Mutter Jinx und ich waren wieder unterwegs, und diesmal war dies unser Ziel:

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Genau, das Meer! Und noch genauer: die Ostsee.

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Um ganz präzise zu sein: das Ostseebad Boltenhagen. Und wir wurden sehr positiv überrascht. Es ist ein kleines Seebad,, das in der Vorsaison nicht überlaufen ist. Für diesen Ort trifft der Begriff “charmant” in mehr als einer Hinsicht zu.

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Das Kurhaus: Darmstädter Stil in seiner knuffigsten Variante.

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Alte Ferienhäuser auf dem Weg zur Seebrücke.

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Die Architektur erinnert weniger an großbürgerliche Anlagen wie Heiligenhafen, sondern ist eine Nummer kleiner. Die Ferienhäuser wirken, wie wohlhabende Bürger der Wende zum 20. Jahrhundert sich Fischerhäuser vorgestellt haben mochten.

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In diesem knubbeligen Bau haben wir ganz hervorragenden Fisch gegessen. Derart gekräftigt machten wir uns auf den Weg zum Meer.

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Die Trinkhalle – heute zweckentfremdet, erinnert sie an die noble Vergangenheit des Seebades.

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Auf dem Weg zur Seebrücke kamen wir an diesem bizarren Relikt der Vergangenheit vorbei:dem Nachbau eines Badekarrens aus dem 19. Jahrhundert. Diese Karren wurden ins Meer gezogen, um der Umwelt den skandalösen Anblick von Menschen in Badekleidung zu ersparen. Trotz des Sichtschutzes (am Ein- und Ausstieg) stiegen die Leute nach heutigen Maßstäben in Vollbekleidung ins Wasser.

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Na, jetzt aber: die Seebrücke, fast 300 Meter weit ragt sie ins Meer.

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Ansicht vom Strand, wohin wir uns nach der Begehung der Seebrücke begaben.

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Strandkörbe sind typisch, warten aber noch auf ihre Mieter. Wir sahen nur einen Badenden, die meisten Leute gingen spazieren.

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Hier herrscht fast schon militärische Ordnung

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Als Fotomotiv begeistern mich die Dinger, im realen Leben tun sie dies deutlich weniger: Ich finde sie unbequem (bin wahrscheinlich zu groß), der Plastikbezug der Sitze ist bei Wärme unangenehm und es wird dort bei Sonneneinstrahlung recht stickig.

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Blick aus der Ferne auf die Steilküste: Da die Sicht trübe war und Flut herrschte, verzichteten wir auf den Besuch.

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Für uns bei einem Strandbesuch unverzichtbar: Steine und Muscheln. Egal, wie großartig das Panorama ist oder ob neben uns der Dritte Weltkrieg losbricht, wir starren meist auf den Boden auf der Suche nach interessantem Strandgut; wir können einfach nicht anders, es ist stärker als wir. Ich fand übrigens einen Hühnergott.

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Wir warten auf die Badesaison: Strandkorbvermietung

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Unten leider kaputtsaniert, aber das Reet-Krüppelwalmdach mit den Gauben ist sehenswert.

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Ein lohnendes, leckeres und preisgünstiges Souvenir: fangfrischer Räucherfisch

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Kein Haus wie das andere: Kleine Villen an der Mittelpromenade

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Der Musikpavillon: Boltenhagen ist Familienbad; entsprechend lief hier eine Kindervorstellung.

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An der Mittelpromenade: ein altes Hotel

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Nostalgisch, aber irgendwie schick: Die alten Villen beherbergen heute zumeist kleine Geschäfte mit durchaus lohnendem Angebot abseits der großen Hamburger Vielfalt in Einheitlichkeit. Überfordert von gefühlten 20 000 Sonnenbrillen, die alle gleich aussahen und die mir alle nicht gefielen, fand ich hier eine, mit der ich nicht aussehe wie ein Insekt, ebenso wie Mutter Jinx.

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Ladenzeile Mittelpromenade

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Geborgenes Treibgut im Detail

Die letzten eineinhalb Stunden verbrachten Mutter Jinx und ich auf der Seebrücke, auf einer Bank sitzend. Hier beobachteten wir Schwäne mit atypischem Verhalten.

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Eigentlich am Süßwasser beheimatet, zeigen sie bei der Futtersuche eine gewisse Flexibilität.

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Aber vor allem widmeten wir uns … natürlich dem Stricken. Links das Gestricke von Mutter Jinx, rechts meines (und noch nie habe ich in so kurzer Zeit so viele dämliche Kommentare kassiert, was mich in der Überzeugung bestärkt, dass es der Generation 60+ an Umgangsformen mangelt).

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Lupinen, Wasserturm und ein Gleis: Warten auf den Zug in Grevesmühlen.

Dieser Tag hat es wieder bestätigt: Wenn man das Ziel klug auswählt, gibt es nichts erholsameres als einen Tag am Meer.