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Der neueste Ausflug führte uns zur Arche Warder, einem Zentrum für alte Nutztierrassen, die in der heutigen, industriell geführten Landwirtschaft keinen Platz mehr finden und daher von der Ausrottung bedroht sind. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist ein wenig abenteuerlich, aber möglich.

Es ist kein klassischer Tierpark, sondern wird bewirtschaftet; im angeschlossenen Hofladen kann man Produkte erwerben, die von den dort gehaltenen Tieren stammen, also Fleisch, Käse, aber auch Wolle und ähnliches. Es ist ein Paradies für Tiere; alle haben viel Platz und wirken ausgesprochen ausgeglichen und zufrieden; da der Ort recht abgelegen ist, sind Besuchermassen eher selten.

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Zunächst kommt man in die Streichelabteilung, wobei man auch andere Tiere dort streicheln kann, so sie das zulassen.

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Hier trafen wir vor allem Ziegen an.

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Aber es gab auch Schafe …

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… und ein Kälbchen.

Es gibt auch einen Stall, in dem einige der Tiere temporär untergebracht sind, z. B. frische Würfe, brütende Vögel oder Küken.

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Und auch dieser schöne Tarpan, eine Rückzüchtung. (Pferde gehören zu den Tieren, die mir so gar nichts sagen, aber dieser ist eine Ausnahme).

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Ferkel, älter

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… und ganz klein und verschlafen.

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Schweine gibt es überhaupt sehr viele, und Ferkel in rauen Mengen. Das kam mir sehr entgegen, da ich Schweine liebe. Überwiegend wurde bräsig abgehangen.

Ferkel bewegen sich übrigens frei auf dem Gelände, solange sie klein genug sind, um sich durch die Zäune zu wurschteln. Man trifft also überall Ferkel an: auf den Weiden anderer Tierarten oder auch auf den Wegen.

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Sie gehören zu meinen persönlichen Favoriten: Zwergesel.

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Charaktervoll, neugierig und immer hungrig.

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Stilvolles Domizil: das Taubenhaus

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Geflügel gibt es natürlich auch: Gänse (hier im Bild), Enten, Puten und Hühner.

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Distanziert und wunderschön: ungarisches Steppenrind mit Nachwuchs.

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Das Rind mit den schönsten Augen ließ sich durch gutes Zureden dazu bewegen, an den Zaun zu kommenarchewarder19

Ebenso der Nachwuchs

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Einfach schön.

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Keine so klassische Schönheit, aber dafür sehr knuffig und niedlich: das schottische Hochlandrind.

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Es war sehr neugierig …

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… und zutraulich. Man kann es aus der Hand füttern. Die Freßweise würde ich als eher druckvoll und feucht bezeichnen. Aber praktischerweise hat es ja was zum Abtrocknen auf dem Kopf.

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Englische Parkrinder

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Da die Tiere auf großen Weiden stehen, entscheiden sie selbst, ob sie Menschen begegnen wollen. Dieses Hausyak wollte nicht, sodass man eigentlich nur das imposante Gehörn sah.

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Ganz im Gegensatz zu diesem … äh … Pferd. Was auch immer für eines das jetzt sein mag. Ich kann zwar einige Schaf-, Schweine- und Rinderrassen sowie Geflügel auseinanderhalten, aber Pferde sehen für mich irgendwie gleich aus (eine Ausnahme stellen Kaltblüter dar oder auch der Tarpan bzw. Przewalski-Pferde).

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Wenden wir uns wieder den Schweinen zu: sie waren überwiegen so anzutreffen, wenn sie nicht irgendwo im Schatten schliefen.

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Ein rotes Mangalitza. Die ehemals populäre Rasse ist innerhalb weniger Jahrzehnte praktisch ausgestorben, da diese klugen Tiere sich strikt weigern, sich unter unzumutbaren Bedingungen wie Massentierhaltung oder mangelndem Auslauf zu vermehren. Dies gilt übrigens für viele der alten Rassen: Zwar sind die aus ihnen gewonnenen Produkte qualitativ hochwertig und die Tiere sehr robust, aber auch weniger ergiebig als die modernen Züchtungen. Moderne Tierhaltung ist ihre Sache nicht, die meisten vermehren sich nicht oder gehen ein.

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In typischer Pose.

