Materials / Materialien


Ich habe etwas gekauft, von dem ich immer meinte, ich würde es nie kaufen. Und zwar Strickgarn aus reinem Polyacryl. Und das mir, die ich immer auf reine Naturfasern schwöre und mit Ach und Krach bereit bin, einen Polytier-Anteil in meiner Sockenwolle zu akzeptieren, der Haltbarkeit wegen. Und nun das. Es gibt natürlich Pros und Contras, wie ich nach einem Anstricktest vermelden kann.

Contra:

  • Das Zeug quietscht beim Stricken
  • es fühlt sich nicht gut an
  • Das Garn sieht schon von Weitem nach Plastik aus
  • Ich möchte es nicht mal tragen, wenn ich tot bin

Pro

  • es ist formstabil
  • es gibt das Garn in leuchtenden Farben (und wenn ich leuchtend sage, meine ich auch wirklich leuchtend)

Die Bilanz steht also formal gegen das Polytier, aber … es ist für Guerilla-Knitting einfach am besten geeignet. Ehrlich. Sage sogar ich, wenn auch ungern. Allerdings mache ich eine Einschränkung: Wenn ich die Natur umstricke, werde ich kein Plastik dafür verwenden, denn dort liegt schon genug davon herum.

I really did it, and it’s unbelievable. I purchased some yarn made of 100% acryl. Although I always insist to use 100% natural materials for the garments I knit. The only concession I’m willing to make is sock yarn, for the sake of durabiltiy I accept an allotment of 25% acrylic. But that’t it. But now it happened. After knitting some rows I can tell there are some pros and cons.

Con:

  • the yarn is making weird sounds while knitted
  • I don’t like touching it
  • it really looks like pure plastic
  • I even don’t want to wear a garment knitted from thisone when I’m dead

Pro:

  • the item knitted with it keeps its shape
  • it comes in blazing colours (and I really mean: blazing)

There are obviously more cons than pros, but there is one reason why I bought it: It’s much better for guerilla knitting than natural fibres. But here I make one exception: when bringing my guerilla knitting into a natural surrounding, like parks etc., I won’t use thisone. There is enough plastics around, I think.

Aus einem …

Take one …

… mach zwei …

… make two …

… und das Ergebnis ist:

… and the result is:

(Ich hab’s “Piratentuch” genannt”)

(I call it “pirate wrap”)

Die Idee für eine Streifung in Hell-Dunkel stammt übrigens von Einbeiein (Ravelry-Link), die momentan eine Art Inspirationsmaschine für mich ist.

The idea for these stripes comes from Einbeiein (Ravelry-Link) who’s sort of an inspiration machine for me at the moment.

Was strickt man bei Hitze? Eine schwierige Frage.

  • Mein Kraka-Tuch in Alpaca-Mischgarn? Bäääh! Klebt.
  • Mohair? Das soll wohl ein Witz sein.
  • Der Celtic aus selbstgesponnener Wolle? Nur für Leute mit masochistischer Ader.
  • Die Evilla-Jacke oder die Patch-Weste? Kommt gar nicht infrage, da das Zeug beginnt, mich zu bedecken.
  • Mein Taschenprojekt mit Seite? Klebt.
  • Der Swirl-Shawl? Wolle zu haarig. Fällt aus.
  • Baktus? Reines Alpaka. Verbietet sich von selbst (dann schon lieber Kraka).

Bleiben erstaunlicherweise ein Kauni-Tuch, da es noch nicht zu groß ist und die Wolle einen recht “trockenen” Griff hat, der Leinenpullover von Karen Noe und der Alligator-Wrap aus kühler Koigu. Letzterer geht gerade so, weil er auch schon recht groß ist (siehe “Decken-Effekt”). Großtaten werden nicht zu erwarten sein, leider.

It’s difficult to find a project that I really want to knit at the moment. It’s just too hot, and most materials just feel disgusting. There are only three acceptable ones, a Kauni triangular shawl, a summer sweater made of linen yarn, and the alligator wrap. But the latter is almost to big – a bit like a blanket.

Ach ja, wenn alles auf eine Nadel kommt, sieht es immer so blusig-rüschig aus, aber das gibt sich. Dies ist jedenfalls mein Seamless Hybrid an der relevanten Stelle, also wo er zum Seamless Hybrid wird.

