Erinnert Ihr Euch an die Blogwichtelaktion? Meine Gastautorin war Frau Jekylla, mit der sich danach noch ein netter Kontakt ergab. Sie suchte nämlich jemanden, der ihr einen St.-Pauli-Fanschal strickt, der weder aus kratziger Wolle noch aus einem dubiosen Acrylzeug besteht. Was Exklusives eben.

Nun lehne ich es ja aus Prinzip ab, Auftragsstrickereien zu machen, da die Bezahlung ein Witz ist. Und bei adäquater Vergütung ist es für den Auftraggeber uninteressant bis unbezahlbar. Aber dies hat mich so gereizt, dass ich zugesagt habe, gegen Naturalien, versteht sich, denn das ist lustiger. Ich werde als Vergütung im Februar zu einem St.-Pauli-Spiel eingeladen, denn da wollte ich schon immer mal hin.

Nun gestaltete sich die entsprechende Garnbeschaffung schwieriger als gedacht. Frau Jekylla und ich einigten uns auf eine Kaschmirmischung eines renommierten Herstellers, die ich auch bestellte. Einige Tage später erhielt ich einen Anruf, dass der gewünschte Braunton nicht vorrätig und auch schwer zu beschaffen sei, da die Händler alle auf Sommerware umrüsten. Die Dame bot mir hartnäckig Schlammtöne etc. an, wobei ich mehrfach wiederholte, dass ich keinen Schlamm-, sondern einen Braunton benötige. Daraufhin schickte sie sich an, mit dem Telefon ihre Regale zu begehen und mich auf dem Laufenden über ihre Nicht-Bestände zu halten. Alles was recht ist, aber das dauert mir zu lange. Ich bat also, mich per E-Mail zu informieren, was bisher nicht geschah.

Also stornierte ich die Bestellung und ging los, um doch noch etwas Geeignetes in geeigneter Farbigkeit aufzutreiben. Es war nicht viel einfacher: Entweder die Brauntöne gingen nicht oder waren nicht vorhanden, oder es gab kein passendes Rot. Schließlich habe ich doch etwas in adäquaten Schattierungen gefunden, das qualitativ stimmt. Allerdings werde ich es doppelfädig verstricken müssen, aber irgendwas ist ja immer.

stpauli