August 1, 2009 - י"א אב תשס"ט
Monthly Archive
August 31, 2009 - י"א אלול תשס"ט
Morgen, 1. September 2009, treffen wir uns wieder zum gemeinsamen Stricken und Schnacken. Weitere Informationen zum Wann und Wo gibt es hier.
Tomorrow, September 1, 2009 we will meet again for knitting and chatting. Please view this page for details.
August 26, 2009 - ו' אלול תשס"ט

Pullover stricken ist toll, Ärmel stricken ist blöd. Oder so ähnlich. Allerdings gibt es eine Ausnahme: Es ist erträglich, wenn man alles auf eine Nadel nimmt, um das Teil dann in einem Stück fertigzustellen.
I lover knitting sweaters, but I hate to do the sleeves, at least a bit. But there is an exception: it’s o.k. to knit sleeves when putting all parts on one long needle to finish the garment in one.
Dieser Pullover sollte eigentlich nur am Anfang in Runden gestrickt werden und dann – ab Armloch – flach und in Einzelteilen, die dann zusammengenäht werden sollen. Aber nicht mit mir. Ich werde die Anleitung modifizieren und schön alles in einem Stück stricken, wie E. Zimmermann es uns lehrte. Da es ein Raglan ist, gibt es da auch überhaupt kein Problem.
Actually, the instructions for this sweater call for knititng the lower part of the body in the round, but splitting it after reaching the sleeve holes and finishing it flat – as one had to do the sleeves. But I won’t, no way. I’ll modify the instructions and knit everything in the round, just as our master, Ms. E. Zimmermann taught us. Since it’s a raglan sweater, there will be no problem at all.
August 25, 2009 - ה' אלול תשס"ט
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WollschafNo Comments
Tammina würde gerne wissen, wie lange Ihr Eure Strickzeitschriften aufbewahrt: Nur für die Saison, ein Jahr oder länger?
Wenn mir das Heft gefällt bzw. interessante Artikel enthält, hebe ich es auf, also länger.
Werden aussortierte Hefte weggeworfen, verkauft oder verschenkt?
Wenn mir ein Heft nicht zusagt, gebe ich es weiter, d. h. ich verschenke es (ich glaube nicht an das Heil in unbegrenzter Gewinnmaximierung im Hobbybereich)
Archiviert Ihr einzelne Anleitungen aus Heften?
Nee, das ist so’n Fledderkram.
August 22, 2009 - ב' אלול תשס"ט

Vor dem Urlaub strickte ich phantasie- und ideenlos herum, doch nach Skye ist alles anders. Ich bin doch mehr der Typ für die Insel, denke ich.
Before I went on holidays I was knitting without any ideas and inspiration, but after I came back things changed. I think I’m more the type for the British Isles.
Von meinen Wollkäufen habe ich berichtet, und ich musste natürlich auch gleich anstricken. Zunächst ist der etwas leichtere Pullover Gabrielle dran, ein schlichter Raglan mit ein paar Zöpfen, der in der Runde gestrickt wird. Das Material ist Luxury DK von Shilasdair (Kaschmir, Angora, Lammwolle), das Modell stammt auch von dort, es ist das erste von den beiden Kits, die ich dort kaufte. Gefärbt ist das Garn mit Cochinelle.
I visited Skye (Inner Hebrides) and brought some yarn from there, and of course I had to start knitting in an instant. The first project is a lighter sweater called Gabrielle, a plain raglan with a few cables, knitted in the round. The yarn is Luxury DK from Shilasdair (cashmere, angora, lambswool), the pattern comes from there, too, it’s the first of the two kits purchased. The yarn is naturally dyed with cochinelle.
August 21, 2009 - א' אלול תשס"ט

