Pleiten, Pech & Pannen / Failures


Als ich vor ein paar Tagen meinen Sockenwollstash (immerhin eine große Plastikkiste) durchforstete, um die geeignete Wolle für meine Monkey Socks zu finden, war ich entsetzt. Ich habe unglaublich viel Sockenwolle gehortet, das meiste gehört zur Gattung “selbstmusternd”, und einiges ist mir richtig peinlich.

Some days ago I looked through my sock yarn stash (a very large plastic box full of yarn), looking for an appropriate yarn for my monkey socks. I was horrified. I had quite a large collection of sock yarn, most of it self-striping, and some of it is just awkward.

Ich frage mich ernsthaft, wie ich so etwas kaufen konnte: gakelige Musterungen, Farben, die nicht zu denen meiner Garderobe passen… Ich kann es mir nur so erklären, dass ich, als ich Socken stricken gelernt hatte, fasziniert war von den Selbstmusternden und mich damit eindeckte. Inzwischen langweilen mich glatt rechts gestrickte Socken (wenn ich sie ausschließlich stricken soll), aber es gibt ja auch Muster, für die solche Garne gut geeignet sind, z. B. Missoni-Zacken, Jaywalker, Broadripples. Alles schön und gut, ich werde meine Selbstmusternden dahingehend verwursten, aber das erklärt nicht, warum ich einiges gekauft habe, dem ich heute befremdet gegenüberstehe. So wie auf dem Foto oben (Ihr müsst jetzt alle ganz stark sein…)

I have to ask myself seriously, how it could happen that I really PURCHASED this: lurid colours, ugly patterns, colours which don’t match the colours I use to wear. There is only one explanation for this: when I learned knitting socks, I was fascinated by the self-stripening yarns, had never seen these before and therefore bought ahead. Later I got bored by the self-stripening yarns, because I wanted to do something else than just knitting sockinette. But there are patterns which work well with these yarns: Missoni Jags, Jaywalkers, Broadripples et. al. Very nice, I will use the self-stripers doing some of these, but there is still no explanation why I bought yarns of the kind you can see on the picture above. These alienate me a lot.

Nachdem ich mich beim Stricken von glatt rechten Socken fast zu Tode langweilte und das Sockenstricken daher zwischenzeitlich völlig eingestellt hatte, entdeckte ich die Mustersocke inzwischen für mich. Sie sind ideal, um neue Techniken zu erproben, sie sind schnell fertig und vom Tragekomfort her unschlagbar.

After quitting sock knitting before I got bored to death by stockinette, I found out about very nice sock patterns. They are ideal for trying new techniques, they are quickly done, and they are very comfortable.

Das Bild zeigt eine gute Auswahl der Knäule, die mir gar nicht gefallen. Was mache ich nur damit? Wandersocken?
Wie auch immer, ich habe zu viel vielfarbiges und zu wenig dezent gemustertes bzw. einfarbiges Garn. Da die meisten Muster sich für meine Garne überhaupt nicht eignen, weiß ich schon, wofür ich die zweite Wild Card der Knit from your Stash-Aktion einsetze: für einen gediegenen Vorrat an einfarbiger Sockenwolle…

The pic shows a good selection of the yarns I deeply dislike. What to do with them? Hiking socks? However, I have too many self-striping yarn and too less of the monochrome kind. Most patterns simply don’t work with the firstones. Therefore I know now how to use my second “knit from your stash wild card”: for a genuine supply of monochrome sock yarn…

Titel: Das tolle WolleBuch. Flinke Stricksachen mit dicker Wolle
Reihe: Kreativbücher
Autor: Marlies Busch
Verlag für die Frau

