March 1, 2011 - כ"ה אדר א' תשע"א


Auch der längste I-Cord hat einmal ein Ende … Mehr nach dem Trocknen.

Even the longest I-Cord comes to an end, finally … more after drying.

Nachdem ich mich bei der Datenkrake Facebook abgemeldet hatte, bin ich nun doch zurückgekehrt, da man doch ein wenig abgeschnitten ist. Diesmal nutze ich es jedoch anders und werde vieles, was dort angeboten wird bzw. abgefragt wird, einfach ignorieren. Zu finden bin ich dort unter dem Nick JinxHH.

After I turned my back to the data sucker Facebook I found out that you’re a bit cut off without it, and so I decided to return. I’ll use it in a different way this time, and I won’t use many featured offered. You can find me there as JinxHH.

Artyarn muss nicht immer klobig sein; dies ist mein neuestes Handgesponnenes, verzwirnt mit einem roten Seidenfaden (Nähgarn). Gesponnen, um als Fransen verwendet zu werden.

Artyarn doesn’t have to be inevitably chunky, this is my newest handspun, plied with a red silk thread (for sewing). I spun it to do fringes with it.

Technische Details / Technical Details

Name: Small Corkscrews
Type: Artyarn
WPI: 9
Material: Shetland top, red silk (sewinng yarn) / rote Seide (Nähgarn)

Source/Quelle: Lollipop.yarns by filzflash
Length: appr. 150 m
Wheel/Spinnrad: Henkys

Für Stricker und Spinner geeignet: Ein Sparschaf. Wo kommt so etwas her? Natürlich aus Großbritannien. :D

Suitable for knitters and spinners: a sheep money bank. And where does it come from? From Great Britain, of course. :D

Gestern waren wir wieder unterwegs, aber bevor wir uns unserem Hobby ergaben, haben wir dies hier besichtigt:

Dieses knubbelige Gebäude (oder in Kunsthistorikersprech: Der gedrungene Kuppelbau) ist der Eingang zum alten Elbtunnel. Der neue ist ja eine Autobahn, dessen Kachelung an öffentliche sanitäre Anlagen aus den Sechzigern erinnert, doch der alte hat deutlich mehr Charme. Zunächst stammt er vom Anfang des 20. Jahrhhunderts und ist im Darmstädter Stil errichtet (dem funktionalen Bruder des Jugendstils, gern verwendet für Industrie- und sonstige Zweckbauten). Man fährt mit einem Aufzug hinunter; das Treppenhaus ist für Besucher gesperrt.

Auch schick: Der Eingang zu dem Personenaufzug.

Viel Kacheln, Bürgersteige und eine schmale Fahrbahn. Das Fehlen der Neonbeleuchtung, wie sie im neuen Elbtunnel installiert ist, reduziert das Toilettenfeeling ganz gewaltig.

Kachelreliefs aus einer Zeit, als man noch Wert auf Verzierungen legte (und diese noch bezahlbar waren): Maritime  Motive. Mir geht es da ein bisschen wie mit den barocken niederländischen Fressalien-Stillleben: Ich kriege bei der Betrachtung immer ein bisschen Hunger.

Na gut, bei dem nicht so. Dies fällt eher in die Kategorie “possierlich” (wie Professor Grzimek gesagt hätte).

Nach 426,5 Metern ist das Ende des Tunnels erreicht, und man fährt mit einem Aufzug nach oben. Hier ein Blick in das Treppenhaus.

Blick von Steinwerder aus über die Elbe, genauer gesagt, auf die Kehrwieder-Spitze der Speicherstadt. Die Baustelle ist unser ureigenes Stuttgart 21, die Elbphilharmonie, inklusive gigantischer Kostenexplosion. Im Modell sah das Ding übrigens ungleich attraktiver aus. Es wird u. a. ein Luxushotel beherbergen und soll internationales Publikum anziehen, also Klassikfans, die sich den Genuss erstklassiger Ensembles an fremden Orten eine schöne Stange Geld kosten lassen, also so wie in Sydney, Mailand oder New York. Problematisch nur, dass Hamburg so ein Orchester gar nicht hat. Daher wird wohl das Symphonieorchester des Norddeutschen Rundfunks dort spielen. Die Attraktivität eines solchen Angebots auf internationales, sehr verwöhntes Publikum mag getrost bezweifelt werden.

Blick auf die leider gerade in Restaurierung befindlichen Landungsbrücken und den Alten Elbtunnel.

