Campaigns / Aktionen


Dies ist also das Material für die Hommage an Kaffe Fassett, Teil III. Ich habe mich für Kauni entschieden, weil ich das Garn mag und es einigermaßen günstig ist. Vielleicht ergänze ich es noch durch etwas Jamieson, aber da bin ich mir nicht so ganz sicher. Diese Knäule werden in zwei Gruppen geteilt (gelb-rot / grün -blau) und mittels der Splicing-Technik miteinander vernknubbelt. Davor graut mir schon, denn es gehört einideutig in die Womit-habe-ich-das-verdient-Kategorie. Aber es ist mal wieder stärker als ich, und ich fühle das dringende Bedürfnis, anzufangen. Allerdings wird es ein langer, zäher Prozess werden.

This is the material for the Hommage to Kaffe Fassett, part III. I decided to use Kauni because I really like this yarn and it’s not too pricy. These balls will be divided in two groups (yellow-red / green-blue), and then brought together with the splicing technique. I’m really a bit afraid of this because it will take a very long time until I’ll be able to knit the very first stitch, but it’s stronger than me (again), and I feel the need to get started. It will take forever, I’m sure.

Als ich mit dem Stricken begann, landete ich relativ schnell bei Kaffe Fassett und seinen Entwürfen. Mich begeisterte vieles, es ist ein Farbenrausch, doch für die Umsetzung fühlte ich mich nicht bereit. Zudem verwendet er häufig die Intarsien-Stricktechnik, die zu den von mir ungeliebten gehört. So erfreute ich mich lange nur an den Abbildungen, die mir eine ständige Inspiration waren und sind.

When I started knitting, I soon discovered the designs by Kaffe Fassett. I love quite a lot of them, it’s a riot of colour, but for reknitting one of them I didn’t feel advanced enough. What made me hesitate was the fact that he uses intarsia knitting quite often, a technique I rather dislike. So I enjoyed just looking at the pictures with their handsome designs which were a source of inspiration for me – and still are, of course.

Ein Muster hatte es mir besonders angetan, vielleicht mehr als alle anderen, und das waren die Persian Poppies. Es ist ein sehr einfaches Muster, dazu wenig blumig (was mir entgegenkommt) und vor allem voller Möglichkeiten der Variation und viel Raum für eigene Ideen. Mich fasziniert die Einfachheit sowie der hohe Abstraktionsgrad. Ich bin natürlich weder die erste noch die einzige, die das entdeckte, und einige Designer verwenden dieses Muster als Grundlage für eigene Entwüfe, leider auch ohne Angabe der Quelle.

There is one pattern I really fell for, it’s maybe the one I like best: The Persian Poppies. It’s a very simple pattern, not too florid, and full of possibilities for variation and the development of own ideas. It’s its simplicity and the high degree of abstraction that fascinates me. Of course I’m nor the only one neither the first who discovered this. Some designers picked and varied it for using it for their own designs, unfortunately not all of them named their source.

Ich habe mich entschlossen, nun endlich das verehrte Muster umzusetzen, und zwar auf sehr unterschiedliche Weise und mit unterschiedlichen Mitteln. Bisher habe ich vier Ideen, vielleicht sogar fünf, und eine davon wird so ausgeführt werden, wie der Meister selbst es vorsah: In Farbstrickerei (stranded), wobei verschiedenfarbiges Garn mittels Splicing miteinander zu einem langen, vielfarbigen Faden verbunden wird (*ächz*). Daraus werde ich einen Raglanpullover stricken (und keine Weste, wie im ursprünglichen Entwurf); das wird die Hommage No. 3.

I decided it’s time to start with the adored pattern after all, but in very different ways and with a multitude of materials. Until now I have four ideas, maybe five, and four (five) different techniques in mind. Only one will be executed in the way the master himself suggested it: in stranded knitting, and the yarn will be produced from single balls in different colours, connected by splicing (I’m a bit afraid of this – it’s a huge amount of work). I’ll knit a raglan sweater and not a vest (as it can be seen in Fassett’s books). This will be Hommage No. 3.

Die Idee, ein Muster auf unterschiedliche Arten umzusetzen kam mir durch Fassett selbst, der ja nicht nur strickt, sondern auch quiltet, malt, Mosaiken legt und was weiß ich noch alles tut. Da liegt es nahe, selbst noch ein paar Techniken hinzuzufügen und so die Bandbreite der Möglichkeiten zu erweitern, die in Fassetts Mustern (und vor allem in diesem) liegt.

