
Mehr geht nicht. Dieses Garn wird für einen Cowl verwendet.
This is the maximum, more doesn’t fit on this spindle. I’ll use this yarn for a cowl.
May 15, 2010 - ב' סיון תש"ע

Mehr geht nicht. Dieses Garn wird für einen Cowl verwendet.
This is the maximum, more doesn’t fit on this spindle. I’ll use this yarn for a cowl.
May 15, 2010 - ב' סיון תש"ע
Gestern war endlich wieder ein Ausflug dran, und zwar nach Worpswede. Das alte Künstlerdorf in der Nähe von Bremen ist ja ziemlich verrufen, wie fast alle Künstlerdörfer. Denn es ist so: Erst kommen die Künstler, dann die Anbeter und schließlich der Kommerz einschließlich Bustourismus und meist künstlich aufrechterhaltenem Künstlerbetrieb. Da haben die meisten Künstler jedoch schon lange das Weite gesucht. So hatte ich von Worpswede auch genügend Abschreckendes gehört.
Vieleicht darf man nicht am Wochenende kommen und auch nicht in der Hauptsaison, jedenfalls war vom jahrmarktähnlichen Betrieb, wie u. a. Herr Jinx ihn mir höchst abschreckend beschrieb, nichts zu sehen. Es waren relativ wenig Gäste da, und so konnte man das Dorf weitgehend ungestört genießen.
Es ist nämlich ein schönes Dorf, sehr grün und mit wunderbarer alter Bausubstanz. Mich interessierten auch nicht die zeitgenössischen Kunsthandwerker, sondern die Relikte der Künstlerkolonie der ersten Generation, die sehr stimmungsvoll und gelungen restauriert sind. Man spürt, dass sich eine engagierte Stiftung um die Erhaltung bemüht.
Zunächst besuchten wir (Mutter Jinx und ich) den Barkenhoff, Heinrich Vogelers künstliches Paradies inmitten einer zerfallenden Welt, das der Wirklichkeit nicht standhalten konnte. Innen beherbergt das aus einer Moorkate gestaltete Haus eine Ausstellung.

Das Haus hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich, von der Moorkate zum Künstlerhaus zum Hort einer sozialistischen Kommune (zu der der Künstler es selbst umbaute), zum Kinderheim der Roten Hilfe, zum Privateigentum wechselnder Besitzer bis zu dem Museum, das es heute ist.

Barkenhoff – Anbauten

Barkenhoff – Ein Heim für ein Leben als Gesamtkunstwerk: Jugendstil und Fachwerk

Das Anwesen liegt am Rand von Worpswede, sehr abgelegen und nur über einen Waldpfad zu erreichen. Es wirkt noch heute so entrückt, wie es geplant worden war – eine künstlerische Utopie abseits des Ungemachs des Alltags (also von Störfaktoren wie Bauern, Moorarbeitern, Armut und Krieg).
Natürlich besuchten wir auch die kleine aber feine Sammlung der alten Worpsweder Meister, also Fritz Mackensen, Fritz Overbeck, den Modersohns, Hans am Endes und natürlich Heinrich Vogelers. Sie werden in einer Rotunde äußerst stilvoll präsentiert. Gestaltet wurde das Ensemble, das ein hervorragendes Beispie für norddeutsche Backsteinarchitektur des Expressionismus ist, von Bernhard Hoetger.

Museumskomplex: Das Café
Rund um den weitläufigen Museumskomplex, der stimmungvoll inmitten eines Kiefernwaldes liegt, sind Skulpturen Hoetgers aufgestellt.

Alles ist Geschmackssache – aber expressionistische Skulptur ist vielleicht noch ein wenig mehr Geschmackssache als alles andere.
Auch das andere Anwesen, das mit Heinrich Vogeler eng verbunden ist, haben wir besucht: Das Haus am Schluh, den Wohnsitz seiner ersten Frau Martha.

Das traditionelle Anwesen beherbergt eine Pension, ein Museum und eine Museumsweberei, die von Martha Vogeler begründet und von einer Nachfahrin weitergeführt wird.

Die Pensionszimmer sind mit Originalmöbeln Vogelers ausgestattet und auch im originalen Installationen aus der Zeit (also Klo irgendwo und Waschschüsseln – dazu werde ich Herrn Jinx nie überreden können). In den Häusern wird die Sammlung Martha Vogelers gezeigt, so auch Möbel, die Heinrich Vogeler entwarf (von den Stühlen hätte ich glatt welche mitnehmen können).

Auch gern mitgenommen hätte ich mein persönliches Highlight: Die Käseglocke. Das ist ein Haus im Wald, das von Bruno Taut entworfen wurde. Es ist so knuffig und auch innen so genial aufgeteilt, dass ich in Gedanken bereits eingezogen bin. Ich würde es natürlich versetzen lassen – nach Schottland oder auch nach Cornwall und mich ganz der Faserverarbeitung, dem Schreiben und meinen Studien widmen. Also, die Logistik steht bereits.

