schild

Gestern war nun der große Tag, an dem ich als Kursleiterin am Volkshochschulfest in Hamburg/Farmsen teilnahm. Ich weiß nicht genau, was ich erwartet habe, aber es war auf jeden Fall anders und auch sehr positiv.

Untergebracht war ich im Textilraum, wo der Webkurs samt Kursleiterin sich eingefunden hatte, um seine Kunst an Tischwebrahmen und Webstühlen zu demonstrieren und auch fertige Werke zu präsentieren. Ich war hingegen die einzige, die fürs Stricken dort war und bestritt die kleine Ausstellung von Strickstücken ausschließlich mit meinen Werken. Außerdem wurde ich auch spinnend, also am Spinnrad und an der Handspindel tätig. Der guten Atmosphäre förderlich war, dass ich eine der Weberinnen bereits vom Stricktreff kannte, sodass ich sofort integriert war und auch zum Verpflegungsbuffet eingeladen wurde (wenn man acht Stunden dort sitzt, zunächst ohne Plan, was dort überhaupt los ist oder was eigentlich erwartet wird, ist das sehr von Vorteil).

Die Resonanz war sehr gut, auch wenn die Textilgestaltung eher ein Nischenbereich ist. Ich habe einer netten alten Dame (einer Patchworkerin) eine kleine Einführung in das Spinnen mit der Handspindel gegeben und zweien der Weberinnen gezeigt, wie man wirklich elastisch abkettet (wie gut, dass ich das gerade erst gemacht und so noch richtig im Kopf hatte).

Ich musste außerdem sehr viele Fragen zum Thema Technik beantworten (ein Tipp für alle, die ihre Kurse auch bei einem Volkshochschulfest vertreten müssen: Nehmt mindestens ein Fair-Isle-Strickstück mit; die Leute stehen dann in Reihen vor dem Tisch, dasselbe gilt für Lace – die Hanami Stole und die Transition Gloves hätte ich mehrfach verkaufen können). Es entstand ein sehr guter Kontakt zu der Kursleiterin für Weben, und ich habe sehr viel von dieser interessanten und vielfältiken Kunst gelernt.

Ein wenig sinister war es ja schon, als jemand, der noch nicht mal vier Jahre strickt, als Expertin aufzutreten, neben einer studierten Textildesignerin (wobei ich keine Probleme hatte, alle Fragen korrekt zu beantworten, von Sockenkonstruktionen bis hin zu Fair-Isle-Spezialtechniken, und so ein Schild ist da sehr hilfreich) oder zu erleben, dass Leute an den Tisch kamen, die nach “Knittinganarchist” oder “Jinx” fragten – obwohl ich meine Besucherzahlen kenne, glaubt ein Teil von mir eben immer noch, dass den Blog keiner liest. ;)

Kurz gesagt, ich würde es wieder tun, es war eine sehr positive und bereichernde Erfahrung und natürlich auch eine Werbemaßnahme für die Strickkurse, die nun bald wieder beginnen werden. Abgesehen davon gibt es wirklich Schlimmeres, als einen Tag lang zu stricken und zu spinnen.