The idea to use different techniques for this design was brought to me by Fassett himself. He’s not only a knitting designer, but he also does quilting, he paints, does mosaiques etc. So it was obvious to me to add some more techniques for amplifying the amount of possibilities which come with Fassett’s patterns (and specially with the poppies).

Die ersten beiden Varianten sind bereits fertig:

Two versions are already done:

Ich habe mal den sockingen Sonntag wiederbelebt, damit das mit den Socken auch was wird bei mir. Dies ist die gestrige Ausbeute. Das Garn hat wirklich diese Schockfarbe, mir war gerade danach, und es verstrickt sich einfach phantastisch. Das Muster ist einfach, fast mindless, und macht Spaß zu stricken.

I revived the Sunday of Socks because otherwise my socks will never be finished, I’m afraid. This is what I did yesterday. The yarn really has this very brute colour, but I felt like knitting with it right now, but it feels really great, very soft. The pattern is rather easy, almost mindless, and it’s fun to knit.

Es gibt Dinge, die an mir schlicht vorbeigehen, weil ich keine Zeit dafür habe bzw. mein Kopf voll ist mit anderen Dingen. Dazu gehört z. B. die Midlife-Crisis, die meine Freundinnen überfiel, als wir alle so um die dreißig waren. Nur mich nicht, denn ich war gerade mit einer nervigen Scheidung, einem nervigen britischen Lover und den nächtlichen Anrufen eines nervigen Exmanns befasst. Außerdem dachte ich noch, ich würde irgendwann mal promovieren. Ihr seht also, für das Zelebrieren der Midlife-Crisis im Rudel hatte ich keine Vakanzen. Später hätte ich dann welche gehabt, aber die Midlife-Crisis wollte sich bis heute (ich bin inzwischen 42 Jahre alt und Scheidung, BritLover und Exmann gehören der ganz fernen Vergangenheit an) nicht einstellen.

Mit der Frühjahrsmüdigkeit verhält es sich zumindest in diesem Jahr ganz ähnlich. Ich bin voll neuer Ideen, außerdem ist es zu Hause gerade etwas bunter, und wenn ich müde bin, dann nicht wegen des Frühjahrs, sondern wegen eines notorischen Schlafmangels, an dem ich leide, seit ich etwa zwei Jahre alt bin. Dabei gehöre ich nicht zur Fraktion der Schlaflosen, ganz im Gegenteil, denn ich schlafe wie ein Sack. Wenn ich denn mal schlafe.

Als ich noch ein kleines Kind war, wollte ich nie schlafen gehen, weil ich immer fürchtete, etwas zu verpassen oder noch irgendwas machen wollte (lesen, basteln, Krimis im Fernsehen gucken, die nicht alterskonform waren). Ich entwickelte intelligente Strategien um mein Aufbleiben gegen die pädagogisch wertvollen Strategien meiner Eltern durchsetzen zu können. Und ich kam, blieb auf und siegte (weil meine Eltern irgendwann zu müde waren, um mit mir zu diskutieren).

Später sagte mir niemand mehr, ich solle ins Bett gehen, Licht ausmachen oder ähnlich langweilige Dinge tun, aber ein Relikt aus dieser Zeit ist mir geblieben, obwohl ich durchaus freiwillig schlafen gehe – irgendwann mal: Ich gebe nicht zu, wenn ich vor dem Fernseher einschlafe. Mein Freund spricht mich regelmäßig an, wenn meine Atemzüge verdächtig regelmäßig werden (und ich natürlich schlafe, aber das muss jetzt wirklich unter uns bleiben, denn ich würde das nie zugeben). Und ich? Ich antworte tatsächlich. Also, nicht ich antworte, sondern mein Kleinhirn. Das vollbringt regelmäßig die tollsten Leistungen, nämlich das Bilden gramatikalisch korrekter Sätze der einfacheren Bauart (also reine Hauptsätze von drei bis sieben Worten), die tatsächlich einen Sinn ergeben, und zwar nicht nur in sich, sondern auch im Zusammenhang zu dem von meinem Freund Gesagten. Natürlich sind es keine Bonmots und auch keine intellektuellen Höhenflüge, aber sie ergeben immer einen Sinn.

