Materials / Materialien


Wo liegt Euer persönlicher Komfortbereich beim Stricken?
- bei Stricknadeln? Mit welchen Nadelstärken strickt Ihr am liebsten? Mit welchen nur ungern und welche vermeidet Ihr ganz?
- beim Material? Welche Fasern behagen Euch? Und welche gar nicht?

Mein Komfortbereich für Stricknadeln liegt bei 2,0 – 4 mm, höchstens 5. Alles darüber finde ich mühsam und benutze ich nur in Ausnahmefällen. Nadeln dicker als 8 mm vermeide ich ganz. Dies gilt ganz ausdrücklich nicht für tunesische Häkelnadeln. ;)

Was das Material angeht, so sind nordische Wollen ohne Superwash-Ausrüstung meine absoluten Favoriten. Alpaka und Kaschmir gehen auch, ebenso Mischungen mit diesen Fasern und/oder mit Seide. Baumwolle mag ich auch recht gern, auch wenn ich es nicht so angenehm zu verarbeiten finde. Ein absolutes “No-Go” sind für mich Kunstfasern und Kunstfasermischungen, außer Sockenwolle, die ich allerdings nur für Socken verwende (wenn ich denn mal welche stricke …). Ausnahme: Kleine Anteile bei Noro-Garnen.

Das Wollschaf fragt:

Welches sind Deine momentanen Lieblingsgarne in den Bereichen
- Handstrickgarn
- Sockenwolle
- Handgefärbtes?

  • Handstrickgarn: Hier bevorzuge ich “nordische Wollen”, also reine Wollgarne mit Griff und Biss. Meine Favoriten sind die Garne von Jamieson (of Shetland), Hifa und die leider nur im Kit erhältlichen Materialien von Hanne Falkenberg und Christel Seyfarth. Neu entdeckt und für gut befunden: Kilcarra-Tweedgarne aus Irland. Die rustikalen, nicht die Luxusvariante.
  • Sockenwolle: Hier ist die Antwort für mich klar: Zitron, sowohl Trekking als auch die anderen Qualitäten.
  • Handgefärbtes. Die Auswahl ist riesig, die Optik verstrickt oft bescheiden. Überzeugt haben mich bisher die Garne von lollipop.yarns by Filzflash, die Drachenwolle und die Auswahl, die ich von MAZ bisher gesehen habe.

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Es wird viel geflucht über Noro-Garne, und dem steht gegenüber, dass ich vor allem Silk Garden, Cashsoft Iro und Kureyon ausgesprochen gern verstricke und auch mit dem Sockengarn nebst den daraus hergestellten Socken sehr zufrieden bin. Eine neuerliche, thematisch jedoch alte Diskussion (Ravelry-Link) hat mich dazu gebracht, über Noro nachzudenken und mich ein wenig eingehender mit den Garnen zu beschäftigen.

Some knitters really get angry with Noro yarns when working with them, but in the opposite I love to knit with them, specially with Silk Garden, Cashsoft Iro and Kureyon. I even like the sock yarn and the socks I made of it. A fresh discussion about the quality of Noro in a German board at Ravelry’s made me think of Noro yarns and to do some research.

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Was mich immer an Noro begeistert hat, waren die Farben, die unregelmäßige Textur und die Art, wie der Charakter der verwendeten Fasern im fertigen Garn erkennbar ist und erhalten bleibt. Als ich las, dass der Designer, Eisaku Noro sich für seine Farben an japanischen Landschaften orientiert, war ich nicht überrascht. Ich verstehe nichts von Japan, seiner Kultur oder Natur, und war auch nie dort, doch was selbst mir erkennbar war – ganz ohne Vorkenntnisse, war, dass diese delikate, oft überraschende aber immer irgendwie harmonische Farbigkeit das Ergebnis von Inspiration und Erkenntnisprozess sein muss, und zudem von einer gewissen Verinnerlichung und Vergeistigung. Kurz gesagt: Da panscht nicht einfach jemand herum.

