Misc. / Sonstiges


Neben den KawKawEsque-Socken bekommt Mutter Jinx eine Nostepinne zum Geburtstag, da sie auch Stränge verstrickt, die vorher zu einem Knäul gewickelt werden müssen. Entsprechendes teilte ich Herrn Jinx mit (immerhin sind die Geschenke von uns beiden). Nun muss man wissen, dass Herr Jinx sich das Wort Nostepinne nicht merken kann, nicht gewillt ist, in die Feinheiten der Faserverarbeitungsterminologie tiefer einzudringen, und entsprechendes Utensil daher Wikingerdildo nennt, was sich inzwischen bei uns als Bezeichnung eingebürgert hat. Daraus entstand folgender Dialog:

Ich: Wir schenken meiner Mutter auch noch einen Wikingerdildo.
Herr Jinx: Wieso?
Ich: Das ist sehr praktisch. Ich werde ihr auch gleich zeigen, wie man ihn benutzt. (nur zur Info: Wir treffen uns in einem Speiserestaurant …)
Herr Jinx: *brüll*

Lange bevor der Mann aufhörte zu lachen, fiel mir auf, dass das dieses Gespräch Außenstehenden ein wenig eigenartig erscheinen mag, aber zum Glück hat es ja niemand gehört. Aber wie auch immer, ich habe mich entschlossen, das Teil – passend zum Dialog – ein wenig bondagemäßig einzupacken. Wenn schon, denn schon.

Die Anleitung habe ich dann aus Sicherheitsgründen doch lieber ausgedruckt.

wikingerdildo

2009

Pink Caterpillar – Saami Socks – Golden Key Socks – The Perfect Hiking Sock – Hearts Socks – Seamless Hybrid Sweater – Gabrielle – Inka Cardigan – Stumpen – Hommage a Kaffe Fassett I – Noro Buttonhole Moebius – Heidetuch – Hanami – Boneyard – Milkweed – Calorimetry – Summer Calorimetry – Ana – Transition Gloves – Hommage a Kaffe Fassett II – Grass – Blob the Bunny – Baumgeist – Neon Flower

Dies ist die Ausbeute für 2009, mit der ich sehr zufrieden bin. Ich habe doch einige große, schöne Projekte gestrickt und auch meinen Horizont wieder erweitern können.

This is what I knit in 2009, and I’m very satisfied. I finished more than one handsome, larger project and again learned something new.

Die 100 Knäule habe ich nicht verstrickt, sondern nur 93, aber das ist eine ganze Menge, wenn man bedenkt, dass ich eher dünne Garne verstricke.

I didn’t make the 100 balls of yarn but only 93. Although I missed the goal I think this is quite a lot – I’m mostly working with thinner yarns, mostly fingering weight.

Ich habe dieses Jahr die Lacestrickerei endlich erfolgreich bewältigt, wieder ein wenig mit Perlen gearbeitet und angefangen, mich mit Nalbinding und Brettchenweben zu beschäftigen. Spinntechnisch entdeckte ich den Zauber der Handspindel.

This year I managed lace knitting, started to do some beadwork again and began to learn nalbinding and card weaving. Regarding the spinning business I discovered how great it is to use a hand spindle.

Über all dies habe ich in diesem Blog berichtet, und ich denke, das werde ich auch weiterhin tun.

About all this I wrote in my blog, and I think I’ll go on with it next year.

Ziele für 2010 habe ich auch wieder ein paar: Ich will Lace und Fair-Isle stricken, mich meine WiPs annehmen und auch wieder Strickkurse geben.

There are some goals for 2010: I want to go on with lace and stranded knitting, and I urgently want to take care of my WiPs. Last but not least I want to continue to give knitting classes next year.

In diesem Sinne: Ein frohes neues Jahr!

I wish you all a happy new year!

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Wolle gab es keine, und das völlig zu recht, denn es ist ja nicht so, dass ich nicht noch ein wenig im Hause hätte. :D

No yarn for Christmas, and that was good because there is still the one or other ball around here. :D

Dafür gab es diese wunderschöne Nadelspieltasche von Filzflash. Eigentlich wollte ich mir so eine selbst kaufen, aber Naima hat alles, wirklich alles getan, um mir die Vorrätige auszureden (”nee, die Farben – das bist nicht Du), während meine Mutter heimlich die zweite noch Vorrätige erwarb.

But I got this wonderful pouch for DPNs by Filzflash. Actually, I wanted to get one by myself, but Naima hindered me from buying the lastone in stock (”no, these are absolutely not your colours, there will be more soon”) while my mother secretly purchased the otherone which was available for me.

