Normalerweise schreibt man Buchvorstellungen, weil man etwas entdeckt hat, was man so gut findet, dass man es anderen vorstellen oder etwas, das so schlecht ist, dass man die Leute warnen muss. Auf dieses Buch trifft das nicht zu. Es ist einfach … sehr eigenartig.
Normally books are presented which one thinks are either so good or so bad that one wants to share it with others. Not with this book – it’s just … weird, somehow.
Wer dieses Blog kennt, weiß, dass eine meine Vorlieben die nordische Strickkunst ist, sei sie traditionell oder modern, und auch, dass ich einige Bücher zu diesem spannenden Thema mein eigen nenne. Nun wirbt dieses Buch mit dem Untertitel Classic and Modern Designs in the Scandinavic Tradition, was mich besonders ansprach, da ich auch ein Faible für modernes Strickdesign habe. So dachte ich an Isager, Falkenberg, Hoxbro und wie sie alle heißen, als ich den Band bestellte.
If you know this blog, you’ll probably know that I’m much into nordic knitting, traditional and modern, and that I already own several books about it. When I read the subtitle of thisone, Classic and Modern Designs in the Scandinavic Tradition, I was pleased, and thought immediately of designers like Falkenberg, Isager, and Hoxbro when I ordered this book.
Eindeutig positiv bei diesem Buch mit dem Titel Swedish Knits von Paula Hammerskog und Eva Wincent ist, dass es sehr ausführlich ist und sehr klar bebildert. Aber das mit der Ausführlichkeit ist auch so eine Sache, denn man beginnt nicht mal mit Adam und Eva, sondern eher noch mit dem Geist, der über den Wassern schwebt, also mit Anschlagstechniken und Materialkunde. Das tun viele andere Bücher auch, aber hier geht es weiter mit einer Mustersammlung, die viel bereits Bekanntes und daneben ein paar interessante neue Dinge enthält. Ein ziemlich großer Teil des Buches bewegt sich also zwischen “wie halte ich eine Nadel” und “wie stricke ich verschiedene Muster”, von rechts-links über Patent, Zöpfe und Lace.
There are positive acpects about this book: First it’s very well illustrated, and it’s quite detailed, and the latter is sort of a problem, because it really starts at the very beginning, with the cast on and some remarks about different kind of knitting yarns. Many books do this as well, but thisones goes on with tons of samples for knitting patterns, some you’ll have seen already a thousand times and a few quite interesting ones. Quite a large part of the book deals with “what does a knitting needle look like and how to hold it in your hands” and “how to knit a pattern”, like, brioche, knit and purl, cables, and lace.
Weiter geht es mit Stricken für Fortgeschrittene: Kantenlösungen, Fehlerkorrekturen, Zusammennähen, Passform, verkürzte Reihen, Einstricken von Taschen, Einsetzen von Reißverschlüssen sowie selbst designen etc. Daneben wird einem die Erkenntnis vermittelt, dass dassselbe Kleidungsstück mit unterschiedlichen Mustern/Farben/Materialien jeweils völlig anders wirkt (ist ja sensationell …).
There are some chapters for the advanced knitter as well, like edge embellishments, troubleshooting, sewing, the perfect fit, short rows, adding pockets, sewing in zippos, designing your own garment etc. Besides this, the authors enlight the reader with the striking news that the same garment might look dramatically different when different patterns, colours, materials are used (really!).
Nach 150 Seiten kommen dann auch ein paar Muster. Nur was an denen besonders schwedisch ist, hat sich mir nicht mitgeteilt. Es gibt z. B. ein paar am klassischen norwegischen Design angelehnte Stücke (na schön, Norwegen gehörte mal zu Schweden, und hier wird das Steeking erklärt) und einen Argyle-Pullover (und Schottland war nie schwedisch). Das einzige typisch schwedische Strickstück ist ein Bohus-Pullover, der Rest ist absolut beliebig, meist provinziell und auch nichts sehr originell. Man könnte ihn in Ermangelung einer griffigen Bezeichnung “international” nennen. Das Buch könnte also ebenso “Stricken in Wuppertal, Innsbruck oder Hooterville” heißen.
150 pages later there are some garments, definately. But they’re not really swedish. You find some norwegian inspired sweaters (well, Norway belonged to Sweden, once …, and they explain the steeking technique with it), and an Argyle vest (Scotland definately never was a part of Sweden). The only typically Swedish garment is a bohus-inspired sweater. The rest is what one calls “international” if one doesn’t know how to name it, quite fresh-water style and not really special. This book could be called “Knitting in Wuppertal, Innsbruck, or Hooterville” instead.
Fazit: Es gibt sie, die schwedische Stricktradition, aber nicht in diesem Buch.
Conclusion: There is a Swedish knitting tradition, but not in this book.