April 1, 2011 - כ"ו אדר ב' תשע"א


Heute besuchten wir die Landesgartenschau in Norderstedt, die vor ein paar Tagen erst eröffnete und momentan vor allem Frühlingsblüher zeigt. Ich war sehr neugierig und erhoffte mir einige Ideen für meine eigenen … gärtnerischen Tätigkeiten. Und der Eingangsbereich wirkte auch durchaus vielversprechend.

Etwas ernüchtert wurden wir durch diesen, leicht freudlosen Anblick:

Diverse Beete waren in dieser Weise angelegt. Weiße Tulpen auf weißem Kies (???), dazu dunkelrote Tulpen und vereinzelt etwas unmotiviert wirkende Wilddtulpen, dazwischen etwas, von dem man nicht immer wusste, ob es Stauden oder Wildkräuter waren.

Das Gelände war sehr schön, eine weitläufige Anlage mit einem See, einem natürlichen Waldstück, einem Moorgebiet und weiten Flächen. Hier der Blick vom Aussichtspunkt auf den See.

Themengarten mit Eiben und kontrastreicher Bepflanzung

Themengarten “Bohus” mit Wasserwänden, Wasserflächen und einer (später) nordischen Bepflanzung.

Bezaubernd, stimmungsvoll und sehr natürlich wirkend: Tulpenwiese

Spielplatz mit Wippschafen

Margueriten – ein eher seltener Anblick

Insektenhotel und moderner Kompostierer

Bepflanzung im Feldgarten

Bepflanzung im Feldgarten

Es gab wirklich schöne Ansichten, so die Tulpen- und Narzissenwiesen, aber einiges war auch ein bisschen bizarr, so der Filmgarten, wo Filme auf hortikulturale Weise interpretiert werden … oder so.

Das weite Land: hier nicht unbedingt weit, aber steinig. Überhaupt fiel der großzügige Gebrauch von Kies und Steinen auf.

Reise zum Mittelpunkt der Erde (eines sehr felsig-steinigen Planeten, übrigens)

Den Filmtitel habe ich vergessen – einfach irgendwas einsetzen. Am besten etwas mit Steinen, da liegt man nicht falsch.

Und hier der absolute Tiefpunkt (auch “Souterrain des Geschmacks” genannt): Der Herr der Ringe. Im Bild das Auenland, wie es grünt, blüht, säuft, kifft und lacht. Der Rest bestand vor allem aus einer Darstellung der öderen Gebiete Mittelerdes – richtig: aus Steinen!

Gefiel mir am besten. oder, präziser: es war der einzige Filmgarten, der mir gefiel. Der Name der Rose. Rosensträucher in Kübeln (mit den Namen der jeweiligen Sorte) auf einem Buch arrangiert.

Es standen auch … Sachen in der Gegend (und hier möchte ich Mike Krüger zitieren: “Ist das Kunst oder kann das weg?”). Wir waren uns nicht ganz sicher, was das sein sollte, aber es stand in der unvermeidlichen Abteilung für deutsche Sepulchralkultur. Die Kuppel dahinter ist übrigens kein Gewächshaus, sondern die Kirche. Auch hier waren wir uns nicht ganz sicher, was die dort zu suchen hatte.

Die Bepflanzung am See: geometrisch.

Die Beete des Seegartens wirkten schon sehr konventionell und farblich nicht immer aufregend. Ich hätte es mir schon ein bisschen extravaganter gewünscht, auch wenn die Blumen selbstverständlich sehr schön waren. Aber die Bepflanzung war auch ein wenig einförmig: Viele Tulpen, aber nur wenige Sorten, auch hier wäre mehr Vielfalt schön gewesen (es gibt ja wirklich mehr als 10 Sorten). Ach ja, botanische Kenntnisse sind von Vorteil, denn wenn man sich für eine Pflanze interessiert und nicht weiß, wie sie heißt oder welcher Gattung sie angehört, wird man es dort auch nicht erfahren: Beschriftungen fehlen fast völlig.

In der Blütenhalle: Tulpen, vor allem eine Sorte. Andere Sorten wurden in Glaszylindern arrangiert …

… in einer Art Baumform.

Verschiedene Frühlingsblüher – ordentlich in Form gebracht.

