October 1, 2009 - י"ג תשרי תש"ע


Morgen, 27. October 2009, treffen wir uns wieder zum gemeinsamen Stricken und Schnacken. Weitere Informationen zum Wann und Wo gibt es hier.

Tomorrow, October 27, 2009 we will meet again for knitting and chatting. Please view this page for details.

Bisher war ich ja Anhängerin der Kopfspindel, auch wenn ich mich an dem Glaubenskrieg, der um die Vorzüge und Nachteile von Kopf- und Fußspindeln tobt, aus Prinzip nicht beteilige (“Kopfspindeln sind besser!” – “Nein, Fußspindeln!” – “Quatsch!” – “Doch!” – “Gar nicht!” – “Wohl!” – Dasselbe funktioniert übrigens auch mit Stricknadelmaterialien, Spinnradtypen, Fersenformen und Garnqualitäten, aber dies nur am Rande.)

I always prefered top-whorl spindles, although I never participated in the war between fans of top- or bottom-whorl spindles. Spinning with the top-whorl version just was easier for me.

Ich versuchte mein Heil nochmal mit einer Art Fußspindel, immer in der Hoffnung, mal eine zu finden, mit der ich ebenso gut spinnen kann wie mit den Kopfspindeln. Und nun ist es geschehen, mit zwei türkischen Spindeln von Jenkins. Die kleine links ist aus Ebenholz, die größere rechts aus Pink Ivory. Sie sind beide verhältnismäßig schwer (41 g und 57 g), sind ausgesprochen drehfreudig und rotationssymmetrisch. Trotz ihres Gewichts gelingt es mir mühelos, dünne Fäden zu spinnen. Faszinierend finde ich, dass gleich ein richtiges Knäul herauskommt. Nix abwickeln und so. Diese Spindeln sind nämlich zerlegbar und bestehen aus drei Teilen.

But I didn’t give up, and from time to time I decide to give a bottom-whorl spindle a chance. I always hoped to find one as handy as my top-whorl spindles are for me. And now it did happen, since these two Turkish spindles made by Jenkins came to me. They are no lightweights at all (41 and 57 grams), but they turn like hell and their symmetry of rotation is just perfect. Although they are quite heavy I have no problem to spin really thin yarn with them. And the result – yarn that is wound up like a real ball – just fascinates me. These spindles are made to be deconstructed after the spinning process.

Um das Knäul zu entfernen, löst man den Mittelstab und zieht die Arme heraus. Einfach genial! Ich bin verliebt!

For removing the ball of yarn you just have to pull the centre bar and take out the batons which form a cross carefully. I’m in love …

Da es nicht geregnet hat, war ich mal wieder unterwegs. Diesmal haben Mutter Jinx und ich das Freilichtmuseum am Kiekeberg heimgesucht, das südlich von Harburg gelegen ist. Da es bedeckt und kühl war, hatten wir das Museum praktisch für uns alleine.

Dort wurden verschiedene für die Gegend typische Bauernhäuser und Nutzbauten zu einem Ensemble zusammengestellt, samt weitgehend originalgetreuer Einrichtung. Dazu gibt es ein Gasthaus mit leckeren regionalen Gerichten und ein Ausstellungsgebäude, das über das Landleben informiert.

Der Gesamteindruck ist recht malerisch, was jedoch nicht darüber hinwegtäuscht, wie karg und anstrengend die bäuerliche Existenz gewesen sein muss.

Frugal ist Trumpf: Eine relativ moderne Küche.

Ein Bienenzaun, wie man ihn aus der Lüneburger Heide kennt.

Eine alte Backstube

Naturgemäß interessierte mich der Bereich Faserverarbeitung besonders. Keine historische Bauernstube ohne Spinnrad, und auch hier findet man einen Webstuhl und mehrere Spinnräder versammelt. Im Eingangsgebäude gibt es sogar eine Lehrwerkstatt, wo gesponnen und auf großen Webstühlen gewebt wird. Mit der Dame, die die Vorführungen macht, habe ich mich angeregt unterhalten. Sie sponn auf einem … Henkys! Wir waren uns einig, dass es ein tolles Rad ist, das kaum Wünsche offenlässt. :D

Tiere gab es natürlich auch.

