Pleiten, Pech & Pannen / Failures


Trotz recht gediegener Strickpraxis passieren immer wieder Pannen, dass man total falsch zunimmt, sich im Muster grandios verläuft, obwohl es klar zu erkennen wäre, ein Teil überhaupt nicht passt etc. Da kann man schon mal an seinem Verstand zweifeln.
Welches ist Euer allerdämlichster Strickfehler?

Mein dämlichster Fehler war bisher, bei einem Pullover, der in Runden gestrickt wurde, das Bündchen zwei Mal hintereinander zu verdrehen, was ich jeweils erst nach diversen Reihen merkte.

Ich muss im Januar öffentlich spinnen und darf damit rechnen, dass einige Zuschauer es auch mal probieren wollen. Daher betrat ich ein lokales Wollgeschäft, dass manchmal kleine Kontingente von Rohwolle führt. Ich wollte eine griffige, nicht zu störrische Wolle erwerben, da ich so etwas nicht in meinem Spinnstash habe.

In January, I’ll have to spin in public, and maybe some of the spectators will want to give it a try themselves. In my spinning stash there are only very soft, smooth yarns which are not suitable for absolute beginners. Therefore I entered a local yarn store which sometimes has some fibres in stash.

Mit einer Verkäuferin dort führte ich folgenden Dialog:

Ich: Guten Tag, haben Sie zufällig noch etwas Rohwolle da?
V: Was?
Ich: Rohwolle, ungesponnene Wolle, Kardenband, Vlies, Batts?
V: Äh …

Eine andere Dame, die dort arbeitet, zeigte auf ein Regal, wo sich das Gesuchte befand.
Die erste Verkäuferin eilte zur bezeichneten Stelle und zog etwas Kammzug hervor.

V: Ich habe aber keine Ahnung, was man damit macht
Ich: Na, Spinnen zum Beispiel

Es ist immer schön, im Einzelhandel mit Verkäufern zu sprechen, die sich mit ihrer Ware gut auskennen.

With a lady who works there I had the following conversation:

I: Good evening, do you have some unspun fibres in stock?
Lady: What?
I: Unspun fibres, carded fibres, batts, tops, roving?
Lady: Huh?

Another lady who works in the shop told us there is still some in one of the shelves, and the lady who served me hurried there and pulled out a small amount of roving from the shelf

Lady: Here seems to be some, but I have no idea what to do with this.
I: Well, spinning, for example?

I’m alwalys happy to talk to people who know something about the products they sell.

Normalerweise schreibt man Buchvorstellungen, weil man etwas entdeckt hat, was man so gut findet, dass man es anderen vorstellen oder etwas, das so schlecht ist, dass man die Leute warnen muss. Auf dieses Buch trifft das nicht zu. Es ist einfach … sehr eigenartig.

Normally books are presented which one thinks are either so good or so bad that one wants to share it with others. Not with this book – it’s just … weird, somehow.

Wer dieses Blog kennt, weiß, dass eine meine Vorlieben die nordische Strickkunst ist, sei sie traditionell oder modern, und auch, dass ich einige Bücher zu diesem spannenden Thema mein eigen nenne. Nun wirbt dieses Buch mit dem Untertitel Classic and Modern Designs in the Scandinavic Tradition, was mich besonders ansprach, da ich auch ein Faible für modernes Strickdesign habe. So dachte ich an Isager, Falkenberg, Hoxbro und wie sie alle heißen, als ich den Band bestellte.

If you know this blog, you’ll probably know that I’m much into nordic knitting, traditional and modern, and that I already own several books about it. When I read the subtitle of thisone, Classic and Modern Designs in the Scandinavic Tradition, I was pleased, and thought immediately of designers like Falkenberg, Isager, and Hoxbro when I ordered this book.

Eindeutig positiv bei diesem Buch mit dem Titel Swedish Knits von Paula Hammerskog und Eva Wincent ist, dass es sehr ausführlich ist und sehr klar bebildert. Aber das mit der Ausführlichkeit ist auch so eine Sache, denn man beginnt nicht mal mit Adam und Eva, sondern eher noch mit dem Geist, der über den Wassern schwebt, also mit Anschlagstechniken und Materialkunde. Das tun viele andere Bücher auch, aber hier geht es weiter mit einer Mustersammlung, die viel bereits Bekanntes und daneben ein paar interessante neue Dinge enthält. Ein ziemlich großer Teil des Buches bewegt sich also zwischen “wie halte ich eine Nadel” und “wie stricke ich verschiedene Muster”, von rechts-links über Patent, Zöpfe und Lace.

There are positive acpects about this book: First it’s very well illustrated, and it’s quite detailed, and the latter is sort of a problem, because it really starts at the very beginning, with the cast on and some remarks about different kind of knitting yarns. Many books do this as well, but thisones goes on with tons of samples for knitting patterns, some you’ll have seen already a thousand times and a few quite interesting ones. Quite a large part of the book deals with “what does a knitting needle look like and how to hold it in your hands” and “how to knit a pattern”, like, brioche, knit and purl, cables, and lace.