Überzeugend: Die Tischbepflanzung

Insgesamt war es weniger inspirierend als erhofft, aber ich habe einige sehr schöne Sämereien mitgebracht, ebenso wie einen praktischen Pflanzautomaten. Mutter Jinx hat fürs Guerilla-Beet Montbrezien gesponsort, die ich Montag einsetzen werde. Obwohl der Eintritt mit € 15 sehr happig ist (ermäßigt: €13, aber nicht für Rentner), werde ich wahrscheinlich im Sommer wiederkommen und mir die Anlage nochmal ansehen.

Gestern brachen wir zu einem Osterspaziergang der etwas anderen Art auf: Der Anti-Atom-Demo in Krümmel. Aufstehen war um 8.00 Uhr, was wir fluchend und widerstrebend taten (mitten in der Nacht …), aber als politischer Geschäftsführer eines Landesverbandes einer kleinen Partei muss man ja … immerhin ging es um die gute Sache.

Auf zum Atom: Der (wirklich sehr schöne) Weg nach Krümmel

Das AKW und das Volk: Bei der Kundgebung (zu der ich noch einiges zu sagen habe).

Immer mittendrin: die verdienten Trecker des Wendlandes

Abgeordneter Büker (Bezirksversammlung Hamburg Mitte) guckt visionär …

Abgeordneter Gerhold (Bezirksversammlung Hamburg Mitte, mit Fahne) grinst und Abgeordneter Penz (Bezirksversammlung Hamburg Bergedorf, ganz links) war natürlich auch dabei.

Wird sich nie durchsetzen: Atommüll

Ein bunter Haufen und auch ein Event für die ganze Familie: Die Demonstranten

Kreativer Protest

Das Krüm(m)elmonster

Diese beiden Herren bewiesen bei den Temperaturen Leidensfähigkeit

Installation

Eine Menge Protesthunde gab es auch.

Drei Piraten mit ‘nem Fahnenmast … zwei beschäftigen sich mit ihren Handys, einer verzweifelt an der Kundgebung …

Und, ach ja, die Kundgebung. Sie dauerte über zwei Stunden, die wir in der prallen Sonne ohne Schatten verbringen durften. Kurz gesagt: Sie war viel zu lang. Es wäre nicht so arg gewesen, wenn es nicht so viele Musikbeiträge gegeben hätte. Einige der Beiträge waren durchaus hörenswert, z. B. der des ehemaligen Umweltministers der DDR, der eines Liquidators, der im AKW Tschernobyl tätig war und der einer Japanerin, die in Lüneburg lebt und uns die Verhaltensweise ihrer Landsleute näherbrachte, andere eher … naja … nicht so. Und die Musik – stellenweise möchte ich einfach darüber schweigen, nur so viel: Protestlieder der ganz freudlosen Art haben sicherlich ihre Berechtigung unter … historischen Gesichtspunkten, aber eine zeitgenössische Protestkultur sieht für viele Menschen doch anders aus. Und irgendwann – ich glaube es war beim dritten Auftritt der Harfenistin -, da konnte ich einfach nicht mehr.Ich tat das, was ich tun musste. Wie gut, wenn man sich sinnvoll beschäftigen kann …

Empörungsbedarf und sinnvolle Beschäftigung bei einer teilweise sinnlosen Kundgebung: Stricken an ungewöhnlichen Orten.

Das Ende des Demonstrationszuges: Der Marktplatz “Einfach leben” in Geesthacht. Einfach leben? Ja, aber nicht ohne Auto?

Als die Kundgebung dann endlich ein Ende hatte, machten wir uns auf zum Protestmarsch am Elbufer entlang, nach Geesthacht.

Anders als bei gewöhnlichen Demonstrationen, die unter den Augen einer möglichst breiten Öffentlichkeit stattfindet, war dies anders, denn der idyllische Weg führte zwischen Wald und Elbufer entlang, ohne Zuschauer (ich konnte ein paar Häuser durch die Bäume erspähen), aber es ging ja diesmal nicht darum, zuschauende Massen zu begeistern, sondern um bundesweite Demos vor Atomkraftwerken.

Ja, es war anstrengend, aber es hat sich auch gelohnt.