What always had fascinated me about Noro yarns is the richness of colours, of course, the slightly irregular texture, and the way the natural appearance of the fibers used still shines out in the different yarns. When I read that the Designer, Mr. Eisaku Noro, is inspired for his dyeings by the colours of Japanese landscapes I was not surprised at all. I’m everything but an expert in Japanese culture or nature and have never been there, but what my unware eye could recognize was that these delicate, often surprising but always somewhat harmonic shades must be the result of deep inspiration, a process of insight, and that it speaks of a certain internalisation and sublimation. To cut a long story short: Mr. Noro is not any bloke who splashes around with any colours.

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Die Kritik, die oft an Noro-Garnen geäußert werden, sind einmal die zahlreichen Knoten, die durch selbige unterbrochenen Farbverläufe, die Unregelmäßigkeit der Textur und den hohen Preis. Die Textur ist Geschmackssache, und selbstverständlich eignet sich das oft vielfarbige Noro-Garn nicht für jedes Modell. Schließlich soll das Garn das Muster nicht erschlagen. Die leichte Unregelmäßigkeit muss man mögen, wobei das Garn ein sehr lebendiges Strickbild ergibt.

Was die Knoten angeht – damit habe ich kein Problem, denn es sind nur sehr wenige. Ich kann die Berichte von zahlreichen Knoten in einem einzigen Knäul nicht bestätigen, denn bei mir ist es nie mehr als einer, der alle paar Knäule mal vorkommt, und das ist vergleichbar mit anderen hochwertigen Garnen.

People criticize about Noro yarns that there is a large amount of knots which interrupts the colour gradients, the irregularity of its texture, and the quite high price. The texture is a question of the personal taste, and this can hardly be a point of discussion. But the garment looks very vivid with this slight irregularities. Of course the multicoloured sorts of Noro are not suitable for everything, since the colours should not kill an elaborate pattern.

I never had a problem with knots with Noro. I find one every then and when, never more than one in a ball, and not in everyone. So it’s absolutely the same as it is with other fine yarns I use. Knots can happen.

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Kommen wir nun zur Unterbrechung des Farbverlaufs, die oft als Problem angesehen wird. In Deutschland kennt man Farbverlaufsgarne zuallererst vom Sockenstricken, wo die Meisten Wert auf zwei gleiche Socken legen. Selbstmusternde Sockengarne werden oft bedruckt und sind nicht eben billig. Doch sind sie das Ergebnis eines rein handwerklichen, maschinellen Prozesses (wenn man die handgefärbten Sockengarne beiseite lässt), und das sind Noro-Garne eben nicht. Sie werden weitgehend in Handarbeit hergestellt, und ihre Gestaltung ist weniger handwerklich als künstlerisch motiviert. Es ist nicht Anliegen des Designers, dass man zwei völlig gleichartige Ärmel, Vorderteile oder generische Ringel in endloser Wiederholung mit diesem Garn produziert, sondern es ist ein ständig wechselndes Spiel verschiedener Schattierungen in ganz unterschiedlichen Längen. Das lässt sich vor allem daran erkennen, dass selbst in zwei völlig knotenfreien Knäulen derselben Farbe die einzelnen Farbpartien unterschiedliche Längen haben. Auch das muss man mögen, und es ist völlig legitim, das nicht zu tun, aber man sollte an die Garne nicht denselben Maßstab anlegen wie an die Produkte deutscher Garndruckereien.

Let’s go to the knots which tend to interrupt the colour gradients what is often identified as a major problem with Noro yarns. In Germany, self-striping yarns are mostly known and used for sock knitting, and the vast majority of the knitters prefer to get two socks of a kind. Self-striping sock yarns are often printed, not dyed and are everything but a bargain. But they are the result of a mere technical and industrial process (when we neglect the handdyed kind, what we do at the moment), and Noro yarns are not. They are mostly produced by hand, and the production is crafty and artistical. It’s not the intention of the designer to sell yarns which make two lookalike sleeves or front panels or perfect stripes in endless repetition, but it’s more a playing process with different shades that alternate in a rather suprising way and in different lenghts. This can easily be recognized when you look at two perfectly knot-free balls of the same colour: the single colours never have the same length in the balls. This also is something one has to like, and it’s perfect if you don’t, but it’s simply not possible to compare a product of the yarn imprinting industry with a piece of handcrafted and artistically designed yarn.