Oh yes, when you put all parts on one needle, it always looks a bit ruffly-blousy, but this will change. However, this is my seamless hybrid at the vital point where it becomes a seamless hybrid.

Mir ist es nicht egal, was ich verstricke. Ich möchte weder Wolle verstricken, für die Schafe verstümmelt wurden, noch Materialien, die für die Umwelt allzu desaströs sind. Daher habe ich immer bedauert, dass die Garnhersteller sich so bedeckt halten. Doch dies Material ist sowohl von der Färbung als auch vom Anbau her aus ökologisch-nachhaltiger Produktion, und dazu hat man kein Bindfaden-Feeling beim Verstricken, ganz im Gegenteil: Es ist sehr weich und angenehm. So lasse ich mir das doch gefallen.

I do mind what I knit with. I don’t want to use wool for which sheeps are mutilated nor materials which are desastrous for the environment. Therefore I always regretted that the producers don’t declare properly which dyes are used or where their raw materials come from. But this yarn is produced unter ecological and sustainable conditions, and you don’t have the feeling of knitting with packthred at all. It’s really soft. That’s what I want.

Material: Schachenmayr Nomotta, Cotton Eco Color

Habt ihr ein Lieblingsgarn? Wenn ja, welches und warum?

Eines??? Sagen wir lieber: einige, und welches ich verarbeite, hängt von der Jahreszeit und vom Strickstück ab. Hier eine Auswahl meiner Favoriten:

  • Jamieson & Smith – Diese Farben! Dieser Griff! Diese Optik! Und plastikfrei
  • Hanne Falkenberg No. 1 – Shetlandgarn in phantastischen Farben, plastikfrei
  • Marianne Isager Tvinni – Wunderbar zu verstricken, viele tolle Farben, vielfältig einsetzbar, plastikfrei
  • Kauni und Evilla Effektgarne – wunderschöne Farbverläufe, plastikfrei
  • Isager Alpaca (100%) – fasst sich an wie Sahne, plastikfrei
  • Isager Alpaca No. 2 – Alpaka-Mischgarn mit Fair-Isle-Fähigkeiten, plastikfrei
  • Frangipani – mein Lieblingsgarn für Ganseys, natürlich plastikfrei
  • Noro Kureyon – tolle Farben, mein Favorit zum Filzen
  • Noro Silk Garden – mir gefällt die Optik und die Mischung, tolle Farben
  • Rowan Felted Tweed – wunderschöne Farben, angenehme Haptik
  • Rowan Denim – mir gefällt die Optik
  • Schachenmayr Cotton Eco Color – für Baumwolle wunderbar weich, interessante Optik
  • Tilli Tomas Plie – das schönste Seidengarn, das ich kenne. Die Farben sind ein Traum

Hier kommt ein erstes Bild meiner fertigen Hanami-Stola, der vermutlich am schlechtesten gespannten Stola der Welt. Wenn ich sie neu gespannt habe, kommen auch ein paar aussagekräftigere Fotos. Ich bin ziemlich begeistert von dem Teil und kann sagen, dass ich mein Lace-Trauma überwunden habe.

This is the first picture of the Hanami stole I finished yesterday. It’s probably the worst blocked stole in the world. When I did the blocking process again, some better photos will follow. I’m quite enthused by it, and I can tell I overcame with my lace knitting trauma.

Als Iris bei unserem Ausflug nach Flensburg meinte, das Schönste wäre, ein Projekt neu zu beginnen, habe ich widersprochen, denn ich dachte, das Beenden ist auch schön (nur der Teil dazwischen ist manchmal nicht so …). Liebe Iris, Du hast recht, ich habe Unrecht, denn die letzten Reihen waren total ätzend. Das regelmäßige Lochmuster geht schnell, ist aber grottenlangweilig. Es sind dröge 32 Reihen, und ich dachte mir ab Reihe 12, dass man vielleicht etwas früher … aber ich habe durchgehalten. Dann kam die Rüsche (vermutlich die einzige, die ich in meinem Leben stricken werde), und für die allerletzten Reihen hat man fast doppelt so viele Maschen auf der Nadel wie davor. Aber das ist nun alles vergessen, denn ich habe es tatsächlich geschafft, mein erstes echtes Laceprojekt zu vollenden.

