September 1, 2010 - כ"ב אלול תש"ע


Nachdem ich eine Pause bei der Berichterstattung  brauchte, kommen nun die vier letzten Tage meines Urlaubs. Es geht also weiter.

Am vierten Tag war es regnerisch und stürmisch. Das heißt, wir würden es stürmisch nennen, die Shetlander sagen “a bit breezy” dazu. Es war halb so wild, man konnte sich komfortabel gegen den Wind stemmen ohne umzufallen. Die Fähren fuhen noch, aber für eine Wanderung an der Küste entlang, wie wir es ursprünglich geplant hatten, war es schon zu gefährlich. Also brachten wir die erste Hälfte des Tages mit Besichtigungen herum.

Die Weisdale Mill ist -  wie der Name vermuten lässt – eine ehemalige Wassermühle, die heute modernisiert und umgebaut Ausstellungen beherbergt.

Die Mühle beherbergt auch ein schönes Café, wo man sogar draußen sitzen kann – allerdings nicht an diesem Tag.

Die aktuelle Ausstellung widmete sich modernem, teils avantgardistischem Schmuckdesign, genauer gesagt: Ringen.

Es gab neben dem Üblichen aus Edelmetall auch Exemplare, die gehäkelt waren.

Nicht alles ist tragbar (z. B. im Alltag), aber alles inspiriert.

Nach einem Aufenthalt im Café fuhren wir zunächst nach Lerwick zurück, da das Wetter sich nicht bessern wollte. Dort besuchten wir ein Gebäude namens Böd of Gremista, das eine kleine Ausstellung der Shetland Guild of Spinners, Weavers and Dyers beinhaltet.

Das Gebäude ist auf seine Weise typisch für die Inseln. Architekturfreaks kommen hier nur sehr begrenzt auf ihre Kosten, denn die Leute sind heute zwar alles andere als arm, aber damals wie heute stand das Praktische im Vordergrund. Kurz gesagt: Wenn’s vier Wände, Fenster, Tür und ein Dach hat, isses fertig. Moderne Häuser sind teilweise aufwändiger, mit Veranden oder kleinen, geschützten Terrassen, aber eine opulente Architektur fehlt fast völlig.

Eine von der Gilde ausgestattete Vitrine

Ein rekonstruierter Wohnraum mit dem obligatorischen Spinnrad.

Der Kamin war die einzige Möglichkeit zu heizen und das Herz des Hauses. Er wurde mit Torf beheizt und diente als Kochstelle und als soziales Zentrum, an dem sich die Familie versammelte. Hier wurden Fisch und Fleisch geräuchert (zu sehen an einer Schnur über dem Kaminsims), und auch de Esstisch befand sich in de rNähe.

Typisch sind die Sessel mit den hohen, geflochtenen Lehnen.

Danach entschlossen wir uns, das Wetter Wetter sein zu lassen und uns wieder in die Natur zu begeben. Als nächstes stand ein kurzer Spaziergang zu dem Wasserfall Burn of Lunklet auf dem Programm.

Ausgangspunkt war ein kleiner Parkplatz (auf dem hier üblicherweise selten mehr als fünf Autos Platz finden); der Weg führt an einem kleinen Fluss entlang durch eine wunderschöne Heide- und Moorlandschaft.

Man folgt einfach dem Fluss.

Die Infrastruktur wirkt bombastisch (gemeint ist die Brücke), dient aber ausschließlich der Erreichbarkeit der überall weidenden Schafe.

Size doesn’t matter: der Wasserfall. Nicht groß, aber schön. Die Farbe des Wassers stammt vom Torf, der an vielen Stellen auch gestochen wird.

Fazit: Es müssen nicht die Niagara-Fälle sein. Da sind sowieso zu viele Menschen.

Nach dieser kurzen Exkursion wandten wir uns Richtung Norden. Dort befindet sich die Tangwick Haa. Eine Haa ist ein traditionelles Anwesen eines Lairds, also eines Landbesitzers.

Auch hier gibt es eine kleine Ausstellung. Zunächst besichtigt man die Rekonstruktion der traditionellen Einrichtung.

Auch hier fehlt der Kamin nicht, aber insgesamt sind die Räume großzügiger und aufwändiger ausgestattet.

Natürlich gibt es auch ein Spinnrad für die Dame des Hauses.

Der andere Teil der Ausstellung widmet sich dem traditionellen Leben von Croftern und Fischern.

Handkarde, Rohwolle, Spinnrad und Sweater Blocker.

Darf nirgendwo fehlen: Strickzeug. :D

Melken – ja, aber nicht ohne gestärkte Bluse.