Und jetzt, nachdem meine lieben LeserInnen meine endlosen Ergüsse zum Thema Schottland über sich ergehen lassen mussten, kommen wir zu dem Teil, der für meine Zielgruppe von Interesse ist. Natürlich haben wir eingekauft (was denkt Ihr denn …), und die Möglichkeiten auf Skye für Bekloppte Liebhaber gediegener Handstrickgarne sind durchaus gegeben. Diesen Berg haben Mutter Jinx und ich gemeinsam erhamstert, ein Teil davon gehört also nicht mir (ich fand die Menge jedoch so beeindruckend).
An dieser Stelle bedanke ich mich ganz herzlich bei allen Leserinnen, die mir die Tipps für diese wunderbaren Einkaufsmöglichkeiten gaben.
Zunächst (gleich am ersten Tag, damit die liebe Seele erst mal Ruh’ hat) besuchten wir Shilasdair. Das liegt an der äußersten Spitze von Waternish, also fast am Arsch der Welt (zumindest kann man ihn von dort aus sehen) und ist über eine lustige, schlaglochreiche einspurige Straße zu erreichen. Wie viele Betriebe, die auf Tourismus ausgelegt ist, hat auch Shilasdair nur von Frühjahr bis Ende Oktober geöffnet. Leider wird die Homepage diesem wunderbaren Laden überhaupt nicht gerecht, es ist schon ein Erlebnis, die vielen handgefärbten (mit Pflanzenauszügen!) Garne zu sehen, anzufassen (und natürlich auch zu erwerben). Ich kaufte dort zwei Kits, eines für einen Aranpullover und eines für einen schlichten Raglanpullover, allerdings aus einem luxuriösen Mischgarn mit Angora, Kaschmir und schottischer Wolle, gefärbt mit Cochenille. Mutter Jinx schenkte mir noch ein paar wunderschöner Socken in der Farbe von Heidekraut (ganz links ganz unten im Bild). Das werden meine Kuschel-Haussocken. Mutter Jinx war zurückhaltender, sie beschränkte sich auf Seidengarn für einen Kurzarmpullover, gefärbt mit Blauholz.
Eine weitere wertvolle Quelle war Over the Rainbow. Dieser im Hauptort Portree (stolze 2000 Einwohner) gelegene Laden verkauft vor allem Schmuck, Kleidung und Accessoires, aber in einer Ecke versteckt haben sie auch Garne von der Insel Harris (äußere Hebriden). Die Auswahl ist gering, ebenso die vorrätige Farbpalette. Das Garn kommt in Gebinden zu 1 kg oder auf Konen, also ist nicht in geringen Mengen zu erwerben. Ich kaufte zwei Konen in einem wunderschönen Königsblau, und für Mutter Jinx, die ja nur Seide gekauft hatte (unglaublich, und das im Land der Wolle, ich konnte das Elend nicht sehen …) erwarb ich ein Kilo eines helleren Blautons.
Auf der Rückfahrt legten wir eine kurze Pause in Broadford, wo wir bei Teo’s Handspun vorbeischauten. Diese Ausbeute ist leider nicht im Bild, aber ich kaufte einige Stränge wunderschöner Effektgarne, teilweise handgesponnen.
Und da einige LeserInnen Interesse bekundeten, ebenfalls diese Gegend zu bereisen, folgen nun einige Tipps:
Skye für Touristen
Wenn ich meine Posts so lese, fällt mir auf, dass ich viel über das (schottische) Wetter schreibe, auch über das Essen und die Unterhaltungsangebote. Dies alles ist jedoch völlig belanglos, denn Skye ist einfach großartig. Ich wäre gern viel, viel länger geblieben (jedoch nicht ohne Herrn Jinx). Die Natur erschlägt einen jeden Tag aufs Neue, die Luft ist unglaublich klar, und die dünne Besiedelung ist eine Wohltat. Ein paar Dinge sollte man jedoch wissen, wenn man nach Skye fährt, damit man sich keinen falschen Vorstellungen hingibt.
Wie man sich auf Skye bewegt
Als normaler Mensch: mit dem Auto. Es gibt keine Alternative, es sei denn, man ist passionierter Wanderer oder Radfahrer. Es gibt ein Busnetz, doch die Busse fahren selten und längst nicht überall hin. Lange Wartezeiten sind die Regel, und man kann sich nicht immer darauf verlassen, dass der Postwagen, ein Schafstransport oder irgendein anderer freundlicher Mensch vorbeikommt, der einen mitnimmt.
Autofahren auf Skye ist für Mitteleuropäer gewöhnungbedürftig (lihinks!!!) und für Fahranfänger oder ungeübte Fahrer ist es nichts. Viele Straßen sind einspurig, oft stehen Schafe, fotografierende Touristen oder sonstiges Getier auf der Fahrbahn herum. Die Straßen sind kurvig (bis hin zu Haarnadelkurven), und es geht lustig auf und ab. Es ist also von Vorteil, das mit den Steigungen und den Serpentinen schon mal in Italien oder Frankreich geübt zu haben. Auf einspurigen Straßen gibt es zahlreiche Haltebuchten, und man sollte vorausschauend fahren, um a) rechtzeitig eine Haltebucht anzusteuern und b) bitte auch die auf der richtigen Seite der Straße zu nehmen (lihinks!!!). Da viele Kontinentaleuropäer auf Skye unterwegs sind, kann es auch mal vorkommen, dass einem ein Auto auf der falschen Seite entgegenkommt, das dann im Idealfall hektisch nach lihinks ausweicht. Die Einheimischen fahren jedoch sehr zivilisiert, sodass das Fahren auf Skye ein Vergnügen ist.
Verpflegung