Weiter geht es mit Stricken für Fortgeschrittene: Kantenlösungen, Fehlerkorrekturen, Zusammennähen, Passform, verkürzte Reihen, Einstricken von Taschen, Einsetzen von Reißverschlüssen sowie selbst designen etc. Daneben wird einem die Erkenntnis vermittelt, dass dassselbe Kleidungsstück mit unterschiedlichen Mustern/Farben/Materialien jeweils völlig anders wirkt (ist ja sensationell …).

There are some chapters for the advanced knitter as well, like edge embellishments, troubleshooting, sewing, the perfect fit, short rows, adding pockets, sewing in zippos, designing your own garment etc. Besides this, the authors enlight the reader with the striking news that the same garment might look dramatically different when different patterns, colours, materials are used (really!).

Nach 150 Seiten kommen dann auch ein paar Muster. Nur was an denen besonders schwedisch ist, hat sich mir nicht mitgeteilt. Es gibt z. B. ein paar am klassischen norwegischen Design angelehnte Stücke (na schön, Norwegen gehörte mal zu Schweden, und hier wird das Steeking erklärt) und einen Argyle-Pullover (und Schottland war nie schwedisch). Das einzige typisch schwedische Strickstück ist ein Bohus-Pullover, der Rest ist absolut beliebig, meist provinziell und auch nichts sehr originell. Man könnte ihn in Ermangelung einer griffigen Bezeichnung “international” nennen. Das Buch könnte also ebenso “Stricken in Wuppertal, Innsbruck oder Hooterville” heißen.

150 pages later there are some garments, definately. But they’re not really swedish. You find some norwegian inspired sweaters (well, Norway belonged to Sweden, once …, and they explain the steeking technique with it), and an Argyle vest (Scotland definately never was a part of Sweden). The only typically Swedish garment is a bohus-inspired sweater. The rest is what one calls “international” if one doesn’t know how to name it, quite fresh-water style and not really special. This book could be called “Knitting in Wuppertal, Innsbruck, or Hooterville” instead.

Fazit: Es gibt sie, die schwedische Stricktradition, aber nicht in diesem Buch.

Conclusion: There is a Swedish knitting tradition, but not in this book.

Ich habe ja aus Wollmeise den Milkweed-Shawl begonnen und ihn nun zum zweiten Mal aufgetrennt. Ich hatte mich beim ersten Mal böse verstrickt, und auch beim zweiten lief es nicht wie es sollte, und schließlich bin ich darauf gekommen, woran es lag: Es ist das Garn. Im Strang sieht es toll aus, aber verstrickt ist es mir für dieses Teil einfach zu knallig. Also werde ich ein neues Garn für das Projekt bzw. ein neues Projekt für das Garn suchen.

I started the Milkweed Shawl with some Wollmeise yarn, and frogged it the second time now. I made a bad mistake the first time, and the second attempt wasn’t much better. Finally I found out what was wrong: I simply don’t like the colour of the yarn. It’s wonderful in the skein but for this project it’s much too loud. So I’m going to look for a different yarn for the Milkweed and for a new project for the yarn.

Dennoch gebe ich meine Wollmeisen noch nicht aus. Einen Strang habe ich als Geschenk outgesourced (nicht meine Farbe), und angeschlagen habe ich den Ulmus aus den Strängen Miss May und Buxkranzl. Das gefällt mir von den Farben her viel besser. Ich werde die große Version stricken.

But I still don’t give up my attempts to use the Wollmeise yarn. One skein I gave away (not my colour), and I started the Ulmus triangular shawl with the colours Miss May and Buxkranzl. I like this much  more, and I’ll knit the large version.

Manchmal erliegt man einem Irrtum. Nach dem Stricken einiger Patches und dem Überstehen einer Virusinfektion über Pfingsten habe ich nun die Gewissheit, dass dieses Projekt so nicht funktionieren. Wird. Na, aus Fehlern lernt man. Auf ein Neues also. Ich habe ja noch genügend andere WiPs, denen ich mich erst mal widmen kann. Das wird zunächst die sehr langweilige Fertigstellung des aktuellen RVOs sein.

Sometimes one goes wrong. After knitting some patches and surviving a minor virus infection during pentecost, I was sure: This project doesn’t work the way I thought it would. Well, one always learns from one’s mistakes, and I’ll start a new attempt for sure. Meanwhile I have enought wips to work on, first of all the very boring raglan sweater, knitted from the top.

Dies ist ein weiteres Artyarn, das ich gesponnen habe, und es steht für alles, was ich an manchen Sorten Artyarn nicht mag. Es war ein Experiment, und es sieht auf dem Foto nicht mal schlecht aus, aber es ist alles andere als alltagstauglich. Die Basis besteht aus dunkelblauem Corridale, umwunden mit leuchtend mittelblauer Tussahseide, in die Mohairlocken eingewunden wurden, als Farbakzente. Leider ist dem Mohair das Waschen gar nicht bekommen, es ist alles andere als fluffig, sondern eher filzig, obwohl ich das Garn nur kurz durch kaltes Wasser gezogen habe – ich war also sehr vorsichtig.

