March 1, 2011 - כ"ה אדר א' תשע"א


Das japanische Garn Kinu Kasuri von Ito besticht durch seine Farbigkeit, die natürlich von einem Foto nicht wiedergegeben werden können. Es ist eine dünne, reine Bourette-Seite, die ich für ein Top/eine Weste verwende. Mühsam nährt sich das Eichhörnchen (mit Nadelstärke 3).

The Japanese yarn Kinu Kasuri by Ito captivates by its colours which can’t be properly repoduced. It’s a thin, pure bourette silk yarn which I use for a top/a vest. This will be done slowly but surely (with 3 mm needles).

Der Vergleich mit dem Haiku, also einer Form der Lyrik will wirklich etwas heißen und ist für mich eine Art Meisterleistung; wer nichts von meinem etwas verquälten Verhältnis zur Lyrik weiß, kann Entsprechendes in meinem kleinen Beitrag die_Lyrik_und_ich nachlesen, den ich für das letztjährige Weihnachts-Blogwichteln, an dem ich zur Freude aller als einziger Strickblog teilnahm, verfasste. :D

Dieser Post handelt zwar von Fransen und wo sie angebracht werden, aber auch davon, wie ich es lernte, das Arbeiten mit sehr dicken Nadeln zu lieben.

This post is of course about fringes and where they were applied to, but tells also how I learned to like the work with very thick needles (or, in this case: hooks).

Bei Ravelry entdeckte ich eine Anleitung für einen superdicken Schal, der tunesisch gehäkelt wird. Ich war sofort begeistert. Nun muss man wissen (und wer hier ab und zu hereinschaut, hat das vermutlich bemerkt), dass ich es nicht liebe, mit dicken Nadeln und dicker Wolle zu arbeiten. Ich finde die Ergebnisse plump und schwer. Für einen Schal braucht mal leicht mal 700 – 800 Gramm, und das ist etwa das Doppelte,was viele meiner selbstgestrickten Pullover wiegen.

At Ravelry’s I found a pattern of a hyper-thick scarf executed in Tunisian crochet technique. It was love at the first sight. Well, you have to know (and if you take a look at this blog from time to time you’ll probably have noticed) that I deeply dislike using superbulky yarn and very thick needles. I think the results look clumsy and, besides this, they turn out to be very heavy. For a scarf you easily use 700 or 800 grams, and that’s approximately double of the weight of the sweaters I knit.

Aber nicht in diesem Fall.

But not in this case.

Zunächst braucht man eine wirklich dicke tunesische Häkelnadel, die in Island in Handarbeit hergestellt wird. Mr. Jumbo, wie sie genannt wird, hat etwa 20 mm, liegt aber erstaunlich gut in der Hand und ist sehr schön verarbeitet.

First of all you need a really thick Tunisian crochet hook which is handcrafted in Iceland. Mr. Jumbo (that’s what it’s called) is about 20 mm but lays really comfortably in your hand, and so it’s a pleasure to work with.

Gehäkelt wird mit Plötulopi (unspun Icelandic), einem Vorgarn. Es lässt sich wesentlich besser verarbeiten, als das bei ähnlichen Produkten aus Nordosteuropa der Fall ist, und die Fasern reißen nicht so schnell. Man arbeitet mit drei Strängen.

For this scarf Ploetulopi (unspun Icelandic), a preyarn, is used. It’s much better to work with than with similar products from Northeastern Europe, because the fiber isn’t torn apart so easily.

Im Original wurde für die Fransen ein dickes Garn in Kontrastfarben verwendet, und das brachte mich auf die Idee, dass ich da eigentlich auch handgesponnenes Artyarn nehmen könnte.

The pattern calls for a bulky yarn in a contrasting colour, and this brought me to the idea to use handspun artyarn instead.

Von da zu der Entscheidung, zwei verschiedene Garne zu verwenden, war es nur noch ein kleiner Schritt. Ich habe Small Corkscrews und Wintergreen in Spring exklusiv für diesen Schal gesponnen.

It took only a small step to use two entirely different types of yarn. I spun Small Corkscrews and Wintergreen in Spring for this scarf exclusively.

Ein Schal und seine Fransen – ihn zu häkeln dauerte nur wenige Stunden.

A scarf and its fringes – it took just a few hours to crochet this.


Der fertige Schal wiegt ohne Fransen übrigens keine 200 Gramm – er ist fluffig, weich (na, so weich, wie isländische Wolle eben sein kann, aber deutlich weicher als die versponnenen Qualitäten) und fällt sehr schön – nix steif, dick, plump und panzerartig.