Das ist natürlich albern, denn dahinter steht eine höchst kindliche Abneigung gegen das Schlafen, die mich ab und zu eben tagsüber müde werden lässt. Ihr seht, ich brauche da überhaupt kein Frühjahr. :D

Außerdem beantwortet dieser Beitrag auch die immer wieder an mich gerichtete Frage, wann ich eigentlich stricke (angesichts der Menge meiner fertigen Projekte): Na, nachts natürlich!!!

Diese MIttwochsaktion wäre eigentlich ein ideales Thema für die Weihnachtszeit gewesen, wo alle sich um Harmonie bemühen, um sich dann unter Stress zu setzen und sich unterm Weihnachtsbaum nach allen Regeln der Kunst zu beharken und sich das zu sagen, was man sich schon seit Jahren mal sagen wollte. Ah, ich könnte einen Roman verfassen, aber da wir Weihnachten nun alle glücklich überstanden haben, lasse ich das lieber. Stattdesssen schreibe ich über Terror im Glücksbärchiland, auch Strickblogszene genannt.

Ich habe den Eindruck, dass weite Teile der Strickblogszene doch recht harmoniesüchtig ist. Nichts gegen Harmonie, das ist was Schönes, ehrlich. Und es gibt sie auch, die harmonische Koexistenz friedlich grasender strickender BloggerInnen, die in ihrem eigenen Stall Blog ihre Werke präsentieren und sich konstruktiv und sehr erbaulich austauschen in einer pastoralen Idylle, deren Nährboden sinnvolles Lob und konstruktive Kritik sind.

Aber es gibt auch die anderen, die zwar SAGEN, dass sie harmonisch, glücklich und zufrieden sind, deren Handeln jedoch nicht immer mit diesen schönen Worten in Einklang zu bringen ist. Man trifft sie auf unterschiedlichen Weiden an verschiedenen Stellen an: in Foren, in Mailinglisten, in Communities und natürlich in Blogs. Und es gibt ein paar untrügliche Anzeichen, wie man sie erkennt, die latenten Unruhestifter.