Skye ist auf Touristen eingestellt, und das merkt man auch am Essen. Es gibt sehr oft Hamburger, Lasagne (oder was die Leute dort dafür halten) und Pizza, die letzteren immer mit Pommes Frites (warum das so ist, erschließt sich nicht so leicht). Die Kost ist insgesamt fleischlastig. Natürlich gibt es allerorten auch die beliebten Fish and Chips. Schottische Kost gibt es nicht überall, empfehlenswert für robustere Naturen mit einem gewissen kulinarischen Abenteuergeist ist Haggis. Lecker ist auch Graupensuppe. Skye ist berühmt für sein frisches Meeresgetier: Auf dem Speiseplan stehen Hummer, Krabben Muscheln und viel Schellfisch. Die meisten Gastronomiebetriebe auf dem Land versprühen jedoch einen fast schon sozialistischen Charme (war mal wer im Ostblock vor der Öffnung? Dann wisst Ihr, wovon ich spreche). Sie sind oft im Gemeindehaus untergebracht, und die Karte ist eher international als schottisch.
Wer in Großbritannien war, glaubt, dass die Bevölkerung sich ständig in einem Pub aufhält. Mag sein, aber nicht auf Skye. Pubs sind selten, müssen meist mit dem Auto angefahren werden, was den Alkoholkonsum verhindert und den, der ein Quartier in einem kleinen Ort hat, in die lokale Gastronomie zwingt. Wer nicht auf Wein in Tetrapacks steht, sollte auf Bier oder Whisky aufgreifen, für Nichttrinker gibt es ein internationales und lokales Angebot an Softdrinks (Cola, Fanta, Ing Bru … britische Softdrinks sind fast immer zuckersüß). Wenn man nach 21.00 Uhr noch etwas bestellen will, fangen die Barleute an, eigenartig zu gucken. Man weicht dann – so vorhanden – auf eine Bar aus, die länger offen hat und meist sehr rustikal und von Einheimischen frequentiert ist. Generell geht man eher früh zu Bett (na, so ab 21.00 Uhr) und steht entsprechend früh auf (also dann, wenn ich zu Hause oft erst das Licht ausmache).
Besichtigung und Aktivitäten
Die Beschilderung ist gut, es gibt nur wenige Straßen und man kommt leicht ans Ziel. Eintrittsgelder sind in Großbritannien generell hoch. Doch Skye wird vor allem wegen des Naturerlebnisses besucht und ist ein Paradies für Bergsteiger, denn obwohl die Berge nicht hoch sind, sind sie sehr anspruchsvoll und nur für Leute mit alpiner Erfahrung bezwingbar – wenn das Wetter mitspielt. Man kann jedoch auch wunderbar wandern. Was man allerdings ganz schnell vergessen sollte, sind Ausflugslokale irgendwo in der Pampa, die gibt es nämlich kaum oder gar nicht. Man ist wirklich allein mit der Natur uns sich selbst – und an bedeutsamen Stellen mit dutzenden anderer Wanderer, die dasselbe wollen wie man selbst. Dennoch ist Skye nie überlaufen.
Die Insel ist auch ein Paradies für Tierfreunde. Es gibt Seeadler (ich habe sogar welche gesehen), Seehunde, die meist bräsig abhängen, Rotwild, diverse Seevögel u. a. Lokale Anbieter offerieren geführte Bustouren oder Schiffsfahrten an. Außerdem kann man Kanufahren, Angeln, Reiten uvm.
Unterkunft
Skye ist im Juli und August völlig ausgebucht. Richtig große Hotels gibt es nicht, sondern nur kleine oder Bed & Breakfasts. Saison ist von Frühjahr (Ostern) bis Ende Oktober, danach schließen viele Betriebe, die mit dem Tourismus zu tun haben. Unterkünfte finden sich sowohl in den Ortschaften als auch in der totalen Einöde, wo man mit sich, der Welt und seinem Zimmer allein ist. Dort ist meist Self-Catering angesagt, d. h. man muss sich (außer Frühstück) seine Mahlzeiten selbst besorgen und zubereiten, wenn man nicht zum Essen fahren will (und die Strecke kann je nach Standort lang sein).
Shopping
Über die Möglichkeiten, Wolle zu erwerben, sprach in eingangs (und tue es somit nicht noch mal). Auffällig an Skye sind die überwiegend sehr hochwertigen Souvenirs – die auch ihren Preis haben. Es gibt Silber- und Töpferwaren, Textilien aus lokaler Fertigung, z. B. Harris-Tweed, Tartans und handgestrickte Pullover, natürlich Whisky, traditionelle Gebäck etc. Auch die günstigen Souvenirs sind meist witzig, so gibt es lustige Tassen, Stofftiere (lokale Fauna vom Hochlandrind bis zum Puffin) sowie die Werke lokaler Künstler. Skye ist kein billiger Urlaubsort, und die Souvenirs sind es auch nicht.
Die Einwohner
Es arbeiten auch Saisonkräfte auf der Insel, und die Einheimischen sind sehr freundlich, aber distanziert. Man bemüht sich, ein für Ausländer (also Kontinentaleuropäer und Engländer) verständliches Englisch zu sprechen, aber sonstige Fremdsprachenkenntnisse darf man nicht erwarten. Skye ist vor allem im Süden zweisprachig, und die Ortsschilder sind überall Englisch und Gälisch. Gälisch hört man als Tourist eher selten, dafür klingt das Englisch, das die Einheimischen untereinander sprechen, wie Gälisch und kann von denen, die nicht so gut Englisch können, leicht für solches gehalten werden. Ansonsten hört man alle Arten von schottischen Aktzenten. Die Einheimischen sind sehr freundlich und hilfsbereit, auch wenn der zehnte Idiot vom Festland mit seinen kreuzdämlichen Fragen in rudimentärem Englisch daherkommt. Sie sind jedoch auch sehr distanziert, denn ihr Leben geht seinen Gang, auch wenn die Touristen längst wieder abgereist sind. Verbrüderungen mit der Bevölkerung – sei sie seit langem ansässig oder zugereist – gibt es nicht.
Generell lässt sich sagen, dass Skye zwar – gemessen an der Einwohnerzahl – viel Tourismus hat, der jedoch auf die Insel Rücksicht nimmt. Massentourismus mit seinem Rundum-Bespaßungsangebot gibt es nicht; die Insulaner lassen sich nicht die Lebensweise der Touris aufs Auge drücken, eher ist es umgekehrt.
Ich will auf jeden Fall wieder nach Schottland, nächstes Mal vielleicht zum Inselhopping.

