August 17, 2009 - כ"ז אב תשס"ט

Wasserfall auf dem Weg nach Armadale
Gestern fuhren wir in den Süden, nach Armadale. Die Fahrt dorthin führte uns durch das beeindruckende Gebiet des Cullin, eine karge Landschaft mit hohen Bergen, Lochs (von denen einige keine Seen sind, sondern eigentlich Fjorde und Wasserfällen.

Im Gebiet des Cuillin.
A propos gälische Namen: Skye ist im Prinzip zweisprachig, wobei der Norden, wo wir sind, eher englisch spricht (präziser gesagt, die Einheimischen untereinander sprechen ein Idiom, dass man im ersten Moment auch für Gälisch halten könnte …). Der Süden spricht eher Gälisch, hier dominieren auch gälische Ortsbezeichnungen. Das ist insofern ganz lustig, als wir keine Ahnung haben, wie man das ausspricht. Wir gehen also streng phonetisch vor (was in der Bretagne wunderbar funktioniert, hier aber nicht so). Verwirrend ist, dass Mutter Jinx und ich anscheinend ein unterschiedliches phonetisches Empfinden haben und es so bei der Fahrt bzw. der Navigation zu Missverständnissen kommt. Mein persönlicher Favorit ist übrigens Bealas Ollasgairte, aber Meall na Suiramach ist auch nicht schlecht. Es ist jedoch nicht so schliimm, wie es sich anhört, da ganz Skye nur über drei Hauptstraßen verfügt, über die ein paar einspurige Pisten abgehen. Verfahren ist also nicht wirklich.

Armadale: Waldlehrpfad
In Armadale begingen wir einen Waldlehrpfad. Die kennt man in Deutschland eher als Klassiker der gepflegten Langeweile, als dröge Veranstaltungen mit beamtigen Oberförster-Charme, aber hier war alles anders. Dieser wird von Privatleuten angelegt und gepflegt.

Waldlehrpfad – Ausblick aufs Meer
Der Pfad hält einige überraschende Ausblicke bereit, unter anderem auf die Bucht vor Armadale.

Waldlehrpfad – üppige Vegetation, fast undurchdringlich
Überhaupt sind die Wälder hier ein Fall für sich. Im Süden gibt es mehr Bäume als im Norden, und da das Klima auf den Hebriden außerordentlich mild ist, wachsen hier nicht nur Palmen, sondern auch andere Gewächse, die man nicht unbedingt in Schottland vermuten würde, darunter hier sehr viele Rhododendren.

Dafür gibt es auch Flechten, die man eher in Hochgebirgsregionen vermutet und nicht unbedingt auf Meereshöhe.

Waldlehrpfad – Aufgang mit Holzpilzen

Waldlehrpfad in Armadale

Windflüchter und darunter: Mein Freund, der Farn. Ich bin dagegen allergisch und außerdem wohnen da bestimmt riesige Spinnen … bäh!

Waldlehrpfad – ein besonders feuchter Abschnitt (also feuchter als die anderen) war mit Rohwolle ausgelegt. Uns blutet da natürlich das Herz, aber das Scheren der Schafe ist teurer als das, was die Halter für das Rohmaterial bekommen, und daher kann man großzügig sein.

Dieses wegen der großen Entfernung leider etwas diffuse Bild zeigt einen weiteren Ausblick vom Waldlehrpfad – nämlich eine Seehundbank. Da die Viecher bräsig abhängen und sich kaum bewegen, erkennt man sie mit bloßem Auge nicht – mir half mein Fernglas weiter. Da sieht man sie sehr deutlich, als graue Würste, die schlafen oder dösen und sich ab und zu träge von einer Seite zur anderen rollen. Aber niedlich sind sie schon.

Ausblick durch die Bäume auf das Meer.

Waldlehrpfad – Rückweg durch eine Art Märchenwald. Hier war der Weg trockener, was in den sumpfigen Highlands ein eher relativer Begriff ist.
Armadale bietet neben großartiger Natur auch noch das ehemalige Schloss der MacDonalds, das heute eine Ruine ist. Erhalten ist der Park, in dem sich auch ein Museum zur Geschichte dieses berühmten Clans befindet.

Armadale, Schlosspark. Nadelbäume, die ich für caledonische Fichten halte.

Armadale – Schlossruine des ehemaligen Anwesens der MacDonalds

Armadale – Die Schlossruine von der anderen Seite. Es ist ein relativ neuer Bau, der Ende des 18. Jahrhunderts im neogotischen Stil errichtet wurde, also nix sonderlich Aufregendes, aber so als Ruine gewinnt der Bau natürlich.

Auf dem Weg zum Coral Beach (der ist recht weit und auch recht steinig)
Da das Wetter nur ganz, ganz wenig schottisch war, entschlossen wir uns, nach der Rückkehr nach Dunvegan noch zum Coral Beach zu fahren. Die Strände auf Skye sind dünn gesät und außerdem mit großen Steinen belegt. Der Coral Beach sticht da in mehrerer Hinsicht heraus: Er ist ohne Weiteres begehbar, und er ist hell.

Das Weiße ist jedoch kein Sand, sondern kleine, splittrige Stücke versteinerter Algen und Muschelfragmente.