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Der Preis für Noro-Garne ist happig, aber auch dafür gibt es eine Erklärung, und die ist unabhängig von der japanischen Preisgestaltung. Die Materialien sind überwiegend natürlich, es werden ökologische Maßstäbe angelegt und die Garne sind überwiegend in Handarbeit hergestellt, nachzulesen hier (im hinteren Teil des Dokuments findet sich die deutsche Übersetzung). Diese Transparenz würde ich mir von anderen Garnherstellern auch wünschen.

Noro yarns are rather expensive, but this can be easily explained, leaving the Japanese pricing policy aside. The materials are mostly natural, ecological criteria are applied, and the yarns are mostly processed by hand, which can be found here. I’d love to see his degree of transparency from other yarn producers as well.

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Abgebildet ist die Strickjacke Elsewhere, gestrickt mit Noro Silk Garden in drei verschiedenen Schattierungen.

The pictures show the Elswhere cardigan, knitted with Noro Silk garden in three different Shades.

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Ich bin ja relativ unerschrocken, und wenn ich in Foren lese, dass Leute gern mal Silk Hankies spinnen würden, sich aber nicht trauen, die zu bestellen, dann denke ich mir … na, lassen wir das. Ich habe es jedenfalls ausprobiert, mit einer leichten Spindel (für den Connaisseur: Threadsthrutime, Palm- und Ebenholz, türkisch, tiny). Und es geht ganz hervorragend und sehr leicht, nicht dieser Rutschekram, mit dem man sich sonst beim Verspinnen reiner Seide herumschlägt. Allerdings muss man recht kräftig ziehen. Wieder was gelernt. :D

I’ m a rather adventurous crafter, and when I read in some internet boards that people would like to test spinning silk hankies but don’t have the courage to order some, I’m thinking … well, let’s change the topic. I just tried it, and it’s easy and works extemely well. Nothing of this slippery stuff you have to deal with when spinning silk roving. I used a lightweight spindle (for the connoisseur: Threadsthrutime, palmwood and ebony, Turkish, tiny). But one thing is different: compared to spinning with silk or silk blends you have to pull quite aggressively. Well, I’ve learned something again. :D

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Bestellt.  Gewartet. Da. (Das Blumentuch von Christel Seyfarth, genauer gesagt: die Strickpackung.  Jawohl. Ihr habt richtig gehört: Blumen. Das liegt wohl daran, dass die Blumen dänischer Designer an mir nicht bescheuert aussehen.)

I ordered. I waited. Now it’s here. (The Large Poppy Shawl by Christel Seyfarth, exactly: the kit. Yeah, you got this right: it’s a flowery pattern. Maybe because the flowers designed by Danish designers do not look so stupid with me.)

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Nachdem ich ein wenig geübt hatte, habe ich ein Projekt in der tunesischen Häkeltechnik begonnen. Es wird ein Inlet für meinen Strickkorb. Das gibt mir zugleich eine wunderbare und sehr passende Gelegenheit, diese bescheuerte Kauni Rainbow loszuwerden, die ich mir in einem Anfall von ich-weiß-auch-nicht-was gekauft habe

After practicing a bit, I started my first real Tunisian crochet project. This will become an inlet for my knitting basket. It’s an excellent and very conveniant opportunity to get rid of this stupid Kauni rainbow wool I once purchased in  a mood that I call now rather strange. #

Es ist nicht so, dass ich Kauni nicht mag, ganz im Gegenteil. Es ist ein wunderbares Garn mit einem unschlagbaren Preis-Leistungs-Verhältnis. Ich mag auch die Farben der Rainbow, aber ich möchte sie nicht tragen. Die meisten Projekte aus der Sektion “Oberbekleidung” finde ich eher gruselig, da zu gakelig für mich. Außerdem stehen mir zu viele der enthaltenen Schattierungen nicht. Eine kleine, körperfern getragene Decke ist da ideal. Zusammengefasst: Ich mag die Kauni Rainbow theoretisch, aber praktisch … nicht so. Ich wette, ich bin nicht allein, denn viele nutzen diese Farbe für Stuhlkissen und Taschen.