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So, ich wünsche meinen LeserInnen ein lustiges, entspanntes und stressfreies Weihnachtsfest ohne allzuviel nerviges Tralala.

To my dear readers I wish you a merry Christmas which is really fun, no stress and without any annoying hi-ha.

Nachdem dieses Blogpflichtprogramm abgehandelt wurde (sorry für das Bild, aber für ein Schneefoto war der Himmel zu grau, daher diese frugale Alternative) kommen wir nun zum interessanten Teil:

Der Überraschung!

Anlässlich dieses weltumspannenden Freudenfestes verlose ich unter allen, die mir einen Kommentar hinterlassen, diesen Strang Wollmeise, der mir farblich nicht liegt. Ich bin allerdings recht zuversichtlich, dass irgendwer ihn schon wollen wird, weswegen ich ihn nun outsource.

Fakten und Bedingungen:

  • Wollmeise, 100% Merino Superwash, 150 Gramm Sockenwolle, Farbe: Johannisbeer und Brennnessel
  • Jeder kann teilnehmen, aber jeder nur ein Kreuz (will sagen: wer mehr als einen Kommentar hinterlässt, ist automatisch von der Verlosung ausgeschlossen).
  • Ausgeschlossen ist auch der Rechtsweg
  • Falls es mehr als einen Kommentar gibt, entscheidet das Los
  • Ausgelost wird am 27. Dezember, bis dahin zählt jeder Kommentar
  • Der Strang stammt aus einem Raucherhaushalt. Diesbezügliche Beschwerden werden nicht angenommen.

After I fulfilled my duty as a good (???) blogger (sorry for the pic, but the sky in Hamburg was too gray to take a nice, snowy one, therefore I chose this rather frugal alternative), the more interesting part will follow:

The Surprise!

On the occasion of this wonderful feast of joy and bliss I raffle off this skein of Wollmeise. It’s absolutely not my cup of tea, but I think there will be someone somewhere who maybe might like it, and therefore I decided to source this out.

Facts and conditions:

  • Wollmeise 100% Merino Superwash, 150 grams fingering weight, colour: Johannisbeer und Brennnessel (red currant and nettles)
  • Everyone can participate (I’ll ship thisone worldwide), but everyone who leaves more than one comment is definately out
  • If there should be more than one comment, the winner will be drawn
  • The decision will be made on December 27th, until this date you may leave your comments
  • This skein comes from a smoker’s household, no complaints please!

weihnachten09

Das hatte ich noch nie:

  • Der Milkweed ist fertig, und ich konnte mich heute aufraffen, ihn zu spannen. => trocknet
  • Der Gansey ist fertig, und ich konnte mich noch nicht aufraffen, ihn zu waschen, da das Trocknen ewig dauern und das Bad nach nassem Schaf riechen wird. => trocknet nicht, da nicht nass.
  • Ein Guerilla-Objekt ist fertig, ich müsste nur noch die Fäden vernähen, die Karten laminieren und Kabelbinder besorgen. Außerdem regnet es => morgen ist auch noch ein Tag.

Außerdem habe ich ein Problem: Ich würde gerne wieder ein Projekt in Fair-Isle-Technik stricken, kann mich aber nicht entscheiden. Zur Wahl steht dies (in anderen Farben) oder das (genau wie es gezeigt ist). Ich bitte um ein Meinungsbild, um einer hilflos ausgelieferten Waage bei ihrem Luxusproblem beizustehen.

This never happened to me before:

  • I finished the milkweed shawl some days ago, and today I brought myself to wash and block it. => drying
  • I finshed the gansey even before the milkweed shawl but couldn’t bring myself to wash  it yet since it will take years to dry, and the bathroom will smell like a wet sheep afterwards => doesn’t dry, is not even washed yet
  • I finished an item for guerilla knitting AND got the labels done. I just have to weave in ends, laminate the labels and buy something to bind the labels to the item. But it’s raining cats and dogs outside => well, tomorrow’s just another day.

Besides this, I’d love to start with a new project in stranding technique. There are two, and I just can’t decide what to do. Either it’s this (different colours) or thatone (just as it shows). Therefore I’m asking for some opinions to help a confused libra with her luxury problems.

Edit: Es geht übrigens nicht um entweder … oder, sondern eher um die Reihenfolge. ;)

Edit: I’ll knit both, the question is, whichone to knit first. ;)

Wer sich im Internet mit seinem Gestricke präsentiert, weiß auch, dass die Medien das entdeckt haben … leider. In regelmäßigen Abständen melden sich Journalisten, die das Stricken als Thema auch entdeckt haben und unbedingt darüber schreiben oder sprechen wollen, im unidealsten Fall mit StrickerInnen aus der freien Wildbahn. So erfahren wir aus den Medien, dass Stricken “voll im Trend ist”, das neue Yoga sogar, und dass auch Prominente wie Julia Roberts stricken. Aha.