When Iris said (during our trip to Flensburg) that starting a project makes the best part of the whole process I disagreed and told her that finishing is as good as the beginning. Well, Iris, you are perfectly right and I was wrong. Finishing this was a pain in the neck; the lace pattern at the end is very easy, but it bored me to death. I was really tempted to finish earlier. But I did resist and finished all very boring 32 rows. Then the ruffle followed (it’s probably the only ruffle I’ll ever knit), and for the very last rows I had almost the double amount of stitches on my needles than I had before. But this is all forgotten because I really managed to finish the very first real lace project of my life.

Allerdings habe ich etwas zum Garn zu sagen. Es ist Wollmeise Lacegarn, und die Farbe ist wirklich toll, ein sattes Rotviolett. Aber das Garn … zunächst muss es in Superwash-Plastik-Lösung praktisch ertrunken sein (ich stricke meine modularen Projekte ebenfalls mit Superwash-Garnen, aber die sind nicht so … leblos). Und dann würde ich mir wünschen, dass es beim Waschen weniger nach Chemie gestunken hätte. Am Waschmittel liegt es definitiv nicht, denn ich verwende reine Olivenölseife. Und nein, ich bin nicht überempfindlich, sondern Raucherin.

But there is something I have to say about the yarn. It’s Wollmeise lace yarn, and the colour is phantastic, a full, vibrant reddish purple. But the yarn itself … first of all it must be drowned in superwash dissolution (I’m knitting my modular projects with superwash yarns as well, but theseones are less … lifeless). And then I wished the stole hadn’t smelled like a chemistry plant. No, this was not the detergent since I use pure, natural olive oil soap. And no, I’m not overly sensitive, I’m a smoker.

Technisches / Technical Details
Name: Hanami
Designer: Melanie Gibbons
Quelle/Source: Pink Lemon Twist
Größe/size: One size, but I knitted one pattern repeat more to get slightly more width
Material: Wollmeise Lacegarn, Farbe/colour: Fliederbusch/syringe; Rocailles
Gewicht: 190 g

Momentan finde ich die Geschehnisse um eine bestimmte Wollmarke der handgefärbten Art nur noch befremdlich, und zwar von mehr als einer Seite. Ich habe selbst diverse Wollmeisen-Stränge; die meisten konnte ich erwerben, bevor das Shopsystem umgestellt und der internationale Markt diese Produkte entdeckte, was dazu führte, dass die Garne praktisch nicht mehr verfügbar sind. Das ist Glück für mich und ansonsten bedauerlich, aber kaum zu ändern, auch wenn dreiunddrölfzig Vorschläge, die durchs Internet kursieren, anderes vermuten lassen.

Außerdem hatte ich das Glück, letztes Jahr eine Mitgliedschaft im Sockenclub zu ergattern, und da ging das Befremdliche, das sich immer weiter steigert, schon los. Sehr viele Plätze gingen an BewerberInnen aus dem Ausland, und da konnte man vereinzelt und unter der Hand tatsächlich so eine Art Woll-Nationalismus heraushören – von wegen, die Amis, die selbst genug Handfärber haben, nehmen uns die Wolle weg. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass – hätte ich Pech gehabt mit dem Club – es mir völlig gleichgültig gewesen wäre, ob Uta aus München, Brigitte aus Essen oder Nancy aus Punxatawney “meinen” (*LOL*) Platz eingenommen hätten.

Gerade dieser Club ist nun die Quelle einigen Ungemachs, denn in den Aufnahmebedingungen stand, dass gebeten wird, von der Veräußerung der Stränge vor Ablauf der Mitgliedschaft Abstand zu nehmen. Das sollte man natürlich lesen, bevor man sich durch Absendung der Bewerbung automatisch bereit erklärt, diese Konditionen zu akzeptieren. Ich hab’s sogar gelesen  – vermutlich aus Langeweile – aber viele tun das eben nicht, oder sie überlesen es in der Schnelle , oder sie haben es vergessen. Wie auch immer. Ich habe und hatte nicht vor, die Clubstränge zu veräußern, also betrifft es mich nicht. Ich habe es gelesen, mir gemerkt und durch die Mitgliedschaft mein Einverständnis erklärt – auch wenn mir dieser Punkt nicht logisch ist. Denn ich finde es nicht unfair, wenn ein Strang dieser Wolle in andere Hände gelangt, vor allem, da eine Veräußerung zu wohltätigen Zwecken da eine Ausnahme darzustellen scheint. Ich sehe keinen Unterschied zwischen dem knappen Gut Clubstrang, der verkauft wird (auf eigene Rechnung) und einem, der zu Charity-Zwecken angeboten wird. Das Ergebnis – der Strang wechselt den Besitzer und verlässt den Club-Kontext – ist dasselbe und gleich fair oder unfair. Ich sehe da ein ganz anderes Ungemach – Nachtwachen, um ja kein Update der regulären Ware zu verpassen und dann alles zu raffen, was nicht angenagelt ist, um es weiterzuverkaufen. Finde ich viel zweifelhafter als den Verkauf eines Clubstrangs, mit dem man nichts anfangen kann. Man sollte schon differenzieren zwischen planmäßiger Geschäftemacherei und dem einmaligen Anbieten eines Strangs, der der Person nun mal nicht liegt. Denn es geht zu weit, den Kunden das Verwahren von Wolle über ein bestimmtes Datum hinaus aufzuzwingen, wenn diese Wolle den Kunden nicht gefällt.

