Gestern kehrten wir auf den Teil der Insel zurück, der Trotternish heißt. Zunächst besuchten wir den Old Man of Storr, doch diesmal begnügten wir uns nicht mit einem Blick von unten, sondern wanderten bis an den Fuß der Felsengruppe.

Der Aufstieg ist gar nicht so lang dafür etwas knackiger; man überwindet ca. 350 Höhenmeter. Der Weg führt zunächst durch einen sehr dunklen Wald, wo der Boden recht sumpfig und feucht ist; danach, über dem Waldgürtel, ist der Boden auch sumpfig, paart sich aber oft mit ein wenig erfrischender Feuchtigkeit von oben.

Man sollte sich vom Aufstieg nicht abschrecken lassen; der Anblick oben ist nämlich grandios, und Mutter Jinx (68 Jahre, hier rechts vorne im Bild) hat es auch geschafft.

Wir sind auf Reisen ja immer auf authentische, unmittelbare Eindrücke und Erlebnisse aus. Hier zum Beispiel Mutter Jinx, unmittelbar nachdem sie es sich nicht nehmen ließ, Tiefe und Beschaffenheit eines schottischen Schlammlochs höchstpersönlich zu testen. :D

Der “Old Man of Storr” ist Teil einer ganzen Steinfamilie, hier im Gruppenbild. Der Stein ist übrigens gewaltig; er ist 50 Meter hoch.

In den Highlands, zu denen auch die Hebrideninsel Skye gehört, kann das Wetter im Minutentakt wechseln. Die zuvor klare Sicht vernebelte sich zusehends, und kurz darauf war der Old Man of Storr praktisch in den Wolken verschwunden.

Das mit dem Wetterwechsel gilt übrigens nicht nur in zeitlicher, sondern auch in räumlicher Hinsicht: Alle paar Meter kann es anders sein. Hier der Blick vom (zu dem Zeitpunkt) total verregneten Old Man of Storr ins Tal. Der Loch dort liegt in (verhaltenem Sonnenschein), dazwischen der oben erwähnte sehr dunkle und sehr nasse Wald.

Danach ging es weiter Richtung Norden, zum Staffin Beach, wo mal ein Überrest eines Dinosauriers gefunden wurde.

Dinosaurierknochen fanden wir leider keine, dafür war die Kulisse sehr beeindruckend, nämlich hohe, steile Basaltfelsen.

Der Weg dorthin bestand – wie so oft auf Skye – aus einer einspurigen Asphaltstraße von guter Qualität. Da diese einspurigen Verkehrswege nicht so oft befahren werden, tummeln sich dort oft Schafe (es können auch Rinder, Hühner oder Enten sein). Man muss nun eine Form des Fahrens finden, die schafskonform aber nicht zu lahm ist (allerdings sollte man nicht so schnell fahren, dass man in entgegenkommende Autos/Busse/Laster/Schafstranporter hineinbrettert. Scharfe Kurven sind die Regel, Haarnadelkurven kommen vor. Ich kann jedoch sagen, dass die Insulaner zivilisiert fahren (bei den kontinentaleuropäischen Touristen kann sich manchmal eine gewisse Verwirrung bezüglich der zu benutzenden Fahrspur einstellen). Jedenfalls hat mir das Fahren auf Skye den Spaß am Autofahren zurückgebracht, der mir vor Jahren irgendwo zwischen Großstadtverkehr und Autobahn-Raserei abhanden kam.

Skye hat nur wenige Strände (dafür viel Steilküste), und noch weniger, die überhaupt begehbar sind. Staffin Beach ist ein Steinstrand (wie die meisten) und auf den ersten Blick nicht sonderlich attraktiv. Wenn man sich jedoch auf die Landschaft einlässt, hat auch dieser Strand (an dem wir zu unserem großen Bedauern keine Dinosaurierknochen fanden) seine Reize, zum Beispiel diese Salzwiesen die von kleinen Wasseradern durchzogen sind. Dahinter befindet sich die steinige Zone.

Dort tummelten sich auch diese freundlichen Damen.

Wir breschlossen den Tag im Hafen von Portree, wo wir in diesem wirklich hervorragenden Restaurant frischen Fisch und typisch schottische Vorspeisen und Desserts aßen.

Das mit dem schottischen Essen ist nicht immer ganz so einfach. Es gibt nicht wirklich viel Gastronomie hier, an manchen Orten nur ein einziges Lokal (und oft genug gar keines), und man hat sich auf “internationale Touristen” eingestellt, was leider einhergeht mit einer manchmal etwas zweifelhaften “internationalen Küche”. Dafür lassen mich die Getränke nicht im Stich. Die Limonaden sind noch so, wie ich sie in Erinnerung habe, neulich hatte ich eine, die im Abgang eindeutig nach Kaugummi schmeckte.