It’s not that I don’t like Kauni, the opposite is the case. It’s a wonderful yarn for an unbeatable price. I even like the colours, but I don’t want to wear them. Most projects I see knitted with this yarn I don’t like at all, there are too many different colours in it. Besides this, too many shades used with Kauni rainbow don’t become me at all. A small blanket not worn close to the body seems to be ideal. To cut a long story short: I like Kauni rainbow more in a theoretical way, but practically … it’s not my cup of tea. And I bet I’m not alone – many knitters seem to use it for pillows or bags.

Tunesisch verhäkelt gefällt sie mir allerdings richtig gut. Es ist ein ideales Projekt für unterwegs, da mindless. Es macht Spaß, sieht gut aus. Gefällt.

Using it for this Tunisian crochet project the colours don’t bother me any more. It’s an ideal project for on the go, because it’s mindless. It’s fun, and I like the way it looks. Love it.

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Das Verspinnen von Baumwolle wirft einen nicht auf den Anfängerstatus als SpinnerIn zurück, aber es funktioniert völlig anders als das Verspinnen von Wolle, Alpaka & Co.

Spinning cotton doesn’t bring you back to a beginner’s status, but it’s completely different from spinning wool, mohair or alpaca fibres.

Mit einer handelsüblichen Fallspindel möchte ich Baumwolle nicht verspinnen, denn das Material ist wahnsinning kurzfaserig und außerdem sehr fragil: Einmal am Kardenband gezupft, und man hat eine Art Wattebausch in der Hand. In den Ländern, in denen Baumwolle verarbeitet wird, wurde daher vernünftigerweise die Supportspindel oder sehr leichte Akhas (ein Mittelding zwischen Support- und Fallspindel) das Mittel der Wahl.

Spinning cotton with an usual drop spindle may be the appropriate way for masochists, because the fibres are very short. Pulling the carded fibre makes handy small cotton wool balls quite easily. In the countries where cotton is spun traditionally, people always preferred support spindles or featherweight Akhas (a melange of support and drop spindles).

Es gibt außerdem noch ein paar gravierende Unterschiede beim Verspinnen von Baumwolle, an die man sich als wollgewöhnte Spinnexistenz erst mal gewöhnen muss.

  • Während man beim Verspinnen von Wolle (Mohair, Alpaca) darauf achtet, dass nicht zu viel Drall in die Spinnfaser läuft, kann es bei Baumwolle gar nicht genug sein. Ich arbeite daran, mir meine wohltrainierte Stop-Bewegung abzugewöhnen. Falls man den Drall in der Faser nicht zulässt, kommen wieder die Wattebälle.
  • Zumindest als Anfänger im Bereich des Baumwollspinnens bereitet man die Faser nicht durch Ausziehen vor, wenn die Spindel sich nicht schnell dreht. Sonst: => Wattebälle
  • Es gibt kaum ein Zuviel an Drall. Wenn’s so richtig hart verdreht ist, hat man die Chance, dass der Faden hält. Sonst eher nicht. Die Folge sind zwar keine Wattebälle, aber ein wattiges, brüchiges Etwas, dem keine große Zukunft als Faden beschieden ist.

There are some major differences for cotton spinning, and a dedicated wool spinner has to get used to them.

  • Spinning wool, mohair, alpaca means to keep most of the twist from the fiber, spinning cotton means: there can’t be enough twist running into the fiber while spinning. Momentarily I desperately try to get rid of the habit of stopping the twist before it reaces the bundle of fibres in my hand, a well-trained and very useful movement for dealing with wool. If you don’t allow the twist to run into the yet unspun cotton fiber, you’ll end with quite an amount of cotton wool balls.
  • At least as long as you’re a beginner you won’t prepare the fiber before spinning by pulling handy parts when the spindle is not turning fast, you’ll end again with quite an amount of cotton wool balls.
  • There can be hardly too much twist. When the fibre is twisted really tightly, you’ll have a chance the thread will last and not end up in … no, no cotton balls this time, but handy, short soft pieces.