Zum Beispiel diese sehr lauten und sehr streitbaren Viecher.

Die Damen positionierten sich ob der mäßigen Temperaturen eher windgeschützt.

Und natürlich meine besonderen Freunde: Schweine! Die Großen wühlten draußen nach Eicheln (dieses Bild steuerte Mutter Jinx bei) …

Die Kleinen schliefen im Stall.

Der zum Museum gehörige Laden ist übrigens wirklich mal was anderes: Hier gibt es altmodische, aber schöne und sehr hochwertige Dinge. Ich habe mir ein emailliertes Sieb geleistet, ebenso wie eine kleine Flasche Sanddornlikör, Seifen und ein Kochbuch. Auch die Lebensmittel sind sehr schön und aus regionaler Produktion.

so dieses schicke Teil. Ich weiß nicht, für was für Pranken die Anleitung gedacht ist, aber ich musste ribbeln und neu stricken, und nun passt er perfekt, der erste Transition Glove. Dies ist die zweifarbige Sektion, die nun beendet ist. Ich bin begeistert von den Farben und vom Garn (lollipop.yarns).

like this fancy item here. I don’t know which kind of giant’s paws the designer had in mind when she wrote the instructions down, but I had to reknit it, and now it fits perfectly. This is the stranded section I just finished. I really love the colours and the yarn (lollipop.yarns).


Inzwischen gibt es ja Stricknadeln aus allen möglichen Materialien: aus Kunststoff, Bambus, Edelhölzern oder Metall. Wie müssen die Nadeln beschaffen sein, die Ihr bevorzugt und welche Erfahrungen habt Ihr mit den verschiedenen Materialien gemacht?

Ich habe festgestellt, dass für mich das Material an sich zweitrangig ist, wenn die Qualität stimmt. Ich stricke mit Nadeln aus Holz (Mulitplex oder edel), mit hochwertigen Bambusnadeln und mit Metallnadeln. Mit Kunststoffnadeln habe ich bisher keine so guten Erfahrungen gemacht.

Für die Hände finde ich es ganz angenehm, das Material mal zu wechseln, also verschiedene Projekte mit Nadeln aus unterschiedlichen Materialien zu verwenden. Baumwolle verstricke ich mit Metall, was ich aus für Lace bevorzuge.

Wichtig ist die Qualität: Brüchige Holznadeln finde ich furchtbar, ebenso faserigen Bambus oder diese Metallnadeln eines deutschen Herstellers, die vor dem Übergang zur Leine einen deutlichen Knick aufweisen (Ah! Dieser deutsche Kram! So etwas kann nur ein Mann erfinden!). Überhaupt ist mir bei Rundnadeln ein sanfter Übergang von der Nadel zur Leine wichtig.

Meine Toe-up-Socken im Gansey-Stil sind fertig, und meine Gefühle sind etwas gemischt. Die Anleitung ist toll, ich werde mit Sicherheit noch mehr Socken aus dem Buch und nach dieser Methode stricken, es ist eher das Material, das mich ein wenig unglücklich macht.

My toe-up socks are done, and I’m not really happy with them. The instructions were great, that’s not the problem. I’ll certainly knit more socks from this book and/or following the method displayed. It’s more the yarn that makes me a bit unhappy.

Mir gefallen die Schoppel-Zauberbälle wirklich; sie haben wunderschöne Farben, und sie mustern auch sehr ansprechend. Ich habe bereits ein Paar daraus gestrickt, mit dem Herr Jinx auch sehr zufrieden ist. Vielleicht habe ich einen Montagsball erwischt, aber das Garn ist schon sehr empfindlich. Das ist vielleicht der Grund, warum viele es nicht für Socken, sondern für Schals und Tücher verwenden. Das finde ich auch sehr schön, nur ist es mir persönlich zu viel Kunstfaser.

