Wollschaf


Endlich mal wieder eine interessantere Frage, die beantworte ich auch mal wieder. ;)

Welche Bücher sind Musthaves, welche kann man sich schenken?

Die Frage lässt sich pauschal nicht beantworten, da es darauf ankommt, welche Dinge man gern strickt bzw. welche Techniken einen interessieren. Daher gibt es hier eine sehr persönliche Auswahl:

  • Die Bücher von Elizabeth Zimmermann – weil sie meinen Geist befreite und mir die Unabhängigkeit von Anleitungen verschaffte
  • Vogue Knitting – für mich das beste Buch für Technik im Überblick
  • Beth Brown Reinsel: Knitting Ganseys – für alle Liebhaber traditioneller Fischerpullover
  • Susanna Pagoldh: Nordic Knitting – alt aber gut: ein Überblick über nordische Stricktraditionen
  • Shirley Paden: Knitwear Design Workshop – sehr technisch, für alle, die Strickstücke selbst entwerfen das beste seiner Art
  • Lynne Barr: Reversible Knitting – für innovative Muster
  • Kaffe Fassett: Pattern Library – eine geniale Mustersammlung des Meisters
  • Margaret Radcliffe: The Essential Guide to Colour Knitting Techniques - wie der Name sagt: ein Überblick über die verschiedenen Techniken der Farbstrickerei
  • Janet Szabo: Aran Sweater Design – für die, die Arans lieben
  • Barbara Walker: The … Treasury of Knitting Patterns – immer noch die beste Mustersammlung
  • Priscilla A. Gibson-Roberts: Simple Socks, plain and fancy
  • Ann Feitelson: The Art of Fair Isle Knitting – besser als das Buch von Starmore zum Them

Das sind meine Essentials, der Rest ist Geschmackssache und eine Frage der persönlichen Vorliebe. Es gibt noch sehr viele gtue Bücher, viel gesundes (oder ungesundes Mittelmaß) und auch viele schlechte bzw. welche aus dem Souterrain des Geschmacks.

Sparen kann man sich auf jeden Fall das x-te Buch zum Thema Pullover, Socken, Schals etc., das nur Altbekanntes enthält und einen weder technisch noch vom Design her weiterbringt.

Was strickt ihr am liebsten?

Oberteile im weitesten Sinne, also Pullover, Jacken, aber auch Tücher (neuerdings).


Ändert sich eure Vorliebe von Zeit zu Zeit, oder habt ihr absolute Strick-Favoriten, wie z.B. Socken oder so?

Pullover gehen immer, Tücher sind neu, das mache ich erst seit dem letzten Jahr. Socken stricke ich immer weniger gern.

Wovon ist es abhängig, was ihr gerne strickt?

Von meiner Lust und Laune.

Gibt es Zeiten, in denen ihr überhaupt nicht strickt, und warum?

Wenn ich schlafe, stricke ich nicht. Weil ich schlafe.

Trotz recht gediegener Strickpraxis passieren immer wieder Pannen, dass man total falsch zunimmt, sich im Muster grandios verläuft, obwohl es klar zu erkennen wäre, ein Teil überhaupt nicht passt etc. Da kann man schon mal an seinem Verstand zweifeln.
Welches ist Euer allerdämlichster Strickfehler?

Mein dämlichster Fehler war bisher, bei einem Pullover, der in Runden gestrickt wurde, das Bündchen zwei Mal hintereinander zu verdrehen, was ich jeweils erst nach diversen Reihen merkte.

ich lese in etlichen Blogs mit und bin immer wieder fasziniert, was für tolle Modelle dort gestrickt werden und – gebe ich zu – auch etwas neiderfüllt. Ich stricke selbst sehr gern, kann aber nur ganz einfache Sachen (Socken, einfache Lochmuster), zu mehr reicht es irgendwie nicht. An Strickschriften und Vorlagen bin ich bisher noch jedesmal frustriert gescheitert, weil ich damit nicht klarkomme, und Pullover etc. auf meine Größe umrechnen ist mir ein Buch mit sieben Siegeln. Ich lerne am besten, wenn mir jemand konkret zeigt, wie es geht, aber so jemanden gibt es in meiner Umgebung leider nicht.

