February 1, 2010 - י"ז שבט תש"ע


Ich war wieder auf Tour, nach einem langen und sehr eisigen Winter, und diesmal war es Rostock, wohin ich einen Tagesausflug unternahm. Meine Vorstellungen von Rostock waren vage, ich wusste, dass es vor dem Zweiten Weltkrieg eine der schönsten Städte in Deutschland war, mit weitgehend erhaltener historischer Bausubstanz.

rostock1

Zunächst besuchten wir ein schönes Cafe in dem mittelalterlichen Kloster Zum Heiligen Kreuz, wo man gut essen und gemütlich sitzen kann.

rostock3

Rostock – in der Nähe der Universität: Alt neben Neu-Alt

Da wir uns während des langen Winters in ausreichendem Maße in geschlossenen Räumen aufgehalten hatten, beschlossen wir, auf Kirchen- und Museumsbesuche zu verzichten und stattdessen den historischen Stadtkern zu Fuß zu erkunden.

rostock2

Rostock – Der Neue Markt

Da die Altstadt zum größten Teil zerstört war, findet sich dort eine Mischung aus wenigen historischen Bauten und vielen Rekonstruktionen. Für mich als Kunsthistorikerin war es ein Lehrstück zum Thema Wiederaufbau und dessen Grenzen. Der Neue Markt mit dem Rathaus wurde als zentraler Platz sehr sorgfältig und aufwändig wiederhergestellt, die barocken Fassaden, die an holländische Giebelhäuser erinnern, sind liebevoll und wohl auch weitgehend historisch restauriert worden. Dies gilt auch für das Rathaus, einer Schaufassade in mittelalterlicher norddeutscher Backsteingotik, dem ein barocker Vorbau vorangestellt wurde.

rostock5

Neuer Markt – Rathaus

Der Neue Markt vermittelt auch heute noch einen Eindruck, wie schön Rostock gewesen sein muss. Er ist das Zentrum des neueren Teils der Altstadt, der ältere liegt in der Nähe der Warnow, und auf diesen waren wir besonders neugierig.

rostock6

Auf dem Weg in die Altstadt: Hinteransichten


rostock8

Während der obere Teil des historischen Stadtkerns breitere Straßen und einen großzügig angelegten Platz (den Neuen Markt) aufweist, ist der mittelalterliche Teil deutlich enger bebaut; die Straßen sind kleine Gassen, und die Häuser sind deutlich schmaler und niedriger.

rostock7

Internationaler Klub der Seeleute – ein leider verfallenes Relikt aus DDR-Zeiten

Auch hier gilt: Es steht Alt neben Neu, das dem Alten nachempfunden wurde, und hier zeigen sich deutlich die Grenzen des Wiederaufbaus.

rostock9

Altstadt – Speicherhaus

Es ist möglich, bei entsprechendem Dokumentenbestand, zerstörte Gebäude originalgetreu wiederaufzubauen. Dies ist vor allem bei zentralen Sehenswürdigkeiten, also bedeutenden Kirchen, Rathäusern, Schlössern oder auch dem Baubestand von zentralen Plätzen möglich. Existieren entsprechende Dokumente wie Pläne, Fotografien oder Zeichnungen nicht, kann man nur versuchen, die historischen Bauten nachzuempfinden, das heißt dann “im Stile von”. Letztendlich darf auch der finanzielle Aspekt nicht außer Acht gelassen werden; Gelder für den Wiederaufbau fließen eher in gut dokumentierte Projekte von hohem denkmalpflegerischem Rang.

rostock10

Altstadt – Speicherhaus

Es ist offensichtlich, dass reichere Rostocker die Altstadt verließen um an höher gelegenen Plätzen zu bauen, die Stadt dehnte sich in die vom Fluss abgewandte Richtung aus. Die engen Altstadtgassen mit ihren schmalen, kleinen Häusern dürften auf begütertere Bürger wenig Anziehung ausgeübt haben. Heute bietet sich ein oberflächlich einheitliches Bild, was aufgrund der stilisiert aufgebauten Häuser für das Auge eher anstrengend ist. Abträglich ist auch, dass die engen Gassen für den Autoverkehr offen sind.