Coral Beach – immerhin ist er weiß.
Da die Stücke recht scharfkantig sind, ist Barfußlaufen nicht so empfehlenswert, auch baden nur sehr wenige Menschen hier (als ich da war, badete gar keiner). Das Wasser ist sehr kalt. Wassersport wird hier eher mit dem Boot betrieben, und natürlich ist Skye ein Paradies für Angler.

Coral Beach – durch den hellen Untergrund schimmert das Wasser leicht türkisfarben (bei Sonne ist der Effekt wesentlich stärker, aber irgendwas ist ja immer)

Rückweg vom Coral Beach – Abendstimmung
August 18, 2009 - כ"ח אב תשס"ט at 7:46 am
Großes, großes Danke für’s Teilhabenlassen!
Hach!
Herzlichste an Tochter und Mutter von der Ev
[Reply]
August 18, 2009 - כ"ח אב תשס"ט at 7:56 am
Tolle Bilder (und ich hatte schon Sorge, dass bei dem gestrigen Aufruf zum Stricktreffen der schöne Urlaub und die tollen Bilder vorbei ist).
Ich wünsche weiterhin gute Erholung für dich und gute Fotos für die Leser hier.
Viele Grüße
Silke
[Reply]
August 18, 2009 - כ"ח אב תשס"ט at 8:13 am
wunderschöne bilder, danke für deinen reisebericht!
weiterhin noch schönen urlaub
liebe grüsse aus der heimat,
regina.
[Reply]
August 18, 2009 - כ"ח אב תשס"ט at 8:16 am
Danke für die vielen schönen Bilder. Da ja noch ein paar Tage übrig sind, hoffe ich auf weitere, möglichst lange Berichte.
Danke für die Mühe und das Teilen.
Gruß von Anja
[Reply]
August 18, 2009 - כ"ח אב תשס"ט at 8:28 am
Ach Jinx – das sieht alles so toll aus. Wir waren für 2 Wochen auch in Schottland. War ganz toll – will wieder hin!
Viel Spass noch,
LG
[Reply]
August 18, 2009 - כ"ח אב תשס"ט at 1:01 pm
Schöne Bilder – ich glaube, da will ich auch hin.
Weiterhin schönen Urlaub!
LG
Tina
[Reply]
August 18, 2009 - כ"ח אב תשס"ט at 3:46 pm
Hach, sind das tolle Bilder! *schwelg* Da mag ich auch mal hinfahren. Aber erstmal ist Irland dran (Ende September)

Die Ausspracheprobleme kenne ich aus Wales *g* Das war auch immer ein Spaß. Neben dem Ort mit dem unglaublich langen Namen Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch(den ich entgegen aller Hoffnungen nicht mehr fehlerfrei auswendig kann *spick*) gab’s z.B. noch Dolgellau, das in Wahrheit ungefähr wie Dolgachley ausgesprochen wird. Äh – ohne Gewähr, ist schon eine Ewigkeit her
Ich wünsch dir noch einen tollen weiteren Urlaub, gute Verständigung und uns viele neue Bilder!
Liebe Grüße,
Weird
[Reply]
August 24, 2009 - ד' אלול תשס"ט at 12:38 pm
Das mit der geographischen Verteilung des Gälischen ist übrigens so nicht ganz richtig. Die meisten Haushalte, in denen immer noch Gälisch gesprochen wird, sind in Trotternish und in Waternish. Allerdings sind gerade in Trotternish viele Orts- und Flurnamen eher skandinavisch (aus der Wikingerzeit).
Im Süden, bei Armadale, liegt das gälische College, dort gibt es natürlich viele Studenten, die Gälisch können, es aber nicht unbedingt gern sprechen, und eine lokale Bevölkerung, die der Sache oft aus Trotz eher ambivalent gegenüber steht.
Die Straßenschilder sind eigentlich überall zweisprachig, es kann sein, dass mal hier oder da was fehlt, aber eigentlich muss das offiziell so sein.
Auf den Äußeren Hebriden sind sie dann teilweise nur einsprachig Gälisch
Im übrigen sind die meisten Ortsnamen natürlich Gälisch und das englische Wort ist dann eine dahingewurstelte phonetische Version (Portree / Port R?gh), oder manchmal auch eine Übersetzung (Broadford / An Ath Leathann = die breite Furt).
[Reply]
Jinx Reply:
August 24, 2009 - ד' אלול תשס"ט at 12:44 pm
Danke für die Aufklärung! (Reiseführer etc. sind eben auch nicht immer so das Wahre) Die nordischen Namen auf Trotternish fallen direkt ins Auge.
Das mit dem “dahingewurschtelten” Englisch ist uns auch aufgefallen, auch wenn ich keine Ahnung von gälischer Phonetik habe, wie ich zugeben muss.
Viele Grüße
Jinx
[Reply]
March 31, 2010 - ט"ז ניסן תש"ע at 5:36 am
[...] tantenhaft, wie es die Print-Ausgabe immer noch ist. … Mail (will not be published) (required) …My Stash and I Knittinganarchist goes Skye 3. TagDa die Viecher br¤sig abh¤ngen und sich kaum bewegen, erkennt man sie mit bloem Auge [...]