Wie habt ihr so gut stricken gelernt? Learning by doing? Stricktreff irgendwo? Mama, Tante, Oma? Was ratet ihr jemandem, der nur Grundkenntnisse im Stricken hat – wie lernt man besser und komplizierter stricken und z.B. Vorlagen “lesen”?

Das ist für mich schwierig zu beantworten, denn ich habe drei Paar Socken gestrickt, als ich vor fast vier Jahren damit anfing, kam zu dem Schluss, dass das genügen müsse, und mir dann “Ragna” von Elsebeth Lavold vorgenommen (das Ding hängt wie ein Sack und ist untragbar, aber ich habe die Verzopfungen problemlos bewältigt). Ich strickte nach der Maxime: Man nehme eine Anleitung und mache, was da steht. Hat bei mir immer funktioniert. Wenn irgendwelche Techniken gefragt waren, die vorausgesetzt wurden, habe ich ein entsprechendes Grundlagenwerk zur Hand genommen, und auch das klappt immer.

Da ich mittlerweile Leuten beibringe, wie man strickt, reicht es natürlich nicht, einfach zu sagen, dass die machen sollen, was da steht, die Menschen sind da sehr unterschiedlich, nicht nur was die Schnelligkeit der Auffassung angeht, sondern auch, wie sie lernen. Gerade Anleitungen, egal wie deutlich und gut sie verfasst sind, stellen für viele ein großes Hindernis dar. Wenn man weiß, nach welcher Methode man am besten lernt (Buch, Video, jemanden vormachen lassen), sollte man versuchen, nach dieser Methode zu lernen, also sich im Zweifelsfall jemanden suchen (vielleicht bei einem Stricktreff oder in einem Wollgeschäft), der einem zeigt, wie eine bestimmte Technik geht oder wie man ein Strickstück auf eine andere Größe umrechnet. Bei übersichtlicheren Techniken kann da auch Youtube eine Hilfe sein. Nach meiner Erfahrung hat es keinen Sinn, sich mit einer Lernmethode abzuquälen, die einem überhaupt nicht liegt.

Wie hältst Du es mit Deiner Blogroll? Hast Du überhaupt eine? Wenn ja, welche Blogs nimmst Du dort auf?
- die, die Dir besonders gut gefallen?
- die, die sich aus der Masse der Strick- und Handarbeitsblogs hervorheben?
- die Deiner (Internet-) Freunde
- die, die Du regelmäßig liest (als Feedreader-Ersatz sozusagen?

Ja, ich habe eine Blogroll, wenn auch nur eine ziemlich kleine. Dort finden sich Blogs, die thematisch mit dem zu tun haben, worüber ich auch handarbeitstechnisch berichte. Ich lege Wert darauf, dass die Blogs ihre Themen umfassend behandeln, gut beschreiben und über das Übliche, was man überall lesen kann, hinausgehen, z. B. interessante Perspektiven eröffnen. Sehr gerne nehme ich auch “Spezialisten”-Blogs, die sich einem, manchmal recht exotischen Thema sehr ausführlich widmen. Kurz gesagt, es sollte etwas Außergewöhnliches dran und interessant bzw. horizonterweiternd sein.

Ein paar Strickfreunde sind auch dabei, allerdings in der absoluten Minderheit. Und als Exot: Herr Jinx und seine Softwareentwicklungsspielereien, die so esoterisch sind, dass sie vermutlich nur von gefühlte fünfzig Menschen verstanden werden (dafür finden seine Adepten sich dann bei knittinganarchist.de wieder, wenn sie sich durchklicken …).  Aber dies sind die Ausnahmen, für meine Blogroll gilt: Inhalt geht vor Freundschaft.

