Events (knitting / Stricken)


Ein entspannter Nachmittag mit Hindernissen: Das Waldläufertuch und eine Tasse Kopi Luvak.

Nachdem Stricktreffs sich für mich größtenteils erledigt haben, bin ich für dieses Jahr auf ein neues Projekt verfallen: das Stricken an besonderen Orten. Nun war ich wegen Wahlkampf indisponiert, aber heute war es so weit: die Premiere. Mutter Jinx und ich begaben uns also zur Kaffeerösterei in Hamburg. Die befindet sich sehr stilvoll in einem alten Speicherhaus in der Hamburger Speicherstadt. Meist ist es dort sehr voll, aber ein Besuch lohnt sich immer, sogar für mich als überzeugte Teetrinkerin, denn dort gibt es echte Gourmetsorten wie Jamaica Blue Mountain und ähnliche. Heute war diese doch recht erlesene und eigentlich sehr stilvolle Location allerdings Schauplatz für ein Event der eher bizarren Art.

Als wir den Raum betraten, wirkte alles recht normal; wir bestellten zwei Kännchen Kopi Luvak (auch Katzenkaffee genannt, ja, ich weiß, was das ist und auch, wie er zustande kommt, und nein, es macht mir nichts aus. Der Geschmack ist nämlich unübertroffen und etwas völlig anderes als die säuerliche Plörre, die man sonst so bekommt). Kaum hatten wir Platz genommen, erschreckte mich eine Gestalt in Faschingsseide mit Plastikkrone: Die Heidekartoffelkönigin war da (ich weiß nicht so genau, was das ist, und ich will es auch gar nicht so genau wissen). Wir waren in eine Promotionsveranstaltung des Kurortes Bad Bevensen geraten, die für Stammgäste ausgerichtet worden war. Die Tourismushonoratioren waren anwesend, bewaffneten sich mit einem Mikrofon und verlosten unter tatkräftiger Hilfe der Heidekartoffelkönigin Kartoffeln, Schirme und Übernachtungsgutscheine. Die aufgebauten Tische mit ortstypischen Dingen veranlassten mich zu der Bemerkung, dass ich keinesfalls gewillt wäre, eine Heizdecke zu kaufen. Ich kenne Bad Bevensen nicht, bin aber im Laufe des Nachmittags zu dem Schluss gekommen, dass es sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Höllenschlund befinden muss.

Nun ist es ja so, dass Mutter Jinx und ich in solcher Gesellschaft (ich fühlte mich fatal an Berichte von Kaffeefahrten erinnert) und bei solchen Events zu Verhaltensauffälligkeiten neigen. Dies ist vielleicht verzeihlich, wenn man bedenkt, dass man, geht man in eine exklusive Gastronomie in einer Metropole, auf so etwas wie Seniorentreff, Heidekartoffelkönigin und Kaffeefahrt-Atmosphäre nicht recht vorbereitet ist. Es war schon arg: das Hotel 50+, das hartnäckig als solches beworben wurde (Mutter Jinx fiel vor Lachen fast vom Stuhl, als ich bemerkte, dass ich in sechs Jahren qualifiziert wäre, dieses Etablissement selbst aufsuchen zu können), die Heidekartoffelkönigin, die Hoteliers, der Typ, der kistenweise Wurst dahatte, aber keine verkaufen, mir aber stattdessen einen Prospekt über Ferienwohnungen andrehen wollte, mit der Bemerkung, die würde er anbieten (nein, keine Heizdecken, keine Ferienwohnungen, aber herzlichen Dank auch).

Nachdem man zweimal versucht hatte, meiner Mutter kostenlose Kekse aufzudrängen, beschlossen wir, dass dieses Szenario nur mit mehr Drogen erträglich wäre und holten uns noch zwei Kännchen Jamaica Blue Mountain. Zur Abwehr feindlicher Geister und aufdringlicher Promotionsspezialisten platzierten wir einen von der Wahl übriggebliebenen Flyer der Pirtenpartei und eine Werbepackung Taschentücher der Linken auf dem Tisch und strickten friedlich und genügsam vor uns hin.