August 21, 2009 - א' אלול תשס"ט
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Leider war der Aufenthalt auf Skye viel zu kurz, und am 19. hieß es: Abfahrt Richtung Endinburgh, wo wir übernachteten, bevor wir am 20. zu nachtschlafender Zeit (also um 6.20) in Richtung Heimat abflogen.
Da es in Schottland sowieso kaum Autobahnen gibt, beschlossen wir, einen Abstecher in Richtung Inverness, nach Culloden, zu machen und dort das Schlachtfeld zu besichtigen, wo 1746 eine Schlacht zwischen den Regierungstruppen und den Jakobiten stattfand. Die Schotten verloren, und dies beendete den Traum von einem unabhängigen Schottland und führte (durch darauf folgende Repressalien) auch zum Untergang der traditionellen schottischen Kultur der Highlands.
Zunächst gurkten wir durch Inverness, was nicht ganz einfach war. Inverness ist zwar klein, aber auch unübersichtlich, vor allem, da es zwar haufenweise Hinweisschilder zu irgendwelchen Kleinstkäffern gibt, aber die großen Richtungen nicht angezeigt werden. Als wir schon aufgeben wollten, entdeckten wir endlich das Schild, das uns den Weg nach Culloden wies.
Culloden ist eine teilweise sumpfige Heidefläche, die heute Gedenkstätte ist. Angeschlossen ist ein modernes Besucherzentrum, wo man über die Schlacht und ihre Folgen informiert wird. Der Bau ist schlicht und fügt sich in die raue Landschaft ein.

