Wollschaf


Wie hältst Du es mit Deiner Blogroll? Hast Du überhaupt eine? Wenn ja, welche Blogs nimmst Du dort auf?
- die, die Dir besonders gut gefallen?
- die, die sich aus der Masse der Strick- und Handarbeitsblogs hervorheben?
- die Deiner (Internet-) Freunde
- die, die Du regelmäßig liest (als Feedreader-Ersatz sozusagen?

Ja, ich habe eine Blogroll, wenn auch nur eine ziemlich kleine. Dort finden sich Blogs, die thematisch mit dem zu tun haben, worüber ich auch handarbeitstechnisch berichte. Ich lege Wert darauf, dass die Blogs ihre Themen umfassend behandeln, gut beschreiben und über das Übliche, was man überall lesen kann, hinausgehen, z. B. interessante Perspektiven eröffnen. Sehr gerne nehme ich auch “Spezialisten”-Blogs, die sich einem, manchmal recht exotischen Thema sehr ausführlich widmen. Kurz gesagt, es sollte etwas Außergewöhnliches dran und interessant bzw. horizonterweiternd sein.

Ein paar Strickfreunde sind auch dabei, allerdings in der absoluten Minderheit. Und als Exot: Herr Jinx und seine Softwareentwicklungsspielereien, die so esoterisch sind, dass sie vermutlich nur von gefühlte fünfzig Menschen verstanden werden (dafür finden seine Adepten sich dann bei knittinganarchist.de wieder, wenn sie sich durchklicken …).  Aber dies sind die Ausnahmen, für meine Blogroll gilt: Inhalt geht vor Freundschaft.

Eines ist mein Blog nicht: Ein Feedreader-Ersatz. Zwar sind die Blogs, die in der Blogroll aufgeführt sind, auch im Feedreader, aber wäre es auch umgekehrt, würde das den Rahmen des Vernünftigen sprengen.

Wir träumen mal: Du hast im Lotto gespielt und so viel Geld gewonnen, dass Du Dir Deinen allergrößten Traum verwirklichen kannst. Natürlich soll der mit unser aller Hobby zusammenhängen. Willst Du einen Wollberg so hoch wie die Zugspitze aufbauen, Dir ein Meer voller feinster Kaschmirflocken anlegen
oder…?

Ich kann ganz genau sagen, was ich dann tun würde: Ich würde Herrn Jinx und Mutter Jinx einpacken und endlich nach Großbritannien übersiedeln  – in eine abgelegene, überwachungsspinnerarme Gegend. Dann würde ich mir ein Cottage zulegen, wo ich meiner Leidenschaft für Faserverarbeitung frönen könnte und auch auf diesem Gebiet forschen würde – theoretisch wie praktisch. Außerdem würde ich mich aufs Schreiben verlegen.

Ich möchte gerne wissen, wo Ihr denn Eure Wolle am liebsten kauft: online oder im Wollgeschäft? Und warum kauft Ihr sie da?

Wenn es die Wolle, die ich haben möchte, in einem mit für mich vernünftigen Aufwand erreichbaren Wollgeschäft gibt, kaufe ich sie lieber im Wollgeschäft. Wenn das nicht der Fall ist, kaufe ich sie lieber online.

Der Grund ist, dass ich Wolle kaufen möchte, die mir wirklich gefällt und keine Verlegenheitslösungen.

Manche Sachen beginnt man mit Enthusiasmus und beendet sie dann unwillig oder gar nicht, aber es gibt Modelle, da bedauert man geradezu, wenn sie fertiggestrickt sind. Es geht mir in meiner Frage um den Prozess des Strickens und nicht um das fertige Stück.
Welches war das absolute Lieblingsprojekt, das ihr gestrickt habt? Was hat es dazu gemacht (Garn, Muster, Schnitt …)?
Habt ihr dann noch ein weiteres Modell gleicher Art gefertigt?
Gibt es auch ein Hass-Objekt?

Das war die Inka-Jacke (wenn man von den Ärmeln absieht, die waren langweilig). Der Grund war die Technik – sie war mein Einstieg in die Fair-Isle-Technik, die zu meiner Lieblingstechnik wurde. Ein Modell in gleicher Art habe ich nicht angefertigt, dafür stricke ich weiterhin in dieser Technik.

Hass-Objekte gibt es nicht, denn die stricke ich nicht fertig (ist ja Hobby, und wir sind nicht beim Militär). Es gibt hingegen eine Menge Projekte, die ich zum Ende hin langweilig finde.

Gibt es ein Projekt, dass Ihr seit längerem (Monate? Jahre? Jahrzehnte?) stricken wollt, an das Ihr Euch aber bisher nicht drangemacht habt? Wenn ja, warum nicht?

Ja, das gibt es, es sind sogar mehrere, und zwar Decken. Ich würde so gern mal eine stricken, habe sogar ein paar halbherzige Versuche gestartet, bin jedoch immer  zurückgeschreckt – vermutlich vor der Langfristigkeit.