rostock11

Getreidespeicher an der Warnow mit den allgegenwärtigen PKWs. Ein Gebäude aus einer Zeit, in der Rostock vermeintlich großen, in Wahrheit aber sehr kaputten Zeiten entgegensah.

rostock12

Altstadt – Getreidespeicher aus dem 19. Jahrhundert. Auch hier wieder: Alt neben Neu-Alt

rostock13

An der Warnow – Stadtansichten, die zu vermeiden sind: Ein hübsches Gebäude und ein liebevoll gestalteter Container (?) vor nervtötendem Straßenverkehr und wenig Fußgängerüberwegen (Querung für Fortgeschrittene, Paris-Erfahrung ist von Vorteil)

rostock14

Am Hafen – Historischer Kran

rostock15

Am Hafen – Die Warnow ist noch zugefroren

rostock16

Am Hafen – Aufwändig gestalteter Container (?)

rostock17

Windspiel – Segel im Wind, Metallplastik von Achim Kühn, 1988

Erfreulich ist, dass dieses für die DDR typische Kunstwerk nicht entfernt wurde. Die Gebäude sind modern, passen sich aber der für Rostock und dieses Viertel typischen Bauweise an.

rostock4

Auch neuere Plastik und die Laternenmasten verweisen auf die maritime Tradition Rostocks. Die Möwe auf der Möwe war allerdings reiner Zufall.

rostock18

Und noch ‘n Speicherhaus, unterhalb der Langen Straße.

rostock19

An der Langen Straße – Stalinistische Zuckerbäcker-Einschüchterungsarchitektur meets norddeutsche Backsteingotik. Diese Straße wurde nach dem Zweiten Weltkrieg verbreitert und neu gestaltet.

Es ist offensichtlich, dass man sich in Rostock bemüht hat, die historische Altstadt so aufzubauen, dass man einen Eindruck vom historischen Stadtbild bekommt. Wo man sich zur Neugestaltung entschloss, wurde auf die regionale Architekturtradition Rücksicht genommen, das heißt, in der Innenstadt sucht man großflächige Plattenbauwüsten vergeblich. Rostock ist nicht Dresden, aber leider lässt auch die liebevollste und sorgfältigste Rekonstruktion die frühere Schönheit Rostocks nur erahnen.

rostock20

Just some impressions from my one-day trip to Rostock.

Wir träumen mal: Du hast im Lotto gespielt und so viel Geld gewonnen, dass Du Dir Deinen allergrößten Traum verwirklichen kannst. Natürlich soll der mit unser aller Hobby zusammenhängen. Willst Du einen Wollberg so hoch wie die Zugspitze aufbauen, Dir ein Meer voller feinster Kaschmirflocken anlegen
oder…?

Ich kann ganz genau sagen, was ich dann tun würde: Ich würde Herrn Jinx und Mutter Jinx einpacken und endlich nach Großbritannien übersiedeln  – in eine abgelegene, überwachungsspinnerarme Gegend. Dann würde ich mir ein Cottage zulegen, wo ich meiner Leidenschaft für Faserverarbeitung frönen könnte und auch auf diesem Gebiet forschen würde – theoretisch wie praktisch. Außerdem würde ich mich aufs Schreiben verlegen.

Welche bist du im Wunderland? Mach den Test bei der Film-Community moviepilot

Mehr Infos zum Film ALICE IM WUNDERLAND

Ich möchte gerne wissen, wo Ihr denn Eure Wolle am liebsten kauft: online oder im Wollgeschäft? Und warum kauft Ihr sie da?

Wenn es die Wolle, die ich haben möchte, in einem mit für mich vernünftigen Aufwand erreichbaren Wollgeschäft gibt, kaufe ich sie lieber im Wollgeschäft. Wenn das nicht der Fall ist, kaufe ich sie lieber online.

