Die heutige Garnfarben scheinen mir “unreiner” als in den 80er oder zu Beginn der 90er Jahre. Sie leuchten bei gleichem Farbton weniger, sind “milchiger”, “schmutziger”, “melierter”, “verwaschener”. Und bei aller Buntheit ist die Farbwelt der Garne dadurch langweiliger und unscheinbarer geworden. Kaum noch ein Farbton ist wirklich als edel oder elegant zu bezeichnen, es ist viel 08/15 dabei. Die Tatsache, dass immer mehr Farbverlauf-Produkte in immer mehr Variationen auf den Markt geworfen werden, täuscht nur schlecht über die Tatsache hinweg, dass die wirklich edlen Farbtöne einfach nicht mehr existieren. Dabei meine ich nicht den eigenen Geschmack (ob einem Blau, Grün, Braun, Grau oder Pink steht, ist eine ganz andere Frage), sondern die Farbtonqualität. Mich würde interessieren, ob andere das auch so sehen, und ob sich damit das Angebot dem Markt angepasst hat, oder durch Kostensenkungen und andere wirtschaftliche Gesichtspunkte einfach an der Farbqualität gespart wird.
Das kann ich so nicht bestätigen. Die Farben der Achtziger finde ich (aus heutiger Sicht, wenn man mittendrin ist, sieht man das ja oft etwas anders) zum großen Teil einfach schreiend und plump. Das gilt auch für viele Farben, die heute erhältlich sind, die finde ich vordergründig, beliebig oder langweilig. Allerdings gibt es einige Firmen, die hochwertige Garne in phantastischen, delikaten Farben herstellen. Dazu gehören Hanne Falkenberg oder Marianne Isager (in ihrer Twinni/Spinni-Linie), aber auch Jamiesons of Shetland, Noro und auch Rowan. Was die Farbverlaufsgarne angeht, so nerven die schon – auch, dass es immer mehr werden. Alles wird dadurch irgendwie Socke. Wobei Aade Long da für mich eine rühmliche Ausnahme darstellt.







