on tour


Lerwick (mehr als 5000 Einwohner) ist so etwas wie die pulsierende Metropole der Shetlandinseln. Wir aßen dort heute in einem hervorragenden Restaurant, die gleichzeitig die Gastronomie des Shetland Museums ist. Der Ausblick vom Restaurant aus ist wirklich sehr erfreulich.

Das Essen ist modern, leicht und hervorragend, auch wenn Mutter Jinx sich beschwerte, dass anstelle des bestellten Rumpsteaks ein gefühltes halbes Rind serviert wurde.

Eine Eigenheit gibt es hier allerdings, die man beachten sollte: Besonders abends kann man nicht einfach in ein Restaurant gehen und sich an einen Tisch setzen. Man wird immer nach der Reservierung gefragt, und man wird immer zum Tisch geführt, selbst wenn der Laden gähnend leer ist. Eine Ausnahme stellen nur Schnellimbisse dar.

Die folgenden Bilder entstanden kurz nach 21.00 Uhr Ortszeit.

Der Parkplatz am Hafen mit Blick auf die Stadt

Auf dem letzten Bild sind tatsächlich Menschen drauf, aber das ist nicht so repräsentativ.

Nicht, dass es heißt, ich fahre immer dahin, wo es regnet: Dies war der Himmel heute Morgen um 6.00 Uhr: ein sattes, strahlendes Blau.

Auch der Blick über die Bucht war entsprechend erfreulich – und das heißt: ein idealer Tag für eine Wanderung. Unser Ziel war St. Ninians Beach mit St. Ninians Isle.

Dieser geradezu karibische Anblick zeigt eine natürliche Brücke von Mainland aus zu der vorgelagerten Insel St. Ninian. Sie ist auch bei Flut begehbar, und die Aussicht zu beiden Seiten ist spektakulär.

Es ist ein feiner, fast weißer Sandstrand, und das Wasser ist kristallkar. Es kann hier auch gebadet werden, auch wenn es etwas … nun, frisch ist, von der Temperatur her.

Auch wenn das Wetter von der Landseite her zeitweise ein wenig schottisch daherkam, blieb es während der Wanderung eher so:

Wir begnügten uns nicht mit einem Strandspaziergang, sondern umrundeten die Insel praktisch vollständig. Sie hat fast nur Steilküsten, an deren Rand man entlangwandert. Die Ausblicke sind wirklich lohnend und immer wieder neu und überraschend.

Es existieren auf dieser Insel noch ein paar Mauerreste, und früher war sie bewohnt. Heute wird sie von Schafen beweidet.

Ein einsames Schaf.

Die Kapelle St. Ninian. Ein frühchristlicher Bau, der in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ausgegraben wurde. Hier fand man auch einen berühmten Schatz, der Stücke aus verschiedenen Epochen enthält.

Auf der Tafel sind sie gezeigt, und Repliken sind im Shetland Museum zu sehen. Die Originale wurden in größere Museen auf dem Festland verbracht, weswegen die Shetlander beleidigt sind (und das völlig zu recht).

Nach dieser kleinen Wanderung (ca. 6 km) fuhren wir ganz in den Süden von Mainland, nach Sumburgh. Hier gibt es einen kleinen Flughafen.

Dieser Flughafen ist genauso beschaulich, wie es hier aussieht. Wenn man zum Jarlshof und zu dem gleichnamigen Hotel möchte, muss man die Landebahn queren, wobei man nicht abbiegen darf (darauf wird extra hingewiesen) und halten muss, wenn die entsprechenden Lichter leuchten (keine Ampel). Mutter Jinx war von diesen Zuständen so irritert, dass sie dachte, ich wäre versehentlich auf den Flughafen gefahren.

Das Sumburgh Hotel. Hier haben wir zu Mittag gegessen (Steak and Ale Pie, sehr empfehlenswert).

Das Hotel aus der Nähe. Jimmy Perez war leider nicht im Haus (Insider für Krimifans).

Nachdem wir uns verpflegt hatten, besuchten wir den Jarlshof, der als bedeutendste Ausgrabungsstätte Großbritanniens gilt.

Der Jarlshof ist ein ganz besonderes Ensemble archäologischer Funde von der Bronze- bis zur Neuzeit. Sie befinden sich in unmittelbarer Nähe zueinander. Das Gelände kann exessiv begangen werden, das heißt, man kann die Reste betreten und auch anfassen.

Man findet Rundhäuser aus verschiedenen Epochen, eines davon wird als Schmiede assoziiert, und überall stehen primitive Mahlvorrichtungen herum.

In den Alkoven wurde wahrscheinlich geschlafen.

Das Gebäude oben links im Bild ist neu und enthält eine kleine Ausstellung.

Neben bronzezeitlichen Rundhäusern findet sich ein halber Broch (ein Wohnturm aus den ersten vorchristlichen Jahrhunderten, die andere Hälfte wurde vom Meer weggerissen), dann ein Hof aus der Wikingerzeit, mittelalterliche und spätere shetländische Bauernhäuser und ein Herrensitz. Letzerer ist wirklich klein, dominiert aber das Gelände und wird von den Ansässigen als störend empfunden, als handele es sich um ein Hochhaus, da er von einem schottischen Adligen errichtet wurde, und Shetländer sind nun mal keine Schotten.

Der Landsitz des Anstoßes.

Blick vom Herrenaus über einen Teil der Anlage. Der Name Jarlshof ist übrigens irreführend, er stammt von dem Schriftsteller Walter Scott (Ivanhoe, den Film dürften alle gesehen haben …), der das Herrenhaus so bezeichnete, was daran liegen dürfte, dass die romantisierenden Historienschriftsteller des 19. Jahrhunderts in dieser Hinsicht nicht so den Überblick hatten. Die Wikingersiedlung dürfte einen Jarl nie erlebt haben, dafür sind die Gebäude wohl zu klein.

Auf dem Rückweg erlebten wir die irritierende Straßenführung zum zweiten Mal und besuchten das Shetland Croft House Museum. Hier ist ein typisches Bauernhaus zu einem Museum gestaltet worden, mit authentischer Einrichtung. Man kann es begehen und die Dinge sogar anfassen.

Das Innere ist recht eng und besteht aus zwei Wohnräumen, einer Diele und einem Stall – es befand sich also alles unter einem Dach. Dies ist Heizung und Kochstelle in einem.

Ein typischer Shetland Shawl, wie er von den Bewohnerinnen getragen wurde.

Die Schlafschränke hielten die Wärme und sorgten für ein wenig Privatsphäre. Oben das unvermeidliche Spinnrad.

Die Anlage vom Garten aus.

Zweitverwertung: kleinere Nutzbauten wurden gern mit ausrangierten Booten gedeckt.

Der Nutzgarten wird durch eine Mauer vor dem Wind geschützt.

Shetlandponies gehören auch dazu. Also, die sind wirklich ganz, ganz klein und gehen mir nicht mal bis zur Hüfte.

Beschlossen haben wir den Tag in Lerwick, und zwar hier: Bei Jamieson & Smith. Noch ‘n Paradies, sozusagen. :D

Im Inneren herrscht Fülle, ein großer Verkaufsraum mit dem Sortiment.

Am zweiten Tag unseres Aufenthalts besuchten wir zunächst das Shetland Museum am Hafen.

Von der Eingangsseite recht unauffällig, ist die Rückseite von architektonischer Dramatik.