Auch wenn es erstaunlich ist, dass ein gehobenes, immer gut besuchtes Etablissement wie die Kaffeerösterei sich für eine solche Veranstaltung hergibt, fühlten wir uns doch gut unterhalten; es war mit Sicherheit lustiger als so manches Comedyprogramm.

Die Kaffeerösterei bietet neben seltenen Kaffeesorten auch guten Kaffee aus eigener Röstung an, außerdem leckere Kuchen, wie man sie nicht aus jeder Fabrik kennt und belegte Brötchen.

Abschließend möchte ich bemerken, dass ich die Lüneburger Heide verehre, als uralte Kulturlandschaft und als einmaliges Charakteristikum der norddeutschen Tiefebene. Ich fahre jedes Jahr hin, und es gefällt mir jedes Mal aufs Neue. Und daher kann ich wirklich sagen: Das hatte die Heide nicht verdient.

Vor Monaten bereits hatte ich zugesagt, mit Margarete Dolff zusammenarbeiten, die für das LWL-Textilmuseum Bocholt an einer Ausstellung mit dem Titel Verstrickungen mitwirkte und mich um Unterstützung bat.

Da ich über Museumserfahrung verfüge, war ich begeistert, auf diesem Gebiet mal wieder tätig zu werden, und ich sagte zu. Erzählt habe ich jedoch erst mal nix, denn das ist oft ja etwas schwierig mit einigen Teilen der hiesigen Strickszene. Es ist auch nur eine ganz kleine Ausstellung, da nur sehr wenig Platz zur Verfügung steht  in diesem wunderbaren Museum, das ein echtes Juwel für jeden ist, der sich für Textiles und seine Entstehungsgeschichte mitsamt der dazugehörigen Arbeiterkultur interessiert. Also, Zähne halten, damit nichts durchsickert (ich sage nur “Radiobeitrag”) und Diskretion wahren bis zur Eröffnung.

Das Museum selbst ist eine alte Weberei, die zu einem Ensemble erweitert wurde, das Einblick in Technik und Lebenswelt der Arbeiter vermittelt. So wurden die Bestände ergänzt und historische Arbeiterhäuser zum Teil auf das Gelände verpflanzt. Die Weberei ist heute wieder tätig; nicht im großen Stil, sondern für Demonstrationszwecke und für den Museumsshop; gewebt wird mit Garnspenden der Textilindustrie, und die Produkte sind wirklich sehenswert und sehr praktisch und alltagstauglich (also nicht die üblichen Staubfänger, mit denen man nichts anzufangen weiß, wenn man wieder zu Hause ist).

Aber zurück zur Ausstellung; mein eigener Beitrag ist eher bescheiden; ich habe zwei Texte verfasst (über Elizabeth Zimmermann und ihren intellektuellen Ansatz und über Fischerpullover), einige Exponate beigesteuert und den Eröffnungsvortrag gehalten (Thema: Das strickende Universum – Einblicke in eine Parallelwelt).

Zunächst gibt es einen kurzen Einblick in das Stricken im Deutschland der Nachkriegszeit. Es ist überhaupt nicht einfach, hierfür Exponate aufzutreiben. Textiles hält sich ja generell schlecht, und bei der zunehmenden Wegwerfmentalität der letzten Jahrzehnte ist vieles, was im 20. Jahrhundert entstand, entsorgt worden, als es dem Geschmack nicht mehr entsprach oder beschädigt war. Gar nicht aufzutreiben waren Dinge, die in der Nachkriegszeit aus der Not heraus entstanden sind, also Socken aus Zuckersäcken und ähnlich hautfreundlichem Material, denn die flogen in ganz hohem Bogen als erste, sobald Kleidung wieder käuflich zu erwerben war.

Ausgestellt sind z. B. ein echtes Familienstück; eine sehr geliebte, handgestrickte Taufdecke, typische Kinderkleidung der frühen Fünfziger im Trachtenstil (vermutlich das passende Outfit zur Heimatfilmwelle), dann – sehr interessant – die an einem Handstrickapparat hergestellten Proben nebst dem Abschlusswerk der Strickerin – alles in verblüffender Feinheit, wie man es von heutigen an der Strickmaschine hergestellten Dingen überhaupt nicht kennt und schließlich eine Reverenz an die letzte große Strickwelle der Achtziger, als alles kastig, klobig, übergroß und sehr bunt war.