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Wildschweine gibt es auch. Zunächst sahen wir nur eines, doch sollten wir schnell Bekanntschaft mit den anderen machen.

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Diese Frischlinge waren ebenfalls auf Wanderschaft und außerhalb ihres Gatters anzutreffen: eine kleine Rotte unternehmungslustiger und sehr agiler Tierchen, die wahnsinnig niedlich sind.

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Mutter Jinx füttert Frischlinge. Sie fressen auch aus der Hand, aber das ist Mutter Jinxens Sache so gar nicht (ich bin da schmerzbefreiter.

Das mit dem Füttern führte dazu, dass man die Viecher überhaupt nicht mehr los wurde. Als wir uns abwandten, um weiterzugehen, wurde sehr laut und nörgelig gequiekt und die Kleinen folgten uns unter gelegentlichen Protestkundgebungen.

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Dies führte zu weiteren Fütterungs- und auch Streichelaktionen. Als wir uns auf einer Bank niederließen, hofften wir, dass sie uns langweilig finden.

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Dem war nicht so. Sie tollten um uns herum, stießen uns mit ihren Rüsseln an, und eines biss probeweise in meinen Schuh. Mutter Jinx beschäftigte sie schließlich damit, dass sie Wasser auf die Erde goss und so eine kleine Matschzone einrichtete, und da auch andere Gäste eintrafen, konnten wir sie schließlich outsourcen. Aber süß war das schon.

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Auch das Husumer Protestschwein (eine Rückzüchtung und die Lieblingsrasse von Herrn Jinx) war vertreten.

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Dieser europäische Wasserbüffel zierte sich zunächst ein wenig …

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… war dann aber doch so freundlich, für ein schönes Foto zur Verfügung zu stehen.

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Soay-Schafe. Diese urtümliche Rasse gehört zu den ältesten der Welt. Sie sind unverwüstlich, durch Hunde kaum zu treiben und brauchen keine Schur: Die Wolle fällt einfach ab, wie man an dem einen etwas derangiert aussehenden Exemplar gut erkennen kann.

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Soay-Schafe

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Diese Ziege ließ sich durch nichts und niemanden stören.

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Diese Ziegen, die auch Schafe sein können, auch nicht. Überhaupt kennt man sich da nicht mehr aus: Es gibt hornlose Schafe und solche mit Hörnern, und es gibt Ziegen als hornlose Modelle und natürlich auch mit Hörnern.

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So sind dies keine Ziegen, sondern Zackelschafe. Der sportlich dreinschauende junge Mann ganz links dürfte einige an etwas erinnern, und zwar hieran:

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Die Karte “Der Teufel” des Crowley-Tarots. Lady Frieda Harris hat also anscheinend ein Zackelschaf als Vorbild für diese Darstellung gewählt, die mit dem Gott Pan assoziiert wird.

Sportlich trifft es übrigens: als der Bock meine Hand leergefressen hatte, rannte er mit voller Wucht gegen den Zaun, der sich nach außen lehnte. Aber als wir das Gehege betreten hatten, näherte er sich und war eigentlich ganz flauschig.

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Auf dem Gelände er Arche Warder entsteht in Zusammenarbeit mit dem archäologischen Institut der Stadt Hamburg eine Rekonstruktion eines jungsteinzeitlichen Dorfes. Hier soll das Zusammenleben zwischen Menschen und Tieren während dieser Epoche demonstriert werden.

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Der Vorratsspeicher

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Die geflochtenen Wände werden mit Lehm beworfen.

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Dachkonstruktion

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Einige Bewohner sind schon da: Steinschafe, sehr scheu und schreckhaft …

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… und Soay-Schafe, sehr neugierig und zutraulich. Es war kein Problem, ihnen ein bisschen Wolle abzuziehen (Reste des Winterfells natürlich), während sie meine Hand ableckten.

Ich besuche ja aus Prinzip keine Zoos und lehne Massentierhaltung ab, aber es macht richtig Spaß, hier die Tiere zu beobachten. Es ist ein Paradies für Tiere mit einem großen Platzangebot, artgerechter Ernährung und Lebensweise sowie Rückzugsmöglichkeiten. An der Anlage wird kräftig gebaut, und ich hätte Lust, wiederzukommen, um mir die Fortschritte anzusehen.