Das Gebäude wurde in funktionalem Stil aus lokalen Materialien errichtet. Leider reichte unsere Zeit nicht, uns die Ausstellung anzusehen.
Die eigentliche Gedenkstätte ist ebenso schlicht. Es gibt ein zentrales Mahnmal in Form eines traditionellen keltischen Cairns.

Man sieht, dass Schotten bis heute dieses für sie so tragischen Ereignisses gedenken: Blumen und Kränze sind an der Platte mit der Inschrift abgelegt.

Neben diesem Denkmal gibt es schlichte Steine, die die Stellen markieren, an denen die Kämpfer der Clans auf die Regierungstruppen trafen.

Auch hier werden Blumen abgelegt.



Schlichte Steine in ursprünglicher Landschaft

Remembering the MacGillivray:

Dies ist der einzige Gedenkstein, der einer Person gewidmet ist.

Der Weg vom Parkplatz zum Schlachtfeld ist mit Platten gepflastert, auf denen Schotten aus aller Welt ihre Hingabe an ihre Heimat zum Ausdruck bringen. Nach der Schlacht von Culloden wurde das traditionelle Clanwesen durch die Briten abgeschafft, was zu einer für die Bewohner der Highlands desaströsen Boden- und Besitzreform führte. Zahlreiche Schotten entzogen sich dem (und der Verfolgung) durch Auswanderung. Diese Emigration hielt bis weit ins 19. Jahrhundert an. Ziele waren vor allem die USA, Kanada, Neuseeland und Australien. Eine Entvölkerung der Highlands war die Folge, sodass heute mehr Schotten im Ausland leben als in Schottland selbst.

Auch Clans haben sich hier verewigt.
Culloden ist ein sehr schottischer Ort, nicht nur in historischer Hinsicht. Der Gedenkstätte fehlt die unmittelbare Verherrlichung von Heldentum, die britischen Örtlichkeiten dieser Art eigen ist. Gerade die Abwesenheit von Heroisierung durch aufwändige Denkmäler uns sonstiges Tschingerassabum macht den Besuch hier so unvergesslich.
Nicht nur die oben gezeigten Tafeln beweisen, dass die Schotten Culloden nicht vergessen haben (und auch in Zukunft nicht gewillt sind, das zu tun), sondern auch die Gedenkfeiern, bei denen Vertreter der Clans regelmäßig aus aller Welt anreisen, um mit Kilt, Tartan, Dudelsäcken und Flaggen an die Schlacht von Culloden zu erinnern – also mit all den Merkmalen der schottischen Kultur der Highlands, die nach Culloden von den Briten verboten wurden.
Nach diesem Besuch fuhren wir über eine sehr komfortable Straße in Richtung Perth und Edinburgh. Wir machten Station in einem ganz bezaubernden Ort namens Pitlochry. Dort aß ich noch einmal Haggis, weil es so schön war.

Und ja, wirklich, ich finde es total lecker.
(Herr Jinx findet allerdings, dass es aussieht wie Moppelkotze)
Nach einem nächtlichen Rundgang im phantastischen Edinburgh nebst dem obligatorischen Pubbesuch flogen wir am nächsten Morgen zurück nach Deutschland. Es war schon ein Kulturschock, nach den menschenleeren und schafreichen Highlands wieder in Hamburg zu sein, und ein Teil von mir ist immer noch nicht angekommen. Aber ich habe meinen Herrn Jinx wieder, und das ist die Hauptsache.

August 20, 2009 - ל' אב תשס"ט
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… und wieder auf nach Trotternish. Aber dort gibt es wirklich viel zu sehen, und dieser Teil der Insel ist vollständig umfahrbar (wenn auch auf einer meist einspurigen Straße).

Zunächst besuchten wir den Fairy Glen, zu Deutsch das Feental. Wandern kann man hier nicht, lediglich dieses kleine Tal auf einer schmalen, einspurigen Straße abfahren, aber das lohnt sich.

Abseits des Sträßchens entfaltet sich eine Landschaft, die wie verzaubert wirkt.

Es gibt Spuren einer menschlichen Ansiedlung, aber die Natur hat sie praktisch völlig überwuchert.

Dies sind die Überreste eines Hauses.

Überall erheben sich niedrige, sanfte grüne Hügel, die den Beschreibungen von Feenhügeln in den Sagen des keltischen Kulturkreises entsprechen. Überragt werden diese von ebenfalls niedrigen Felsen.

Auch einen kleinen See (eigentlich ein Tümpel) gibt es.

Wie an so vielen Stellen in den Highlands ist es auch hier sumpfig, aber das Wasser wirkt sehr klar.

Angesichts dieser Landschaft wird der Glaube an Feen und Naturgeister, der in Schottland, Irland, Wales und Cornwall sehr verbreitet war, nachvollziehbar (Trotzdem: Eine Fee oder Elfe sahen wir leider nicht).
Danach ging es weiter nach Uig. Da ist eigentlich gar nichts los, und der Ort ist auch ganz klein.

Wie man sieht, besteht Uig aus ein paar Häusern und einem Fährterminal (rechts sind noch ein paar Häuser mehr, aber das war es dann auch).

