Knitting / Stricken online


Ich habe tatsächlich gewonnen, und auch noch einen der Hauptpreise. Ich kann es gar nicht fassen. Alles Weitere hier.

Bei Faserkünstlerin Jana gibt’s was zu gewinnen. Also nix wie hin!

Ich bin Mitglied bei Flattr geworden, einem Micropayment-System, das darauf beruht, dass man Inhalte, die einem gefallen, auf freiwilliger Basis  mit Kleinstbeträgen honoriert. Es ist eine etwas altruistische Angelegenheit, die auf Geben und Nehmen beruht und vermutlich eine hoffnungslose, denn die Strickszene ist auf dem Gebiet des Internets eher konservativ eingestellt. Ich habe es also eher aus Prinzip getan, da ich die Idee gut, richtig, wichtig und unterstützenswert finde.

Man sieht übrigens nicht, wer einen unterstützt, d. h. es ist ein streng asymetrisches Medium, das den Arschkriech-Faktor somit minimiert.

Der Button befindet sich im Sidebar unter der Blogroll.

I became a member at Flattr’s, a micropayment system. It’s based on the thought that people can support content they like with small amounts of money. It’s sort of altruistic, this give-and-take thing, and probably it’s hopeless to try this with the German online knitting scene which is rather conservative in internet affairs. But I did it as a matter of principle because I think the idea behind it is good, right, important and worth supporting.

The button is located at the sidebar under the blogroll.

Informationen über flattr / Informations about flattr:

Endlich mal wieder eine interessantere Frage, die beantworte ich auch mal wieder. ;)

Welche Bücher sind Musthaves, welche kann man sich schenken?

Die Frage lässt sich pauschal nicht beantworten, da es darauf ankommt, welche Dinge man gern strickt bzw. welche Techniken einen interessieren. Daher gibt es hier eine sehr persönliche Auswahl:

  • Die Bücher von Elizabeth Zimmermann – weil sie meinen Geist befreite und mir die Unabhängigkeit von Anleitungen verschaffte
  • Vogue Knitting – für mich das beste Buch für Technik im Überblick
  • Beth Brown Reinsel: Knitting Ganseys – für alle Liebhaber traditioneller Fischerpullover
  • Susanna Pagoldh: Nordic Knitting – alt aber gut: ein Überblick über nordische Stricktraditionen
  • Shirley Paden: Knitwear Design Workshop – sehr technisch, für alle, die Strickstücke selbst entwerfen das beste seiner Art
  • Lynne Barr: Reversible Knitting – für innovative Muster
  • Kaffe Fassett: Pattern Library – eine geniale Mustersammlung des Meisters
  • Margaret Radcliffe: The Essential Guide to Colour Knitting Techniques - wie der Name sagt: ein Überblick über die verschiedenen Techniken der Farbstrickerei
  • Janet Szabo: Aran Sweater Design – für die, die Arans lieben
  • Barbara Walker: The … Treasury of Knitting Patterns – immer noch die beste Mustersammlung
  • Priscilla A. Gibson-Roberts: Simple Socks, plain and fancy
  • Ann Feitelson: The Art of Fair Isle Knitting – besser als das Buch von Starmore zum Them

Das sind meine Essentials, der Rest ist Geschmackssache und eine Frage der persönlichen Vorliebe. Es gibt noch sehr viele gtue Bücher, viel gesundes (oder ungesundes Mittelmaß) und auch viele schlechte bzw. welche aus dem Souterrain des Geschmacks.

Sparen kann man sich auf jeden Fall das x-te Buch zum Thema Pullover, Socken, Schals etc., das nur Altbekanntes enthält und einen weder technisch noch vom Design her weiterbringt.

Für die Freunde nordischen Strickens gibt es ein isländisches Online-Strickmagazin. Bitte hier entlang: Knitting Iceland

In letzter Zeit haben wieder einige Leute ihre Blogs aufgegeben und engagieren sich vermehrt bei Ravelry, bei mir ist es eher umgekehrt. Ich mag Ravelry, bin jeden Tag dort, um mir Dinge anzusehen, Muster herauszusuchen, fertige Projekte zu betrachten usw., aber mein Blog ist irgendwie meine Burg. Hier kann ich sein, und vor allem: Hier kann ich schreiben, was ich will, wie ich es will, in einer Ausführlichkeit, für die Ravelry schlicht keinen Raum bietet und auch gar nicht bieten kann.

