May 1, 2011 - כ"ז ניסן תשע"א


Was macht ihr mit Wollresten?
Nein, ich meine nicht die Sockenwollreste, wo alles die gleiche
Lauflänge hat, sondern ein halbes Knäuelchen hiervon, Zweieinhalb
Knäuel davon, 270g von was ganz anderem, 120g Effektgarn und alles in
unterschiedlicher Nadelstärke. Was halt in einem normalen
StrickerInnenhaushalt so anfällt.

Bei mir ist es nicht ganz so tragisch mit den verschiedenen Nadelstärken, weil ich doch sehr viel Garn verwende, das unter “fingering weight” fällt (nein, keine Sockenwolle). Ich hebe die Reste auf und habe auch schon welche in Projekten verwendet, wo nur kleine Garnmengen einer Farbe gebraucht wurden. Effektgarne habe ich gar keine außer denen, die ich selbst spinne.

Wie persönlich soll Deiner Meinung nach ein Strickblog sein?
Bevorzugst Du reine Strickblogs, in denen allenfalls noch über verwandte
Tätigkeiten (Spinnen, Weben, Färben etc.) berichtet wird?
Wie stehst Du zu Berichten über die Familie, Beziehungen, Problemen,
Kindern?
Magst Du Blogs, in denen noch von anderen Themen die Rede ist, die
nichts mit faserigen Hobbies zu tun haben?

Ich habe es nicht so mit dem Ausbreiten von Privatem im Internet und ich lese auch nicht gern darüber. Blogposts, bei denen über die Pubertät des Nachwuchses oder die Unzulänglichkeiten der eigenen Brut bzw. der Partner berichtet werden, befremden mich eher (gerade Kinder und Jugendliche sollten entscheiden, was im Netz über sie zu lesen ist, selbst wenn sie selbst sorglos mit dieser Frage umgehen).

Ein Hobbyblog ist immer auch privat; man verrät doch eine Menge über sich und die eigenen Vorlieben; da braucht es für mich keine privaten Details.

Ich bevorzuge persönlich reine Faserblogs, aber ich lese auch gern über andere Hobbies bzw. Reiseberichte. Voraussetzung ist, dass da wirklich etwas mitgeteilt wird und nicht nur “das ist X und das ist Y, die finde ich toll/doof/langweilig etc.” geschrieben wird. Das sind nämlich Null-Aussagen, wenn sie nicht begründet werden.

Es ist ja immer schön, etwas Neues zu lernen, und so habe ich mich aufgerafft und die traditionelle schwedische Technik des “Twined Knitting” gelernt. Das ist eine Art Schreckgespenst für manche Stricker, denn wenn man ungeübt ist, dauert es eine gefühlte Ewigkeit, und man kämpft mit verdrehten Fäden. Das Ergebnis ist jedoch durchaus überzeugend.

It’s always nice to learn something new, and so I pulled myself together and absorbed the traditional Swedish technique called “Twined Knitting”. It’s a kind of bogeyman for some knitters since it takes forever (if you have no practice), and you fight with the distorted threads after every round.

Obwohl ich mit zwei Farben begonnen habe, da es für den Anfang leichter ist, die Fäden auseinanderzuhalten, ist es keine Technik, die der Farbstrickerei zuzuordnen ist: Die meisten historischen Strickstücke sind monochrom. Gearbeitet wird allerdings immer mit zwei Fäden. Wer Fair Isle beidhändig beherrscht, kann sich in Maßen freuen, denn es nützt zwar nicht direkt etwas, aber man hat wenigstens das “Throwing” drauf.

Although I started my test project with two colours, Twined Knitting is not a colour knitting technique, it’s just easier to deal with two different colours in the beginning for not mixing up the working threads. Most of the items are done with just one colour. It’s worked with two strands of yarn, and if you are one of the lucky persons who know how to do two-handed stranded knitting, you may be at least a bit happy. It doesn’t really help, but the “throwing” is sort of familiar to you.

Die Rückseite offenbart den Unterschied zur Fair-Isle-Strickerei. Beim “Twined Knitting” lernt man zunächst einen der speziellen Anschlagsarten, dann windet man die Fäden beim Stricken bei jeder Masche umeinander. Das ergibt ein Gestrick mit besonderen Eigenschaften:

  • Das Gestrick ist wirklich dick und fest, es steht praktisch von selbst. In dieser Technik gearbeitete Socken dürften fast Stahlkappenschuhe ersetzen (Spaß …).
  • Es ist eingeschränkt elastisch und sehr formstabil.
  • Die Texturen sind sehr plastisch; das gilt sowohl für rechte Maschen als auch für Strukturmuster

The back clearly shows the difference to stranded knitting. First you’ll have to learn one of the special cast-on techniques (well, you don’t have to if you don’t want, but it’s sort of part of the deal), and while you knit you wind the strands around each other. This makes a fabric with special qualities:

  • the fabric is really, really tight and rather thick, it almost can stand alone if you put it somewhere. Socks worked in twined knitting might almost be a proper substitute for safety boots (just kidding …).
  • It’s quite elastic and keeps it shape
  • the textures are very elaborate, for stockinette as well as for knit-purl patterns.