Bedauernd sahen wir der Fähre hinterher – sie geht nach Harris, das zu den äußeren Hebriden gehört. Damit möchte ich gerne fahren – aber nächstes Mal nehme ich Herrn Jinx mit.

In Uig gibt es neben dem Fährterminal noch eine Töpferei (naja, wer’s mag …), ein paar B&Bs und Souvenirshops. Der Ort lebt außerdem von der Fischerei, hier ein paar Hummerkörbe.

Danach folgte ein weiteres landschaftliches Highlight, denn wir querten die Insel auf einer abenteuerlichen Straße und wanderten zum Quiraing.

Nachdem es zunächst recht klar war, wurde das Wetter ein wenig schottisch, aber das tat dem Erlebnis keinen Abbruch.

Skye ist nämlich bei jedem Wetter schön.

Am Quiraing: Grüne Wiesen (mit den obligatorischen Schafen, hier nicht schon wieder im Bild) wechseln sich mit Felsen ab.

Am Quiraing: Der Blick ins Tal
Da es so schön war, fuhren wir ganz um Trotternish herum und betrachteten Duntulm Castle aus der Nähe.

Wie so oft auf Skye, erreicht man auch dieses Ziel auf etwas abenteuerlichen Wegen, hier durch ein windschiefes Eisentor.

Von Duntulm Castle stehen heute nur noch ein paar Mauern, es gehörte einem Zweig des einst mächtigen Clans MacDonald.

Der abenteuerliche Weg führt über einen abenteuerlichen Strandabschnitt, der allerdings sehr reizvoll ist.

Duntulm Castle – brüchig, instabil, einsturzgefährdet und nicht sehr groß und trotzdem sehr beeindruckend.

Neben den Überresten der Burg befindet sich ein Cairn, der zu Ehren der Familie MacArthur errichtet wurde. Die MacArthurs waren traditionell die Piper (Dudelsackbläser) der MacDonalds und führten auch eine Schule für diese Kunst (manche Aspekte der schottischen Kultur erschließen sich nicht auf den ersten Blick, aber es ist ein berührendes Dokument gegenseitiger Hingabe und Achtung).
Auf dem Weg zurück begegneten uns diese niedlichen Tiere: Schottische Hochlandrinder.

Obwohl sie sehr massig sind und beeindruckende Hörner haben, sind sie nicht eingezäunt, man kann sich ihnen also ungehindert nähern.

Auch sie sind eher bräsig und bewegen sich nur langsam.

Sie sind nicht scheu, und ihr Verhalten ist friedlich und sehr überschaubar.

August 18, 2009 - כ"ח אב תשס"ט
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Gestern kehrten wir auf den Teil der Insel zurück, der Trotternish heißt. Zunächst besuchten wir den Old Man of Storr, doch diesmal begnügten wir uns nicht mit einem Blick von unten, sondern wanderten bis an den Fuß der Felsengruppe.

Der Aufstieg ist gar nicht so lang dafür etwas knackiger; man überwindet ca. 350 Höhenmeter. Der Weg führt zunächst durch einen sehr dunklen Wald, wo der Boden recht sumpfig und feucht ist; danach, über dem Waldgürtel, ist der Boden auch sumpfig, paart sich aber oft mit ein wenig erfrischender Feuchtigkeit von oben.
Man sollte sich vom Aufstieg nicht abschrecken lassen; der Anblick oben ist nämlich grandios, und Mutter Jinx (68 Jahre, hier rechts vorne im Bild) hat es auch geschafft.

Wir sind auf Reisen ja immer auf authentische, unmittelbare Eindrücke und Erlebnisse aus. Hier zum Beispiel Mutter Jinx, unmittelbar nachdem sie es sich nicht nehmen ließ, Tiefe und Beschaffenheit eines schottischen Schlammlochs höchstpersönlich zu testen.

Der “Old Man of Storr” ist Teil einer ganzen Steinfamilie, hier im Gruppenbild. Der Stein ist übrigens gewaltig; er ist 50 Meter hoch.
In den Highlands, zu denen auch die Hebrideninsel Skye gehört, kann das Wetter im Minutentakt wechseln. Die zuvor klare Sicht vernebelte sich zusehends, und kurz darauf war der Old Man of Storr praktisch in den Wolken verschwunden.