Gezeigt wird die Geschichte der Shetland-Inseln unter unterschiedlichen Aspekten:

Geologisch …

… archäologisch

… zoologisch

… und vor allem kulturhistorisch. Dies ist ein Nachbau eines typischen Hauses, wie es auf den Inseln noch bis ins 18. Jahrhundert bewohnt wurde.

Alles auf engstem Raum, und das Schwein (eine Art Wild-Hausschwein-Kombination) mittendrin.

Nix für Individualisten: Schlafen in einer Schublade, mit allen in einem Raum.

Der Bootsraum

Natürlich darf auch …

… Up Helly Aa nicht fehlen.

Beleuchtet wird das Leben auf den Inseln unter verschiedenen Aspekten von der Steinzeit bis in die Moderne. Für Stricker und sonstige Faserverrückte ist das Museum ein Paradies, denn diesem Bereich sind diverse Vitrinen gewidmet, die Fair-Isle-, Lace- und sonstigen Gebrauchsstrickereien zeigen.

Es beginnt mit einfachen Geräten zur Faser- und Wollverarbeitung …

… wobei Spinnräder auch nicht fehlen dürfen …

… kommen dann die Strickwaren, die zunächst mit der Seefahrt eng verbunden sind.

Diese Exponate stammen aus dem frühen 20. Jahrhundert.

Weitere frühe Exemplare

Die Britische Oberschicht entdeckt die Fair-Isle-Strickerei

Verbindung zur Heimat in schwieriger Zeit: Der Fair-Isle-Pullover eines Shetlanders in Kriegsgefangenschaft (2. Weltkrieg)

Kontinuität: moderne Beispiele lokaler Stricktradition

Auch die Lace-Strickerei wird thematisiert.

Im Vordergrund: die feinste hier hergestellte Strickspitze aller Zeiten.

Das Museumsrestaurant: In jeden Tisch ist ein Beispiel lokaler Textilkunst eingelassen.

Das Museum ist rundherum empfehlenswert: Der Eintritt ist frei, die Ausstellung ist gut aufgebaut und sehr informativ und spannend, und die Gastronomie ist ausgezeichnet.

Nach dem Museumsbesuch gingen wir erst mal den Mietwagen abholen und kamen am nördlichsten Barbier Großbritanniens vorbei.

Nun motorisiert, entschlossen wir uns, nach Sandness zu fahren. Sandness ist kaum auf einer Karte zu finden, und die Straße ist überwiegend einspurig, kurvenreich und voller Schafskacke. Aber man könnte Sandness durchaus als eine Art Nabel der Welt bezeichnen.

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Die Straße nach Sandness

… und die Landschaft

Sogar die Heide hat geblüht.

Und Schafe gab es reichlich.

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Die meisten ignorieren Autofahrer völlig. Die hiesigen Schafe sind klein, meist hornlos und meist weiß.

Shetlandponies gibt es natürlich auch. Sie sind unwesentlich größer als die Schafe, zäh und vom Charakter eher schwierig.

Der Untergrund ist auch gern mal torfig oder sumpfig; Torf gestochen wird hier auch.

Dies ist Sandness, das Ziel unserer Reise. Nun werdet Ihr Euch fragen: “Was will die da eigentlich, und die Antwort ist hier:

Man macht sich von Orten, die man nicht kennt, ja immer so seine Vorstellungen, und die stimmen nicht immer mit der Wirklichkeit überein. Dies, liebe Damen, ist Jamieson’s of Shetland höchstpersönlich. Das Hauptquartier, sozusagen. Man kann also behaupten: So sieht das Paradies aus.

Und hier ist der Verkaufsraum. Es gibt Jamieson-Garne in allen möglichen Qualitäten, dazu Strickwaren aus ihrer Wolle und das alles zu wirklich sehr günstigen Preisen.

Die Leute, die dort arbeiten, sind unglaublich freundlich, und wir durften auch die Manufaktur besichtigen. Wir konnten uns völlig frei bewegen und uns alles ansehen. Hier ein paar Impressionen:

Hier werden Strickwaren maschinell hergestellt.

Hier werden die Teile zusammengenäht.

Straße der Spinnmaschinen

Spinnmaschinen

Das Kardieren

Wollwaschstraße

Nach dem Waschen, vor dem Kardieren

Das Lager mit der Rohwolle

Die hauseigene Weberei

Das Schären der KettfädenH

Und ein hauseigener Veteran, an dem auch gearbeitet wird.

Überall stehen hauseigene Produkte herum, in jeglicher Form

Als kardierte und gefärbte Ware

… und als Endprodukt.

Es war ein hochinteressanter und lohnender Besuch, der jedem, der sich für Faserverarbeitung interessiert, nur wärmstens zu empfehlen ist.

Als wir diesen Garten Eden wieder verließen, fuhren wir noch zu einem wunderschönen Strand. Wenn ich im Zusammenhang mit Schottland von “Strand” spreche, meine ich möglicherweise etwas anderes, als die meisten assoziieren. Gebadet wird eigentlich nicht, dafür ist es zu kalt, aber die Orte sind einfach wunderschön, verwunschen und abgeschieden.

Dies ist jedenfalls Meal Beach:

Das Wetter war inzwischen sehr schottisch (wobei man sagt, dass man auf den Shetlands jede Jahreszeit täglich ein Mal erlebt), und hier macht man natürlich so etwas wie “mit dem Auto direkt am Strand parken” oder sogar direkt auf den Strand fahren nicht, und vermutlich würden die lieben Leute hier eine Art kollektiven Herzinfarkt erleiden, wenn man das spärliche aber völlig ausreichende Straßennetz in dieser Richtung erweitert wollte. Jedenfalls hat das Wasser in Strandnähe auch bei zunehmender Schottischkeit des Wetters noch eine fast schon karibische Farbe (Mutter Jinx und ich hatten völlig durchnässte Hosen, und den Rucksack von M. J. konnte man auch auswringen).

An den Wassertropfen auf der Linse sieht man, wie schottisch es war. :D

Shetland-Mainland ist ausgesprochen wasserreich; meistens sieht man entweder das Meer oder aber einen See.

Natürlich ist von solchen Bedingungen die Tierwelt begeistert: Es gibt zahlreiche Vogelarten (hier befrage man einen Ornithologen) und sogar Straßenschilder, die vor Otterwechsel warnen, was bei dem vielen Süßwasser kein Wunder ist.

Die Shetlands sind einfach grandios, und das bei jedem Wetter.

Fortsetzung folgt!

Wie ich inzwischen feststellen durfte, kommt man in 24 Stunden entweder nach Australien (so habe ich zumindest gehört), oder aber auf die Shetland Islands. Zunächst flogen wir nach Aberdeen, wo wir dann die Fähre nach Lerwick bestiegen.

Wir hatten eine Kabine, was ausgesprochen komfortabel war, denn die Überfahrt dauert 14 Stunden.

The vessel is leaving the harbour …

Nach der Überfahrt kamen wir mitten in der Nacht (also um 7.00 Uhr morgens) in Lerwick, der Inselmetropole (auf Mainland, ca. 5000 Einwohner) an, und da wir den Mietwagen erst am nächsten Tag abholen können, warfen wir unser Gepäck im B & B ab und gingen ins Zentrum. Wir machten einen Umweg an der Küste entlang.

Küste bei Lerwick

Küste bei Lerwick II – das Wetter: schottisch.

Wir machten das, was Frauen gern tun, nämlich erst mal einen ausgedehnten Stadtbummel (so ausgedehnt das in Lerwick eben sein kann).

Typische Häuser in der Commercial Road. Alle Gebäude sind aus grauem Stein errichtet. Die Commercial Road ist die Haupt- und Einkaufsstraße, was man hier noch nicht so sieht.