Nun drohen denen, die Clubstränge veräußern, Konsequenzen (so gelesen in einem Blog). In diesem Zusammenhang stelle ich ganz klar die Frage nach dem Datenschutz, denn das dort berichtete ist bei Wahrung desselben gar nicht möglich.

Die Diskussionen, die bei Ravelry und andernorts hochkochen, kann ich ebenfalls nur als befremdlich bezeichnen, ebenso wie die erste Wollmeisengruppe bei Ravelry mit einem gigantischen “Oh my gosh – Shop Update”- Thread und bizarren Postingregeln, die ich fast schon als militärisch – und damit als automatisch unangenehm – empfinde.

Außerdem nimmt eine ausufernde Diskussion ihren Lauf über Idioten, die hunderte von Euro für einen Wollmeisenstrang ausgeben, darüber, dass die Wolle eh zu teuer ist, der Club sowieso und überhaupt. Nun, ich finde es auch dämlich, überzogene Preise in Auktionen zu bezahlen, aber was den völlig regulären Handel angeht, so kann ich nur sagen: Gute Wolle hat ihren Preis, und besondere hat ihren ganz besonders. Die Wollmeise-Färbungen sind etwas besonderes für mich, weil sie mich ansprechen. Wer wie viel wofür ausgibt ist ohnehin eine rein subjektive Angelegenheit. Einer steckt Zehntausende in ein komisches Auto, mit dem er entweder im Stau steht, wenn er fahren möchte oder stundenlang herumkurvt, obwohl er der Wagen doch nur abstellen will (bizarr, nicht wahr?). Andere bestellen sich teure Garne aus den USA (ich bekenne mich schuldig), und wieder andere kaufen Quiviut für einen horrenden Preis (in diesem Anklagepunkt bin ich unschuldig, Euer Ehren!, mir gefallen und stehen die Farben nicht, und DAS Garn ist mir nun wirklich zu teuer).

Jeder muss wissen, wofür er oder sie das Geld lässt. An dieser Stelle finde ich es ehrenwert, dass die Wollmeisendame ihre Garne nach wie vor stoisch in ihrem Shop anbietet, wenn sie eben welche hat, trotz ich-will-gar-nicht-wissen-wie-vielen Mails von “oh bitte, sag mir privat, wann das nächste Update stattfindet” über “oh, bitte, ich möchte unter der Hand die Farben A, B und C in den Qualitäten X, Y und Z vorbestellen” bis hin zu “ich habe keine Clubmitgliedschaft und kam bei den letzten Updates zu kurz und finde das unfair” (diese Mails entstammen selbstverständlich meiner Phantasie, aber ich kann mir angesichts dieses Aufrisses kaum vorstellen, dass es derartiges nicht gibt). Es ginge auch anders: nämlich die Ware selbst zur Auktion zu geben und das ganz große Geschäft selbst zu machen.