Das mit dem Wetterwechsel gilt übrigens nicht nur in zeitlicher, sondern auch in räumlicher Hinsicht: Alle paar Meter kann es anders sein. Hier der Blick vom (zu dem Zeitpunkt) total verregneten Old Man of Storr ins Tal. Der Loch dort liegt in (verhaltenem Sonnenschein), dazwischen der oben erwähnte sehr dunkle und sehr nasse Wald.
Danach ging es weiter Richtung Norden, zum Staffin Beach, wo mal ein Überrest eines Dinosauriers gefunden wurde.

Dinosaurierknochen fanden wir leider keine, dafür war die Kulisse sehr beeindruckend, nämlich hohe, steile Basaltfelsen.

Der Weg dorthin bestand – wie so oft auf Skye – aus einer einspurigen Asphaltstraße von guter Qualität. Da diese einspurigen Verkehrswege nicht so oft befahren werden, tummeln sich dort oft Schafe (es können auch Rinder, Hühner oder Enten sein). Man muss nun eine Form des Fahrens finden, die schafskonform aber nicht zu lahm ist (allerdings sollte man nicht so schnell fahren, dass man in entgegenkommende Autos/Busse/Laster/Schafstranporter hineinbrettert. Scharfe Kurven sind die Regel, Haarnadelkurven kommen vor. Ich kann jedoch sagen, dass die Insulaner zivilisiert fahren (bei den kontinentaleuropäischen Touristen kann sich manchmal eine gewisse Verwirrung bezüglich der zu benutzenden Fahrspur einstellen). Jedenfalls hat mir das Fahren auf Skye den Spaß am Autofahren zurückgebracht, der mir vor Jahren irgendwo zwischen Großstadtverkehr und Autobahn-Raserei abhanden kam.

Skye hat nur wenige Strände (dafür viel Steilküste), und noch weniger, die überhaupt begehbar sind. Staffin Beach ist ein Steinstrand (wie die meisten) und auf den ersten Blick nicht sonderlich attraktiv. Wenn man sich jedoch auf die Landschaft einlässt, hat auch dieser Strand (an dem wir zu unserem großen Bedauern keine Dinosaurierknochen fanden) seine Reize, zum Beispiel diese Salzwiesen die von kleinen Wasseradern durchzogen sind. Dahinter befindet sich die steinige Zone.

Dort tummelten sich auch diese freundlichen Damen.

Wir breschlossen den Tag im Hafen von Portree, wo wir in diesem wirklich hervorragenden Restaurant frischen Fisch und typisch schottische Vorspeisen und Desserts aßen.
Das mit dem schottischen Essen ist nicht immer ganz so einfach. Es gibt nicht wirklich viel Gastronomie hier, an manchen Orten nur ein einziges Lokal (und oft genug gar keines), und man hat sich auf “internationale Touristen” eingestellt, was leider einhergeht mit einer manchmal etwas zweifelhaften “internationalen Küche”. Dafür lassen mich die Getränke nicht im Stich. Die Limonaden sind noch so, wie ich sie in Erinnerung habe, neulich hatte ich eine, die im Abgang eindeutig nach Kaugummi schmeckte.

August 17, 2009 - כ"ז אב תשס"ט
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Wasserfall auf dem Weg nach Armadale
Gestern fuhren wir in den Süden, nach Armadale. Die Fahrt dorthin führte uns durch das beeindruckende Gebiet des Cullin, eine karge Landschaft mit hohen Bergen, Lochs (von denen einige keine Seen sind, sondern eigentlich Fjorde und Wasserfällen.

Im Gebiet des Cuillin.
A propos gälische Namen: Skye ist im Prinzip zweisprachig, wobei der Norden, wo wir sind, eher englisch spricht (präziser gesagt, die Einheimischen untereinander sprechen ein Idiom, dass man im ersten Moment auch für Gälisch halten könnte …). Der Süden spricht eher Gälisch, hier dominieren auch gälische Ortsbezeichnungen. Das ist insofern ganz lustig, als wir keine Ahnung haben, wie man das ausspricht. Wir gehen also streng phonetisch vor (was in der Bretagne wunderbar funktioniert, hier aber nicht so). Verwirrend ist, dass Mutter Jinx und ich anscheinend ein unterschiedliches phonetisches Empfinden haben und es so bei der Fahrt bzw. der Navigation zu Missverständnissen kommt. Mein persönlicher Favorit ist übrigens Bealas Ollasgairte, aber Meall na Suiramach ist auch nicht schlecht. Es ist jedoch nicht so schliimm, wie es sich anhört, da ganz Skye nur über drei Hauptstraßen verfügt, über die ein paar einspurige Pisten abgehen. Verfahren ist also nicht wirklich.