Die Fischerei ist traditionell eine der Haupteinnahmequelle der Shetlander (die Leute sind übrigens ausgesprochen freundlich, aber der Dialekt ist wirklich nur was für Fortgeschrittene).

Das Wasser – glasklar und eiskalt.

Wen haben wir denn hier?

Die Shetlander sind keine Schotten und somit auch keine Kelten, sondern stammen von Wikingern ab. Das merkt man an den Namen, der Sprache und auch an den lokalen Traditionen – hier ein kleines Wikingerschiff, das als Nachbau im Hafen liegt.

Viele der Zugänge und Gassen im alten Teil von Lerwick sind eher schmal.

Der Marktplatz. Er ist wirklich winzig und wird von einem dort befindlichen Musikgeschäft (Instrumente und CDs) mit der für die Inseln typischen Musik beschallt (nein, keine Dudelsäcke, sondern Fiddles). Da habe ich für Herrn Jinx, der keinen Urlaub bekommen hat und leider nicht mitkommen konnte, zum Trost ein paar CDs gekauft.

Selbst hier, praktisch am Ende der Welt, gibt es Historismus: Türmchen und schottische Distel.

Und nun ein Bild, das die meisten meiner LeserInnen interessieren dürfte: JAMIESON!!! Einer der beiden Hersteller feiner Shetlandwolle hat einen kleinen Laden in Lerwick. Natürlich waren wir da drin … :D


Fortsetzung folgt

Seit Ravelry werden sie zunehmend auch in Europa bekannt: Knit Camps, also Zusammenkünfte, bei denen man sich irgendwo trifft, gemeinsam strickt und seinen stricktechnischen Horizont durch Workshops erweitern kann.

Dieses Jahr sind für unsere Breiten vor allem zwei Veranstaltungen interessant: das deutsche Raveler-Meeting in Backnang und das UK Knit Camp in Stirling, und an beiden werde ich nicht teilnehmen.

Backnang: Was ich letztes Jahr aus zweiter Hand erfuhr, riss mich so gar nicht vom Stuhl. Außerdem ist die Anfahrt von Hamburg aus für ein Wochenende recht weit; wäre es näher, würde ich es mir für einen Tag überlegen. Und dann: Backnang??? Nee. Keine Lust auf Lost in Backnang.

Stirling: Von der Location her wesentlich attraktiver, aber anscheinend von einer verquasten Orga heimgesucht: Einige Kurse finden nicht statt, da es Komplikationen mit den Verträgen zu geben scheint. Die Kursliste habe ich mir angesehen, und mich hat zu wenig vom Stuhl gerissen. Massenveranstaltungen finde ich eher gruselig, vor allem, wenn sie länger als einen Tag dauern. Und dann mit lauter Deutschen in Schottland? Nee.

Also fahre ich zu einem ganz speziellen Knit Camp: Eine Woche Shetland-Inseln. Station ist Lerwick auf Mainland, die Heimat von Jamieson & Smith. Die Unterbringung findet in einem traditionellen B&B statt, tägliche Ausflüge stehen auf dem Programm, außerdem tägliches Stricken. Besondere Highlights sind der Besuch eines weltberühmten Wollherstellers sowie des lokalen Museums, wo man antike Fair-Isle-Strickstücke im Original betrachten kann. Reisezeit ist August, die Teilnehmerliste ist geschlossen.

No Backnang, no Stirling Knitting Camp for me. It’ll be Lerwick, Shetland Islands instead. Lots of knitting, lots of yarn, ancient fair-isle sweaters and no Germans.

Nachdem der erste Ausflug nach Hitzacker mit einer Bootsfahrt anstelle einer Stadtbesichtigung endete, sind wir einfach nochmal hingefahren, denn das Städtchen hat uns sehr gut gefallen. Also, wieder hinein in Metronom und ein schienenbusähnliches Teil, wieder vorbei an zerquälten Gärten (O-Ton Mutter Jinx) und in die Altstadt von Hitzacker.

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Die Altstadt liegt auf einer Insel, umgeben von Elbe und Jeetzel. Man überquert eine Brücke und kommt an einem alten Wachhaus vorbei, das heute ein Restaurant beherbergt.

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Überschaubar, aber hübsch: Das Schloss; heute Rathaus und Touri-Information.

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Das alte Zollhaus, heute Museum (für einen Besuch war es viel zu warm)

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Fachwerkhäuser sind typisch für Hitzacker.

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Ob verputzt …

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… oder naturbelassen in Klinker

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Es gibt viele kleine Gassen.

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Und hinter Zäunen finden sich schöne Gärten (die an diesem Tag besonders reizvoll erschienen, weil sie schattig waren).

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Es ist wie immer und überall: Autos stören.

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Aber hier kommen sie nicht überall durch.

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Hitzacker ist ein sehr entspannter und wunderschöner Ort, ideal für einen Kurzurlaub.

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Hier sind die Gärten auch nicht so zerquält wie am Bahnhof.

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Die Störche sind in zwei Wochen mächtig gewachsen.

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Diesmal hatten wir auch Zeit für die Kirche; die knubbelig-gedrungene Bauweise ist typisch für die Gegend.

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Die kleine Gaube am Turm bedacht eine Glocke, die mit stündlichem Gebimmel ein wenig nerven kann.

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Typisch für den Norden und schön protestantisch-streng (aber stimmungsvoll): der klassizistische Innenraum.

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Multifunktional, platzsparend und ohne überflüssiges Gedödel: der Kanzelaltar

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Die Orgel

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Die gelben Kreuze sind ein Symbol für den Widerstand gegen die Wiederaufbereitungsanlage Gorleben.

Hitzacker besitzt einen der nördlichsten Weinberge. Trotz der Hitze entschlossen wir uns heroisch zur Besteigung des Berges, wo wir von wilden Tieren zerfleischt wurden (bei diesen Mücken half nicht mal die Anwesenheit von Mutter Jinx – ich wurde tatsächlich gestochen).

Auf dem Weg dorthin kommt man an den Resten einer Tanzkastanie vorbei. Dieses beeindruckende Naturdenkmal ist ca. 300 bis 400 Jahre alt. Sie musste leider stark zurückgeschnitten werden und wurde danach unterpflanzt; der Stamm mit einigen Ästen ist jedoch erhalten.

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Die Äste wurden künstlich heruntergezogen, damit man auf der ersten Ebene einen Tanzboden errichten konnte.

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Heute müssen die Äste abgestützt werden, und vor dem Betreten des Geländes wird gewarnt, da Baumteile herunterfallen können.

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Wir entschlossen uns jedoch, das Schild nicht gesehen zu haben und umrundeten den Baum.

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Und das lohnte sich: Wir leben noch, und der Baum ist von der Rückseite besser zu erkennen und sehr beeindruckend.

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Es war aber wirklich schon etwas verwittert, das Schild.

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Und auch gar nicht mehr so gut lesbar.

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Abgesehen davon war die Absperrung offen. Jawohl.

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Die Zwerge auf dem Schild verweisen auf eine Legende.

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Nun aber zum Weinberg: Der ist nicht sehr groß und besteht aus 99 Reben, die pro Jahr etwa 120 Flaschen ergeben.

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Der Weinanbau hat in Hitzacker eine jahrhundertealte Tradition, und es gibt sogar eine Weinkönigin (was in Weinanbaugebieten, so klein sie auch sein mögen, eine Art unvermeidbares Übel zu sein scheint).

