August 1, 2009 - י"א אב תשס"ט


Ja, heute war das Wetter wieder schottisch. Aber anders als gestern; ich könnte sagen, es war noch ein wenig schottischer. Sonne und Regenschauer mit Windböen wechselten zeitweise im 5-Minuten-Takt.

Wir haben den Tag in Portree begonnen, wo wir uns diesmal die Hafengegend ansahen.

Obwohl er nicht groß ist, ist er sehr stimmungsvoll.

Dort liegen neben ein paar Fischerbooten vor allem Sportboote vor Anker.

Fischkutter

Eine typische Möwe, die ebenso typisch anfängt, sich hektisch zu bewegen, sobald man sie fotografieren will.

Nach dem Mittagessen – mein typisch schottisches Gericht des Tages war Graupensuppe – fuhren wir dann auf den Teil der Insel, der Trotternish heißt. Dort gibt es u. a. die eindrucksvollste Küstenlandschaft der gesamten Insel.

Doch zunächst sahen wir den Old Man of Storr, einen Felsen, der Teil einer “Felsfamilie” ist und wie ein Hinkelstein aussieht. Die Größe auf dem Bild täuscht – er ist ca. 50 Meter hoch.

Heute war der gute Mann allerdings etwas vernebelt.

Doch was soll’s, dies ist Schottland und nicht die Costa Brava oder so.

Da das Wetter im Minutentakt wechselte, schien passenderweise die Sonne, als wir bei der berühmten Felsformation “The Kilt” ankamen.

(Minuten später sah man diese Felsen nicht mehr, wegen starker Windböen und Sprühregen …)

Skye ist eine fast baumlose Insel, aber Trotternish ist noch etwas baumloser als der Rest.

Die Landschaft ist so dramatisch wie das Wetter.

Skye ist eine Heide- und Moorlandschaft. Jetzt, Mitte August, steht die Heide hier in voller Blüte.

Auch ein kleines Museumsdorf gibt es hier, wo einige typische Häuser rekonstruiert wurden.

Was uns fast mittelalterlich anmutet, stammt aus dem späten 19. oder frühen 20. Jahrhundert.

Am nördlichsten Ende von Trotternish liegt ein kleiner Friedhof mit dem Grab von Flora McDonald. Der Stein ist neu, denn der ursprüngliche wurde von Verehrern Stück für Stück abgebaut. Flora McDonald versteckte Bonnie Prince Charles nach der Schlacht von Culloden und sorgte so dafür, dass er aus Schottland fliehen konnte.

Wir glauben zwar nicht, dass unsere Schirme diesen Urlaub überstehen werden (sie sind schon leicht brüchig und windschief), aber dafür gibt es nur wenige Mücken. Ich habe nämlich leider das Antimückenzeug vergessen, was weniger schlimm ist, da ich Mutter Jinx dabei habe. Die kratzt sich erbost und findet das weniger lustig.

Skye im Regen / Nebel

An unserem ersten Tag war das Wetter schottisch. Das heißt, es regnete. Aber nicht in Strömen, sondern es war ein feiner Regen (der natürlich trotzdem nass war). Die Straßen waren teilweise nicht mehr so richtig zu sehen (hallo, Aquaplaning!), aber das macht nichts, denn Skye ist bei jedem Wetter schön. Und nun wissen wir auch, warum diese Insel „Misty Island“ genannt wird. ;)

Bei diesem Anblick erwartet man doch mindestens, dass König Arthur gleich von Tir Nan Og zurückkehrt.

Beim Frühstück (Full Scottish ohne Ei) machte ich Bekanntschaft mit einer weiteren schottischen Spezialität, dem Black Pudding. Der Name stammt daher, dass er mit Ochsenblut zubereitet wird. Ja, ich habe ihn gegessen. Und ja, ich fand ihn lecker und werde ihn morgen wieder bestellen.

Wir sind erst mal in den Hauptort, Portree, gefahren. Man darf sich hier unter „Hauptort“ nicht zu viel vorstellen, also auf keinen Fall mit „Hauptstädten“ assoziieren, die man so kennt. Auch der ist nämlich relativ klein, aber er hat ein echtes Zentrum und einen Hafen und ist überhaupt recht knuffig. Dort haben wir uns erst mal umgesehen, Geld gewechselt und das getan, was Frauen so tun, wenn sie an einem Ort sind, an dem sich ganz zufällig ein paar interessante Geschäfte finden *hust*.