Heute beherbergt die Käseglocke eine Sammlung Worpsweder Kunsthandwerks (abzüglich Vogelers Schaffen). Vor allem die Möbel sind sehenswert. Am verblüffendsten ist jedoch die geniale Raumaufteilung des zweigeschossigen Baus.

Das Haus liegt ebenfalls in dem Kiefernwald und ist innen völlig mit Holz vertäfelt – eine echte Höhle!
May 11, 2010 - כ"ז אייר תש"ע
Meine faserigen Hobbys haben viel mit Ästhetik zu tun, denn natürlich will ich Dinge produzieren, die ich schön finde. Allerdings gehe ich noch einen Schritt weiter: Ich will nicht nur schöne Dinge produzieren, und das nicht nur mit schönen Materialien, sondern dies auch mit schönen Werkzeugen tun.
My fiber-related hobbies have much to do with aesthetics, of course I want to produce things I like and of whom I think they’re handsome. But I go one step further: It’s not only about producings pretty, handsome items with handsome yarns or fibers, but to do this with handsome tools.
Das Taktile wird meines Erachtens unterschätzt. Wir fassen Werkzeuge, die wir häufig benutzen, dauernd an, und dann will ich sie bitte auch gern anfassen. Materialien verschaffen mir ein sinnliches Vergnügen (Holz, Knochen, Silber, Stahl, Horn, Kupfer, Leder, Zinn, vorzugsweise englischer, Bakelit Acryl, Stein), oder sie stoßen mich ab (99% aller Kunststoffe, Bronze, Messing), und wenn ich etwas nicht gern anfasse, dann arbeite ich auch nicht gern damit. Daher bemühe ich mich, Werkzeuge aufzutreiben, die ich nicht nur gern anfasse, sondern die ich auch schön finde. Schließlich muss ich sie nicht nur berühren, sondern auch sehen.
This tactile thing is – in my opinion – heavily underestimated. We touch tools we frequently use quite often, and when I have to touch them I want to like what I hold in my hands. Touching materials give me a sensual pleasure (wood, bone, silver, steel, copper, leather, pewter, preferably the English one, bakelite, lucite, stone) or they give me a strong feeling of aversion (99% of all plastics, bronce, brass). And when I don’t like touching something I don’t like working with it. So I try to get hold of tools which I do not only like to touch but which I find handsome. I don’t have just to touch them but to see them also, after all.
Im Zweifelsfall halte ich es mit dem von mir sehr verehrten Oscar Wilde (auch eine Waage). Wenn ich beispielsweise eine Häkelnadel brauche und eine aus neonfarbenem Plastik in der Hand halte, dann frage ich mich, ob Oscar so eine benutzen würde. Würde er natürlich nicht, vermutlich würde er sich eher teeren und federn lassen. Und es gibt sie, die schönen Werkzeuge, wenn auch eher in Übersee als hier.
In case of doubt I always think of Oscar Wilde who I adore (he’s a libra as I am, btw.). When I need a crochet hook and there are some in neon-coloured plastic, I ask myself whether Oscar would use one like these. Of course, he wouldn’t, probably he would rather have himself tarred and feathered. And they are somewhere outside, the handsome tools, but rather overseas than in Germany.

Hier eine Auswahl schöner Werkzeuge. Besonders begeistert bin ich von den antiken Häkelnadeln aus Knochen. Wer glaubt, die wären teuer, irrt: Erworben für GBP 1,99 als Gebinde (nicht pro Stück) plus Porto.
This is a selection of handsome tools. I really fell for the antique crochet hooks made of bone. They were not expensive at all: GBP 1,99 for the whole bundle, plus shipping.
May 6, 2010 - כ"ב אייר תש"ע