  • Wenn in Mailinglisten, Foren oder Communities extra betont wird, dass doch eigentlich alle eine große, glückliche Familie oder zumindest ganz dick befreundet sind, wird es wirklich gefährlich. Denn hinter den Kulissen geht es dann oft richtig zur Sache. Wenn man sagt, dass einem ein Detail nicht ganz so gut gefällt, wird einem gerne das Wort entzogen, da “man keinen Unfrieden will”. Das hindert sie selbsternannten Friedenstauben jedoch nicht daran, hinter dem Rücken anderer über selbige herzuziehen, Gruppenbildungen zu fördern und Leute auszuschließen. Es bilden sich Zweiklassengesellschaften: die, die alles dürfen und auch tun und die, die bitte das Maul halten. Sehr beliebt auch: die beleidigte Abmeldung.
  • Auch ein schönes Thema: Freunde. Befreundete Blogs, befreundete Menschen in Communities. Also, mein Blog ist mit niemandem befreundet, was nicht daran liegt, dass er irgendwie böse ist, sondern das es sich um eine Softwareinstallation auf einem Server handelt. So etwas befreundet sich eher selten. Natürlich entstehen im Internet Freundschaften oder herzliche Onlinebekanntschaften, nur nimmt das oft etwas eigenartige Formen an. Z.  B. gibt es Menschen, die nur bei Freunden kommentieren, unabhängig davon, ob ihnen das Gezeigte nun gefällt oder eher doch nicht so. Die vergeben auch ihre Herzchen bei Ravelry nur an Freunde. Die Linkliste im Blog sieht auch entsprechend aus. Verlinkt werden Freunde, selbst wenn die den langweiligsten Blog der Welt haben, in dem seit Monaten nichts mehr passiert. Klar, wenn einen selbst der Freundesblog langweilt, warum soll es den eigenen Lesern dann besser ergehen? Eben. Diese Menschen verfeinden sich meist auch so leicht, wie sie sich befreunden. Dann gibt es keine Herzchen mehr. Jawohl. Ich bin nun der Meinung, dass man Beifall nur dann äußern sollte, wenn einem die Sache auch wirklich gefällt. Man kann sehr wohl Menschen nett finden, deren Produkte den eigenen Geschmack nicht treffen, oder man findet Leute unsympathisch, deren Handarbeiten man exquisit findet. Jemandem, den man mag, kein Herzchen zu geben oder keinen positiven Kommentar zu hinterlassen heißt nicht, dass man den oder die auf einmal blöd findet, sondern nur, dass man dem Produkt zumindest neutral gegenüberstellt. Oder andersherum: Wenn man einen positiven Kommentar bei jemandem hinterläßt, den man vielleicht kaum kennt oder der einem nicht so sympathisch erscheint, dann heißt das nicht, dass man den jetzt heiraten will, sondern nur, dass einen das Präsentierte anspricht.
  • Freie Meinungsäußerung. Das ist auch so ein Thema für sich. Die ist natürlich erwünscht, aber oft nur, wenn sie positiv ausfällt. Ein “das gefällt mir nicht, weil …” wird doch eher ungern gesehen und kann leicht dazu führen, dass man sich irgendwann für Dinge rechtfertigen darf, die man so nie gesagt oder geschrieben hat. Auch sehr schön: Von der Tatsache, dass ein Blog viele Leser hat, wird automatisch abgeleitet, dass dort bitte keine negativen Meinungen geäußert werden sollen, selbst wenn diese begründet sind. Denn das könnte ja die Scharen der LeserInnen beeinflussen, sodass sie die geäußerte Meinung kritiklos übernehmen. Ich persönlich verwahre mich dagegen, meine Leserschaft für so dämlich zu halten, dass sie sich ihre eigene Meinung nicht selbst bilden können. Außerdem kann jede/r im Rahmen der Legalität in seinem Blog schreiben, was er will. Denn wenn das nicht mehr möglich sein soll, wird das Bloggen so langweilig, dass man auch fernsehen kann. Besonders empfindlich reagieren manche, wenn Dinge (konstruktiv) kritisiert werden, die mit den eigenen Händen und im Schweiße des Angesichts hergestellt wurden. Es scheint ein weit verbreiteter Irrtum zu sein, dass Handarbeiten automatisch in den Stand der Heiligkeit erhoben werden, eben weil sie mit der Hand hergestellt wurden. Dem ist nicht so, und jeder produziert mal Müll. Ja, auch mit der eigenen Hand. Und nur weil es das Label “kreativ” trägt, heißt das nicht, dass es gelungen ist oder allen gefallen muss. Ich persönlich finde eine gesunde Distanz zum eigenen Werk viel kreativitätsfördernder.

Insofern: Friede, Freude, Eierkuchen? Bullshit! In diesem Zusammenhang hätte ich eine Frage: Wenn das wirklich die Geschenke der Heiligen Drei Könige sind, kann ich die dann bitte umtauschen?

Und wieder eine Wochenaktion. Natürlich habe ich Ziele für das neue Jahr. Hier eine kleine Aufzählung, wild durcheinander, chaotisch und ohne Ordnung:

  • mehr Zeit draußen verbringen
  • mich gesünder ernähren
  • mein Buch fertig schreiben
  • meine Kenntnisse in beruflicher Hinsicht erweitern und vervollkommnen
  • öfter Fahrrad fahren
  • heiraten (dieses Jahr aber wirklich …)
  • meine WIPs fertig stricken
  • meinen Stash reduzieren
  • wieder Fair Isle stricken
  • wieder mehr kochen
  • für die, die mir nahestehen, da zu sein
  • ans Meer fahren
  • in Delikatessen investieren
  • mehr Naturerlebnisse
  • mir keine Langeweile aufzwingen zu lassen
  • mehr fotografieren
  • mehr Bass üben
  • das Schwein (siehe Bild) voll bekommen
  • mich stricktechnisch weniger verzetteln
  • Ausflüge machen
  • Neues entdecken
  • ich selbst bleiben
  • carpe diem

Die neueste Wochenaktion wirft mich in einen Zwiespalt, denn ich wollte eigentlich zu jedem Advent einen Teil unserer großartigen Advents- und Weihnachtsdeko vorführen. Ich habe mich entschlossen, dabei zu bleiben und stattdessen eine Art Meditation über die Motive hinter unserer Deko zu verfassen.

Dies ist also die Deko, bestehend aus den Vier Heiligen Drei Königen und unserem Räucherteufelchen, wie ich sie bisher vorgestellt habe. Ergänzt wird das Bild durch eine äußerst authentische Kerze, denn bei uns brennt nie mehr als eine (in Ermangelung von Weihnachtsbaum und Adventskranz), und die eine brennt, wann immer wir das wollen, und nicht nur an den Adventssonntagen.