Dann ging es zurück zum Nordufer der Elbe; natürlich um zu stricken, und zwar in diesem Hotel. Eigentlich wollten wir ja in die berühmte Tower Bar, aber die war – wie in der tiefsten Provinz – geschlossen, und daher mussten wir in die bräsig-altdeutsche Bierstube ausweichen. Anstelle uns mit Cocktails in stilvoller Atmosphäre gepflegt einen zu löten, musste es eben Cola-Rum sein.

Die Bar ist holzgetäfelt, schummrig und sehr dekoriert, und zwar mit allem möglichen Tand, der in den Tourifallen am Hafen als “maritime Dekorationselemente” bezeichnet wird. Wir saßen in der Nähe einer imitierten Galeonsfigur, die wohl eine Art Transvestit darstellte. Wer diese Lokalität aufsuchen möchte, sollte woanders essen, denn so richtig empfehlenswert waren die Würstchen nicht …

Aber das Stricken war natürlich trotzdem lustig, allein schon wegen der Blicke der Geschäftsleute und Touristen.

Im Spiegel ist eine Rezension zu einem Buch über Yarn Bombing erschienen, das auf Deutsch publiziert wurde. Bitte hier entlang.

Fällt euch auch auf, dass die Strick-Anleitungen immer länger werden? Selbst Anleitungen für einfache Strickstücke umfassen mittlerweile mehrere Seiten.
Was haltet ihr davon?

So pauschal kann ich das nicht bestätigen. Teilweise ist es richtig, dass selbst einfachste Dinge in geistestötender Ausführlichkeit breitgetreten werden, aber die meisten Designer, mit deren Anleitungen ich arbeite, wenden sich an Fortgeschrittene bzw. erfahrene Stricker und beschränken sich auf das Notwendige.

Dies – noch ungespannt – ist eine graue Weste, die unter dem etwas betulichen Namen “steingraues Strickmieder” als Strickpackung in der Zeitschrift Landlust angeboten wurde. Da mir das Material interessant erschien, habe ich das Kit bestellt. Das Material, Irische Wolle, erhältlich unter dem Namen Kilcarra Tweed, gefällt mir sehr gut und ist auch recht preisgünstig zu haben, aber die Anleitung, nach der die Weste gestrickt werden sollte, verdient das Prädikat “grottigste Anleitung ever”.

This is – yet unblocked -  a grey vest, available from the German magazine Landlust as a kit. Because I was interested in the wool coming with it, I ordered it. The yarn, Irish wool, available as Kilcarra Tweed, is a nice tweed yarn for a reasonable price. But the instructions for the vests very well deserves the predicate “worst instructions ever”.

Ach, wo fange ich an? Dass das Teil in Einzelteilen gestrickt und zusammengenäht werden soll, ist kein Kritikpunkt, da Geschmackssache und ohnehin leicht zu ändern (ich habe die Weste natürlich in einem Stück gestrickt). Aber die Zöpfe … die sollten, wenn es nach der Designerin geht, nicht eingestrickt, sondern als Bänder angefertigt und dann durch einzustrickende Löcher gezogen werden. Im Heft sah das noch recht annehmbar aus, aber ich habe ansonsten noch keine Abbildung gesehen, wo dies wirklich gut aussah. Über die Motive kann man nur spekulieren. Vielleicht erschien es den Autoren zu schwierig, korrektes Verzopfen in einer Anleitung zu vermitteln. Allerdings wurde diese Herausforderung von unzähligen Designern bereits erfolgreich bewältigt. Oder – wahrscheinlicher – die Designerin arbeitet normalerweise mit Strickmaschinen, wo Verkreuzungen ja nicht so ohne weiteres möglich sind. Dennoch: Wieso diese bescheuerte Lösung? Abgesehen davon ist die Anleitung umständlich formuliert und unübersichtlich gesetzt, was für Strickanfänger eine leicht vermeidbare Herausforderung darstellt.

Where to start with? The designer wants this vest to be knitted in three pieces which are sewn together at the end; this is no point of comment, because it can easily be changed (I knitted it in one piece, of course). But the cables … following the instructions they are supposed to be knitted as long ribbons which are pulled through holes (a kind of lacy pattern). In the magazine this looked rather acceptable, but besides this picture I saw no photo where this looked good. Why the designer wants us to do this I can only guess: Maybe she thought it would be too difficult to explain how to knit cables, but this task was successfully done by a bazillion designers bevore. Or  she usually works with handknitting machines which do not allow knitting cables so easily. But still: why did she choose this uniquely crackbrained solution? Besides this, the instructions is written in quite a cumbersome way and printed unclearly what is quite a challenge for beginning knitters.