Dies Buch legte ich mir zu, als ich letztes Frühjahr meine hoffnungsvolle Karriere als Hobbystrickerin startete und Anregungen abseits der obligatorischen Socken suchte. Es wendet sich an Strickneulinge und -neugierige, die mit dicker Wolle schnelle Ergebnisse auf einfache Art erzielen wollen. Hiermit sind eigentlich auch schon die Vorteile, aber auch die Nachteile dieses Werkes benannt. Die Anfängerin, die sich vor komplizierten Mustern und langwierigen Strickarbeiten fürchtet und erstmal ausprobieren möchte, ob das Stricken oder Häkeln für sie auch das Richtige ist, wird mit schnellen Erfolgserlebnissen ab Nadelstärke 8 aufwärts belohnt. Die Schnitte sind so einfach, dass es einfacher eigentlich nicht geht. Viele Projekte sind an einem Wochenende, manche sogar an einem Tag zu bewältigen.
Dies ist aber auch der Nachteil des Buches. Mit sehr dicker Wolle ist es kaum möglich, ein Muster zu finden, das nicht plump aussieht. Gut, glatt oder kraus rechts ist auch schön und für AnfängerInnen sehr geeignet, aber die Schnitte dürften doch etwas gefälliger und weniger sackartig-unvorteilhaft sein. Es ist eben einfach, im Guten wie im Schlechten. Am erträglichsten sind die Accessoires, z. B. Taschen oder Schals. Die Handschuhe dürften auch die zarteste Frauenhand in eine quadratische Pranke verwandeln, da auf einen vernünftigen Schnitt zugunsten der Einfachheit verzichtet wird. Nun ist aber nicht alles einfach, und den meisten Sachen tut es nicht gut, wenn sie zwanghaft vereinfacht werden, nur damit jemand ohne Strickerfahrung stolz sagen kann, er oder sie hätte einen Handschuh oder eine Socke erfolgreich bewältigt (ich würde empfehlen, das Ergebnis entweder in der Besenkammer zu verstecken oder im Garten zu vergraben). Die Pullover sind auch ein Kapitel für sich: sie sind einfach nur plump, vom Schnitt her absolut ungefällig und in sehr dicker Wolle gestrickt sicherlich kaum tragbar.
Da dies Buch die Grundlagen des Strickens nicht vernünftig vermittelt (nur das Allernötigste wird erklärt) und grundsätzliche Techniken vernachlässigt werden, ist es eine Sackgasse, die hoffnungsvolle Strickerinnen entmutigen dürfte. Umso mehr, als die Ergebnisse nicht überzeugen, was für AnfängerInnen ebenso wichtig ist wie ein Pensum, das zu bewältigen ist.
Mir persönlich macht Stricken mit sehr dicker Wolle nicht unbedingt Spaß, obwohl ich es manchmal tue. Dann allerdings greife ich eher auf die Big-Wool-Anleitungen von Rowan zurück, die sind auch recht einfach und sehen nicht aus, wie einem Alptraum eines Sozialpädagogen der siebziger Jahre entsprungen.
Wer Anleitungen für sehr dicke Wolle sucht, ist mit den Spezialheften der Firma Rowan besser bedient. Wer das Stricken erlernen möchte, wird mit Stitch n’ Bitch glücklicher werden, denn die Modelle haben Witz und sind auch einfach.
Die Grundidee des Buches ist gut, die Umsetzung jedoch mangelhaft.

No translation into English today, since this is a German publication. I hope it will never find its way to an English or American publisher. I assure you, you miss absolutely nothing. :)

Es läuft nicht immer so, wie man es gerne hätte. Für meine Mutter habe ich den Schal “Interlocking Balloons” angefangen, nur dass ich feststellen musste, dass das von mir gewählte Garn nicht ganz geeignet ist. Gut, dafür habe ich das Muster schonmal geübt, und das ist ja auch was. Ich habe jetzt bei Wollsucht Drops Alpaca bestellt, was mit Sicherheit besser für dieses ausgefeilte Strukturmuster geeignet ist. Bis das kommt, schlage ich die Zeit mit der Wiederaufnahme von Raspy, dem Rowan-Denim-Baumwollpullover tot. Ich liebe die Optik von Rowan Denim, ich sehe ein, dass man nicht ganzjährig Wollpullover tragen kann, und das verstrickte Garn sieht sehr edel aus und fühlt sich gut an. Es wird nicht das letzte Projekt aus diesem Material sein (zwei weitere habe ich schon im Auge). Aber ehrlich – das Verstricken von Baumwolle kann mir vom Gefühl her gestohlen bleiben, da geht mir nichts über Wollgarne.

It doesn’t always come out the way we want. I just started with the scarf “Interlocking Balloons” for my mother, but it turned out the yarn I chose doesn’t work well with the pattern. Never mind, I had the opportunity to practice this pattern which is not so easy at the beginning. So I orderes at the Wollsucht shop Drops Alpaca, which is more convenient for the delicate cabled pattern. Until this will arrive, I resumed the “Raspy” Sweater I started during last summer. I love the look of Rowan Denim, I perfectly understand I cannot wear woolen sweaters the whole year around and the yarn looks very noble and feels good when knitted. It will not be the last project with this yarn (I have in mind at least two more), but, really, I couldn’t care less of knitting with cotton yarns, woolenones just feel much, much better.

Er ist wirklich wunderschön und wuchs sehr schnell. Aber jetzt habe ich einen Fehler entdeckt: ich muss beim Einstechen die falsche Masche erwischt haben, denn meine Fallmasche fällt nicht über einen bestimmten Punkt hinaus. Es ist ein kleiner Fehler, und er ist am Rand, aber er wird mich stören, ich weiß es. Daher werde ich den Clapotis wohl aufribbeln müssen… aber nicht heute. Shit happens (but why does this shit happen to me???)

Ich will ohnehin zuerst die Mütze für meinen Freund stricken. Die Garnprinzessin
schrieb neulich was über Luxus-Stricknadeln, mit denen man 99-Cent-Acrylgarn verstrickt. Ich komme mir gerade genau so vor, nur umgekehrt: ich verstricke ein Kaschmir-Merinogarn mit Discoglitter-Plastiknadeln…

It is really beautiful, fiery red and it grew quickly. But now I discovered a fault, not a big one, but it will disturb me a lot, I know this. Therefore I’ m afraid I will have to rip the Clapotis… but not today. Shit happens (but why does this shit happen to me???)