Der Grund ist, dass ich Wolle kaufen möchte, die mir wirklich gefällt und keine Verlegenheitslösungen.

herbivore1

… wächst mein aktuelles Mitnehm-Gestricke, das Tuch Herbivore von Stephen West. Es ist ideal, da es fast mindless und ohne Charts zu stricken, aber nicht langweilig ist. Nachteilig sind allerdings die vielen links-verschränkten Maschen auf der Rückseite.

Wie es sich für einen ordentlichen Pflanzenfresser gehört, stricke ich in Grün. ;)

… my actual knit-a-go-go project, the Herbivore shawl by Stephen West. It’s ideal because it’s almost mindless (not necessary to carry the charts with me) and not boring at all. The disatvantageous thing about it are the tons of “purl through back loop” stitches.

As it should be for a real herbivore I chose a green yarn. ;)

Manche Sachen beginnt man mit Enthusiasmus und beendet sie dann unwillig oder gar nicht, aber es gibt Modelle, da bedauert man geradezu, wenn sie fertiggestrickt sind. Es geht mir in meiner Frage um den Prozess des Strickens und nicht um das fertige Stück.
Welches war das absolute Lieblingsprojekt, das ihr gestrickt habt? Was hat es dazu gemacht (Garn, Muster, Schnitt …)?
Habt ihr dann noch ein weiteres Modell gleicher Art gefertigt?
Gibt es auch ein Hass-Objekt?

Das war die Inka-Jacke (wenn man von den Ärmeln absieht, die waren langweilig). Der Grund war die Technik – sie war mein Einstieg in die Fair-Isle-Technik, die zu meiner Lieblingstechnik wurde. Ein Modell in gleicher Art habe ich nicht angefertigt, dafür stricke ich weiterhin in dieser Technik.

Hass-Objekte gibt es nicht, denn die stricke ich nicht fertig (ist ja Hobby, und wir sind nicht beim Militär). Es gibt hingegen eine Menge Projekte, die ich zum Ende hin langweilig finde.

sailor1
Dies ist ein Versuch, zwei recht große Garnreste zu einer Weste zu verwursten. Das Garn stammt von meinem Skye-Urlaub, es ist Harris-Wolle, aus denen meine Mutter und ich je einen Gansey gestrickt haben. Da ich die Weste mangels entsprechender Anleitung selbst entwerfe, ist der Erfolg ungewiss.

This is an attempt to make a waistcoat from two quite large yarn rests. I brought the material from the Isle of Skye, it’s Harris wool, and my mother and I knitted a gansey from it each. Because I didn’t find an appropriate design, I’ll have to do the job myself, therefore I don’t know whether this will work really.

In Japan ist das Herstellen von Garn eine alte Technik, die – was auch sonst – zur Perfektion geführt wurde. Siehe hier.

In Japan yarn made of paper has a tradition which was – of course – brought to perfection. As you can see here.

Wer’s ernst meint mit dem Recyclen, der kann Garn praktisch aus allem machen, sogar aus alten Zeitungen, und das ganz ohne Patscherei mit Wasser. Gefunden: hier.

Those of us who take the idea of recycling really serious can make yarn virtually from everything, even from old newspapers. Works without messing with water, as I read here.

beachbag1

Dies ist der zweite Versuch, mir eine Badetasche zu stricken, nachdem ich letztes Jahr den ersten wegen zu großer Gruseligkeit aufgegeben habe. Diesmal verwende ich handgesponnenes Baumwollgarn (das Zeuch muss ja auch weg …), das ich mit dunklerem, naturfarbenen Leinen kombinieren werde. Es wird ein eigener Entwurf, und vielleicht klappt es ja dieses Mal tatsächlich …

Zu sehen ist der Anfang, also der Boden.

This is my second attempt to knit a beach bag, after I gave up the first one last year – it looked just awful. I’m using handspun cotton this time, which I’ll combine with darker linen. It’ll be my own design, and maybe it will work this time sufficiently.

This is the very beginning, the bottom of the bag.

Next Page »