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Oberhalb des Weinbergs befinden sich die Reste der ältesten Burg des Wendlandes, und man hat einen schönen Blick auf die Altstadt.

Nach dieser eher alpinen Erfahrung beschlossen wir, zum Wasser zurückzukehren, wo die Temperaturen erträglicher waren. Also setzten wir uns auf die Böschung und sahen dies:

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Außerdem sahen wir noch die Störche, die Nahrung für ihren ewig hungrigen Nachwuchs heranschafften. Da macht schon das Zusehen bei dieser Hitze müde.

Ich entschloss mich zu einer eher entspannenden Tätigkeit:

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Spinnen in den Elbtalauen. Das neue Spindelgehäuse macht’s möglich.

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Der neueste Ausflug führte uns zur Arche Warder, einem Zentrum für alte Nutztierrassen, die in der heutigen, industriell geführten Landwirtschaft keinen Platz mehr finden und daher von der Ausrottung bedroht sind. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist ein wenig abenteuerlich, aber möglich.

Es ist kein klassischer Tierpark, sondern wird bewirtschaftet; im angeschlossenen Hofladen kann man Produkte erwerben, die von den dort gehaltenen Tieren stammen, also Fleisch, Käse, aber auch Wolle und ähnliches. Es ist ein Paradies für Tiere; alle haben viel Platz und wirken ausgesprochen ausgeglichen und zufrieden; da der Ort recht abgelegen ist, sind Besuchermassen eher selten.

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Zunächst kommt man in die Streichelabteilung, wobei man auch andere Tiere dort streicheln kann, so sie das zulassen.

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Hier trafen wir vor allem Ziegen an.

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Aber es gab auch Schafe …

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… und ein Kälbchen.

Es gibt auch einen Stall, in dem einige der Tiere temporär untergebracht sind, z. B. frische Würfe, brütende Vögel oder Küken.

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Und auch dieser schöne Tarpan, eine Rückzüchtung. (Pferde gehören zu den Tieren, die mir so gar nichts sagen, aber dieser ist eine Ausnahme).

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Ferkel, älter

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… und ganz klein und verschlafen.

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Schweine gibt es überhaupt sehr viele, und Ferkel in rauen Mengen. Das kam mir sehr entgegen, da ich Schweine liebe. Überwiegend wurde bräsig abgehangen.

Ferkel bewegen sich übrigens frei auf dem Gelände, solange sie klein genug sind, um sich durch die Zäune zu wurschteln. Man trifft also überall Ferkel an: auf den Weiden anderer Tierarten oder auch auf den Wegen.

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Sie gehören zu meinen persönlichen Favoriten: Zwergesel.

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Charaktervoll, neugierig und immer hungrig.

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Stilvolles Domizil: das Taubenhaus

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Geflügel gibt es natürlich auch: Gänse (hier im Bild), Enten, Puten und Hühner.

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Distanziert und wunderschön: ungarisches Steppenrind mit Nachwuchs.

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Das Rind mit den schönsten Augen ließ sich durch gutes Zureden dazu bewegen, an den Zaun zu kommenarchewarder19

Ebenso der Nachwuchs

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Einfach schön.

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Keine so klassische Schönheit, aber dafür sehr knuffig und niedlich: das schottische Hochlandrind.

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Es war sehr neugierig …

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… und zutraulich. Man kann es aus der Hand füttern. Die Freßweise würde ich als eher druckvoll und feucht bezeichnen. Aber praktischerweise hat es ja was zum Abtrocknen auf dem Kopf.

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Englische Parkrinder

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Da die Tiere auf großen Weiden stehen, entscheiden sie selbst, ob sie Menschen begegnen wollen. Dieses Hausyak wollte nicht, sodass man eigentlich nur das imposante Gehörn sah.

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Ganz im Gegensatz zu diesem … äh … Pferd. Was auch immer für eines das jetzt sein mag. Ich kann zwar einige Schaf-, Schweine- und Rinderrassen sowie Geflügel auseinanderhalten, aber Pferde sehen für mich irgendwie gleich aus (eine Ausnahme stellen Kaltblüter dar oder auch der Tarpan bzw. Przewalski-Pferde).

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Wenden wir uns wieder den Schweinen zu: sie waren überwiegen so anzutreffen, wenn sie nicht irgendwo im Schatten schliefen.

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Ein rotes Mangalitza. Die ehemals populäre Rasse ist innerhalb weniger Jahrzehnte praktisch ausgestorben, da diese klugen Tiere sich strikt weigern, sich unter unzumutbaren Bedingungen wie Massentierhaltung oder mangelndem Auslauf zu vermehren. Dies gilt übrigens für viele der alten Rassen: Zwar sind die aus ihnen gewonnenen Produkte qualitativ hochwertig und die Tiere sehr robust, aber auch weniger ergiebig als die modernen Züchtungen. Moderne Tierhaltung ist ihre Sache nicht, die meisten vermehren sich nicht oder gehen ein.

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In typischer Pose.

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Wildschweine gibt es auch. Zunächst sahen wir nur eines, doch sollten wir schnell Bekanntschaft mit den anderen machen.

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Diese Frischlinge waren ebenfalls auf Wanderschaft und außerhalb ihres Gatters anzutreffen: eine kleine Rotte unternehmungslustiger und sehr agiler Tierchen, die wahnsinnig niedlich sind.

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Mutter Jinx füttert Frischlinge. Sie fressen auch aus der Hand, aber das ist Mutter Jinxens Sache so gar nicht (ich bin da schmerzbefreiter.

Das mit dem Füttern führte dazu, dass man die Viecher überhaupt nicht mehr los wurde. Als wir uns abwandten, um weiterzugehen, wurde sehr laut und nörgelig gequiekt und die Kleinen folgten uns unter gelegentlichen Protestkundgebungen.

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Dies führte zu weiteren Fütterungs- und auch Streichelaktionen. Als wir uns auf einer Bank niederließen, hofften wir, dass sie uns langweilig finden.

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Dem war nicht so. Sie tollten um uns herum, stießen uns mit ihren Rüsseln an, und eines biss probeweise in meinen Schuh. Mutter Jinx beschäftigte sie schließlich damit, dass sie Wasser auf die Erde goss und so eine kleine Matschzone einrichtete, und da auch andere Gäste eintrafen, konnten wir sie schließlich outsourcen. Aber süß war das schon.

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Auch das Husumer Protestschwein (eine Rückzüchtung und die Lieblingsrasse von Herrn Jinx) war vertreten.

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Dieser europäische Wasserbüffel zierte sich zunächst ein wenig …

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… war dann aber doch so freundlich, für ein schönes Foto zur Verfügung zu stehen.

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Soay-Schafe. Diese urtümliche Rasse gehört zu den ältesten der Welt. Sie sind unverwüstlich, durch Hunde kaum zu treiben und brauchen keine Schur: Die Wolle fällt einfach ab, wie man an dem einen etwas derangiert aussehenden Exemplar gut erkennen kann.

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Soay-Schafe

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Diese Ziege ließ sich durch nichts und niemanden stören.

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Diese Ziegen, die auch Schafe sein können, auch nicht. Überhaupt kennt man sich da nicht mehr aus: Es gibt hornlose Schafe und solche mit Hörnern, und es gibt Ziegen als hornlose Modelle und natürlich auch mit Hörnern.

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So sind dies keine Ziegen, sondern Zackelschafe. Der sportlich dreinschauende junge Mann ganz links dürfte einige an etwas erinnern, und zwar hieran:

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Die Karte “Der Teufel” des Crowley-Tarots. Lady Frieda Harris hat also anscheinend ein Zackelschaf als Vorbild für diese Darstellung gewählt, die mit dem Gott Pan assoziiert wird.