Twined Knitting ist hierzulande fast unbekannt. Wie fast alle traditionellen Stricktechniken hat es seinen Ursprung bei der arbeitenden Bevölkerung, und zwar bei der eines Landes mit sehr, sehr kalten Wintern. Es gibt nicht sehr viel Literatur, mir sind drei Bücher bekannt, die ich unten nenne.

Twined Knitting is almost unknown in Germany. Like most traditional knitting techniques its origin lies with hard working people, namely those from a country with very, very cold winters. There are only a few books which describe this technique. I know only three which I name below.

Literatur

Brigitta Dandanell/Ulla Danielsson: Twined Knitting. A Swedish Folk Craft Technique, 1984 – wird oft als das beste Buch genannt, ist aber leider vergriffen. Die Beschreibungen sind gut (ich habe sie verstanden), und es besitzt einen ausführlichen historischen Teil. Die Projekte sind attraktiv und orientieren sich an traditionellen Strickstücken. - It’s often called the best book, but it’s out of print. The instructions are well written (at least I understood what to do), and it has elaborate chapters about the history of this technique. The projects are attractive and inspired by historical items.

Laura Farson: New Twists on Twined Knitting, 2010 – Eine Neuerscheinung, bei der meist mit dickeren Garnen gearbeitet wird. Nur Accessoires – A new publication, most projects are worked with thicker yarns. Accessoires only.

Anne-Maj Ling: Two-end knitting, 2002 – Die Technik wird ausführlich beschrieben. Viele zweifarbige Projekte mit anspruchsvollen Mustern. Alles vom Handschuh bis zum Pullover. - Detailed description of the technique. Many two-coloured projects with challenging patterns. Contains everything from mitts to sweaters.

Wer sich so gar nichts vorstellen kann: Hier gibt es ein Video:

This is a video showing twined knitting in action:

Eigentlich ist es ja tunesisches Häkeln, aber da wollen wir mal nicht so sein: Zweitägiges Handarbeiten beim Bundesparteitag der Piratenpartei in Heidenheim an der Brenz (von Nordpiraten nur #dings an der #bums oder alternativ #bings genannt).

Also, es könnte schlimmer sein: Eine Pflanze wurde geklaut (aber morgen kommt Ersatz), sauber ausgegraben, nix kaputtgemacht. Für eine ungeschützte Anlage in einem etwas schwierigen Viertel ist das richtig gut.

Liebe unbekannte Mutter: Ihr Kind hat sich für ein Produkt aus meinem Guerilla-Beet entschieden. Dazu möchte ich sie oder ihn zwar nichtdirekt  beglückwünschen, aber ich wünsche Ihnen viel Freude mit der Pflanze.

Well, it could be worse: One plant was stolen (I’ll plant a new one tomorrow), it was dug neatly, nothing was destroyed. For a completely unprotected bed of flowers in a rather difficult neighbourhood this is quite well, I think.

Dear unknown mother, your offspring chose one of the plants from my guerilla bed of flowers. Although I wouldn’t go so far as to congratulate her or him, I truely hope you like the flowers and wish you a good time with it.

Dies war das Beet am 30. April, also unmittelbar vor den jährlichen Krawallen in der Hamburger Schanze. Ich hatte wirklich Angst um mein Beet, aber die war unbegründet: Unmittelbar davor waren mehrere Polizeitransporter geparkt, es dürfte sich also um das sicherste Beet Hamburgs gehandelt haben. Ich überlege, ob ich da nächstes Jahr anrufe, dass die noch mehr so grüne Autos schicken sollen. ;)

This was the bed on April 30, just before the annual riots in the Schanze/Hamburg. I really was afraid this place would be destroyed, but nothing happened: In front of the bed of flowers there were parked several large police cars, and this means this very well might have been the safest bed of flowers in Hamburg. I’m thinking of calling next year and asking to send more of these large green cars … ;)

Und so sieht es heute aus: Es gibt zwei Neuzugänge, beides Spenden von Gartenfreundinnen. :D

And this is what it looks now: There are two new sorts, both donated by gardening friends. :D

Diese in allen orange Schattierungen blühenden Sumsatiae Kumquat brachte Mutter Jinx mit.

These Sumsatiae Kumquat are blooming in all shades of orange, Mother Jinx gave them to me as a present.

Und dieser Buchsbaum wurde durch eine Spende eines weiblichen Piraten finanziert. Sie möchte nicht explizit genannt werden, was ich auch nicht tue, aber die Kugel heißt jetzt Swanhild-Baum.

And this box tree was purchased with the donation of a female pirate. She doesn’t want to be named, and I won’t do this, but this shrub is called the Swanhild box tree.