Ich würde gern wissen, wie ihr eure Pullover entwerft. Strickt ihr nur nach fertigen Anleitungen? Rechnet ihr diese im Zweifel um oder hofft ihr einfach das Beste? Habt ihr vielleicht einen Idealpullover daheim, an dem ihr euch orientiert? Malt ihr einen Schnitt auf Zeitungspapier? Oder nutzt ihr gar eine Software, und wenn ja: welche und wie sind eure Erfahrungen damit?
Ich stricke viele Pullover selbstberechnet und meist in Runden. Entweder als Gansey oder nach dem Zimmermann-Prinzip mit verschiedenen Konstruktionsprinzipien.

Wie viel Strickzeit hast du durchschnittlich pro Woche oder pro Monat zur Verfügung? Konzentriert sich die Zeit auf wenige oder bestimmte Tage in der Woche oder strickst du täglich?

Das ist ganz unterschiedlich und hängt davon ab, was ich sonst so zu tun habe. Allerdings stricke ich wirklich fast täglich, und zwar abends bzw. vor dem Schlafengehen. Und natürlich auch unterwegs, wenn ich z. B. Bahn fahre.

Nach welchen Gesichtspunkten wählst du die Farben beim Wollkauf?
Kaufst du ausschließlich deine Lieblingsfarben?

Nein, denn es gibt Farben, die mir sehr gut gefallen, aber nicht stehen.

Suchst du die Farben passend nach den Farben deiner übrigen Kleidung aus?

Bei Accessoires ja, sonst kann auch mal was Uniques dabei sein.

Kaufst du das Garn, weil dich die Farbe oder Farbkombination “anspringt”, unabhängig davon, ob sie dir steht?


Nee, warum sollte ich so etwas Dummes tun (vorausgesetzt, ich will etwas für mich stricken). Wenn’s mir nicht steht, werde ich es auch nicht tragen.

Kaufst du Garn in “deinen” Farben auf Vorrat, weil es möglicherweise in der nächsten Saison nicht mehr zu haben ist?


Das ist bei Garnen eigentlich nicht so das Problem, also eher nein.

Nimmst du bei Strickmodellen genau die Farben oder Farbkombinationen, in der das Modell abgebildet ist?

Ich wüsste nicht, warum ich das tun sollte, denn oft gefallen oder stehen mir die Farben nicht.

Hattest du dir für 2009 handarbeitstechnisch Ziele gesteckt? Wenn ja, hast du sie erreicht?
Wie sieht es für 2010 aus?

Ich hatte ein paar Ziele für 2009, die ich hier formuliert habe. Erreicht habe ich sie nur zum Teil.

  • Stricken in der Fair-Isle-Technik: Ja, habe ich getan
  • Stricken in Double Face: Ja, auch das
  • Aufarbeitung der WiPs: *hust*, nicht wirklich
  • 100 Knäule verstricken: werde ich nicht ganz erreichen, aber fast. Ich bin jedenfalls ziemlich stolz auf mich, dass ich die 90 geknackt habe, denn ich verstricke ja eher dünne Garne

Ziele für 2010 (so ins Unreine formuliert):

  • Stricken in der Fair-Isle-Technik
  • Stricken einiger Lace-Projekte
  • Aufarbeitung der WiPs (jaja, ich weiß)
  • Projekte in Nalbinding, mit Perlen und Brettchenweben machen

Ab und an bekommen wir sicher alle Wolle geschenkt. Was macht ihr, wenn Farbe und/oder Material so gar nicht eures ist? Oder wenn euch zum Verhältnis Menge/Projekt überhaupt nichts einfallen will.

Die Frage istfür mich nicht ganz leicht zu beantworten, und Sockenwolle lasse ich mal außen vor. Ich bekomme nämlich fast nie Wolle geschenkt, und wenn, dann suche ich sie mir aus, sodass die o. g. Problemfelder keine Rolle spielen.

Falls ich einmal Garn geschenkt bekommen sollte, das mir farblich und/oder vom Material her nicht gefällt, so würde ich es weitergeben, an jemanden, der mehr damit anfangen kann als ich. Oder bitten, ob man es umtauschen kann, denn mit einem Garn, das in meinem Stash einen Bart bekommt und dass ich nie verstricken werde ist niemandem gedient. Wobei ich nicht glaube, dass das vorkommt, denn wer mich kennt, weiß, dass ich mit den “schmeichelnden, leuchtenden Farben des Herbstes” aussehe wie ein Stück Käse und dass ich Polyester nicht leiden kann und nur in Sockenwolle toleriere – notgedrungen, der heiligen Haltbarkeit wegen. Die Menge ist weniger ein Problem – ich stricke auch mal gerne ein kleines Projekt und habe Einfälle für praktisch jede Garnstärke (außer diesen Schiffstauen, die mit Baumstammnadeln verstrickt werden).

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