Armadale: Waldlehrpfad
In Armadale begingen wir einen Waldlehrpfad. Die kennt man in Deutschland eher als Klassiker der gepflegten Langeweile, als dröge Veranstaltungen mit beamtigen Oberförster-Charme, aber hier war alles anders. Dieser wird von Privatleuten angelegt und gepflegt.

Waldlehrpfad – Ausblick aufs Meer
Der Pfad hält einige überraschende Ausblicke bereit, unter anderem auf die Bucht vor Armadale.

Waldlehrpfad – üppige Vegetation, fast undurchdringlich
Überhaupt sind die Wälder hier ein Fall für sich. Im Süden gibt es mehr Bäume als im Norden, und da das Klima auf den Hebriden außerordentlich mild ist, wachsen hier nicht nur Palmen, sondern auch andere Gewächse, die man nicht unbedingt in Schottland vermuten würde, darunter hier sehr viele Rhododendren.

Dafür gibt es auch Flechten, die man eher in Hochgebirgsregionen vermutet und nicht unbedingt auf Meereshöhe.

Waldlehrpfad – Aufgang mit Holzpilzen

Waldlehrpfad in Armadale

Windflüchter und darunter: Mein Freund, der Farn. Ich bin dagegen allergisch und außerdem wohnen da bestimmt riesige Spinnen … bäh!

Waldlehrpfad – ein besonders feuchter Abschnitt (also feuchter als die anderen) war mit Rohwolle ausgelegt. Uns blutet da natürlich das Herz, aber das Scheren der Schafe ist teurer als das, was die Halter für das Rohmaterial bekommen, und daher kann man großzügig sein.

Dieses wegen der großen Entfernung leider etwas diffuse Bild zeigt einen weiteren Ausblick vom Waldlehrpfad – nämlich eine Seehundbank. Da die Viecher bräsig abhängen und sich kaum bewegen, erkennt man sie mit bloßem Auge nicht – mir half mein Fernglas weiter. Da sieht man sie sehr deutlich, als graue Würste, die schlafen oder dösen und sich ab und zu träge von einer Seite zur anderen rollen. Aber niedlich sind sie schon.

Ausblick durch die Bäume auf das Meer.

Waldlehrpfad – Rückweg durch eine Art Märchenwald. Hier war der Weg trockener, was in den sumpfigen Highlands ein eher relativer Begriff ist.
Armadale bietet neben großartiger Natur auch noch das ehemalige Schloss der MacDonalds, das heute eine Ruine ist. Erhalten ist der Park, in dem sich auch ein Museum zur Geschichte dieses berühmten Clans befindet.

Armadale, Schlosspark. Nadelbäume, die ich für caledonische Fichten halte.

Armadale – Schlossruine des ehemaligen Anwesens der MacDonalds

Armadale – Die Schlossruine von der anderen Seite. Es ist ein relativ neuer Bau, der Ende des 18. Jahrhunderts im neogotischen Stil errichtet wurde, also nix sonderlich Aufregendes, aber so als Ruine gewinnt der Bau natürlich.

Auf dem Weg zum Coral Beach (der ist recht weit und auch recht steinig)
Da das Wetter nur ganz, ganz wenig schottisch war, entschlossen wir uns, nach der Rückkehr nach Dunvegan noch zum Coral Beach zu fahren. Die Strände auf Skye sind dünn gesät und außerdem mit großen Steinen belegt. Der Coral Beach sticht da in mehrerer Hinsicht heraus: Er ist ohne Weiteres begehbar, und er ist hell.

Das Weiße ist jedoch kein Sand, sondern kleine, splittrige Stücke versteinerter Algen und Muschelfragmente.

Coral Beach – immerhin ist er weiß.
Da die Stücke recht scharfkantig sind, ist Barfußlaufen nicht so empfehlenswert, auch baden nur sehr wenige Menschen hier (als ich da war, badete gar keiner). Das Wasser ist sehr kalt. Wassersport wird hier eher mit dem Boot betrieben, und natürlich ist Skye ein Paradies für Angler.

Coral Beach – durch den hellen Untergrund schimmert das Wasser leicht türkisfarben (bei Sonne ist der Effekt wesentlich stärker, aber irgendwas ist ja immer)

Rückweg vom Coral Beach – Abendstimmung

August 17, 2009 - כ"ז אב תשס"ט
Morgen, 18. August 2009, treffen wir uns wieder zum gemeinsamen Stricken und Schnacken. Weitere Informationen zum Wann und Wo gibt es hier.
Tomorrow, August 18, 2009 we will meet again for knitting and chatting. Please view this page for details.
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