So richtig traditionell ist das natürlich alles nicht. Es ist nicht so, dass ich keinen Sinn für weihnachtliche Dekorationstraditionen hätte; ganz im Gegenteil. Vieles ist mir fremd (Krippen zum Beispiel), einiges gefällt mir durchaus. Bei den Dingen, die mir gefallen, lässt sich jedoch kaum etwas in das Leben integrieren, das ich führe. Es entspricht weder meiner Lebenseinstellung noch meinem Lebensstil, und daher lasse ich es sein, oder ich wandele es ab.

Seit letztem Jahr dekorieren der Mann und ich also weihnachtlich. Genauer gesagt: ich dekoriere, und der Mann gibt seine Zustimmung. Wichtig ist uns, dass das Ganze sich im überschaubarem Rahmen abspielt. Wir möchten beide keine Deko vom Boden bis zum Dachstuhl und keine tannenumkränzte Klobrille. Der Gedanke an die Umwelt ist auch nicht zu vernachlässigen; wir werden niemals die Außenfassade so dekorieren, dass Flugzeuge vom Weg abkommen. Auch bei der Weihnachtsdekoration gilt für uns, wie in so vielen Bereichen unseres Lebens: Weniger ist mehr. Wir haben unsere kleine Adventsecke, und damit fühlen wir uns wohl. Mir ist persönlich wichtig, dass die Dinge, die ich aufstelle, mir persönlich etwas sagen und gefallen und nicht in sinnentleerte Traditionen verfalle, die mich nur deprimieren würden. In diesem Sinne feiern wir auch Heiligabend: Wir gehen zu meiner Mutter, wo wir Geschenke austauschen und das Weihnachtsessen einnehmen, das meine Mutter unter einem gewissen Maß an Jammern und Fluchen für uns zubereitet. Dieses Jahr gibt es Gulasch mit Knödel und tschechisches Bier.

Meine Mutter hält es übrigens ganz genauso: Als sie letztes Jahr feststellte, dass sie keine Kerze hatte, brachte sie eine Ostereierkerze an den Tisch, auf die ein Hase gemalt war. Angezündet haben wir sie doch nicht, weil sie sie so niedlich fand (das tut sie seit über fünf Jahren, daher existiert die Kerze auch noch). Auf jeden Fall haben wir jedes Jahr sehr viel Spaß, abseits der deutschen Besinnlichkeit.

Das war nicht immer so; aus meiner Kindheit kenne ich traditionelle Weihnachtsfeiern mit Baum und allem, was dazugehört (jedoch ohne Gesang, Kirchgang oder Bibellesung, wir waren immer eine säkular denkende Familie). Damals hatte ich viele Verwandte, doch wie es so ist mit einer überalterten Familie, ist mir davon in Deutschland nur meine Mutter geblieben (kongenial ergänzt durch meinen Freund). Also war es an der Zeit, für das Weihnachtsfest eine neue Form zu finden, die allen Spaß macht und nicht einen von uns in Depressionen verfallen lässt. Unsere Weihnachtsdeko ist quasi ein äußeres Zeichen dieser inneren Entwicklung.

Bei der Deko lassen sich grob vier Tendenzen feststellen:

  • Traditionelles im modernen Gewand – Das Räucherteufelchen, Gotic Glam Yule Hat (damit werde ich meine Mutter zu Heiligabend erschrecken. :D )
  • Abseitiges – Die Vier Heiligen Drei Könige. Aus Gründen, die nicht mal ich restlos durchblicke, wünschte sich der Mann für den Weihnachtstisch ein Skelett. Da ich das nun nicht allein lassen wollte, sind es vier Figuren geworden, die mit Weihnachten oder auch nur dem Thema Winter eher wenig zu tun haben. Aber das macht nichts. Ich möchte übrigens darauf hinweisen, dass das Skelett einen ganz reizenden Schneemann-Ersatz abgibt, ein Multifunktions-Skelett, sozusagen.
  • Traditionelles – Drei leuchtende Sterne
  • Abgewandeltes – Winterstrauch mit Vögeln.

Die beiden letzten Punkte seien hier nur als Vorschau gedacht, sie folgen in den nächsten beiden Wochen.