So einen Unsinn wie “Bänder duch Löcher ziehen” mache ich natürlich nicht; ich habe stattdessen ganz normale Zöpfe gestrickt, was mir einen ordentlichen Materialüberschuss bescherte. Die Knöpfe stammen wieder von einem Stand auf dem Isemarkt, einer wahren Fundgrube mit einer kleinen aber feinen Auswahl an Knöpfen.

Well, of course I didn’t make any nonsense like pulling ribbons through holes, I knitted cables instead. This gave me quite a decent leftover of two balls of yarn. The buttons come from a haberdashery booth at the Isemarkt, a treasure trove with a small but fine selection of buttons.

Entdeckt an einer sehr versteckten Stelle im Botanischen Garten in Hamburg.

Seen at a very hidden place at the Botanic Garden in Hamburg.

Häkeln ist ja nicht so meins, mir gefallen nur ganz wenige Dinge, und an denen, die mir nicht gefallen, mag ich nicht, dass sie eben gehäkelt aussehen. Trotzdem tut ein Blick über den (Strick-)Tellerrand immer mal ganz gut, und so bin ich auf dieses Buch gestoßen, das ich sehr empfehlenswert finde.

I’m not the crochet type at all, I like only very few designs, and there are bazillions of projects I don’t. I simply dislike the “crochet”-look about them. But I think it’s always good to broaden one’s horizon every then and when, and so I found this book which I think is highly recommendable.

Crochet Masterclass bietet einen Überblick über bekannte und weniger bekannte Häkeltechniken, vorgestellt und erläutert von MeisterInnen auf ihrem Gebiet. Zu jedem Bereich gibt es Erklärungen zu Herkunft, Verwendung und wie es funktioniert, und außerdem ein ausgewähltes Projekt, die einem die Technik in der Anwendung zeigen.

Crochet Masterclass gives an overview of well- and less-known crochet techniques which are introduced and explained by mistresses (and a master) of their kind. Every technique is explained, there are some details of how they are used, where they come from, and how it works, plus a project for every technique to show how it works practically.

Nicht alles gefällt mir, manches finde ich einfach nur grottig. So gefallen mir gehäkelte Arans ebensowenig wie gehäkeltes Entrelac (warum sollte ich die häkeln, wenn ich sie auch stricken kann und es dann noch so viel besser aussieht?), gehäkelte Quasten würde ich eher in die Abstellkammer hängen als an deren Tür, auch Filethäkelei begeisterte mich nie und tut es auch jetzt nicht.

I don’t like everything in this book, some of the items displayed even look horrid to me. I’ll never like crocheted Aran sweaters or Entrelac (why crochet when I can knit it and it looks much better this way?), crocheted tassels are definately not my cup of thea, and filet crochet is something I never learned to like, and I like it no better after taking a closer look at it.

Anderes übt durchaus einen optischen Reiz aus, allerdings passt es überhaupt nicht zu meinem Stil und meinen Vorlieben, daher ist mein durchaus bestehendes Interesse rein theoretischer Natur. Dies gilt vor allem für Irisches Häkeln und die Brügger Technik.

Other techniques seem attractive to me, but in a rather theoretical way because they neither match my style nor my preferences, but nevertheless they seem interesting enough to me for taking a closer look. This means specilly Irish and Bruges Crochet.

Doch das Buch enthält genügend Techniken, die ich ausprobieren bzw. vertiefen möchte. Zu nennen wären:

  • Hairpin Lace
  • Woven Crochet
  • Tapestry Crochet
  • Tunesisches Häkeln
  • Double-Ended Crochet
  • Overlay Crochet
  • Perlenhäkelei
  • Painted Crochet
  • Free-Form Crochet
  • Häkeln mit Draht


The book contains some techniques I’d like to refresh or to try for the first time:

  • Hairpin Lace
  • Woven Crochet
  • Tapestry Crochet
  • Tunisian Crochet
  • Double-Ended Crochet
  • Overlay Crochet
  • Bead Crochet
  • Painted Crochet
  • Free-Form Crochet
  • Wire Crochet

Fazit: Das Buch gibt einen interessanten Überblick über die unterschiedlichsten Häkeltechniken, die teilweise weit über das hinausgehen, was man hierzulande unter dem Begriff “Häkeln” versteht. Es ist übersichtlich und instruktiv, und es lädt zum Ausprobieren ein (wenn auch nicht unbedingt an den vorgeschlagenen Projekten).

Conclusion: The book gives a very interesting overview of many different crochet techniques, some of them go much farther than the term “Crochet” might suggest. It’s clearly arrangend and instructive, and it’s an invitation to try some techniques for oneself (but not necessarily with the projects suggested).

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