I really like the Zauberballs by Schoppel, their colours are great, and they stripe beautifully. I already knitted a pair with it, and Mr. Jinx likes them. Maybe I got a ball that’s not like the others, but the yarn seems to be rather delicate. Maybe that’s the reason why many knitters use it for scarves and shawls exclusively. This works great, but for me it’s too much nylon for this purpose.

Wie auch immer, ich habe die Methode verinnerlicht, und das ist ja auch was. Wie lange die Socken halten, werde ich ja sehen.

However, I learned this method by doing theseones, and that’s what really counts. How long these socks will last, I’ll see.

Name: I heart toe-up socks
Designer: Wendy D. Johnson
Source/Quelle: Socks from the toe up
Material: Schoppel Zauberball, colour/Farbe: Cranberries
Size/Größe: 42 (German)
Needles/Nadeln: 2,25 mm

Manche Garne muss man sofort irgendwie verwursten, zumindest wenn man sie für ein bestimmtes Projekt gekauft hat. So auch mit diesem von Mutter Jinx gespendeten Material: Sie sollen die Transition Gloves werden, nach der Anleitung von Shibui.

Das Garn ist von hier, gekauft da.

Some yarns want to be knitted in an instant, at least when I have already a project in mind. Just like theseones who are meant to become the Transition gloves after an instruction by Shibui.

Oder: Das Paradies ist bunt – jedenfalls wenn man strickt

Susanne (filzflash/lollipop.yarns) und Naima (mylys), die für drei Tage einen Laden angemietet hatten, um ihre Kollektion edler Garne zu präsentieren, luden heute in eben dieses Geschäft zum Stricktreff ein. Es gab natürlich Wolle en masse, Strickzubehör und außerdem Häppchen und Getränke.

Die Resonanz war überwältigend, der Andrang groß und der Platz entsprechend knapp. Man saß auf Klappstühlen, Hockern und Bänken.

Das Sortiment war schon etwas ausgedünnt (kollektiver Kaufrausch!!!).

In den Regalen liegt das Anschauungsgarn, in den Kisten lagert der Nachschub bzw. die Vorräte.

Garne und Kissen von Filzflash – die Farben sind überwältigend.

Auch die Körbe leeren sich bereits.

Es ist ja immer wichtig, das Sortiment eines Online-Shops mal in natura sehen zu können, da man sich nur so ein Bild von der Farbigkeit und der Garnqualität machen kann, und dies ist zumindest für Hamburger die Gelegenheit, dies zumindest für drei Tage zu tun. Hoffentlich klappt es bald mit dem richtigen Laden.

Mehr Bilder gibt es bei Tina!

Gestern war ja der erste von drei mylys-Verkaufstagen, und Mutter Jinx betätigte sich als edle Spenderin. So freue ich mich, ein blaues Lacegarn (Merino/Seide), zwei Stränge Merino und einen Strang Blue Faced Leicester, alle von lollipop.yarns in meinem Stash begrüßen zu dürfen.

Yesterday was the first of three live salesday by mylys, and mother Jinx was so kind so buy me some skeins from lollipop.yarns. I’m happy to welcome one skein of laceyarn, two of blue faced leicester and one of a finde cashmere blend in my stash.

Es ist wirklich ein Erlebnis, Susannes Färbungen in natura bewundern zu dürfen. Die Garne, obwohl mit Superwash-Ausrüstung, wirken nicht plastifiziert, im Gegensatz zu manch anderen Handfärbungen. Projekte habe ich auch schon im Kopf dafür. ;)

To see Susanne’s dyeing results is really exciting. Although the yarns are superwash, they don’t feel like plastic at all, what happens unfortunately quite often with the yarns of other dyers. And yes, I have already some projects in mind. ;)

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