Wir alle stricken derzeit anscheinend im Akkord vor allem Socken, Tücher, Decken in den verschiedensten Mustern und Techniken. Pullover und Jacken kommen auch dazu, vieles davon in Patchworkstrick. Was mich brennend interessiert, wo ich mich aber nicht so recht ran wage, sind Pullis mit verkürzten Reihen. Gut ausgerüstet mit den beiden Büchern von Ruth Kindla zum Thema und einigen Übungsstücken kann ich sagen, dass ich die Technik “durchschaut” habe und das ohne Löcher und recht glatt hin bekomme. Allerdings sind die Vorlagen in den beiden Büchern fast ausnahmslos für kleine und sehr kleine Größen, also leider nichts für mich. Und bei dieser Art des Strickens merkt man ja eigentlich erst am Ende, ob es passt oder nicht und das ist mir einfach zu heiß, wenn all die Mühe umsonst gewesen sein soll.
Wer von Euch kennt sich aus damit, hat so etwas schon gestrickt und weiß, wie man mit den Größen “tricksen” kann?
Also, ich mag weder die Designs von Ruth Kindla noch ihre Art, die verkürzten Reihen zu beschreiben (viel zu umständlich). Ich habe das nach amerikanischen Anleitungen gelernt, wo mir schnell klarwurde, wie das Prinzip funktioniert und es flexibel und individuell einsetzbar ist. Wenn ich verkürzte Reihen einsetzen will, arbeite ich entweder nach Augenmaß (Decken, Taschen etc.), oder mit Maschenprobe und Zentimetermaß (Kleidungsstücke); klappt immer. So kann man die verkürzten Reihen auch für Pullover, Jacken etc. individuell anpassen und anwenden.
Es scheint mir eine Eigenheit vieler deutscher Anleitungen bzw. ihrer AutorInnen zu sein, StrickerInnen möglichst zum stupiden Nachmachen zu bringen und in Abhängigkeit von starren Anweisungen zu halten.