Leute, es ist ganz einfach: Die Wolle gefällt Euch nicht? Kauft sie nicht. Ich verstehe auch nicht, dass jemand auch nur einen Cent in Acrylgarn oder in biedere Strickliteratur gleich welcher Provinienz investiert und tue das auch nicht dauernd in irgendwelchen Foren kund. Die Wolle ist Euch zu teuer? Siehe Punkt 1. Ihr findet den Hype lächerlich? Ich auch. Ich denke, dass so ziemlich alle Beteiligten sich inzwischen so richtig schön verrannt haben, und genau das ist der Punkt, an dem ich mich zurückziehe. Ich habe zwei Wollmeisenstränge verschenkt, einen, den ich sehr mochte, weil ich jemandem eine Freude machen wollte (es ist gelungen, btw) und den anderen habe ich im Blog verlost, da mir die Farbe in natura nicht so gut gefiel (und vor allem nicht zu mir passte). Der Empfängerin gefiel er wohl, sie strickte einen wunderschönen Schal daraus, der ihr ganz hervorragend steht, dem Foto nach zu urteilen. Sollte mir nochmal ein Strang unterkommen, mit dem ich nichts anfangen kann, werde ich ihn wieder weitergeben, ohne Gegenleistung, da ich nunmal daran glaube, dass Dinge Bewegung brauchen, um keinen Staub anzusetzen, und zwar nicht nur im realen Leben, sondern auch im Geiste. Und das kann durchaus auch mal für einen Clubstrang gelten, wenn für mich die Zeit gekommen ist, mich von ihm zu trennen. Ja, ich werde ihn weitergeben, einfach so. Vielleicht um ein Zeichen zu setzen gegen den Hype. Denn es gibt nichts Entspannenderes als das entspannte Loslassen von Dingen, um die sich Leute bereit sind, mit Zähnen und Klauen zu balgen.

Ansonsten lehne ich mich entspannt zurück und ruhe mich auf meinen Wollmeisen aus, wobei ich einen Pullover daraus plane (und das kann dauern). Um den Hype nicht weiter zu unterstützen, werde ich jegliches Tausch- oder Handelsansinnen in Zukunft ohne weiteres Ansehen ablehnen. Für den Sockenclub werde ich mich wieder bewerben, sollte es einen geben, denn ich kann mit den Konditionen leben, auch wenn ich inzwischen – wie gesagt – finde, dass einiges dort doch etwas zu weit geht. Sollte dieses Tralala allerdings noch lange weitergehen, so überlege ich es mir nochmal. Ich hoffe, dass sich das alles wieder fängt und die Beteiligten zur Besinnung kommen, bevor noch mehr die Lust an dieser schönen Wolle verlieren. Denn es ist letztendlich doch nur Wolle, wenn auch eine besonders schöne.

Ich werde mich also aufs Stricken beschränken, das entspannt und klärt den Geist.

Dies ist also das Material für die Hommage an Kaffe Fassett, Teil III. Ich habe mich für Kauni entschieden, weil ich das Garn mag und es einigermaßen günstig ist. Vielleicht ergänze ich es noch durch etwas Jamieson, aber da bin ich mir nicht so ganz sicher. Diese Knäule werden in zwei Gruppen geteilt (gelb-rot / grün -blau) und mittels der Splicing-Technik miteinander vernknubbelt. Davor graut mir schon, denn es gehört einideutig in die Womit-habe-ich-das-verdient-Kategorie. Aber es ist mal wieder stärker als ich, und ich fühle das dringende Bedürfnis, anzufangen. Allerdings wird es ein langer, zäher Prozess werden.

This is the material for the Hommage to Kaffe Fassett, part III. I decided to use Kauni because I really like this yarn and it’s not too pricy. These balls will be divided in two groups (yellow-red / green-blue), and then brought together with the splicing technique. I’m really a bit afraid of this because it will take a very long time until I’ll be able to knit the very first stitch, but it’s stronger than me (again), and I feel the need to get started. It will take forever, I’m sure.

Als ich mit dem Stricken begann, landete ich relativ schnell bei Kaffe Fassett und seinen Entwürfen. Mich begeisterte vieles, es ist ein Farbenrausch, doch für die Umsetzung fühlte ich mich nicht bereit. Zudem verwendet er häufig die Intarsien-Stricktechnik, die zu den von mir ungeliebten gehört. So erfreute ich mich lange nur an den Abbildungen, die mir eine ständige Inspiration waren und sind.

When I started knitting, I soon discovered the designs by Kaffe Fassett. I love quite a lot of them, it’s a riot of colour, but for reknitting one of them I didn’t feel advanced enough. What made me hesitate was the fact that he uses intarsia knitting quite often, a technique I rather dislike. So I enjoyed just looking at the pictures with their handsome designs which were a source of inspiration for me – and still are, of course.