Ich verspinne das Material bewusst dicker (ganz dünn habe ich auch schon hinbekommen, ist nicht so die Kunst, dünn geht bei Baumwolle ganz schnell), denn ich möchte mir irgendwann mal eine Badetasche anfertigen. Und es fängt sogar an, richtig Spaß zu machen.

I’m trying to spin sort of a thicker yarn. Btw: It’s not difficult to spin a thin thread with cotton, you’ll very quickly have something similar to the thickness of a sewing thread, but I want to knit a beach-bag … once. And it just starts to become the real fun.

Generell kann man sagen, dass es schon sehr von Vorteil ist, wenn man gut mit der Spindel spinnen kann; für Anfänger stelle ich mir das mit der Baumwolle  ganz gruselig vor. Es ist auch nicht schwer, mit einer Supportspindel zurechtzukommen, hier profitiert man sehr von bereits bestehender Erfahrung. Aber man muss ganz kräftig umdenken, an- und abtrainieren, damit es mit der Baumwolle klappt.

What I can tell by now: It’s a big advantage when you’re capable to process wool with a hand spindle, for absolute spinning novices it must be horrid to start with cotton. It’s not difficult at all to deal with a support spindle, one benefits from general spinning experience quite a lot. But one has to rethink spinning and leave some habits behind while adapting others anew for making it work.
Supportspindeln werden nicht nur für sehr kurzstapelige Fasern wie Baumwolle oder Kaschmir verwendet, sondern auch für hauchdünnes Lacegarn a la Orenburg. Man muss beim Spinnen darauf achten, dass die Spindel auf einer geeigneten Unterlage gleichmäßig und schnell läuft, andererseits hält man sie durch den gesponnenen Faden aufrecht, jedoch ohne Zug auf diesen meist noch sehr fragilen Faden auszuüben. Das ist am Anfang nicht ganz einfach, geht nach kurzer Zeit doch völlig selbstverständlich.

Support spindles are not only used for very short fibers like cotton or cashmere, but also for ultra-thin laceyarn like the Orenburg type. While spinning with tools like these you have to be careful to let the spindle run on a flat surface that allows fast and undisturbed runnings. It’s held upright by the thread you spin with it – without burdening the fragile thread by the spindle’s weight. In the beginning this is not so easy, but one gets used to it pretty quickly.

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Über den Vorzug der Handspindel habe ich schon genug geschrieben, aber nun habe ich während der Feiertage ein weiteres, sehr sinnvolles Einsatzgebiet für Handspindeln kennengelernt: Das Verspinnen bisher unbekannter Fasern. Ich habe mein Glück mit Mohair (rechts) und Seide versucht.

I already discussed the advantages of hand spindles here and won’t do it again, but during these Christmas time I discovered another, very good reason to use them: for spinning fibres one doesn’t have any or too positive experience with. So I tried mohair (on the right) and silk fibres this time.

Meine Bemühungen, Seide zu verspinnen, waren bisher nicht so glücklich verlaufen. Die meisten Seidenfasern sind glitschig, und auch wenn ich sie mit dem Spinnrad verspinnen konnte, war das Ergebnis eher unbefriedigend.

My effords to spin with silk fibres were not too successful until now. Most silk fibres are very slippery, and although I managed to spin them on my wheel, the result was rather dissatisfying.

So kam ich auf die Idee, es mal mit der Handspindel zu versuchen. Da hat man nämlich mehr Kontrolle über die Spinngeschwindigkeit, was bei Fasern, mit denen man keine (oder schlechte) Erfahrung hat, ein großer Vorteil ist.

So I got the idea to try it with a hand spindle. You just have more control of the spinning speed, and this is a big advantage when using fibres you have little or no experience with.