Der Höhepunkt dieses Ausstellungsabschnitts ist allerdings dieser Strickmantel aus den Siebzigern in typischer Hippie-Flower-Power-Optik – gestrickt aus reinem Acrylgarn und somit völlig unbelastet von jeglichem ökologischen Bewusstsein. Es ist ein faszinierendes Teil, das heute kaum jemand wagen würde zu tragen (außerhalb der Karnevalsaison) und das haptisch auch eher unangenehm ist.

Die Stricktradition der arbeitenden Bevölkerung wird anhand der berühmten Fischerpullover dargestellt – praktische, alltagstaugliche und hoch strapazierfähige Teile, die identitätsstiftend wirkten und in einer feineren Variante auch zu Sonn-, Fest- und Feiertagen getragen wurden.

Nicht fehlen darf natürlich auch der Deutschen liebstes Projekt: die Socke. Die hier gezeigten Exponate sind technisch und ästhetisch ausgefeilt und bis ins Detail durchdacht – Socken auf höchstem Niveau eben. Alle Designs stammen von MAZ.

Das zeitgenössische Strickdesign, u. a. Ravelrys populäre Projekte, haben eine eigene Vitrine, die gleichzeitig die heutige Liebe zum gestrickten Accessoire thematisiert. Man sieht Designs von Stephen West, Kieran Foley (einem der Meister des Lace), von Shibui und von Maz (der faszinierende Zebra-Schal rechts, den ich unbedingt auch stricken muss).

Ein weiterer moderner Trend ist das Stricken von Dingen, die man eigentlich nicht braucht, die nicht zum Bekleiden, zur Abrundung des Outfits oder als Tischdecke bzw. Gardine für das eigene Heim gedacht sind: gestrickte Pilze und Pflaumen von capstatt – braucht man nicht, sehen aber bezaubernd und witzig aus (und erwiesen sich leider als unfotografierbar, aber es gibt ja die Website).

Ebenfalls eine Nische nimmt das Stricken von Kleidern für alte Miniaturpuppen ein; sie werden aus Nähgarn oder feinstem Baumwoll-Häkelgarn mit langen Stecknadeln gestrickt – eine unendlich feine und diffizile Arbeit, die große Akribie und Sorgfalt verlangt.

Das Herzstück der kleinen Ausstellung ist die sogenannte Hall of Fame. Hier werden einige richtungsweisende Designer mit Arbeiten und der entsprechenden Literatur präsentiert, die die zeitgenössische Strickkultur nachhaltig beeinflussten und wichtige Trends begründeten oder perfektionierten.

Links: Barbara Walker. Sie verfolgt einen feministischen Ansatz und veröffentlichte einige Musterbücher, die bis heute kopiert werden und trotzdem unerreicht blieben. Außerdem – und das ist hier dargestellt – veröffentlichte sie ein Rezept, um Oberteile vom Halsausschnitt beginnend in einem Stück zu stricken.

Rechts: Alice Starmore. Die schottische Designerin interpretiert Aran- , Fair-Isle- und Strukturmusterstrickerei auf individuelle Weise und schuf viele berühmte Designs.

Elizabeth Zimmermann: Die Ingenieurin des Strickens befreite eine riesige und ewig dankbare Strickgemeinde vom lästigen Zusammennähen und von der sklavischen Befolgung von Anleitungen. Ihre “Rezepte” bestechen durch hervorragende Passform, universelle Anwendbarkeit, der Freiheit bei der Material- und Musterwahl und ihren logischen und glasklaren Aufbau.

Vorne, rechts: Kaffe Fassett. Der Meister der Farben und Muster brachte einen malerischen Aspekt in die Farbstrickerei. Seine Muster sind auf unterschiedlichste Weise und in verschiedenen Techniken umsetzbar.

Hinten, links: Cat Bordhi. Ihre verspielte Umsetzung mathematischer Grundlagen begeistert nicht nur Stricker, sondern auch Naturwissenschaftler und Programmierer.