Ein Muster hatte es mir besonders angetan, vielleicht mehr als alle anderen, und das waren die Persian Poppies. Es ist ein sehr einfaches Muster, dazu wenig blumig (was mir entgegenkommt) und vor allem voller Möglichkeiten der Variation und viel Raum für eigene Ideen. Mich fasziniert die Einfachheit sowie der hohe Abstraktionsgrad. Ich bin natürlich weder die erste noch die einzige, die das entdeckte, und einige Designer verwenden dieses Muster als Grundlage für eigene Entwüfe, leider auch ohne Angabe der Quelle.

There is one pattern I really fell for, it’s maybe the one I like best: The Persian Poppies. It’s a very simple pattern, not too florid, and full of possibilities for variation and the development of own ideas. It’s its simplicity and the high degree of abstraction that fascinates me. Of course I’m nor the only one neither the first who discovered this. Some designers picked and varied it for using it for their own designs, unfortunately not all of them named their source.

Ich habe mich entschlossen, nun endlich das verehrte Muster umzusetzen, und zwar auf sehr unterschiedliche Weise und mit unterschiedlichen Mitteln. Bisher habe ich vier Ideen, vielleicht sogar fünf, und eine davon wird so ausgeführt werden, wie der Meister selbst es vorsah: In Farbstrickerei (stranded), wobei verschiedenfarbiges Garn mittels Splicing miteinander zu einem langen, vielfarbigen Faden verbunden wird (*ächz*). Daraus werde ich einen Raglanpullover stricken (und keine Weste, wie im ursprünglichen Entwurf); das wird die Hommage No. 3.

I decided it’s time to start with the adored pattern after all, but in very different ways and with a multitude of materials. Until now I have four ideas, maybe five, and four (five) different techniques in mind. Only one will be executed in the way the master himself suggested it: in stranded knitting, and the yarn will be produced from single balls in different colours, connected by splicing (I’m a bit afraid of this – it’s a huge amount of work). I’ll knit a raglan sweater and not a vest (as it can be seen in Fassett’s books). This will be Hommage No. 3.

Die Idee, ein Muster auf unterschiedliche Arten umzusetzen kam mir durch Fassett selbst, der ja nicht nur strickt, sondern auch quiltet, malt, Mosaiken legt und was weiß ich noch alles tut. Da liegt es nahe, selbst noch ein paar Techniken hinzuzufügen und so die Bandbreite der Möglichkeiten zu erweitern, die in Fassetts Mustern (und vor allem in diesem) liegt.

The idea to use different techniques for this design was brought to me by Fassett himself. He’s not only a knitting designer, but he also does quilting, he paints, does mosaiques etc. So it was obvious to me to add some more techniques for amplifying the amount of possibilities which come with Fassett’s patterns (and specially with the poppies).

Die ersten beiden Varianten sind bereits fertig:

Two versions are already done:

Der Adler Elch ist gelandet! Heute morgen kam meine Bosworth-Spindel aus Elchgeweih an, und ich bin einfach überwältigt, wie schön sie ist. Die Wartezeit betrug fast ein Jahr, aber es hat sich gelohnt. Der Service war übrigens hervorragend; man erhielt Fotografien der Wirtel und durfte vier davon auswählen, sodass jeder eine bekommt, die auch gefällt. Dazu wählt man dann das Holz für den Schaft. Die Maserung ist einfach wunderschön, ich kann mich noch gar nicht beruhigen. Beruhigend hingegen finde ich, dass kein Elch für diese Leidenschaft sterben musste, denn die Geweihe wurden abgeworfen und gesammelt.

The eagle moose just landed today. This morning my Bosworth spindle turned from moose antler arrived, and I’m overwhelmed by it’s stunning beauty. I had to wait almost a year for it, but it was definately worth the time. The service provided was excellent; I received photos of the whorls and had to choose four of them, so each customer gets a spindle he likes. Then I chose the wood for the shaft. The texture of the whorl is unbelievably vivid, I just can’t calm down at the moment. But what really calms me is the fact no moose died for this, because the antlers were shed and collected.

Technical Details / Technische Details

Name: Moosie Spindle
Material: Moose antler, Bloodwood / Elchgeweih, Padouk
Manufacturer: Jonathan & Sheila Bosworth
Gewicht: 32 Gramm

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