Sportlich trifft es übrigens: als der Bock meine Hand leergefressen hatte, rannte er mit voller Wucht gegen den Zaun, der sich nach außen lehnte. Aber als wir das Gehege betreten hatten, näherte er sich und war eigentlich ganz flauschig.

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Auf dem Gelände er Arche Warder entsteht in Zusammenarbeit mit dem archäologischen Institut der Stadt Hamburg eine Rekonstruktion eines jungsteinzeitlichen Dorfes. Hier soll das Zusammenleben zwischen Menschen und Tieren während dieser Epoche demonstriert werden.

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Der Vorratsspeicher

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Die geflochtenen Wände werden mit Lehm beworfen.

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Dachkonstruktion

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Einige Bewohner sind schon da: Steinschafe, sehr scheu und schreckhaft …

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… und Soay-Schafe, sehr neugierig und zutraulich. Es war kein Problem, ihnen ein bisschen Wolle abzuziehen (Reste des Winterfells natürlich), während sie meine Hand ableckten.

Ich besuche ja aus Prinzip keine Zoos und lehne Massentierhaltung ab, aber es macht richtig Spaß, hier die Tiere zu beobachten. Es ist ein Paradies für Tiere mit einem großen Platzangebot, artgerechter Ernährung und Lebensweise sowie Rückzugsmöglichkeiten. An der Anlage wird kräftig gebaut, und ich hätte Lust, wiederzukommen, um mir die Fortschritte anzusehen.

Mutter Jinx hatte wieder Hummeln im Hintern, ich irgendwie auch, und das Wetter war gestern einfach unschlagbar. Kurz gesagt, es war wieder Zeit für einen Ausflug. Unsere Wahl war auf Hitzacker gefallen, eine winzige Stadt im Wendland. Der Weg dorthin führt mit einer Kleinbahn von Lüneburg durch grüne Wälder, und wenn ich klein sage, dann meine ich auch klein, und das gilt nicht nur für die Bahn, sondern auch für die Bahnhöfe

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Zum Beispiel Leitstade (Deutschland bizarr): Dies ist der Bahnhof, mitten im Nirgendwo. Neben dem großzügigen und sehr luftigen Bahnhofsgebäude im Obstkisten-Design steht ein Aschenbecher nebst Schild, dass dies ein rauchfreier Bahnhof ist und das Rauchen nur in den bezeichneten Raucherbereichen erlaubt ist. Geht’s noch? Kein Wunder, dass hierzulande alles pleite ist.

Der Bahnhof von Hitzacker ist größer, aber unspektakulär. Er liegt in einem Wohngebiet mit Einfamilienhäusern und großen Gärten. Hier sieht der Rasen aus wie mit dem Staubkamm gekämmt und mit der Nagelschere geschnitten, die Blumen stehen in militärischer Ordnung, und auch Gartenzwerge und ähnlicher Tand Zierrat fehlen nicht. Da Mutter Jinx und ich zu dem Schluss kamen, dass Leute, die ihren Grundstücken so etwas antun, potentiell gefährlich sein müssen, suchten wir rasch das Weite. Und das mit der Weite ist wörtlich zu nehmen, denn die eigentliche Stadt (mit völlig normalen Gärten, wie wir erleichtert feststellten) ist ca. 2 – 3 Kilometer vom Bahnhof entfernt. So kamen wir an der Elbe vorbei.

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Auf dem Weg in die Stadt liegt das Archäologische Zentrum Hitzacker, eine hochinteressante Rekonstruktion einer slawischen Siedlung der Bronzezeit. Da musste ich natürlich hin.

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Dieses Freilichtmuseum zeigt mehrere bronzezeitliche Langhäuser und andere Gebäude, die man damals so brauchen konnte.

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Giebel eines Langhauses

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Zum Beispiel den Vorratsspeicher, dessen Konkurrenz der kostbaren da raren Nahrung einen gewissen Schutz vor bronzezeitlichem Ungemach bot, wie zum Beispiel wilden Tieren (das andere Ungemach, Hochwasser, hält sich zäh bis in unsere Zeit).

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Die Langhäuser sind begehbar, und man erhält einen Einblick in die Konstruktion dieser Bauten, die eine Großfamilie nebst Vieh beherbergten.

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Die Aufteilung im Inneren – mehrere kleine Abteile und ein großer Raum für die ganze Familie.

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Komfort geht anders, Privatsphäre auch, aber innen war die Luft selbst an diesem heißen Tag angenehm kühl.

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Neben dem Langhaus: ein Kräutergärtchen

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Wo die Schädel waren,  wurde es kultig: Kultstele

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Den Opferteich fand ich sehr inspirierend, dachte ich doch sofort an unseren derzeitigen Außenminister. Aber hier wurden nur Tongefäße gefunden.

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Das Grubenhaus: Halb in die Erde eingelassen, ist es dort angenehm kühl. Es diente der gemeinsamen Arbeit, also dem Handwerk oder der Nahrungsmittelzubereitung.

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Das Grubenhaus – Detail des Giebels

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Im Inneren, das übrigens sehr gemütlich ist, befindet sich ein Ofen …

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… und Mahlsteine zur Mehlgewinnung. Die Bänke sind mit Fellen belegt.

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Das andere Langhaus: beeindruckend lang. Im Inneren befindet sich eine kleine Ausstellung über die Lebensbedingungen vor 3000 Jahren.

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Irgendwie schmusig: das tiefgezogende Reetdach

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Gewichtswebstuhl – denselben Typ findet man im Museumsdorf in Haithabu, wie auch die Häuser sich von der Konstruktion her nicht so sehr von den dortigen unterscheiden – nur dass Haithabu ca. 2000 Jahre jünger ist.

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Durch die fehlenden Fenster war es im Inneren entsprechent duster – Licht bot vor allem die Feuerstelle.

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Das Langhaus mit der Ausstellung. Die Erklärungen sind knapp gehalten, man hat auch auf allzuviel Tand verzichtet – im Vordergrund steht das unmittelbare Erleben von Architektur und Anlage.

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Kulthaus mit Schädel

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Archäologische Phantasie? Ein kleines Labyrinth aus Weidengeflecht (leider teilweise durch Vandalismus zerstört) führt zum Eingang des Kulthauses.

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Eingang zum Kulthaus

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Und am Eingang wieder ein Schädel. Mutter Jinx fand’s befremdlich, ich lustig.

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Nee, diesmal kein Schädel, sondern Hörner: Versuch einer Rekonstruktion eines bronzezeitlichen Idols. Wie weit das nun authentisch ist, mögen Ur- und Frühgeschichtler beurteilen. Urig ist es auf alle Fälle.

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Alle zusammen: Öfen, Kochstellen etc. wurden gemeinschaftlich genutzt. Das autistische Herumprökeln im eigenen Zimmer ist eine Errungenschaft der Neuzeit. Es gibt Öfen für alle möglichen Zwecke: zur Bronzeschmelze, zum Brennen von Ton und zum Backen von Brot.

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Zum Schutz vor Wind und Wetter sind die Öfen überdacht.

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Die Kochstelle

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Eine Art Designklassiker: Die Fischreuse

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Kippeliges Fahrgefühl? Einbäume, wie der Name sagt, aus einem Baum gefertigt.