Dann fuhren wir zu der Färberei Shilasdair (http://www.shilasdair-yarns.co.uk/). Hier stellten wir fest, dass nicht alle Straßen auf Skye so komfortabel zweispurig sind wie die, die wir bisher befahren hatten. Diese war zwar in gutem Zustand, aber eben einspurig, was ganz lustig war, vor allem, als uns der Bus entgegenkam.

Shilasdair – eine Kollektion von Färbepflanzen

Shilasdair war schon ein Erlebnis mit den ganzen tollen Garnen, die teilweise mit Pflanzen gefärbt sind. Von dort ging es in den ältesten Pub der Insel, der sich im Ort Stein befindet und sinnigerweise Stein Inn heißt. Dort stellte ich fest, dass man hier nicht dasselbe meint wie ich, wenn man Räucherlachs bestellt, denn hier wird er am Stück serviert und schmeckt einfach anders, aber auch ganz ausgezeichnet.

Dunvegan Castle – Die Rückseite

Der letzte Programmpunkt des Tages war Dunvegan Castle, der Stammsitz des Macleod-Clans. Wir haben das Schloss sogar besichtigt, ebenso wie den Garten.

Dunvegan Castle – Hortensie im Schlossgarten

Dunvegan Castle – Der Wassergarten

… und “the Round Garden”

Abendsonne auf Skye

Die Anreise war anstrengend, aber lustig. Zuerst Aufstehen um 04.30 (Leute, da schlafe ich manchmal noch nicht mal, dann ein Bus nach Bremen, Abflug mit Holzklasse nach Edinburgh. Schlafen im Flugzeug war auch nicht so recht, da die Flugbegleiterin einen dauernd dichtgesabbelt hat mit Verkaufsangeboten.

In Edinburgh haben wir den Mietwagen abgeholt und auf ging es in das lustige Abenteuer Linksverkehr und Schalten mit der linken Hand. Ich denke, da muss jeder seine eigenen Strategien entwickeln, mir hat es geholfen, jedes Mal, wenn ich abbiegen oder mich einordnen musste (die Briten hegen eine geradezu kultische Verehrung für den Kreisverkehr), laut das Wort „lihinks“ zu singen.

Nach den lieblichen Trossachs ging es dann durch die wilden Highlands, und das Wetter war sonnig und klar, so sonnig, dass wir sogar den Ben Nevis ohne Nebel und Wolken sahen, und das ist etwas, was längst nicht jedem Touristen vergönnt ist.

Der erste Tag brachte gleich ein paar Kindheitserinnerungen mit sich: gruselig süße Limonaden, Sponge Cake in Knallfarben und mit künstliche Aromen sowie Klopapier-Einzelblattausgabe in öffentlichen Toiletten. Neu waren für mich, die ich zwar schon oft in England, aber noch nie in Schottland war, allerdings auch ein paar Sachen:

  • Haggis – egal was man erzählt, das Zeug ist lecker
  • Wohnwagen, die auf den an sich gut ausgebauten Straßen plötzlich ausscheren und auf die eigene Farbahn kommen (sehr lustig, da es keine Seitenstreifen auf den Bundesstraßen gibt)
  • ein Widder, der (bereits auf Skye) am Straßenverkehr teilnahm und sich völlig verkehrsgerecht verhielt.

Abends (nach mehr als sechs Stunden Fahrt) erreichten wir dann Dunvegan auf der Insel Skye, wo wir für die nächsten sechs Tage wohnen werden. Es ist wunderschön hier, sehr ruhig, und die Mücken spielen in einer ganz anderen Liga als unsere.

Hier ein paar Fotos des (wirklich ganz kleinen) Ortes.

Dies ist der spektakuläre Blick vom Hotel aus.

Unser Hotel

Die Polizeiwache

Ein altes Cottage. Die Schaukästen vorne sind für aktuelle Zeitungen.

Noch ein Cottage

Morgen, 4. August 2009, treffen wir uns wieder zum gemeinsamen Stricken und Schnacken. Weitere Informationen zum Wann und Wo gibt es hier.

Tomorrow, August 4, 2009 we will meet again for knitting and chatting. Please view this page for details.

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