Wer einen gut besuchten Blog hat und vielleicht noch ein Stricktreffen dort erwähnt, bekommt recht häufig solche Anfragen. Erstaunlicherweise tun die lieben Leute immer so, als würden sie der Strickwelt im Allgemeinen und uns im Besonderen einen Riesengefallen tun, wenn sie uns aus der dunklen Nische des autistischen Herumprökelns ins strahlende Licht des Fünf-Minuten-Ruhms hervorzerren. Die Story ist da meist schon fertig, bevor die erste Frage gestellt wurde: Mir wurden Reportagen unter den folgenden Headlines angetragen: “Frauengruppen”, “Das neue Wir-Gefühl”, “Stricken – voll im Trend”, “Die neue Lust am Selbermachen”, “Handarbeiten in der Krise”. Identifizieren kann ich mich mit keiner dieser Schlagzeilen. Wir sind vom Selbstverständnis her keine Frauengruppe und heißen auch strickende Männer willkommen, das Wir-Gefühl bei unserem sehr informellen Stricktreff ist nicht so wahnsinnig groß, ich fühle mich mit 43 nicht bemüßigt, jedem Trend hinterherzulaufen, das Selbermachen macht mir nur sehr begrenzt Spaß (die meisten Techniken beherrsche ich gar nicht), und ja, ich habe vor der Krise auch schon gestrickt (wer die Garnpreise kennt, wird die letzte Headline sehr bizarr finden).

Wenn man dann kein Interesse hat, sich öffentlich zu produzieren, reichen die Reaktionen von gelindem Unverständnis bis hin zu “aber Ihr Stricktreff könnte so bekannt werden”. Danke, ich verzichte. Wer den Stricktreff finden will, wird ihn finden, und mehr Bekanntheit schadet nur, da wir am Rande der Kapazität sind mit über 20 TeilnehmerInnen. Außerdem verwechselt man mich anscheinend mit den Leuten, die im Fernsehen sehr eigenartige Dinge tun, um bekannt zu werden. Kurz gesagt, ich freue mich nicht ganz doll, wenn jemand mir Öffentlichkeit verschaffen will, denn mein Blog ist bereits öffentlich, und als Mitglied des Presseteams einer Kleinpartei bin ich exponiert genug, herzlichen Dank.

Der letzte, mit dem ich sprach, war ein Herr von der FAZ. Der stellte fest, dass ich zu dem, was er über das Thema Basteln & Werken schreiben wollte, nicht recht passte, aber er hörte aufmerksam zu und brachte mich trotzdem irgendwie unter, auf eine Art und Weise, in der ich mich sogar irgendwie wiederfand, wenn auch das Motto des Artikels nicht passte (nachzulesen hier). Damit konnte ich leben.

Nun fand ich diesen Artikel, den ich nur als recycled bezeichnen kann. Geredet habe ich mit denen nicht, hätte ich auch nicht, unter diesem Motto. Und herausfinden, dass ich mehrere tausend Besucher pro Tag habe, kann man auch so, allerdings möchte ich in diesem Kontext nicht erscheinen, nicht mal mit einer einfachen Nennung meines Blogs. Es scheint diesen Leuten unvorstellbar zu sein, dass man einfach etwas mit der Hand tut, weil es Spaß macht. Dass wir nicht alle in unserer Freizeit vor dem Fernseher veröden oder das Fitness- oder Sonnenstudio belagern, muss enorm befremdlich sein.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der die meisten Menschen ihre Freizeit damit verbringen, das zu tun, was die Industrie ihnen vorgibt, und das, ohne groß etwas lernen zu müssen (Malen nach Zahlen in unendlicher Variation). Man scheint davon auszugehen, dass die Menschen ein einfach zu erreichendes Endziel wünschen, das beliebig reproduzierbar ist, zumindest in dem, was sich so im Kreativbereich findet. Das heißt, wenn meine Nachbarin und ich dieselbe Bastelpackung kaufen, haben wir auch dasselbe Ergebnis, und niemand muss sich schlecht fühlen, weil seins nicht so gelungen ist. Das ist bei anspruchsvollen Handwerksarbeiten anders, und das scheint enormes Aufsehen zu verursachen in einer Welt, in der mehr konsumiert als kreativ geschaffen wird.

