Wer zu stricken beginnt, kauft Wolle, und das natürlich gemäß seinen Vorlieben bzw. den Projekten. Ich habe festgestellt, dass die Wolle, die ich zu Anfang meiner noch relativ kurzen Strickkarriere kaufte, eine andere ist, als die, die ich heute bevorzuge, dasselbe gilt für die Projekte. Wie ist das bei Euch?

Ich habe erst vor wenigen Jahren zu stricken begonnen, und am Anfang habe ich durchaus Qualitäten gekauft und verarbeitet, zu denen ich heute nicht mehr greifen würde.

Begonnen hat alles bei mir mit Socken; und die selbstmusternde Sockenwolle hatte es mir angetan. Das Spektrum an Projekten erweiterte sich schnell und verlagerte sich hin zu größeren Projekten wie Pullovern etc. Socken stricke ich zwar nach wie vor, doch ich stellte schnell fest, dass die Selbstmusternden, die im Knäul ganz lustig aussehen mögen, dies in Natura nicht unbedingt tun (dieses Schicksal teilen sie mit manchen handgefärbten Garnen) und dass mir Socken ausschließlich in glatt rechts doch zu langweilig sind. Musterungen lohnen sich bei diesen Garnen jedoch nur selten; sie werden durch die Farbwechsel oft verschluckt. So wanderte meine Präferenz bei Sockengarnen eher zu dem, was im englischsprachigen Raum als “semi solid” (wie nennt man das auf Deutsch???) bezeichnet wird. Wenn’s farblich etwas kühner wird, auch das gibt es nach wie vor, dann ziehe ich delikatere Farbigkeiten vor, als die Standard-Sockenwolle sie meist bietet.

Bei Pullovergarnen änderten sich meine Vorlieben ebenfalls: Keine dicken Garne mehr, nix superwash. Ich entdeckte die nordischen Garne für mich, also dünne Qualitäten, die oft naturbelassen sind und nicht ganz so weich und fließend. Kunstfaserbeimischungen konnte ich noch nie viel abgewinnen, doch achte ich heute immer stärker darauf, dass mein Handstrickgarn aus natürlichen Materialien besteht (Ausnahme: Socken, wegen der Haltbarkeit).

Diese Entwicklung hat auch mit meiner Kenntnis des Marktes zu tun: Am Anfang kaufte ich, was ich in Hamburger Wollgeschäften sah (und das ist oft ehe nicht so …), heute habe ich meine Wollquellen und bestelle online, was mir wirklich gefällt und kaufe nicht, was eben da ist.