Mohair versponn sich auf meiner Bosworth (Pink Ivory, mini, 27 g) völlig mühelos, aber mit der Seide wollte es immer noch nicht richtig gelingen. Da griff ich zu meiner türkischen Jenkins, (nicht verzagen, Jenkins fragen) und siehe da – es ging, und das sogar ganz gut. Da die Fasern dazu neigen, aufgrund ihres Eigengewichts auseinanderzurutschen, empfiehlt sich die Verwendung einer Handgelenkhalterung.

For the mohair I used my Bosworth Pink Ivory spindle (mini, 27 g), and it just went beautifully and without any problems, but with the silk fibre this still didn’t work too good. So I tried my small Turkish Spindle by Jenkins, and finally I did succeed with it. Because the fibres tend so slip away and split due to their own weight, a wrist distaff is higly recommendable.

Wir alle lieben exotische Garne und bestellen sie auch, oft aus Übersee. Yak-Garn, Possum-Garn, Sariseide, Garn mit Metallkern usw. Dabei vergessen wir oft, dass es auch hier Tolles zu entdecken gibt, was auch daran liegt, dass unsere Wollquellen dergleichen nicht führen.

We all love exotic yarns and some of us order some of them, mostly from overseas. There is yarn from yaks or possums, sari silk, yarn with metal core and so on. But we often forget that there are great yarns from here as well, and one of the reasons is that they are not available in our yarn stores.

Mutter Jinx und ich waren neulich im Freilichtmuseum Kiekeberg zum Kunsthandwerker-Weihnachtsmarkt. Es war eine trübe Veranstaltung, so trübe, dass ich keine Fotos gemacht habe. Aber im Museumsshop wurde ich fündig: Dort gab es ein wundervolles Strickgarn aus naturbelassener Schafwolle, ungefärbt. Es gibt dieses Material in Naturweiß, Dunkelbraun und eben in Grau. Es verstrickt sich einfach großartig und ergibt ein sehr schönes Maschenbild. Dazu ist der Preis auch noch günstig. Was will man mehr?

Mother Jinx and I went to the Kiekeberg museum again, for the Christmas fair of crafters. It was horrid, so horrid that I refused to take any pictures. But in the museum shop I found something very special: There was a wonderful knitting yarn for sale, made of pure wool, undyed and without any chemical treatment. It’s available in cream, dark brown, and gray. Knitting with it is a pleasure, and the stitches come out just beautifully. The price is very reasonable. It’s just great.

Obwohl Hermann Hesse, der alte Schwiemler, für mich kaum zu lesen ist: In diesem Fall hat er recht. Vor allem, wenn es um die Garne geht, die ich von Skye mitgebracht habe. Wie Ihr seht, ist die Entscheidung gefallen: Der nächste Pullover wird der königsblaue Gansey aus der Wolle von der Insel Harris.

Knitting with the yarns I brought from the Isle of Skye is something very special for me. As you can see, I made my decision, and this means the royal blue gansey is next, knitted with some yarn from the Isle of Harris.

Das Garn ist dicker als das traditionelle 5-ply-Garn für Ganseys, daher stricke ich es mit Nadelstärke 4. Weich geht anders, ich würde es als “drahtig” bezeichnen, was mich absolut nicht stört. Dafür bringt es die Maschen sehr plastisch heraus, was für die Rechts-links-Muster ideal ist. Ich stricke ein Muster, das mehr im Norden Englands beheimatet ist. In dieses spezielle Muster habe ich mich schon lange verguckt, immer auf der Suche nach dem richtigen Garn, der richtigen Farbe … (Ihr kennt das ja), aber nun denke ich, bin ich fündig geworden.

The yarn is thicker than the traditional 5-ply used for ganseys normally, therefore I’m knitting with 4 mm needles. Soft is not exactly the word I’d use for describing this yarn, I’d rather call it wirily, but I don’t mind. It brings out the pattern very beautifully, what’s ideal for the knit-purl-patterns used for ganseys traditionally. I chose a pattern which was located more in the north of England. I fell for thisone long ago, but was always holding out for the right yarn, the right colour (well, you know …) ,but now I think I’ve found it.

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