The weight of this scarf is less than 200 grams – without fringes. It’s lofty, soft (well, as soft as Icelandic wool can be, but much softer than the usual icelandic yarns), and it drapes just beautifully – and it’s not stiff, thick, clumsy or armour-like at all.

Die Vorderseite

The front

Die Rückseite – auch nicht schlecht

The back – it doesn’t look bad either

Artyarn-Franse I

Fringes made of art yarn I

Artyarn-Franse II

Fringes made of art yarn II

In action



Ich bin verliebt. Und ja, ich weiß, dass Frühling ist.

I’m in love. And yes, I know it’s springtime.

Womit peppt ihr eure Stricksachen auf?
Schöne Knöpfe, Schließen, Nieten, Schnallen, Kordeln, Bänder, Perlen …?
Und wo beschafft ihr die?

Ich muss gestehen, dass ich mein Gestricke am ehesten durch sich selbst wirken lasse, was auch daran liegt, dass ich meist Pullover oder Schals/Tücher mache, die sich für Schnallen und Knöpfe nicht so eignen. Eine Ausnahme sind zwei Westen, eine fertig, eine im Begriff, fertig zu werden, für die ich schöne Verschlusselemente besorgt habe. Auch mit Perlen arbeite ich recht gern, vor allem im Zusammenhang mit Lace.  Aber immer schön sparsam, denn sonst sieht man ja leicht aus wie ein Weihnachtsbaum.

Für Perlen gibt es in Hamburg mehrere Quellen, auch mit extravaganteren bzw. sehr hochwertigen Angeboten. Knöpfe sind schwieriger, denn die meisten, die es so in einschlägigen Geschäften und Warenhäusern gibt, gefallen mir nicht. Und die, die mir gefallen, passen dann nicht zu dem Teil, für die ich sie gerade brauche. Oder sie gefallen mir und passen sogar, aber das Knopfröhrchen ist bis auf zwei einsame Exemplare leer.

Fündig wurde ich mehrmals an einem Stand auf dem Hamburger Isemarkt; eine sehr bescheidene Auswahl gibt es dort, aber von denen gefallen mir sehr viele, und die passen dann auch. Dort gibt es sogar Schließen, die es sonst entweder gar nicht oder nur in gruseliger Ausführung gibt.

Nieten verwende ich nicht, ich finde die so mühsam anzubringen, Kordeln etc. nur da, wo es wirklich passt.

Es gibt ein neues Online-Kreativmagazin, das deutlich moderner und frischer wirkt als das meiste, was hier so auf dem Markt ist. Eigenwerk ist kostenlos und online abonnierbar. Mal ein Auge riskieren? Hier entlang. Oder einfach unten anklicken.

Es gibt nichts, was es nicht gibt. Entweder gestrickt oder in Schaf-Form. Abseitig, aber ich habe gelacht (irgendwie). Nachzulesen hier.

Dies war heute unser Ort der Wahl, das Museumsschiff Rickmer Rickmers im Hamburger Hafen (für die, die es interessiert: Informationen zu dem Schiff gibt es hier).

Der imposante Stahlsegler wurde aufwändig restauriert.

Er glänzt mit einer außergewöhnlichen Galionsfigur: Der kleine Junge im Matrosenanzug (na, eigentlich ist es nur eine Matrosenmütze, die zu einer Art Nachthemd getragen wird) stellt den Sohn des Reeders dar, der das Schiff erbauen ließ.

Im Hintergrund: eine der nordischen Seemannskirchen, dies ist die schwedische, die zugleich die älteste ist.

Das Schiff beherbergt übrigens eine durchaus empfehlenswerte Gastronomie. Im Hintergrund die Elbphilharmonie, deren Bekachelung immer noch aussieht wie die eines Schwimmbads aus den Sechzigern. Und sie ist natürlich auch immer noch viel zu teuer.

Dies ist übrigens auch so eine Art Stadtbus: Die Fähren verbinden das nördliche Ufer der Elbe mit am südlichen gelegenen Stadtteilen. Sie sind mit regulären HVV-Tickets zu nutzen und stellen somit eine günstige Alternative zu den teureren Hafenrundfahrten da (wenn man einfach nur über die Elbe schippern will).

Thinking of Fukushima. Graffito an einer Hafenmauer

Nachdem wir das Boot betreten hatten, kehrten wir zunächst im Restaurant ein, um uns zu stärken. Dort strickten wir ein wenig unter ständig leicht schwankenden Lampen (immerhin ist es ein Schiff), aber vor allem stärkten wir uns.