Das Museum fand ich absolut sehenswert; es verfügt über eine rudimentäre Gastronomie, einen hübschen Shop und viele Angebote für erlebte Archäologie. Gerade für Kinder ist es sehr lohnend, da man überall hin und alles anfassen kann.

Nach diesem Erlebnis machten wir uns in die eigentliche Stadt auf, die noch ein Stück weiter direkt an der Elbe liegt.

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Blick auf die Elbe von Hitzacker aus

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Blick auf die Stadt mit Kirche. Der gedrungene Bau ist typisch für die Gegend.

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Das Nest ist bewohnt, die Viecher sind echt: Storch mit drei Jungvögeln.

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Fachwerkhäuser bestimmen das Straßenbild

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Straße zur Elbe

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Die älteren, größeren Häuser sind oft recht verwinkeln (und unerhört romantisch!)

Und nun komme ich zu dem Punkt, warum dieser Bericht Irgendwie Hitzacker und nicht Hitzacker heißt. Da der Name an diesem Tag irgendwie Programm war und es glühend heiß war, beschlossen wir, uns auf die Elbe zu verfügen. Von der Stadt selbst haben wir leider nicht so viel gesehen, was wir jedoch schnellstmöglich nachholen wollen (wir fahren einfach nochmal hin).

Wir fuhren auf einem Schiff von Hitzacker nach Lauenburg, und auf der Elbe war es viel angenehmer.

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Blick auf Hitzacker von der Elbe aus

Während der nächsten drei Stunden passierte eigentlich … gar nichts. Aber es war so unerhört entspannend, denn man verlor jegliches Zeitgefühl.

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Die Elbe war weit, wegen des Hochwassers weiter als sonst, blau und ziemlich leer.

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Ab und zu kam ein Schiff vorbei.

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Und noch eins …

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Oder auch mal ein Dorf

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Aber natürlich nicht zu oft.

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Ansonsten fuhr man durch die berühmten Elbauen

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Relikte der Vergangenheit mit leichtem Verschandelungscharakter:

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Wachtürme an der ehemaligen Grenze zur DDR, heute ein Mahnmal.

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Doch meist sah es eher so aus. Es ist kaum zu glauben, dass Gorleben ganz in der Nähe ist. Die Laune der Wendländer ist diesbezüglich entsprechend.

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Angler bei Bleckede

Also, es war so weit und grün und blau und ruhig, dass die Einfahrt nach Boizenburg fast ein Kulturschock war.

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Einfahrt in den Hafen

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Fabrikationsanlage

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Blick auf Boizenburg

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Bauernhof hinter dem Deich. Den fehlenden freien Blick aufs Wasser zu bemängeln spricht von einer gewissen Unkenntnis der Gegebenheiten.

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Einfahrt nach Lauenburg

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Auch die Altstadt von Lauenburg ist sehr sehenswert (aber wir mussten sehen, wie wir nach Hause kamen nach dieser spontanen Planänderung und eilten zum Busbahnhof). Auch hier wollen wir wiederkommen.

Mutter Jinx und ich waren wieder unterwegs, und diesmal war dies unser Ziel:

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Genau, das Meer! Und noch genauer: die Ostsee.

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Um ganz präzise zu sein: das Ostseebad Boltenhagen. Und wir wurden sehr positiv überrascht. Es ist ein kleines Seebad,, das in der Vorsaison nicht überlaufen ist. Für diesen Ort trifft der Begriff “charmant” in mehr als einer Hinsicht zu.

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Das Kurhaus: Darmstädter Stil in seiner knuffigsten Variante.

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Alte Ferienhäuser auf dem Weg zur Seebrücke.

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Die Architektur erinnert weniger an großbürgerliche Anlagen wie Heiligenhafen, sondern ist eine Nummer kleiner. Die Ferienhäuser wirken, wie wohlhabende Bürger der Wende zum 20. Jahrhundert sich Fischerhäuser vorgestellt haben mochten.

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In diesem knubbeligen Bau haben wir ganz hervorragenden Fisch gegessen. Derart gekräftigt machten wir uns auf den Weg zum Meer.

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Die Trinkhalle – heute zweckentfremdet, erinnert sie an die noble Vergangenheit des Seebades.

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Auf dem Weg zur Seebrücke kamen wir an diesem bizarren Relikt der Vergangenheit vorbei:dem Nachbau eines Badekarrens aus dem 19. Jahrhundert. Diese Karren wurden ins Meer gezogen, um der Umwelt den skandalösen Anblick von Menschen in Badekleidung zu ersparen. Trotz des Sichtschutzes (am Ein- und Ausstieg) stiegen die Leute nach heutigen Maßstäben in Vollbekleidung ins Wasser.

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Na, jetzt aber: die Seebrücke, fast 300 Meter weit ragt sie ins Meer.

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Ansicht vom Strand, wohin wir uns nach der Begehung der Seebrücke begaben.

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Strandkörbe sind typisch, warten aber noch auf ihre Mieter. Wir sahen nur einen Badenden, die meisten Leute gingen spazieren.

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Hier herrscht fast schon militärische Ordnung

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Als Fotomotiv begeistern mich die Dinger, im realen Leben tun sie dies deutlich weniger: Ich finde sie unbequem (bin wahrscheinlich zu groß), der Plastikbezug der Sitze ist bei Wärme unangenehm und es wird dort bei Sonneneinstrahlung recht stickig.

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Blick aus der Ferne auf die Steilküste: Da die Sicht trübe war und Flut herrschte, verzichteten wir auf den Besuch.

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Für uns bei einem Strandbesuch unverzichtbar: Steine und Muscheln. Egal, wie großartig das Panorama ist oder ob neben uns der Dritte Weltkrieg losbricht, wir starren meist auf den Boden auf der Suche nach interessantem Strandgut; wir können einfach nicht anders, es ist stärker als wir. Ich fand übrigens einen Hühnergott.

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Wir warten auf die Badesaison: Strandkorbvermietung

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Unten leider kaputtsaniert, aber das Reet-Krüppelwalmdach mit den Gauben ist sehenswert.

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Ein lohnendes, leckeres und preisgünstiges Souvenir: fangfrischer Räucherfisch

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Kein Haus wie das andere: Kleine Villen an der Mittelpromenade

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Der Musikpavillon: Boltenhagen ist Familienbad; entsprechend lief hier eine Kindervorstellung.

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An der Mittelpromenade: ein altes Hotel

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Nostalgisch, aber irgendwie schick: Die alten Villen beherbergen heute zumeist kleine Geschäfte mit durchaus lohnendem Angebot abseits der großen Hamburger Vielfalt in Einheitlichkeit. Überfordert von gefühlten 20 000 Sonnenbrillen, die alle gleich aussahen und die mir alle nicht gefielen, fand ich hier eine, mit der ich nicht aussehe wie ein Insekt, ebenso wie Mutter Jinx.

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Ladenzeile Mittelpromenade

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Geborgenes Treibgut im Detail

Die letzten eineinhalb Stunden verbrachten Mutter Jinx und ich auf der Seebrücke, auf einer Bank sitzend. Hier beobachteten wir Schwäne mit atypischem Verhalten.

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Eigentlich am Süßwasser beheimatet, zeigen sie bei der Futtersuche eine gewisse Flexibilität.

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Aber vor allem widmeten wir uns … natürlich dem Stricken. Links das Gestricke von Mutter Jinx, rechts meines (und noch nie habe ich in so kurzer Zeit so viele dämliche Kommentare kassiert, was mich in der Überzeugung bestärkt, dass es der Generation 60+ an Umgangsformen mangelt).