Abgerundet wird die Ausstellung durch Hörbeispiele, Mitmachsektionen, einer Diashow zum Thema Yarn Bombing und einem originalen Garnschrank, der von der Firma Zitron mit unterschiedlichen Handstrickgarnen bestückt wurde.

Mag die Ausstellung noch so klein sein, war es für mich doch überwältigend, dass einige meiner Gestricke tatsächlich in einem Museum ausgestellt werden, als Beispiele für die Umsetzung der Entwürfe moderner Designer. So richtig begriffen habe ich das erst am Samstag, als ich die Gelegenheit hatte, die Ausstellung vor der offiziellen Eröffnung zu sehen.

Der Sonntag schließlich war sehr lustig, denn da fand die Adventmatinee des Förderkreises statt. Der Raum war bis auf den letzten Platz besetzt, und irgendwie hatte ich im Vorfeld übersehen, dass da keine einfachen Museumsbesucher anwesend sind, sondern eben die Honoratioren Bocholts (ich war davon ausgegangen, dass es sich um eine einfache Ausstellungseröffnung handelt). Es muss schon arg gewesen sein, denn ich war in einem für mich typischen Outfit gekommen (schwarze Jeans, schwarzes T-Shirt, schwarze Kapuzenjacke und Bikerboots), was sicherlich nicht ganz das war, was erwartet wurde, aber einen interessanten Kontrast zu Anzügen und eleganten Kostümen darstellte. Vorgestellt wurde ich auch noch als “politische Aktivistin”, was so nicht ganz vorgesehen aber sachlich nicht falsch war; aber da muss man eben durch. :D (Und ehrlich, hätte ich es gewusst, hätte ich auch nichts anderes angezogen)

Im Outlaw-Outfit hielt ich dann auch den Vortrag; 15 Minuten über die Vielfalt des heutigen Strickens vor einem kulturell interessierten, aber gänzlich strick-unaffinen Publikum (wie gut, dass es nicht mein erster Vortrag war und ich wusste, dass man die Leute nicht durch endloses Herunterleiern allzu technischer Details langweilen sollte). Ich hatte Glück, es ging gut; das Publikum fühlte sich unterhalten und sogar amüsiert, und ich habe viel positive Resonanz erfahren, interessanterweise auch und vor allem von den männlichen Zuhörern. Ich wurde gebeten, nach dem Mittagessen spontan einen zweiten Vortrag zu halten; auch das beruhte auf einem Missverständnis, denn ich hatte die DVD mit den Fotos meines Shetland- Urlaubs eingereicht, damit sie während der Ausstellung (also: irgendwann mal) in Endlos-Schleife gezeigt werden; das heißt, vorbereitet hatte ich das nicht und durcheinander waren die Bilder auch geraten, also ging es völlig konzeptfrei und ohne halbwegs sinnvolle Reihenfolge zur Sache (irgendwas ist ja immer), und auch das funktionierte (die ersten Mitreise-Interessenten meldeten sich unmittelbar danach).

Ein wenig bizarr war es insgesamt schon, was nicht an den Leuten und auch nicht an mir lag, sondern eher an unserem Zusammentreffen bei dieser Gelegenheit, aber es war auf eine gute Art bizarr, da sehr anregend und horizonterweiternd. Ich begegnete sehr aufgeschlossenen und freundlichen Menschen, mit denen ich interessante Gespräche führte und die vielleicht ganz froh waren, dass eine solche Veranstaltung auch mal für die eine oder andere Überraschung gut sein kann.

Es war eine tolle Erfahrung für mich; ich bin dankbar, dass ich die Gelegenheit hatte, meinen Beitrag für diese Ausstellung und die Matinee zu leisten und vor allem die herzliche Gastfreundschaft im Hause Dolff genießen zu dürfen.

Als ich Mutter Jinx von der Matinee erzählte, meinte sie: “Du solltest vielleicht über die Anschaffung eines offiziellen Outfits nachdenken”.

Das IST mein offizielles Outfit, Mami.