Anyway, I wanted to knit the hat for my companion first. Garnprinzessin wrote some days ago about luxury knitting needles, and that it would be truly decadent to knit something in cheap acrylic yarn with them. At the moment I feel pretty much like that: the hat will be made of cashmere-merino, and I’m using glittering plastic needles…

Heute ist ein schwarzer Tag für meinen cornschen Guernsey und mich. Ich strickte am zweiten Ärmel herum, als das Telefon klingelte: meine Mutter. Ich legte den Pullover beiseite und steckte mir eine Zigarette an. Die hielt ich dann beim Gespräch so unglücklich, dass sie ein Loch in den bereits fertigen Ärmel brannte. Das Garn war an einer Stelle durch (reine Wolle hält viel aus, merkte ich da). Ich stieß einen Fluch aus, für den man mich wahrscheinlich sogar aus dem bad-ass-knitters-Webring werfen würde. Nach einem halbherzigen Versuch, das Loch zu stopfen, trennte ich den Ärmel bis zu der betroffenen Stelle auf. Es macht keinen Sinn, wochenlang mit Nadelstärke 3 an einem ambitionierten Projekt zu arbeiten und dann mit einem gestopften Loch dazusitzen. Jetzt stricke ich erst mal wieder den ersten Ärmel zuende… Naja, aus Schaden wird man klug. Ich bin nur froh, dass es reine Wolle ist und keine Kunstfaser und dass es der Ärmel war und nicht Vorder- oder Rückenteil…

Today is black monday for my Cornish guernsey and for me. I knitted the second sleeve when the phone rang with my mother on it. I put the sweater aside an lit a cigarette. While talking to her the glow touched the sweater and burned a little hole in the sleeve I already finished.
I exclaimed a curse which was so bad that probably even the bad-ass-knitters would kick me out of their webring. I tried to mend it, but this did not work really. So I decided quickly to rip approximately half of the sleeve. I think there is no sense in knitting an ambitious project which is poorly mended before it was finished really. Currently I’m re-finishing the first sleeve.
I think I learned my lesson. I am just happy that the yarn is 100% wool and not acrylic and that this happened to the sleeve and not to the body…

Heute habe ich den Versuch aufgegeben, aus der recycleten Sariseide einen Clapotis stricken zu wollen. Das Garn ist einfach zu faserig, hakt zu sehr ineinander (was bei den Fallmaschen ungünstig wäre) und eignet sich von der Optik einfach nicht. Also werde ich das Gestricke wieder auftrennen, die Sariseide für ein geeigneteres Projekt aufheben und den Clapotis mit Uru- oder Kauniwolle stricken, sobald die Bestellungen eingetroffen sind.
Dafür macht der Skully gute Fortschritte, ein Ärmel ist fertig. Nun fehlt nur noch der zweite sowie der Halsausschnitt. Das ist doch auch was.

Today I surrendered: I gave up the idea to knit a Clapotis scarf with the recycled sari-silk I have. The yarn is too hairy, the pattern would be hardly visible and it is very difficult to drop any of the stitches, they just stick in place. So I will rip it an store the yarn for any project which is more suitable for it. It is not that bad, I did not come too far.
I will start with the Clapotis anew as soon as my order of Uru- and Kauni-yarn arrived.

But I am very successful with the skully sweater: one sleeve is finished, and there are still to come the second one and the neckband, that’ s it. :)

So, nachdem meine erste Filzprobe vorgestern sehr vielversprechend war und ich wohl demnächst ins Filztaschengeschäft einsteigen werde, habe ich mir eines meiner sehr frühen Strickstücke vorgenommen, das nie fertig wurde. Ich weiß auch wieso: weder die Wolle gefällt mir (warum habe ich die gekauft, zum Teufel?), noch das Muster. Es sollte ein Kuschelplaid aus sehr dicker Wolle werden. Ich wählte ein sehr einfaches Muster, da ich relative Anfängerin war. Heute finde ich es – besonders in Kombination mit der Wolle – häßlich. Also entschloss ich mich, festzustellen, ob dem Garn ein zweites Leben als gefilzte Tasche vergönnt sei. Was soll ich sagen? Der Kram filzt nicht mal anständig! Wie auch immer, ich werde das Tuch aufribbeln, die Wolle irgendwie bunkern und die nicht geöffneten Knäule bei ebay anbieten.
Ich muss gestehen, dass es mir nicht leidtut, da ich es niemals fertigstellen werde und ich von meinen neuen Projekten wesentlich begeisterter bin.

My first attempt in felting a gauge was very promising, therefore I think I will be into the felting bags-business within a short time. Encouraged by this success, I took one of my earliest knitting projects which I never managed to finish and viewed it critically: the reason why this was never finished is simple: I don’t like the colour (why did I buy this???) and I don’t like the pattern any more. It is a very thick yarn, very colourful and was meant to be a plaid for cold days.
So I felted a second gauge made from this yarn to see whether there will be any chance to make a nice bag of it. But this stuff doesn’t even get feltet properly, although it is not “superwash” quality. So I decided to rip the whole project, to store the wool and to sell the unopened skeins at ebay.
I have to confess that I don’t even feel sorry. It would only be a wast of time and energy to stick to this project.

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