Gestern war es so weit; beim Stricktreff präsentierten wir unsere Leichen im Stash-Keller. Einige brachten tatsächlich Garne mit, die für sie … sagen wir: wenig Identifikationspotential bieten.

Wir entschieden uns dafür, uns feige in der Menge der Strickerinnen zu verbergen und ein Gemeinschaftsfoto zu machen. Den Scheiterhaufen Das Ergebnis seht Ihr hier im Bild.

Unser Fazit ist: So schlimm war es gar nicht. Es dominierten Garne von guter Qualität, die einem von der Farbe her doch nicht so gefielen, die den Strickgewohnheiten nicht oder nicht mehr entsprechen (die sehr dicken Garne beispielsweise), Dinge, die im Knäul recht attraktiv aussehen, verstrickt aber nicht oder auch ein optisch ansprechendes Garn, das von der Zusammensetzung her nicht gefällt.

Einiges fand tatsächlich einen Abnehmer; ich wurde zwei Knäule los, und eine andere Strickerin eines. Das hätte auch schlimmer kommen können … :D Es war auf jeden Fall eine lustige Aktion, wir haben sehr viel gelacht und hatten viel Spaß dabei.

Folgende Garne sind weg: der grüne runde Ball, das violette Knäul Rowan Big Wool vorne und die pinkstreifige Regia. Wer Interesse an den anderen Garnen hat, kann sich gerne bei mir melden, ich stelle dann den Kontakt her.

Morgen, 11. November 2008, treffen wir uns wieder zum gemeinsamen Stricken und Schnacken. Weitere Informationen zum Wann und Wo gibt es hier.

In diesem Zusammenhang erinnere ich für alle, die Lust haben, nochmals an diese Aktion!

Tomorrow, November 11, 2008 we will meet again for knitting and chatting. Please view this page for details.

Es gibt mal wieder eine Wochenaktion, zu der mir tatsächlich etwas einfällt. Wenn ich “weniger ist mehr” höre, könnte ich auf der Stelle einen Roman verfassen, was ich jedoch nicht tun werde (keine Angst!). Ich beschränke mich auf einen Punkt, wo dieses Motto für mich eine höchst sinnvolle Anwendung findet, und das ist in Bezug auf meinen Stash.

Nun kann man da natürlich geteilter Meinung sein abgesehen davon ist ohnehin alles relativ. Mein Freund würde sich wälzen vor Lachen, wenn ich das Attribut “weniger” auf meinen Stash anwende, aber es entspricht trotzdem den Tatsachen.

Ich habe früh festgestellt, dass ich bestimmte Garne bevorzuge, und diese auch nur in bestimmten Farben. Und nur die kaufe ich auch. Ich lösche E-Mails von Wolldealern, die mir Sonderangebote offerieren, meist ungelesen, und auch die Wühlkörbe vor den Wollgeschäften ignoriere ich.

Wenn andere stolz von ihren Wühltischerrungenschaften berichten, erblasse ich manchmal vor Neid. Wenn ich in die Nähe eines solchen Korbes oder Tisches komme, sind dort nur noch Knäule in folgenden attraktiven Schattierungen vorhanden:

Hornhautumbra, Pissgelb, Kotzgrün, Kackbraun. Alternativ: Neon- oder Knallfarben. Das Ganze auch gerne wild meliert. Oder Polytiere, durchaus in schönen Farben. Nur trage ich keine Polytiere und auch keine Mischgarne mit Polytieren (Sockenwolle ausgenommen). Oder “Schnellstrickgarne” ab Nadelstärke 10. Das wäre hinausgeworfenes Geld, denn ich würde diese Garne nie verstricken wollen, geschweige denn tragen.

Ebenso widerstehe ich standhaft Garnen, nur weil sie günstig sind. Wenn sie günstig sind und mir gefallen, gut. Wenn sie günstig sind und ein “aber” beinhalten, lasse ich sie liegen. Das hat zur Folge, dass ich nur sehr wenige Wollquellen habe und dass nur wenige Geschäfte mich ansprechen. Aber für mich ist weniger eben mehr. In meinem Stash sind (bis auf einige Sockenwollsünden meiner frühen Stricktage) nur Garne, die ich wirklich verarbeiten und tragen möchte. Ein schlanker Stash eben, oder, neudeutsch: Stash light.

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