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Lupinen, Wasserturm und ein Gleis: Warten auf den Zug in Grevesmühlen.

Dieser Tag hat es wieder bestätigt: Wenn man das Ziel klug auswählt, gibt es nichts erholsameres als einen Tag am Meer.

So, nachdem ich meine lieben Leser mit kunsthistorischen Betrachtungen gequält habe, geht es nun weiter mit dem Brüsseler Reisebericht. Zunächst etwas allgemeines über die Stadt.

After torturing my dear readers with some art history, the Brussels report is now continued. First something general about the city itself.

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Kleine Altstadtgasse / a small alley in the old city

Brüssel ist gemischt flämisch/wallonisch, wobei heute das Französische dominiert. Die Beschilderung ist zweisprachig, in der Stadt selbst wird eher französisch gesprochen. Belgien ist nicht Frankreich; manche Leute sprechen durchaus Englisch, vor allem in den touristischeren Gegenden. Obwohl Deutsch dritte Staatssprache ist, wird es kaum gesprochen. Mir persönlich ist das völlig gleichgültig, schließlich sind es die Belgier, die mit meinem manchmal etwas bizarren Französisch zurechtkommen müssen, und Sprachhemmungen sind mir völlig fremd. Am besten kommt man also mit Französisch herum.

Bruxelles is actually kind of a mixed zone of Flemish and Wallonian, but today French dominates. The signposting is bilingual, but in the city most people speak French. Since Belgium is not France, English is spoken at least in the more touristical areas of the city. Although German is the third official language in Belgium, but it’s hardly spoken here. Personally, I don’t mind at all, it’s the Belgians after all who have to deal with my sometimes a bit bizarre way to speak Frenc, and not me, and cumpunctions to speak foreign languages never has been one of my problems. French is the best way to get along here.

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Die Börse – in Zeiten der Finanzkrise besonders obszön / The stock exchange  – in times of depression this is extra-obscene

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Unter der Börse: Mittelalterliche Ausgrabungen / Unter the stock exchange: medieval excarvations

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Gründerzeit und Coca-Cola – a building from the Wilhelminian era and Coca-Cola

Während es in der Altstadt mit ihren engen Gassen durchaus flämische Einflüsse gibt, orientiert sich die neuere Architektur eher an Frankreich; dies betrifft vor allem die Gebäude seit dem 19. Jahrhundert.

The old city with its narrow streets shows some Flemish influence, but since the 19th century architecture follows more the French example.

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Brüssel ist nicht Paris – Die Straßen sind enger, und die Hauptstraße, die zur Altstadt führt, beherbergt ein Mini-Rotlichtviertel und recht trashige Geschäfte.

Brussels is not Paris – The streets are more narrow, and the main road leading to the old city houses sort of a miniature redlight quarter and some weird shops.

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Gründerzeit und der widerstehliche Charme der Siebziger – Buildings from the end of the 19th century and the absolutely resistable charme of the seventies.

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Belgischer Jugendstil an einem Barockgebäude – Belgian Art Nouveau at a baroque building.

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Der Nordbahnhof – belgische Einschüchterungsarchitektur / The northern railway station – Belgian architecture to intimidate

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Innen ist der Bahnhof eher gruselig, weswegen man ihn durch beeindruckende Wandgemälde aufzuwerten versucht (am Busbahnhof). Der dämliche Gesichtsausdruck der Person rechts ist gut getroffen.

The inside of the station is rather weird, and this is why they tried to brush it up a bit with murals (where the busses leave). The stupid facial expression of the person on the right is quite well done.

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Die moderne Architektur ist international und durchaus beeindruckend.

The modern architecture is international and rather impressing

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Niedrigere Gebäude sind gern postmodern.

Lower buildings tend to be pomo.

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Eine belgische Spezialität – Das Manneken Pis / A Belgian speciality – The Manneken Pis

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Ja, ich habe es auch gesehen. Es steht an einer Ecke in der Altstadt und ist meist umlagert von Touristen. Natürlich ist es viel kleiner als ich es mir vorgestellt habe.

Yes, of course I saw this. It can be found at a corner in the old part of the city, and it’s mostly surrounded by tourists. Of course it’s much smaller than I’ve guessed.

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Über diese unprätentiöse frühbarocke Figur habe ich einiges gelernt, denn sie ist ein Symbol für die Freiheitsliebe der Belgier, und zumindest den Älteren ist sie sehr wichtig.

I learned a bit about this rather unpretentios statue from the early baroque, because it’s a symbol for the Belgians, expressing their love for freedom, and for the elder people it’s quite important.

Sie wird gefeiert – und regelmäßig bekleidet. Eine Kommission widmet sich den Fragen der Garderobe des Manneken Pis, und es gibt inzwischen über 700 Kostüme aus aller Welt – unter anderem als Nelson Mandela (mit grauer Perücke) oder als Samurai. Momentan geht es als junger Obelix.

It’s celebrated – and gets dressed on a regular base. A comission dedicates its work to the questions of fashion of this little statue. There are more than 700 costumes from all over the world, i. e. as Nelson Mandela (with a grey wig) or as a samurai. At the moment it’s young Obelix.

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Manneken Pis – viel größer als das Original und aus Schokolade / much bigger than the original and entirely made of chocolade.

Als französische Soldaten die kleine Figur im 18. Jahrhundert stahlen, sorgte der französische König für die Rückgabe, schickte ein aufwändiges Kostüm nebst Degen (zur Besänftigung der Bevölkerung) und erhob es in den Adelsstand, sodass französische Soldaten es fortan grüßen mussten. Sie verstehen da keinen Spaß, die sonst so liberalen Belgier, obwohl bei der Kostümierung alles gestattet ist, auch Strapsen und Kondome (zum Welt-Aids-Tag).

When French soldiers stole the little guy, the French king took care of its return, sent a rather elaborate costume with an epee (for calming the Belgians down) and ennobled it, what meant that French soldiers had to greet it. Don’t mess with the manneken pis, the liberal Belgians definately will mind, but regarding the costumes there can be the widest range you can imagine – even suspenders and condoms (for World Aids day).

Und nun kommen wir zu den richtig interessanten Dingen: Einkaufen. Nach Wollgeschäften habe ich nach einem Blick auf Ravelry nicht gesucht und auch keines gesehen, aber es gibt so viele andere interessante und typische Dinge.

And now we come to the real interesting stuff: shopping. I didn’t hold out for yarn shops after taking a look at ravelry’s, and I didn’t see any, but there are so many other interesting things to find.

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An erster Stelle sind hier die Belgischen Pralinen zu nennen, weswegen ich die Stadt für Menschen, die gerade Diät halten, ausdrücklich nicht empfehlen kann. Sie sind wirklich überall, sie sind köstlich und kosten viel weniger als hier.

At the first place Belgian chocolade is to mention, and that’s why I really can’t recommend people who are on a diet to visit the city. It’s literally everywhere, it’s delicious and it’s much cheaper than abroad.

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Ein Schokoladenbrunnen im Fenster eines Geschäfts / A chocolate well in a shop window

Kann man da widerstehen? Nee, ich nicht.

Can one really resist? No, I can’t.

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Sauber getrennt von der Schokolade gibt es Geschäfte mit belgischem Gebäck.

Clearly separated from the chocolate shops there are some which offer Belgian pastries.

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Wo gibt’s denn so was? Ein sehr exklusives Geschäft mit orientalischem Gebäck? Na, in Brüssel!

Even a shop with very exclusive arab pasties can be found in Brussels.