Am 7. November um 17.30 kommt auf NDR Info eine Sendung zum Thema Stricken in der zeitgenössischen Kunst. Einen kleinen Beitrag durfte ich auch leisten (in Form eines Interviews, und das, obwohl ich keine Künstlerin bin). Die Aufzeichnung wird es auch als Stream im Internet geben.

Bei mylys wird es in Zukunft auch Kurse rund ums Stricken geben; den Anfang machen zwei Anfängerkurse, die auch für Leute geeignet sind, die ihre eingeschlafenen Kenntnisse aufbürsten wollen. Da die Gruppen sehr klein sind (3 – 6 Teilnehmer), wird das Lernen in entspannter, persönlicher Atmosphäre möglich sein.

Nähere Informationen gibt es hier.

Am 18. September 2010 treffen sich alle, die Lust haben, ein wenig etwas für ihr Hobby Spinnen zu tun, bei mylys.

Alle sind eingeladen, ob Handspindel- oder Spinnradbegeisterte oder auch die, die an dieser alten Technik interessiert sind.

Es gibt einiges zu sehen:

  • Spinnen an verschiedenen Spinnräder
  • Spinnen mit der Handspindel
  • handgesponnene Garne
  • Werkzeuge
  • Handspindeln verschiedener Herkunft
  • Rohmaterialien
  • Literatur

Die Anwesenden beantworten gern Fragen zum Thema und sind „in Aktion“ zu bewundern.

Für das leibliche Wohl der Gäste sorgt das benachbarte Café mylys.

Wann? Samstag, 18. September, ab 11.00 Uhr

Wo? mylys, Weidenallee 12, Hamburg

Einen druckfähigen Flyer zum Event gibt es hier.


Wir freuen uns auf Ihren/Euren Besuch!

Ich habe tatsächlich gewonnen, und auch noch einen der Hauptpreise. Ich kann es gar nicht fassen. Alles Weitere hier.

Irgendwann isses mal gut, und dieser Moment ist für mich jetzt gekommen. Auf gewisse Dinge habe ich schon länger keine Lust mehr, doch das stößt anscheinend auf ein gewisses Unverständnis.

Es ist richtig, dass es mal einen öffentlichen Stricktreff in Hamburg/Eimsbüttel gab, den ich organisiert habe. Ebenso richtig ist, dass ich das nicht mehr tue, da ich keine Lust mehr hatte. Die Gründe habe ich seinerzeit hier dargelegt, sie sind weiterhin gültig, und nichts ist hinzuzufügen. Nachdem ich die Entscheidung getroffen und öffentlich gemacht hatte, fühlte ich mich befreit und erleichtert – sie war die richtige gewesen und ist es bis heute.

Nun ereilt mich in relativ regelmäßigen Abständen einiges Ungemach, das – typisch für einige Teile der Strickszene – hintenrum erfolgt, sodass ich – ebenfalls hintenrum – davon erfahre. Daher diese Klarstellung (nicht hintenrum):