Der Norden von Mainland ist dünner besiedelt. Dies ist ein typischer Blick in die Landschaft.

Stormy Weather – auf dem Weg nach Eshaness (an das wir an diesem Tag nicht näher herankamen).

Perfekt sind sie nicht geworden, die gestrickten und gefilzten Kraniche, die den gefalteten aus Origamipapier nachempfunden sind, aber für meine Zwecke wird es reichen. Der Grund dürfte sein, dass die Wolle einfach zu dick war (dafür bin ich das Einzelknäul aus Drops Eskimo jetzt los, und das ist auch schön).

They didn’t com out perfectly, the knitted and felted cranes worked after the ones made of origami paper, but they’ll do for my purpose. The reason might be that the yarn I used was just too thick (but I got rid of the single ball of Drops Eskimo, and that’s fine.)

Die Kraniche werden flach gestrickt …

The cranes are knitted flat …

… und dann gefilzt, was sie erst eher wie Flugzeuge aussehen lässt. Danach werden sie in Form genäht.

… and felted afterwards what makes them look more like airplanes. Finally they are sewn to get their shape.



Technical Details / Technisches
Name: Crane
Designer: Seann McKeel
Source/Quelle: Knitalong – Celebrating the Tradition of knitting together
Material: Drops Eskimo, off white
Needles/Nadeln: 6,5mm
Weight/Gewicht: appr. 25 g each /25 Gramm pro Stück

Die Jacke Elsewhere ist fertig, gestrickt aus dem wunderbaren Noro Silk Garden und in hippieartiger Farbigkeit. Ich habe mich entschieden, das Garn einfach die Arbeit tun zu lassen und keinen Versuch zu machen, den Farbverlauf zu beeinflussen.

The Elsewhere cardigan is done, knitted from the wonderful Noro Silk Garden in a hippie-esque colouring. I decided to let the yarn do the job without interfering with the colour gradients.

Es ist im Prinzip ein Raglan von oben gestrickt, mit einem unregelmäßigen Rippenmuster an der Passe , an den Vorderteilen und den Ärmeln. Gestrickt wird es in einem Stück.

It’s basically a raglan knitted in one piece and from the top, embellished with some ribs in the yoke section, the front panels and the sleeves.

Knöpfe oder Reißverschlüsse sind nicht vorgesehen, wenn man die Jacke schließen will, verwendet man eine Nadel oder Fibel.

Buttons or zippers are not meant to be used with this construction, if you want to close the cardigan, you’ll have to use a shawl pin or a fibula.

Wenn das Wetter nochmal mitspielt, gibt es bessere Fotos. Einige Detailaufnahmen gibt es hier.
When the weather becomes better during the next days, I’ll take some better pictures. Some details can be seen  here.

Technisches/Technical Details
Name: Elsewhere
Designer: Amy Swenson
Source/Quelle: Ravelry download
Size/Größe: L
Material: Noro Silk Garden, colours 87, 264, 275
Needles/Nadelstärke: 5 mm

Echter Lotus. Ellerhoop, Arboretum

Real Lotus. Ellerhoop, Arboretum

Bei mylys wird es in Zukunft auch Kurse rund ums Stricken geben; den Anfang machen zwei Anfängerkurse, die auch für Leute geeignet sind, die ihre eingeschlafenen Kenntnisse aufbürsten wollen. Da die Gruppen sehr klein sind (3 – 6 Teilnehmer), wird das Lernen in entspannter, persönlicher Atmosphäre möglich sein.

Nähere Informationen gibt es hier.

Am 18. September 2010 treffen sich alle, die Lust haben, ein wenig etwas für ihr Hobby Spinnen zu tun, bei mylys.

Alle sind eingeladen, ob Handspindel- oder Spinnradbegeisterte oder auch die, die an dieser alten Technik interessiert sind.

Es gibt einiges zu sehen:

  • Spinnen an verschiedenen Spinnräder
  • Spinnen mit der Handspindel
  • handgesponnene Garne
  • Werkzeuge
  • Handspindeln verschiedener Herkunft
  • Rohmaterialien
  • Literatur

Die Anwesenden beantworten gern Fragen zum Thema und sind „in Aktion“ zu bewundern.

Für das leibliche Wohl der Gäste sorgt das benachbarte Café mylys.

Wann? Samstag, 18. September, ab 11.00 Uhr

Wo? mylys, Weidenallee 12, Hamburg

Einen druckfähigen Flyer zum Event gibt es hier.


Wir freuen uns auf Ihren/Euren Besuch!

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