Dies ist die brandneue Geschäftsstelle der Hamburger Piratenpartei, frisch angemietet, aber noch nicht bezogen. Ja, ich weiß, von außen sieht es ein wenig trashig aus, aber innen sind die Räume sehr schön und auch in gutem Zustand. Für die Stahljalousie sind wir dankbar, denn das Büro liegt im Schanzenviertel, direkt hinter der berüchtigten Roten Flora.

Der Erdfleck rechts erschien mir ideal, um ein bisschen zu pflanzen, und so schritt ich heute zur Tat. Natürlich in Orange.

Nachdem ich den Platz entmüllt hatte, pflanzte ich Ranunkeln und Lewisien (Porzellanblume, keine Ahnung, was das ist, aber  sie hat ledrige Blätter, und diese Pflanzen sind meist recht zäh). Es mag phantasievollere Anpflanzungen geben, aber wenn das Gartencenter des Viertels nur acht orange Blumen hat, muss man eben mit dem arbeiten, was man bekommt.

Nach dem Graben, Lüften, Erdauffüllen und Setzen: Es muss noch zusammenwachsen.

Ranunkel

Das Nachher-Bild.

In dem Buch Guerilla Gardening wird mehrfach nachdrücklich empfohlen, spätabends tätig zu werden, wenn auf der Straße nichts mehr los ist. Das mag in Hamburg für Blankenese oder die Außenalster gelten, aber in der Schanze ist es wirklich völlig wurscht. Da ruft niemand die Polizei, weil da jemand Blumen pflanzt, und wenn doch, dann kommen die deswegen nicht, da es in der Gegend ganz andere Probleme gibt. Auch die Passanten lassen einen in Ruhe, denn in diesem Viertel passieren so bizarre Sachen auf der Straße, dass das Pflanzen von Blumen da überhaupt nicht ins Gewicht fällt.

Als ich gerade fertig war, kam der Hausmeister, um zu sehen, was ich da tue, und es entstand ein sehr freundliches Gespräch. Er bewunderte die Blumen und sprach die Befürchtung aus, dass die Pracht in diesem Viertel nicht von Dauer sein würde. Das fürchte ich zwar auch, aber wir werden sehen. Jedenfalls fiel meine Premierenpflanzung sehr entspannt aus.