  • es ist unrichtig, dass der Stricktreff, an dem ich alle 14 Tage teilnehme, geheim ist. Er ist nur nicht mehr öffentlich, da der öffentliche nicht mehr funktioniert hat
  • es ist unrichtig, dass ich allein von diesem Gefühl befallen war, es ging mehreren so, auch solchen, denen die Veranstaltung zu laut, zu groß und zu unpersönlich geworden war und die daher über einen längeren Zeitraum hinweg nicht mehr kommen wollten oder so spät kamen, dass die meisten schon wieder weg waren
  • ebenfalls unrichtig ist, dass ich entschieden habe, wer eingeladen wird. Das hat eine Gruppe entschieden. Und da wir kein Buchclub mit Treueprämie waren sondern eine Gruppe Gleichgesinnter, die ihrem Hobby nachgehen, war das Kriterium nicht die Teilnahmedauer oder andere dröge, nichtssagende Fakten, sondern eher, ob man auch so Kontakt hat und/oder die Wellenlänge stimmt. Aber wie gesagt, entschieden hat das nicht ein Einzelner, also auch nicht ich allein.
  • es ist falsch, anzunehmen, dass von irgendeiner Seite ein Anspruch auf Teilnahme oder Organisation bestand, denn ich bin kein Dienstleister, auch wenn sich zum Schluss immer mehr so gebärdeten. Euer Irrtum, nicht meiner.
  • noch falscher ist die Annahme, dass dies von langer Hand vorbereitet war. Die Idee für einen neuen, kleineren und kontrollierten Treff entstand spontan am letzten Abend.
  • ich war nie die Leitung, die Vorsitzende oder sonst was, sondern nur die Orga. Als eine unter Vielen habe ich mich entschieden, auszusteigen, was in meinem Fall mehr auffiel, da Tischreservierung, Veröffentlichung im Internet und bei Ravelry, Mailingliste und Anlaufstelle für diese lästigen Leute von der Presse und den Medien auf einmal wegfielen.
  • völlig richtig ist, dass ich keinen Bock auf Konsumhaltung habe. Beim letzten öffentlichen Treff schauten mich einige an, als erwarteten sie, dass ich das Rote Meer für sie teile und eine neue Location samt fertiger Orga am anderen Ufer steht. Das ist nicht meine Aufgabe, und es ist auch nicht meine Schuld, dass die Organisation eines öffentlichen Nachfolgetreffs sich so lange hinzog. Es gab eine glasklare Ansage, und wenn die ignoriert oder nicht verstanden wird, ist das nicht mein Problem.
  • noch richtiger ist, dass ich keinen Bock auf diesen Intrigenstadel habe, dass irgendwelche Entrechtete und Beleidigte sich bei Unbeteiligten ausweinen, mich als Alleinverantwortliche hinstellen und nicht imstande sind, sich an mich persönlich zu wenden, wenn sie schon meinen, dass ich sie ausgegrenzt habe (was nicht richtig ist, s. o.). Wenn Ihr meint, ich wäre verantwortlich, dann wendet Euch an mich und nicht an sonstwen. Oder quakt Ihr auch Versand X die Ohren voll, wenn Ihr meint, dass Y nicht geliefert hat?

Genau diese Verhaltensweisen sind es, die mich dazu bewogen haben, mich zunehmend aus der öffentlichen Strickszene wie auch von Ravelry zurückzuziehen. Es ist mein gutes Recht, zu entscheiden, wo, mit wem und in welchem Rahmen ich stricken, Fahrrad fahren, grillen, Musik machen, verreisen oder Sex haben will. Das habe ich immer so gehandhabt und werde dies auch in Zukunft tun.

Mehr habe ich zu dem Thema nicht zu sagen.

Nu isser abgearbeitet, der Worldwide Knit in Public Day 2010, der dieses Jahr an zwei Terminen stattfand. Nach der etwas trüben Erfahrung im letzten Jahr (Stricken in der Besenkammer, Kaffeefahrtatmosphäre, Luft wie im Raubtierkäfig und zu wenig Platz, aber das Schloss war sehr schön, wenigstens von außen) hatten Einbeiein beschlossen, für dieses Jahr ein Alternativevent auf die Beine zu stellen, das nicht den Anspruch hatte, jedem zu gefallen, aber vielleicht wenigstens uns.

Das Wetter machte uns teilweise einen Strich durch die Rechnung, somit entfiel das Ausschwärmen in die Stadt bei Kälte und Regen, dafür strickten wir im Café von Mylys. Um 14.00 Uhr fand dann eine Einführung ins Spinnen mit der Handspindel statt, die so gut besucht war, dass wir vom Café in den größeren der hinteren Räume ausweichen mussten. Die mitgebrachten Spindeln reichten gerade so, die von Susanne (Filzflash) vorbereiteten Garnpäckchen reichten auch, und wir können stolz vermelden, dass jede Teilnehmerin gelernt hat, einen zusammenhängenden und sogar schon ziemlich gleichmäßigen Faden zu spinnen.

Danach beschlossen wir allerdings, dass wir das Wetter Wetter sein lassen und trotzdem zum Yarn Bombing ausschwärmen.

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Schock am Glascontainer – ein gehäkeltes Spinnennetz

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Die phallische Gesamtaussage des Pollers erhält durch feminine Accessoires einen Gegenpol.

