Hier ist wirklich lange nichts mehr passiert, und das hat mehrere Gründe. Ich bin inwzischen das, was man “Politikerin” nennt, und da nicht nicht mehr Politische Geschäftsführerin des Hamburger Landesverbandes einer Kleinpartei bin, sondern Landesvorsitzende einer nicht mehr ganz so kleinen Partei, habe ich eine Menge Verpflichtungen und Aufgaben, die so gar nichts mit dem Stricken zu tun haben. Ich bin – auf Hamburg bezogen – eine öffentliche Person, und mit dieser Öffentlichkeit habe ich eigentlich genug, ohne dass ich mich auf andere Weise auch noch produzieren muss.
Meine neue Rolle brachte es mit sich, dass ich vieles vernachlässigt habe, nicht nur mein geliebtes Strickzeug, sondern auch Kontakte. Ich werde das nach und nach aufarbeiten und bitte da noch um etwas Nachsicht und Geduld.
Es gibt noch einen anderen Grund für meinen Rückzug, und der lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Stricken ist durchaus meine Welt, aber die Strickszene ist es nicht. Ich passte nie hinein, gehörte nie wirklich dazu, zumindest meinem eigenen Empfinden nach, und das ist ja letztendlich alles, was zählt. Ich war lange mittendrin und doch nie so richtig dabei, und das fühlte sich zum Schluss auch für mich nicht mehr richtig an.
Es gibt allerdings einen Aspekt, der mich unerhört reizt: Die Presse hat dieses Blog nie entdeckt, und das weckt meinen inneren Anarchisten: Über alles mögliche Unpolitische zu schreiben und mich gleichzeitig dem allgemeinen Interesse zu verweigern und der immer weiter um sich greifenden Überzeugung, dass das Private auch politisch sei. Die können mich mal. Und meine Erfahrung (allgemein gesprochen) war bisher immer: Man muss es nur bizarr genug machen, dann lassen die Leute einen in Ruhe.
Daher werde ich meine Shetland-Reiseberichte komplettieren und dann mal sehen, wie es weitergeht mit diesem Blog. Wenn ich mich fürs Weitermachen entscheide, wird es thematisch im Großen und Ganzen so bleiben, wie es ist, wobei ich mich nicht auf Stricken und Spinnen allein fixieren lassen will.