This is another skein of artyarn I spun some weeks ago, and it’s a symbol for everything I don’t like about certain types of artyarn. It was an experiment; I spun dark blue corridale and wound medium blue tussah silk around, embellished with single locks of mohair in contrasting colours. Unfortunately washing was not too good for the mohair locks, they are everything but fluffy but became sort of felty, although I just put the yarn into cold water for a very short time. I handled it with care, really.

Ich kann sagen, dass mir Artyarn, das nicht mal ein wenig kaltes Wasser verträgt, gestohlen bleiben kann. Ich möchte das Garn ja irgendwie verarbeiten, und wenn es für Freeform-Projekte oder für dramatische Akzente ist, und da kann ich nichts gebrauchen, was nicht mal vorsichtigstes Hantieren verträgt. Ich möchte nämlich kein museales Garn auf unabsehbare Zeit lagern.

I can tell that I don’t care about artyarn that doesn’t even survive a bit of cold water. I want to do something with the yarn I spin, at least for freeform projects or for dramatic accents. Yarn that doesn’t stand a very careful handling is of no use for me. I don’t want keep my yarns in drawers because it’s too sensitive for handling it in any way.

… klappt das wieder nicht mit den Märchensocken. Ich bin mit der ersten fast fertig. Das Muster ist sehr aufwändig, ein echter Materialfresser, und ich werde mit Garn und Farbrapport nicht hinkommen. Daher setze ich diesen Monat aus, denn ich habe weder Lust, mit einem anderen Garn neu zu beginnen, noch ein weiteres Knäul zu kaufen. Nächsten Monat wieder …

… it doesn’t work with the Grimm Socks again. I almost finished the firstone. The pattern is very elaborate, a real yarn eater, and I can tell now that it won’t work with yarn and colour repeats. Therefore I’ll skip this month since I really don’t feel like starting anew with any other yarn or to buy a second skein. We’ll see again next month …

Ja, das ist er nun, mein erster Versuch im Brettchenweben. Bis mir die Brettchen aus der Hand rutschten und ich mich nicht imstande sah, das Chaos zu entwirren. Dennoch bin ich nicht ganz unzufrieden. Natürlich habe ich mich bei der Drehrichtung verzettelt, und Sockenwolle ist auch nicht das beste aller Materialien. Dennoch ist das von mir produzierte Kurzteil im weitesten Sinne als “bortenähnlich” zu bezeichnen, und was wirklich ganz ordentlich geworden ist, ist die Fadenspannung.

Yeah, this is my very first attempt in card weaving, until I unfortunately dropped some of the cards. I felt unable to disentangle the threads, and so I just let it go for the moment. Anyhow, I’m not totally dissatisfied. Of course, I messed up the turning circles, and sock yarn is definately not the best of all possible materials. Nevertheless, one might call the very short thing I produced “band-like”, and I’m rather content with the tension of the weaving.

Nicht so zufrieden bin ich mit den Brettchen. Sie sind aus Pappe und waren als Beileger bei einem der Bücher dabei. Sie sind einseitig beschichtet, auf der anderen Seite aber rau, was letztendlich auch dazu geführt hat, dass sie mir aus der Hand gerutscht sind. Da muss ich eine andere Lösung finden. Aber es hat Spaß gemacht, und die nächste Borte folgt in Kürze. :D

What I’m not satisfied with, is the quality of the cards. They’re made of cardboard and came with one of the books. They’re coated on one side, but the other one is rather rough, what let me drop some of the cards. I’ll have to find a different solution here. But I can tell card weaving was great fun, and the next band will follow soon. :D

Ist es euch schon mal passiert, dass ihr ein Modell unbedingt stricken wolltet, weil ihr es so schön fandet und dann stellte sich heraus, dass es “in echt” deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb? Passform war grausig. Oder es wurde irgendwie anders als auf dem Bild….
Vielen Dank an Angela für die heutige Frage!

Kurz gesagt: ja, ist mir auch schon passiert. Am schlimmsten war es bei dem Pullover Ragna von Elsebeth Lavold – ein großer, dicker, unförmiger Blob in Einheitsgröße.  Aber auch die Irregular Rib Raglan with Toggle von Teva Durham wurde nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Ich habe allerdings aus meinem Fehler gelernt. Ich sehe mir das Modell, das ich stricken will, einfach genau an. Ungünstige Schnitte erkennt man mit etwas Übung oft schon auf dem Foto oder anhand der Schemazeichnung.  Wenn das Model besonders bescheuert dasteht, ist das für mich ein Alarmsignal, dass die Passform des Pullovers oder der Jacke nicht das ist, was sie sein sollte.

Sollbruchstelle

Diese Kunststoffnadeln mit Stahlkern habe ich mir extra für unterwegs gekauft, da sie als unzerbrechlich gelten. Und nun? Es passierte einfach so …

These plastic needles with a steel  core I just bought because they are called “unbreakable”, for using them for my on-the-road knits. And now? It just happened …

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