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Eine Kralle für ein Straßenschild

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weithin leuchtend

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Einbeieins Mobile  (Foto: Einbeiein)

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Tryste und Tiamant nach erfolgreicher Gemeinschaftsnäharbeit

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Einbeiein hatte ihre Vorliebe für bewegliche aber diskrete Teile entdeckt

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Trystes Granny-Square an der Sternschanze

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Manchmal ist es ein Suchspiel, aber das soll auch so sein. :D

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Hier nochmal ein kurzer Reminder für den Worldwide Knit in Public Day 2010 in Hamburg, der am Samstag, den 19. Juni stattfindet.

Wo? Der Treffpunkt ist mylys in der Weidenallee 12. Der Laden ist verkehrsgünstig gelegen und kann mit der U2 (Station Christuskirche), der U3, S 21, S31 (Station Sternschanze), den Bussen 181 (Station Sternschanze), 4 (Station Schlump) und 15 (Station Sternschanze) erreicht werden.

Wann? Wir treffen uns ab 10.00 Uhr im Laden. Es ist ein Café angeschlossen, wo für das leibliche Wohl gesorgt wird.

Was? Es gibt ein kleines Programm für die, die nicht nur im Laden sitzen und stricken möchten.

  • Yarn Bombing/Public Knitting – ab 10.30 rückt man aus und stricken öffentlich in der Stadt (in der Bahn, im Boot, auf dem Schiff …) oder bringen gestricktes bzw. gehäkeltes Graffiti an. Für die, die erst später kommen können oder wollen, sich aber anschließen möchten, gibt es im Laden auf Anfrage eine Handynummer. Ist schließlich alles eine Frage der Orga.
  • Schnupperkurs Spinnen mit der Handspindel -  von 14.00 Uhr bis ca. 15.00 Uhr gibt es im Laden eine kurze Einführung ins Spinnen mit der Handspindel, falls jemand Lust hat. Spindeln werden gestellt.
  • Public Knitting an allen möglichen und unmöglichen Orten - falls wir danach noch Luft, Lust und Zeit haben, gehen wir wieder nach draußen und stricken den Leuten was vor. :)

Anmeldung ist nicht nötig, einfach vorbeikommen.

Der WWKIPD 2010 findet am Samstag, den 19. Juni statt (und damit mit etwas besseren Chancen auf etwas besseres Wetter …). Einige der Hamburg Knitters haben sich folgendes überlegt:

Unsere Zentrale wird Mylys (Weidenallee 12, in bequemer Nähe zur Innenstadt und zu den Öffentlichen) sein, und zwar ab 10.00 Uhr morgens. Dem sehr charmanten Wollladen ist ein Cafe angeschlossen; für Speisen und Getränke ist also vor Ort gesorgt.

Wir wünschen uns mehr Öffentlichkeit und mehr Aktion zu diesem Datum, mehr Ähnlichkeit dazu, wie dieser Tag z. B. in Großbritannien oder den USA zelebriert wird (bräsig abhängen können wir das ganze Jahr über …). Also nix mehr mit Stricken in der Besenkammer, fernab jeder Öffentlichkeit, und Kaffeefahrt-Atmosphäre, sondern zeigt den Leuten, dass wir stricken.

Bei einigermaßen passendem Wetter ist folgendes angedacht:

  • Yarn Bombing: Das Anbringen gestrickten Graffitis an prominenten Stellen in der Innenstadt
  • Präsenz zeigen: Mit einer Tageskarte oder auch einer Dauerkarte kann man sich mit den Öffentlichen strickenderweise in der Innenstadt bewegen. Stationen können an prominenten Stellen gemacht werden, mit und ohne Einkehrzeit in Cafes und Kneipen vom Jungfernstieg bis zur Reeperbahn. Bei sehr gutem Wetter ist auch Stricken in den zahlreichen Hamburger Grünanlagen möglich.
  • zwischen 14.00 und 15.00 Uhr gibt es bei Mylys eine Einführung in das Spinnen mit der Handspindel für die, die mal etwas anderes probieren wollen.
  • Willkommen sind natürlich nicht nur Stricker, sondern auch Spinner, Häkler, Nalbinder …

Einbeiein und Jinx

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