Besichtigen kann man natürlich auch. Dies ist die ehemalige Offiziersmesse …

… mit einer kleinen Küche …

… und der Kajüte des Ersten Offiziers. Gar nicht so ungemütlich, ein Spinnrad und etwas Stash könnte man mühelos unterbringen.

Hier schlägt mein Herz immer höher: Der Maschinenraum. Außerdem gibt es noch eine Ausstellung über die Geschichte des Schiffes.

Dann zog es uns jedoch auf das obere Deck, um das zu tun, was wir an solchen Orten sehr gern tun: stricken!

Und diesmal hatten wir ein besonders schönes Plätzchen. Links, die beiden Schatten, sind Mutter Jinx und ich. Ich fotografiere, während Mutter Jinx visionär übers Wasser schaut (oder so).

Die Taue inspirierten uns so sehr, dass wir zum Abschluss unser Strickzeug drapieren mussten.

Eine Art Kurzzeit-Yarnbombing halt. ;)

oder: Auch eine Art von Yarn Bombing

or: a different kind of yarn bombing

Die Garnstücke, die ich von den Fransen übrig behalten habe, fand ich zum Wegwerfen zu schade. Daher habe ich mich entschlossen, meine Umwelt bedingungslos daran teilhaben zu lassen. ;)

I didn’t want to throw away the small bits of yarn which were left over after installing the fringes. So I decided to let my surrounding participate unquestioningly. ;)

Ein wenig orientalische Fransigkeit kann die Welt gut gebrauchen, finde ich.

A bit of oriental-style fringiness will be good for the world, I think.

Nu isses endlich fertig, das Waldläufertuch. Es hat Spaß gemacht, es zu stricken, aber die letzten Reihen waren schon etwas … lang.

Now I’m finally done with the Ranger Shawl. It was fun to knit, but the last rows were a bit … long.

Die kontrastfarbigen Reihen verdichten sich zum Schluss und bekamen eine Abschlusskante in grün.

The rows knitted in contrasting colours become more close to each other, and the last rows were knitted in green.

Etwas Besonderes ist das Garn. Man strickt mit graubraunem Isager-Alpakagarn (50% Alpaka, 50% Merino), die Kontrastfarben sind von derselben Qualität, allerdings handgefärbt in den Schattierungen Moorblüte und Nordtanne.

The yarn used is something special: The shawl is knitted with Isager Strik Alpaca 2 (50% Alpaca, 50% Merino), and the contrasting colours are of the same quality but handdyed in the shades Moor Flower and Northern Fir Tree.

Technisches /Technical Details
Name: Waldläufertuch / Ranger Shawl
Designer: Claudia Baumann-Ruegg for Wollsinn
Material: Isager Strik Alpaca 2 (284); Isager Strik Alpaca 2 handdyed (Moorblüte, Nordtanne / Moor Flower, Northern Fir Tree)
Verbrauch / Yarn used: appr. 220 g
Nadelstärke / Needles: 3,0 mm

Eigentlich wäre mir dies Garn zum Verstricken zu kontrastreich, aber da ich Fransen daraus machen werde, ist es genau richtig. Es besteht aus zwei Fasern, die wechseldominant miteinander verzwirnt wurden.

For knitting with it this yarn is too rich in contrast, but I want to use it for making fringes, and for this purpose it’s ideal. I used two types of fiber for it and plied them with alternating dominance.

Technisches / Technical Details

Name: Wintergreen in Spring
Material: Scottish Roving, handdyed; Moorit and Tussah silk, handdyed
Weight: DK, 9 WPI
appr. 75 g, 80 yards
Wheel: Henkys

Dies wird ein Pullover für den Sommer, gestrickt nach einer Anleitung für Sattelschulterpullover von oben. Ich verwende stilecht ein Arangarn von den Shetland Woolbrokers, hier bekannt als Jamieson & Smith, und zwar Soft Spun Yarn. Wobei damit eher schottisch-weich und nicht etwa Merino-Angora-Alpaka-Kaschmir-weich gemeint ist.

This will become a summer sweater, a seamless top-down saddleshoulder one. I use – always in proper style – an aran weight yarn from the Shetland Woolbrokers (in Germany known as Jamieson & Smith). It’s soft spun, but this rather means “Scottish soft”, not merino-angora-alpaca-cashmere-soft.

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