Nun ist es mir egal, was irgendwelche Medienonkel und -tanten von dem, was ich tue, halten. Ich finde es nur ermüdend, immer mit der geballten Klischeeladung konfrontiert zu werden. Faserverarbeitung ist ein unendlich weites und sehr interessantes Feld. Ein Leben reicht nicht, um es auszuloten, und die Herangehensweise ist sehr vielfältig und bei jedem anders. Das große Erstaunen (”warum machen Sie das denn?”) ist unangebracht und wäre eher bei Menschen angemessen, die eine 40-Stunden-Woche vor dem Fernseher verbringen, wöchentlich ihr Auto waschen, sich regelmäßig ins Koma saufen oder ihren Zweitwohnsitz im Fitnessstudio haben. Aber nicht bei denen, die ihr Leben dadurch bereichern, dass sie etwas tun, was tatsächlich ein eigenständiges Ergebnis bringt.

Falls also mal jemand kommt, der wirklich Interesse hat an dem, was ich mache und nicht an dem, was er glaubt, dass ich tue, werde ich es mir überlegen, ob ich mit dem rede. Ansonsten: eher nicht.

Als Waage fallen mir die kleinen, belanglosen Entscheidungen schwer. Der rosenfarbene Raglan nähert sich der Vollendung, und mich treibt die Frage um: Was mache ich als nächstes???

A libra that I am I have difficulties with insignificant decisions. The red raglan sweater will be finished soon, and I already torture myself with the question: Which project to start?

Natürlich könnte ich meine Ufos und WiPs aufarbeiten, aber lassen wir den Blödsinn und wenden uns den interessanten Projekten zu, die mich reizen: Ich möchte auf jeden Fall Wolle verstricken, die ich von Skye mitgebracht habe, und da gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Ein naturfarbener Aran mit farbigem Intarsienmuster anstelle der Bündchen. Das Garn ist pflanzengefärbt (Shilasdair)

2. Ein klassischer Gansey in einem wundervollen Königsblau. Das Garn stammt von Harris.

Schwierig, nicht wahr?

Of course, I could pick up my numerous Ufos and WiPs, but I simply don’t feel like this. I’m very much drawn to the yarns I brought from Skye instead. And this means there are two possible projects:

1. A cream coloured aran sweater with colourful intarsia instead of traditional cuff sections (the yarn is plant dyed, from Shilasdair)

2. A traditional gansey, knitted with royal-blue yarn from the Isle of Harris.

It’s rather difficult to decide, isn’t it?

So, ich bin jetzt seit einer Woche bei Twitter aktiv, und es ist Zeit für eine kleine Bilanz. Ich habe Twitter immer als oberflächlich abgelehnt, so nach dem Motto “was interessiert mich, ob X einkaufen geht oder Y es zu warm findet”, aber ich muss meine Meinung zumindest teilweise revidieren, denn Twitter ist vor allem das, was man daraus macht. Das gilt für Blogs natürlich auch, aber umso mehr für ein Medium, das so stark mit Verkürzungen arbeitet wie Twitter (140 Zeichen sind nicht wirklich viel).

Zunächst finde ich es genießbar, weil es asymetrisch arbeitet: Ich muss nicht automatisch die Leute lesen, die mir folgen, ich kann es mir aussuchen und muss mich aktiv dafür entscheiden. So kann man den ärgsten Schwafelköppen, die nichts Interessantes mitzuteilen haben, aus dem Wege gehen. Ich nutze Twitter also in erster Linie, um Nachrichten zu erhalten, die für mich von Interesse sind, und das lange bevor sie in den Massenmedien publik werden – wenn das überhaupt der Fall ist. In zweiter Linie informiere ich mich natürlich auch darüber, was die Leute, die ich kenne, so treiben, aber das hält sich in überschaubaren Grenzen.

Außerdem finde ich es wichtig, andere Dinge zu schreiben, als ich es im Blog tue, denn es ist denkbar uninteressant, denselben Kram hier wie dort lesen zu müssen, nur drüben eben im Telegrammstil. Twitter funktioniert für mich nicht mal als Ergänzung zu meinem thematisch relativ streng gebundenen Blog, sondern parallel dazu, mit nur geringen Überschneidungen. Mischen will ich es nicht, aus mehreren Gründen. Wer also wissen will, was ich stricke, wie ich es stricke und was ich darüber denke, ist im Blog richtig. Wer wissen will, was ich ansonsten denke, was mich umtreibt, der ist bei Twitter besser bedient.

Unter dem Strich kann ich sagen: Twitter ist toll, wenn man die Spammer blockt und den Bullshitfaktor gering hält.

Aufgrund neuester Entwicklungen habe ich mich entschlossen, doch einen Twitter-Account anzulegen. Wen’s interessiert, der findet mich unter Jinx_HH.

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