Mit diesem von Mutter Jinx gehäkelten Tier wünsche ich allen LeserInnen meines Blogs ein lustiges und entspanntes Hasenfest!

Eigentlich wollte ich warten, bis die Aussaaten auf meiner Fensterbank so weit sind, dass ich sie auspflanzen kann, aber Mutter Jinx schenkte mir einige Pflanzen für das Beet: fünf Tagetes und drei Frauenmantel-Stauden. Also bin ich heute wieder zum Beet gefahren (immer noch ohne MGGTU – grrr), um zu gießen und die neuen Pflanzen der edlen Spenderin einzusetzen.

Actually I wanted to wait with more horticulturing and planting until the seeds are grown enough to set them out, but Mother Jinx gave me some plants for my guerilla bed: five marigolds and three Lady’s mantles. So I came back today (I’m still without MGGTU – argh) and watering and planting the newbies.

Den Pflanzen geht es gut – die Susannen haben sich prächtig eingelebt und fangen schon an zu blühen.

The plants are well – the black-eyed Susannahs settled in phantastically and start blooming already now.

So langsam nimmt die Sache Gestalt an, aber das Beet ist noch lange nicht fertig. Es bleiben immer mehr Leute stehen und sprechen mich darauf an, und die Reaktionen sind durchweg sehr positiv. Auch dem Rottweiler-Besitzer gefällt es, und es ist auch genug Platz für Beet und Rottweiler.

Slowly the flower bed gets the shape I have in mind, but there is still much to do. More and more people stop by and tell me how much they like it. I even saw the friendly Rottweiler again, and her owner was very pleased, too – there will be enough space for the Rottweiler and the bed of flowers.

Sieht doch schon besser aus.

It already looks better there, doesn’t it?

Ja, wir biederen Handarbeitsdamen sind schon doof, scheinen zumindest manche Häuser zu meinen. Eindeutige Leseempfehlung: bitte hier entlang. Mitarbeit? Ja, am Arsch.

Heute, beim Einkaufen auf dem Markt, konnte ich einfach nicht widerstehen: Es gab wunderbare Blumen in Orange. Vier “Schwarzäugige Susannen” und sechs Mohnpflanzen waren mein. Da die MGGTU noch bis nächste Woche zur Inspektion ist (die blöden Feiertage …) habe ich alles zu meinem Beet geschleppt, um sie gleich einzupflanzen.

Today I went shopping to the market, and I simply couldn’t resist: There were wonderful flowers in orange. Four black-eyed Susan vines were mine as well as six poppy plants. Because the MGGTU will not be repaired before next week (these stupid holidays …) I carried everything to my guerilla bed for immediate planting.

Die Susannen habe ich an eine sehr hässliche Backsteinwand gepflanzt, und ich hoffe, sie beginnen instinktiv, diese zu überwuchern.

I placed he Susan vines close to a very ugly brick wall, hoping they will start to climb up instinctively.

Den Mohn habe ich als lose Gruppe eingepflanzt, er soll das Beet nach oben links hin begrenzen (wenn es mal fertig ist …)

I planted the poppy quite loosely, it’ll make a kind of border (when the flower bed will be done finally …)

Piratenmohn

Pirate poppy

Und so sieht das Ganze jetzt aus. Es ist natürlich noch nicht fertig (nur falls sich jemand wundert) … der Nachschub wartet schon auf der Fensterbank und muss noch ein wenig wachsen. Dann werden auch die Lücken gefüllt.

And this is what it looks now. Of course I’m not done with it yet (just if somebody asks) … the fresh supply is already waiting on my windowsill and still has to grow a bit. Then the gaps will be closed.

Nachtrag: Es gab während des Pflanzens auch positive Reaktionen: Eine Frau fand das einfach schön, und es kam ein freundlicher, neugieriger Rottweiler vorbei.

Addendum: There were two positive reactions when I worked there. A lady told me she liked the flowers, and a friendly, curious rottweiler came along and stopped by.

Es gibt natürlich auch noch frische Guerilla-Truppen, aber die sind noch in Arbeit. Zunächst hätten wir hier Sonnenblumen (links) und Paprika (rechts).

Of course, there are fresh Guerilla troups, but I’m still working on it. There are sunflowers (left) and bell peppers (right).

Die Wicken brauchen noch ein bisschen Zeit zum Keimen.