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Das gibt es natürlich auch: Spitzen und Gobelins. Gegenüber Schokolade und anderen Fressalien sind sie eindeutig in der Minderheit, da sehr retro und irgendwie aus der Mode.

Of course you also can find lace from Brussels and tapestry. It’s much less than probably some decades ago (the vast majority of the shops offers chocolate and other eatables), because it’s really retro and somewhat outdated.

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Ein Relikt aus der Vergangenheit – Brüssel ist modern!

A relic from the past – Brussels is very contemporary!

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Die große Zeit der Gobelins ist vorbei. Daher findet man vor allem so was.

The big time of tapestry is over, therefore you find mostly stuff like this.

Charakteristisch für Brüssel sind außerdem Geschäfte für Bier, für Comics, die eine eigene Kunstform darstellen und für Messer. Man findet vor allem wunderschöne Taschenmesser.

Typical for Brussels are besides this beer shops, shops for comics and graphic novels (Belgians love this), and for knives. You find wonderful pocket knives here.

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Brüssel ist eine alte Handelsmetropole: Die Kirche St. Nicholas, gewidmet dem Schutzpatron der Händler und Marktleute, ist von Geschäften umlagert.

Brussels was a merchants’ city: The church St. Nicholas, dedicated to the patron of merchands, is surrounded by shops.

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Ganz nah dran: Geschäftshaus an der Kirche.

Very close: A shop at the church.

Das ganze Gerede von Keksen und Schokolade bringt mich direkt zum Kulinarischen. Belgien ist auch hier nicht das ideale Land für Leute mit Kalorienbewusstsein. Die Küche ist eine Mischung aus flämischen und französischen Einflüssen, und es wird sehr viel fritiert. Die Pommes Frites wurden hier erfunden und sind einfach köstlich. Sie sind die Standardbeilage zu den Gerichten. Getrunken wird vor allem Bier, das einfach großartig ist und in unendlicher Sortenvielfalt erhältlich.

The whole chit-chat about chocolate and pastries brings me directly to the eating stuff. Frankly, Belgium is everything but ideal for people who keep an eye on their weight. The kitchen is a blend of Flemish and French influences, and many things are deep-fried. French fries were invented here, and they’re delicious! They come with most of the dishes you order. Beer is widely drunken, and it’s one of the best in the world. You can find an unbelievable variety of sorts.

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Hier haben Herr Jinx und ich es am zweiten und letzten Abend krachen lassen. Dies ist ein exzellentes Restaurant mit traditioneller belgischer Küche. Ich aß landestypisch: Ardennenschinken und fritierten Käse, Pferdefilet mit Pommes Frites (ja, die Belgier essen es, und ich auch, und vor allem diskutiere ich es nicht) und flambierte belgische Waffeln. Dazu gab es natürlich Bier.

Here Mr. Jinx and I took our dinner on our second and last evening in Brussels. It’s an excellent restaurant where traditional Belgian food is served. I ate rather typical meals: ham from the Ardennes and deep-fried cheese, horse fillet (it’s eaten in Belgium, I eat it, too, and I don’t discuss this) with French fries and flambeed Belgian wafers. Of course we drank beer.byron

In dieser entzückenden Kneipe nahmen wir unseren Absacker. Keine Touris, viel Atmosphäre und exzellente Cocktails.

In this cute bar we took our last drinks. No tourists, a lot of atmosphere and excellent cocktails.

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Aber nun zurück zur Stadt: Es hat sich nur wenig Mittelalterliches in Brüssel erhalten, so gibt es von der Stadtmauer nur noch einen Rest, umbaut von einem Hotelkomplex.

But back to the city now: There are only very few remnants from the middle ages; only a small part of the city wall still exists, and they build a hotel around it.

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Die Kirche St. Catherine / St. Catherine church

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Dass Belgier eher praktisch als repräsentativ denken, zeigt sich an dieser Kirche: An ihrer Mauer befindet sich ein Pissoir, damit es mit den Mannekens im Straßenbild nicht überhand nimmt.

It seems to me that the Belgians think more in a practical than in a prestigious way: At St. Catherine’s wall there is an ancient urinal, and it probably helps not to be overrun by mannekens in the city.

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Neben der Kirche befindet sich ein hübscher Platz mit Wasserspielen und Restaurants.

Besides the church there is a pretty place with fountains and restaurants.

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Typische Brüsseler Häuser / Typical houses in Brussels

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Wasserfläche und ein Brunnen mit dem Heiligen Michael / Waters and a well with St. Michael

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Ja, die gründerzeitliche Plastik ist auch nicht immer das, was sie sein sollte: Olm in Extase

Well, 19th century sculpture is not always what it’s supposed to be: an ecstatic olm.

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Nach zwei anstrengenden Besichtigungstagen war ich etwas ruhebedürftig und entschloss mich, den botanischen Garten direkt im Zentrum aufzusuchen. Diese Statue der Göttin Flora vermittelt jedoch einen völlig falschen Eindruck.

After two exhausting days of touristic activities I felt the urge for calming down and taking a rest, and so I decided to  visit the botanical garden, located in the very center of Brussels. But this statue of the goddess Flora gives a completely wrong impression of this place.

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Das hier triffts schon eher. Ein kleiner Streifen Grün, umbaut und vor allem umtost vom Verkehr.

This gives a better impression: a small strip of green, surrounded by different buildings and with a lot of traffic around it.

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Spektakulär ist er nicht, der botanische Garten. Im 19. Jahrhundert der Öffentlichkeit übergeben, sollte er als Erholungsgebiet erhalten bleiben. Dies ist jedoch nicht geschehen, stattdessen wurde er ständig verkleinert, um Baumaßnahmen durchzuführen. Sogar eine Straße durchschneidet das kleine Areal.

Well, it’s not spectacular, the botanical garden. In the 19th century it was given to the public as a recreation area and should remain to be so. But this didn’t happen. Since that time bits and pieces were taken from it for the sake of building more or less representative architecture around it. Today it’s even crossed (and cut in two) by a road.

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Das Gewächshaus / The greenhouse

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Auch hier täuscht der erste Eindruck – Die Glasfläche zwischen den Ästen zeigt, wie nah die Bebauung ist.

Here the first impression also is wrong – the dark glass window between the branches shows how close the housing areas are.

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Grüne Geometrie / Green geometry en gros …botaniker3

et en detail.


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Ein letzter Blick, fast schon von der Straße aus.

A last overview picture, taken almost from one of the roads.

Der botanische Garten von Brüssel ist fast schon typisch für die Stadt: ein bisschen durcheinander, sehr gemischt, aber auch sehr lebendig. Ich habe so viel nicht gesehen, aber mir ist es wichtiger, eine Stadt auch zu erleben und nicht nur Besichtigungspunkte abzuhaken (weswegen ich Gesellschaftsreisen strikt meide). Durch das alte Regierungsviertel bin ich leider nur nachts durchgefahren – sehr aufgeräumt, sehr repräsentativ. Das Atomium war nicht auf meiner Route, ebensowenig wie die “Europaarchitektur”. Aber ich würde gern wiederkommen, um auch das alles noch zu sehen.

The botanical garden of Brussels is somewhat typical for the whole city: a bit chaotic a bit mixed, but very vivid. I didn’t see so many things this time, but to me it’s more important to feel how a city works and not only to visit the touristic point you “have to see” (that’s why I strictly avoid group travelling). I just drove through the old governmental quarter by night; it’ very clean, very broad and very prestigious. I didn’t manage to get to the Atomium this time, and I didn’t see the architecture dedicated to the European administration. But I’d love to come back to see it.

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