliches Kram zusammengelötetes Spinnrad, das kurz nach dem Zweiten Weltkrieg für den heimischen Bedarf gefertigt wurde.

Die Wechselausstellung beschäftigt sich mit textilen Themen in Kunst- und Volksmärchen.

Visuelle Umsetzung von Märcheninhalten, die mit Fasern und Faserverarbeitung zu tun haben.

Die Sieben Schwäne

Im Museum standen übrigens zwei Louet-S10-Räder mit Einfachtritt, an denen Besucher sich selbst am Spinnen versuchen konnten. Ich drangsalierte Mutter Jinx an eines der räder (sie wollte nicht), und nach 30 Sekunden erhob sie sich wieder (für sie fühlte es sich vermutlich wie 30 Minuten an) und verkündete, dass es ihr überhaupt keinen Spaß macht. Aber ich schwöre, sie hat einen zusammenhängenden Faden gesponnen (Marke Schwangerer Regenwurm, aber immerhin).

Und dann wurde es noch sehr lustig: Eine Spinngruppe, bestehend aus drei Damen, war anwesend und führte das Spinnen am Rad und an der Handspindel vor. Wir ließen uns in einiger Entfernung nieder, um ein wenig zu stricken (ich hatte nichts zum Spinnen dabei). Wir wurden eingeladen, uns zu der Gruppe zu setzen und unterhielten uns über Spinnräder, Marken, Modelle, über Spinnliteratur, übers Stricken und über Schafrassen und strickten natürlich auch. Es war ein sehr entspannter und anregender Tag.

Das Museum hat übrigens auch einen kleinen Shop, dessen Sortiment sich um das Schaf und Wolle dreht. Neben Webereien aus dem Museum gibt es dort u. a. folgendes:

Natürlich den Katalog für die Wechselausstellung …

Lustige Stofftaschen (Nieder mit dem Plastiktütenwahnsinn!!!)

Vom Förderverein herausgegebene Schriften zum Thema Textil …

… und Schafsmilchseife.

Es ist ein kleines, aber feines Museum, das mehr Aufmerksamkeit verdient, als es erhält.

Dieser Post handelt zwar von Fransen und wo sie angebracht werden, aber auch davon, wie ich es lernte, das Arbeiten mit sehr dicken Nadeln zu lieben.

This post is of course about fringes and where they were applied to, but tells also how I learned to like the work with very thick needles (or, in this case: hooks).

Bei Ravelry entdeckte ich eine Anleitung für einen superdicken Schal, der tunesisch gehäkelt wird. Ich war sofort begeistert. Nun muss man wissen (und wer hier ab und zu hereinschaut, hat das vermutlich bemerkt), dass ich es nicht liebe, mit dicken Nadeln und dicker Wolle zu arbeiten. Ich finde die Ergebnisse plump und schwer. Für einen Schal braucht mal leicht mal 700 – 800 Gramm, und das ist etwa das Doppelte,was viele meiner selbstgestrickten Pullover wiegen.

At Ravelry’s I found a pattern of a hyper-thick scarf executed in Tunisian crochet technique. It was love at the first sight. Well, you have to know (and if you take a look at this blog from time to time you’ll probably have noticed) that I deeply dislike using superbulky yarn and very thick needles. I think the results look clumsy and, besides this, they turn out to be very heavy. For a scarf you easily use 700 or 800 grams, and that’s approximately double of the weight of the sweaters I knit.

Aber nicht in diesem Fall.

But not in this case.

Zunächst braucht man eine wirklich dicke tunesische Häkelnadel, die in Island in Handarbeit hergestellt wird. Mr. Jumbo, wie sie genannt wird, hat etwa 20 mm, liegt aber erstaunlich gut in der Hand und ist sehr schön verarbeitet.

First of all you need a really thick Tunisian crochet hook which is handcrafted in Iceland. Mr. Jumbo (that’s what it’s called) is about 20 mm but lays really comfortably in your hand, and so it’s a pleasure to work with.

Gehäkelt wird mit Plötulopi (unspun Icelandic), einem Vorgarn. Es lässt sich wesentlich besser verarbeiten, als das bei ähnlichen Produkten aus Nordosteuropa der Fall ist, und die Fasern reißen nicht so schnell. Man arbeitet mit drei Strängen.

For this scarf Ploetulopi (unspun Icelandic), a preyarn, is used. It’s much better to work with than with similar products from Northeastern Europe, because the fiber isn’t torn apart so easily.

Im Original wurde für die Fransen ein dickes Garn in Kontrastfarben verwendet, und das brachte mich auf die Idee, dass ich da eigentlich auch handgesponnenes Artyarn nehmen könnte.

The pattern calls for a bulky yarn in a contrasting colour, and this brought me to the idea to use handspun artyarn instead.

Von da zu der Entscheidung, zwei verschiedene Garne zu verwenden, war es nur noch ein kleiner Schritt. Ich habe Small Corkscrews und Wintergreen in Spring exklusiv für diesen Schal gesponnen.

It took only a small step to use two entirely different types of yarn. I spun Small Corkscrews and Wintergreen in Spring for this scarf exclusively.

Ein Schal und seine Fransen – ihn zu häkeln dauerte nur wenige Stunden.

A scarf and its fringes – it took just a few hours to crochet this.


Der fertige Schal wiegt ohne Fransen übrigens keine 200 Gramm – er ist fluffig, weich (na, so weich, wie isländische Wolle eben sein kann, aber deutlich weicher als die versponnenen Qualitäten) und fällt sehr schön – nix steif, dick, plump und panzerartig.

The weight of this scarf is less than 200 grams – without fringes. It’s lofty, soft (well, as soft as Icelandic wool can be, but much softer than the usual icelandic yarns), and it drapes just beautifully – and it’s not stiff, thick, clumsy or armour-like at all.

Die Vorderseite

The front

Die Rückseite – auch nicht schlecht

The back – it doesn’t look bad either

Artyarn-Franse I

Fringes made of art yarn I

Artyarn-Franse II

Fringes made of art yarn II

In action



Ich bin verliebt. Und ja, ich weiß, dass Frühling ist.

I’m in love. And yes, I know it’s springtime.

oder: Auch eine Art von Yarn Bombing

or: a different kind of yarn bombing

Die Garnstücke, die ich von den Fransen übrig behalten habe, fand ich zum Wegwerfen zu schade. Daher habe ich mich entschlossen, meine Umwelt bedingungslos daran teilhaben zu lassen. ;)

I didn’t want to throw away the small bits of yarn which were left over after installing the fringes. So I decided to let my surrounding participate unquestioningly. ;)

Ein wenig orientalische Fransigkeit kann die Welt gut gebrauchen, finde ich.

A bit of oriental-style fringiness will be good for the world, I think.

Eigentlich wäre mir dies Garn zum Verstricken zu kontrastreich, aber da ich Fransen daraus machen werde, ist es genau richtig. Es besteht aus zwei Fasern, die wechseldominant miteinander verzwirnt wurden.

For knitting with it this yarn is too rich in contrast, but I want to use it for making fringes, and for this purpose it’s ideal. I used two types of fiber for it and plied them with alternating dominance.

Technisches / Technical Details

Name: Wintergreen in Spring
Material: Scottish Roving, handdyed; Moorit and Tussah silk, handdyed
Weight: DK, 9 WPI
appr. 75 g, 80 yards
Wheel: Henkys

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