Nalbinding


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Stricken ist momentan nur sehr eingeschränkt möglich, ebenso wie fast alles andere auch; es ist einfach zu heiß. Wobei dies keine Beschwerde ist, sondern eine Feststellung (ich beschwere mich aus Prinzip nicht über das Wetter, da das nichts bringt). Heute war ich wieder an meinem Sommer-Geheimplatz; eine grüne Oase mitten in der Stadt, wo erstaunlicherweise nur wenig Menschen sind, obwohl es dort unglaublich erholsam ist (dafür ist der Stadtpark überfüllt, hähä). Ich hatte keine Lust auf den Fotoapparat, daher dieses sehr unbefriedigende Handyfoto.

At the moment knitting is not really a bliss, like with almost every other occupation. It’s just too hot. By the way, this is no complaint but a mere diagnosis (I never complain about the weather since this won’t change anything). Today I visited my secret summer whereabouts, a green oasis in the city of Hamburg. Unlike the Stadtpark it’s never too crowded. Since I didn’t feel like taking the camera with me, here a rather unsatisfying picture taken with the mobile phone.

Auf meinem natürlich schattigen Platz breitete ich mich zunächst aus: Picknickutensilien (Tee, Hummus, Fladenbrot, Wassermelone), Buch, Hörbuch, Handarbeitskram. Stricken ist nur eingeschränkt möglich; erträglich ist nur das Blumentuch, doch das ist zum Mitnehmen nicht mehr so geeignet. Also musste ich improvisieren.

Of course I sat in the shadow, and I put my stuff around me: food and drinks for a picknic (tea, pitta bread, hummus, water melon), a book, an audio book, crafty stuff. Since I just can stand to knit the Seyfarth shawl which meanwhile is too large to take it with me, I had to improvise.

summerIch habe ein wenig gesponnen – auch wenn man abseits des Wegs sitzt, braucht man gute Nerven – die Leute nähern sich ungefähr so, als wäre man ein ganz seltenes Exemplar von Zootier. Außerdem habe ich Nadelbinden geübt und ein wenig Brettchenweben – über das Ergebnis des Letzteren schweigen wir; ich übe noch. Langeweile kommt jedenfalls nicht auf; bei diesen Aufenthalten bin ich für Stunden ausgerüstet. Morgen gehe ich wieder hin, aber da packe ich auch noch Herrn Jinx ein. :D

I spun a bit with my hand spindle, but even if you don’t sit where people pass by, you really need good nerves – people approach you as if you were a very rare species at the zoo. And I practiced naalbinding and card weaving – I won’t discuss the result of the latter, I’m a beginner and still practicing. But I never get bored, I’m always equipped for spending hours there. Tomorrow I’ll go there again, but then I’ll take Mr. Jinx with me. :D

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Dies ist nun mein allererster richtiger Versuch im Nalbinding, nach dem Anfilzen. Es macht Spaß, und natürlich wollte ich gleich das ganze Programm: Ab- und Zunahmen und Farbwechsel. Das mit dem Abnehmen muss ich nochmal üben, aber ansonsten bin ich – fürs erste Mal – recht zufrieden. Es ist eine Art Sack geworden, wobei ich mir die Form anders vorgestellt habe. Ich werde ihn wohl für Fasern o. ä. verwenden und zum Verschließen einen Lederriemen anbringen.

This is my very first real attempt to practice nalbinding, after I felted it lightly. It’s fun, and of course I wanted to have it all: increases, decreases, and colour changes. Well, I’ll have to practice the decreasing stuff a bit more, but I’m quite satisfied with the result. A kind of bag came out, but of course I visualized its shape slightly different. Never mind, I think I’ll use it for fibers and close it with some leather strap.

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Mein erstes Nalbinding-Projekt (vor dem Filz) ist fertig, und ich bin gar nicht unzufrieden, auch wenn’s ein bisschen schief geworden ist. Es soll ein gefilzter Beutel werden.

My first nalbinding project is almost done,  just the felting process has still to come. I’m rather satisfied with the result, although it’s a bit crooked. This is going to be a small felted bag.

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Um die Struktur des Stiches zu lernen, habe ich mit zwei Farben gearbeitet.

For learning the structure of the stitch I decided to work with two colours.

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Dass der Lernprozess noch nicht abgeschlossen ist, sieht man auch an den Übergängen.

That the learning process is not finished yet you can clearly see at the colour changes.

Mein erster richtiger Versuch in der Nalbinding-Technik (natürlich mit einer Nadel aus meinem Lieblingsmaterial Knochen).

My first real attempt in Nalbinding, of course I used a needle made of my favourite material: bone.

Lustig war es wieder, und der harte Kern wurde mal wieder mit dem Staub des Tages hinausgekehrt. Es gab auch endlich wieder Bücher/Hefte anzusehen, was eine echte Kaufentscheidungshilfe sein kann, da man sonst oft nach Cover bzw. den meist recht euphemistischen Klappentexten entscheiden muss.

Gestern war auch noch Beschulungstag. Zunächst haben Claudia und ich Naima gezeigt, wie man mit einer Handspindel spinnt (sie ist ein echtes Naturtalent und konnte ihren ersten Regenwurm mit nach Hause nehmen), dann zeigte EINbeiEIN (Ravelry-Link) mir die hohe Kunst des Naalbindings. Das ist das, was in der Wikingerzeit und früher (und später auch) zur Herstellung einfacher, sehr warmer Woll-Gebrauchstextilien verwendet wurde. Es ergibt ein so festes Gewebe, dass BrettstrickerInnen vor Entzücken in Ohnmacht fallen würden.

Nun ist das keine sehr verbreitete Technik, und vor allem in der Reenactment-Szene beheimatet, was für einige einen gewissen Abschreckungsfaktor hat. Zudem gibt es nicht viele, die das überhaupt praktizieren.  Die Anleitungen, die man findet, behandeln meist den Oslostich mit der Daumenfang-Methode (kein Witz, die heißt wirklich so), und obwohl ich mir alles mögliche selbst beibringen kann, scheiterte ich daran und produzierte nur ein faseriges, knotiges Chaos. Aber die unverwüstliche EINbeiEIN sprang hilfreich herbei und zeigte mir den ersten Stich, und ich finde, mein allererster Versuch sieht doch recht manierlich aus. Die Daumenfangmethode kann mir allerdings gestohlen bleiben.