Ich bedaure das Verschwinden einiger Blogs ebenso wie die Tatsache, dass andere nicht mehr oder kaum noch gepflegt werden. Dort sah man nicht nur Strickstücke, sondern bei den interessanteren war auch eine Menge von der Persönlichkeit der Autorin zu erkennen und von ihrer Individualität. Bei Ravelry verschwindet dies fast völlig, sie gehen in der Masse unter. Sind Blogs im Idealfall Aran oder Fair-Isle, so ist Ravelry in der Gesamtheit eher glatt rechts, sozusagen.

Da ich weiß, wie man anständig und zielführend recherchiert, ist es mir nie passiert, dass ich mich dort verfranzt habe und zwischen “friends”, Projekten, Foren und Gruppen verlor, wie machmal zu lesen ist. Ravelry ist die größte und beste Mustersammlung, die ich kenne, und ich verdanke ihm einige meiner schönsten und lohnendsten Projekte. Und dennoch sehe ich das Ganze eher pragmatisch.

Ich stricke nunmal lieber, als endlos über das Stricken zu lesen oder zu diskutieren, vor allem wenn ich dabei nicht stricken kann, weil ich tippen muss. Obwohl ich das bin, was man “internetaffin” nennt, findet der wichigste Teil meiner Hobbyausübung – auch abseits des Strickens und Spinnens – offline statt. So passiert es mir nie, dass ich “friends” mit Freunden verwechsle, und eine nette Bekanntschaft per Internet vertieft sich bei mir immer nur außerhalb desselben (sagt die Frau, die ihren Herrn Jinx zum ersten Mal im Internet traf …). So projiziiere ich auch keine bizarren Erwartungen an Online-Bekanntschaften, und ich komme am besten mit denen aus, die das genauso sehen.

Was mich jedoch am meisten auf eine innere Distanz zu großen Communities wie Ravelry gehen lässt, ist das Problem mit der kollektiven Intelligenz. Menschen sind keine Ameisen oder Bienen, die automatisch wissen, was sie zu tun haben, ohne dass es ihnen jemand erklärt. Bei Menschen ist das anders; im Idealfall bietet eine Gemeinschaft Gleichgesinnter jedem den Raum zur Entwicklung, zum Lernen, zur gemeinsamen Inspiration, der alle irgendwie voranbringt. Doch das funktioiniert nicht, wenn die Gemeinschaft zu groß wird. Je größer eine Gruppe, desto größer auch die träge Masse, die ebenfalls bewegt werden will – von denen anderen, denn würde sie sich selbst bewegen, wäre sie weniger träge. Dazu kommt, dass große Gruppen immer irgendwie auf einen eigenartigen Personenkult anspringen – oder zumindest Teile davon, und das geht für mich gar nicht. Wenn irgendwo Personenkult ist, bin ich ganz weit weg. Das menschliche Kollektiv wird niemals schlauer, zumindest nicht, wenn es eine gewisse Größe übersteigt.

Zu guter Letzt beherbergt eine große Datensammlung, wie eine Community es letztendlich ist, auch immer sehr viel Belangloses. Die fünf Bazillionen glatt rechts gestrickter Socken kann man bei der Mustersuche gut filtern, aber in den Foren … Es kann wirklich unglaublich mühsam sein, eine Antwort auf eine etwas speziellere Frage zu finden, wenn man in den Foren danach suchen muss. Wenn man Pech hat, wühlt man sich durch eine Million Banalitäten, bevor man so etwas wie eine passende Antwort findet. Im Zweifelsfall konsultiere ich zunächst Quellen außerhalb von Ravrelry, und erst wenn ich dort nicht fündig werde, betrete ich die Sümpfe der Beliebigkeit, also die Foren.

Momentan habe ich einen Inspirationsschub, viele neue Ideen warten auf ihre Umsetzung, und da ich keinerlei Bedürfnis habe, Anleitungen zu verkaufen oder nur aufzuschreiben (Entwerfen ist toll, ausformulierte Anleitungen schreiben ist doof), wird dies hier mein virtueller Hauptwohnsitz bleiben.

Was strickt ihr am liebsten?

Oberteile im weitesten Sinne, also Pullover, Jacken, aber auch Tücher (neuerdings).


Ändert sich eure Vorliebe von Zeit zu Zeit, oder habt ihr absolute Strick-Favoriten, wie z.B. Socken oder so?