Wenn man Fasern oder eine Spindel in den USA bestellt, wird meist eine Faserprobe beigelegt, die man testen kann. Auch hier sind die USA, was anspruchsvolle Handarbeiten angeht, vorbildlich, denn in Deutschland sind die Mengen der kostenlosen Proben eher winzig. Mikroskopisch, wenn es sie überhaupt gibt, und an Testspinnen ist gar nicht zu denken. Dabei sind das erstklassige Werbeträger, die einem einen unmittelbaren Eindruck von dem Angebot verschaffen. Und man kann auch mal neue Mischungen kennenlernen, die man einfach so vielleicht nicht bestellen würde.
When ordering a spindle or some fibers in the USA, quite often some fiber samples comes with it which is meant for testing. Here, as in many ways, the USA is sort of a role model cause in Germany these fiber samples – if you get some at all – are quite often so small that you hardly can see them with your bare eyes – leave alone spinning them. This is rather stupid because these fiber samples make an excellent advertising vehicle, regarding texture and colours. And you can test new, sophisticated blends one would hardly order without seeing them before.
Oft bekommt man so viel, dass Teststränge von recht ordentlicher Größe herauskommen. Sie sind ideal, um mit einer Spindel versponnen zu werden, wo der Kontakt zum Material intensiver stattfindet als mit dem Rad. Hier einige Proben, die ich versponnen habe. Leider fehlen manchmal die Angaben zu der Zusammensetzung.
Quite often you receive an amount that makes a good test skein of yarn. They’re ideal for being processed with a spindle where the contact with the material is more immediate than with a wheel. Here comes a selection of test skeins I spun lately; unfortunately sometimes there are given no further details about the material.
Natürlich sind diese Proben auch eine ideale Spielwiese; man kann verschiedene Techniken ausprobieren, verschiedene Stärken etc., feststellen, wie sich bestimmte Fasern oder Mischungen am besten verspinnen lassen, ohne Teile einer kostbaren Unikatfärbung o. ä. zu verballern.
Of course these fiber samples are an ideal playground for the fiber addict, you can try different techniques, different yarn counts or find out how these fibers or blends are spun best, without messing up parts of a precious, unique dyelot.
Von links nach rechts:
From left to right:

Dies ist die erste Hälfte eines Plying Balls, Finnsheep, versponnen mit der Kuchulu von Jenkins, unglaublich 45 WPI. Ich habe sie mit Perlen versehen, den kleinsten Rocailles, die ich finden konnte. Man braucht eine 0,5 mm Häkelnadel, eine ruhige Hand und gute Nerven.
This is the first half of a plying ball, finnsheep fiber, spun with the Kuchulu spindle by Jenkins. The yarn has unbelievable 45 WPI. I embellished it with white seed beads, the smallest I could find. You need a 0,5 mm crochet hook, a very calm hand an excellent nerves.
May 4, 2010 - כ' אייר תש"ע
Der WWKIPD 2010 findet am Samstag, den 19. Juni statt (und damit mit etwas besseren Chancen auf etwas besseres Wetter …). Einige der Hamburg Knitters haben sich folgendes überlegt:
Unsere Zentrale wird Mylys (Weidenallee 12, in bequemer Nähe zur Innenstadt und zu den Öffentlichen) sein, und zwar ab 10.00 Uhr morgens. Dem sehr charmanten Wollladen ist ein Cafe angeschlossen; für Speisen und Getränke ist also vor Ort gesorgt.
Wir wünschen uns mehr Öffentlichkeit und mehr Aktion zu diesem Datum, mehr Ähnlichkeit dazu, wie dieser Tag z. B. in Großbritannien oder den USA zelebriert wird (bräsig abhängen können wir das ganze Jahr über …). Also nix mehr mit Stricken in der Besenkammer, fernab jeder Öffentlichkeit, und Kaffeefahrt-Atmosphäre, sondern zeigt den Leuten, dass wir stricken.
Bei einigermaßen passendem Wetter ist folgendes angedacht:
Einbeiein und Jinx

May 3, 2010 - י"ט אייר תש"ע

Es hilft ja alles nix: Irgendwann müssen sie weg, so oder so. Ich habe mich also entschlossen, mich eines UFOs anzunehmen. Dies ist der Pullover Munken von Marianne Isager, begonnen vor zwei Jahren und fallengelassen, nachdem ich den Rücken relativ schnell beendet hatte. Der Grund waren die Intarsien unten.
Well, it has do be done, hasn’t it? One day they just have to go, in the one or the other aspect. So I decided to pick up one of my UFOs again. This is the Munken sweater by Marianne Isager. I started it two years ago and abandoned it after finishing the back rather quickly due to the fact I deeply dislike knitting intarsia.
Nun habe ich das Vorderteil beendet, aber wie es so ist: Mit einem Abstand von zwei Jahren würde man doch einiges anders machen. Daher muss in das obere Drittel des Rückens nochmal stricken, aber das macht nichts.
Now I finished the front, but as it always is: with a two years distance there are some details one would like to do a little different, and this means I have to reknit the upper third of the back. But it doesn’t matter.
May 1, 2010 - י"ז אייר תש"ע
Zum Feiertag mal was zum genussvollen Betrachten:
Honouring the 1rst of May, here comes something to enjoy:

Pear Takhli von Grizzly Mountain Arts, Ebenholz und antikes Walrosselfenbein (mit Zertifkat). Hört sich politisch unkorrekt an, ist es aber nicht – der Zahn ist über 100 Jahre alt. Spinnt großartig.
Pear Takhli by Grizzly Mountain Arts. Ebony and antique walrus ivory (certified). Sounds politically highly incorrect but it isn’t. The tooth has more than 100 years. It spins great.