Eines ist mein Blog nicht: Ein Feedreader-Ersatz. Zwar sind die Blogs, die in der Blogroll aufgeführt sind, auch im Feedreader, aber wäre es auch umgekehrt, würde das den Rahmen des Vernünftigen sprengen.

Wir träumen mal: Du hast im Lotto gespielt und so viel Geld gewonnen, dass Du Dir Deinen allergrößten Traum verwirklichen kannst. Natürlich soll der mit unser aller Hobby zusammenhängen. Willst Du einen Wollberg so hoch wie die Zugspitze aufbauen, Dir ein Meer voller feinster Kaschmirflocken anlegen
oder…?

Ich kann ganz genau sagen, was ich dann tun würde: Ich würde Herrn Jinx und Mutter Jinx einpacken und endlich nach Großbritannien übersiedeln  – in eine abgelegene, überwachungsspinnerarme Gegend. Dann würde ich mir ein Cottage zulegen, wo ich meiner Leidenschaft für Faserverarbeitung frönen könnte und auch auf diesem Gebiet forschen würde – theoretisch wie praktisch. Außerdem würde ich mich aufs Schreiben verlegen.

Ich möchte gerne wissen, wo Ihr denn Eure Wolle am liebsten kauft: online oder im Wollgeschäft? Und warum kauft Ihr sie da?

Wenn es die Wolle, die ich haben möchte, in einem mit für mich vernünftigen Aufwand erreichbaren Wollgeschäft gibt, kaufe ich sie lieber im Wollgeschäft. Wenn das nicht der Fall ist, kaufe ich sie lieber online.

Der Grund ist, dass ich Wolle kaufen möchte, die mir wirklich gefällt und keine Verlegenheitslösungen.

Manche Sachen beginnt man mit Enthusiasmus und beendet sie dann unwillig oder gar nicht, aber es gibt Modelle, da bedauert man geradezu, wenn sie fertiggestrickt sind. Es geht mir in meiner Frage um den Prozess des Strickens und nicht um das fertige Stück.
Welches war das absolute Lieblingsprojekt, das ihr gestrickt habt? Was hat es dazu gemacht (Garn, Muster, Schnitt …)?
Habt ihr dann noch ein weiteres Modell gleicher Art gefertigt?
Gibt es auch ein Hass-Objekt?

Das war die Inka-Jacke (wenn man von den Ärmeln absieht, die waren langweilig). Der Grund war die Technik – sie war mein Einstieg in die Fair-Isle-Technik, die zu meiner Lieblingstechnik wurde. Ein Modell in gleicher Art habe ich nicht angefertigt, dafür stricke ich weiterhin in dieser Technik.

Hass-Objekte gibt es nicht, denn die stricke ich nicht fertig (ist ja Hobby, und wir sind nicht beim Militär). Es gibt hingegen eine Menge Projekte, die ich zum Ende hin langweilig finde.

Gibt es ein Projekt, dass Ihr seit längerem (Monate? Jahre? Jahrzehnte?) stricken wollt, an das Ihr Euch aber bisher nicht drangemacht habt? Wenn ja, warum nicht?

Ja, das gibt es, es sind sogar mehrere, und zwar Decken. Ich würde so gern mal eine stricken, habe sogar ein paar halbherzige Versuche gestartet, bin jedoch immer  zurückgeschreckt – vermutlich vor der Langfristigkeit.

Ich würde gern wissen, wie ihr eure Pullover entwerft. Strickt ihr nur nach fertigen Anleitungen? Rechnet ihr diese im Zweifel um oder hofft ihr einfach das Beste? Habt ihr vielleicht einen Idealpullover daheim, an dem ihr euch orientiert? Malt ihr einen Schnitt auf Zeitungspapier? Oder nutzt ihr gar eine Software, und wenn ja: welche und wie sind eure Erfahrungen damit?
Ich stricke viele Pullover selbstberechnet und meist in Runden. Entweder als Gansey oder nach dem Zimmermann-Prinzip mit verschiedenen Konstruktionsprinzipien.

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