Pullover gehen immer, Tücher sind neu, das mache ich erst seit dem letzten Jahr. Socken stricke ich immer weniger gern.

Wovon ist es abhängig, was ihr gerne strickt?

Von meiner Lust und Laune.

Gibt es Zeiten, in denen ihr überhaupt nicht strickt, und warum?

Wenn ich schlafe, stricke ich nicht. Weil ich schlafe.

Da ich viel frei nach Schnauze stricke kommt es des öfteren vor, das ich auch mal ganze Teile wieder aufribbeln muss weil sie nicht passen. Mich würde interessieren, wenn ihr etwas strickt und es passt nicht. Wie oft trennt ihr maximal das gestrickte wieder auf bevor ihr es in eine Ecke schmeißt und dort liegenbleibt?
Die Frage kann ich so pauschal nicht beantworten; es gibt Projekte, bei denen ich den Fehler sofort korrigieren würde und solche, die erst mal liegenbleiben und vielleicht später wieder aufgenommen oder ganz aufgegeben werden. Ganz nach Laune.

Trotz recht gediegener Strickpraxis passieren immer wieder Pannen, dass man total falsch zunimmt, sich im Muster grandios verläuft, obwohl es klar zu erkennen wäre, ein Teil überhaupt nicht passt etc. Da kann man schon mal an seinem Verstand zweifeln.
Welches ist Euer allerdämlichster Strickfehler?

Mein dämlichster Fehler war bisher, bei einem Pullover, der in Runden gestrickt wurde, das Bündchen zwei Mal hintereinander zu verdrehen, was ich jeweils erst nach diversen Reihen merkte.

ich lese in etlichen Blogs mit und bin immer wieder fasziniert, was für tolle Modelle dort gestrickt werden und – gebe ich zu – auch etwas neiderfüllt. Ich stricke selbst sehr gern, kann aber nur ganz einfache Sachen (Socken, einfache Lochmuster), zu mehr reicht es irgendwie nicht. An Strickschriften und Vorlagen bin ich bisher noch jedesmal frustriert gescheitert, weil ich damit nicht klarkomme, und Pullover etc. auf meine Größe umrechnen ist mir ein Buch mit sieben Siegeln. Ich lerne am besten, wenn mir jemand konkret zeigt, wie es geht, aber so jemanden gibt es in meiner Umgebung leider nicht.

Wie habt ihr so gut stricken gelernt? Learning by doing? Stricktreff irgendwo? Mama, Tante, Oma? Was ratet ihr jemandem, der nur Grundkenntnisse im Stricken hat – wie lernt man besser und komplizierter stricken und z.B. Vorlagen “lesen”?

Das ist für mich schwierig zu beantworten, denn ich habe drei Paar Socken gestrickt, als ich vor fast vier Jahren damit anfing, kam zu dem Schluss, dass das genügen müsse, und mir dann “Ragna” von Elsebeth Lavold vorgenommen (das Ding hängt wie ein Sack und ist untragbar, aber ich habe die Verzopfungen problemlos bewältigt). Ich strickte nach der Maxime: Man nehme eine Anleitung und mache, was da steht. Hat bei mir immer funktioniert. Wenn irgendwelche Techniken gefragt waren, die vorausgesetzt wurden, habe ich ein entsprechendes Grundlagenwerk zur Hand genommen, und auch das klappt immer.

Da ich mittlerweile Leuten beibringe, wie man strickt, reicht es natürlich nicht, einfach zu sagen, dass die machen sollen, was da steht, die Menschen sind da sehr unterschiedlich, nicht nur was die Schnelligkeit der Auffassung angeht, sondern auch, wie sie lernen. Gerade Anleitungen, egal wie deutlich und gut sie verfasst sind, stellen für viele ein großes Hindernis dar. Wenn man weiß, nach welcher Methode man am besten lernt (Buch, Video, jemanden vormachen lassen), sollte man versuchen, nach dieser Methode zu lernen, also sich im Zweifelsfall jemanden suchen (vielleicht bei einem Stricktreff oder in einem Wollgeschäft), der einem zeigt, wie eine bestimmte Technik geht oder wie man ein Strickstück auf eine andere Größe umrechnet. Bei übersichtlicheren Techniken kann da auch Youtube eine Hilfe sein. Nach meiner Erfahrung hat es keinen Sinn, sich mit einer Lernmethode abzuquälen, die einem überhaupt nicht liegt.

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