The sweet peas still need some time to come out.


Aber die Tagetes kommen schon heraus!

But the marigold is already shooting!

Dass ich nur ein Zimmergewächshaus habe (momentan bewohnt von Sonnenblumen und Paprika) hält mich nicht ab: Die Wicken wohnen in einer Plastikdose, in der mal ein Kuchenstück war (unglaublich, dieser Verpackungswahn …), und die Tagetes fanden eine erste Heimat in Schalen des Sushi-Lieferdienstes. Ich denke, man könnte es “Upcycling” nennen.

I have only one indoor greenhouse, but this won’t hinder me: The sweet peas live in a plastic box a piece of cake was sold in (this plastic-packing delusion is unbelievable …), and the marigold found a home in boxed the sushi delivery service brought. I think you could call it upcycling.

Ich gehe ja immer mit etwas angezogener Handbremse zu meinem Guerilla-Beet, da es in einer schwierigen Gegend liegt. Aber nicht nur, dass alles noch blüht und gedeiht, es hat auch jemand eine Umrandung aus Steinen gesetzt, um die Pflanzung zu schützen. Also, ich war das nicht. Ein echtes Erfolgserlebnis.

I’m always a bit anxious visiting my first guerilla bed, because the neighbourhood is a bit tough. When I came along this evening, it was not only everything in place, growing and blooming, but someone made a border of stone around the bed for protection. And this was definately not me. This is a real success.

Vielleicht wäre dieses hier das richtige? Auch ein gutes Geschenk für forensische Anthropologen …

Maybe this would be the right one? It makes a good present for a forensic anthropologist, b. t. w.

Besitzst Du “historisches” Handarbeitszubehör,  z. B. alte Strick- oder
Häkelnadeln, Anleitungshefte, Klöppelkissen, Stopfeier oder ähnliches?
Wie kam es in Deinen Besitz? Verwendest Du es noch, oder bewahrst Du es
z. B. nur aus “sentimentalen” Gründen auf?

Ja, ich habe ein paar Sachen, die man als “historisch” bezeichnen könnte, aber nichts davon geerbt, alles gekauft (Handarbeiten hatten in meiner Familie keinen so wahnsinnig hohen Stellenwert).

Das Historischste, was ich an Büchern bieten kann, sind einige britische Ausgaben zu Themen, die mit traditionellen Pullovern zu tun haben. Die stammen aus den Sechzigern und Siebzigern, ebenso wie das Buch Twined Knitting von Dandanell/Danielson und Nordic Knitting von Pagoldh bzw. Knitting in the Nordic Tradition von Lind. Ich gebe zu, dass andere da wesentlich “historischere” Werke haben, aber dafür kann ich mit diesen auch was anfangen. Das ist nämlich bei älteren Sachen nicht so, jedenfalls nicht bei mir. Die ganze “Vintage”-Welle rauscht völlig an mir vorbei, da ich die Fünfziger nicht leiden kann (die piefigste Zeit ever …) und auch der Mode der früheren Jahrzehnte wenig abgewinnen kann, mit Ausnahme der zwanziger Jahre natürlich. Auf Flohmärkten findet man recht häufig Hefte aus der Nachkriegszeit, aber die lasse ich immer liegen, aus oben genannten Gründen. Ich will nämlich kein Archiv aufbauen, sondern kaufe nur Dinge zu Themen, die mich interessieren.

Geliebt und häufig benutzt werden die Häkelnadeln aus Knochen, die ich mal billig ersteigert habe (so ein Gebinde von ca. 20 Stück). Die sind wirklich gut, und ich verwende sie z. B. auch zum Behäkeln von Steeks (Bild). Außerdem habe ich noch ein altes Occhi-Schiffchen, das ich günstig auf einem Flohmarkt erstanden habe. Occhi habe ich mir mal beigebracht, auch wenn ich es heute nicht mehr betreibe (ich weiß nämlich nicht, was ich damit soll …). Ich tue mich schwer, Dinge zu erwerben, die ich nicht potentiell verwende, also fallen Klöppelkissen, historische Nähmaschinen etc. aus.

Reizen würden mich allerdings ein schöner alter Stopfpilz und eine alte Sockenstrickmaschine aus England. ;)

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