July 1, 2009 - ט' תמוז תשס"ט


Ich habe etwas gekauft, von dem ich immer meinte, ich würde es nie kaufen. Und zwar Strickgarn aus reinem Polyacryl. Und das mir, die ich immer auf reine Naturfasern schwöre und mit Ach und Krach bereit bin, einen Polytier-Anteil in meiner Sockenwolle zu akzeptieren, der Haltbarkeit wegen. Und nun das. Es gibt natürlich Pros und Contras, wie ich nach einem Anstricktest vermelden kann.

Contra:

  • Das Zeug quietscht beim Stricken
  • es fühlt sich nicht gut an
  • Das Garn sieht schon von Weitem nach Plastik aus
  • Ich möchte es nicht mal tragen, wenn ich tot bin

Pro

  • es ist formstabil
  • es gibt das Garn in leuchtenden Farben (und wenn ich leuchtend sage, meine ich auch wirklich leuchtend)

Die Bilanz steht also formal gegen das Polytier, aber … es ist für Guerilla-Knitting einfach am besten geeignet. Ehrlich. Sage sogar ich, wenn auch ungern. Allerdings mache ich eine Einschränkung: Wenn ich die Natur umstricke, werde ich kein Plastik dafür verwenden, denn dort liegt schon genug davon herum.

I really did it, and it’s unbelievable. I purchased some yarn made of 100% acryl. Although I always insist to use 100% natural materials for the garments I knit. The only concession I’m willing to make is sock yarn, for the sake of durabiltiy I accept an allotment of 25% acrylic. But that’t it. But now it happened. After knitting some rows I can tell there are some pros and cons.

Con:

  • the yarn is making weird sounds while knitted
  • I don’t like touching it
  • it really looks like pure plastic
  • I even don’t want to wear a garment knitted from thisone when I’m dead

Pro:

  • the item knitted with it keeps its shape
  • it comes in blazing colours (and I really mean: blazing)

There are obviously more cons than pros, but there is one reason why I bought it: It’s much better for guerilla knitting than natural fibres. But here I make one exception: when bringing my guerilla knitting into a natural surrounding, like parks etc., I won’t use thisone. There is enough plastics around, I think.

Gestern waren wir – begleitet von den üblichen Regenschauern – in Buxtehude. Die Stadt ist von Hamburg aus sehr bequem mit der S-Bahn zu erreichen. Der historische Stadtkern ist sehenswert und sehr lebendig (mal ganz im Gegensatz zum verschnarchten Schleswig). Dies ist der Fleth, der hier nicht- wie in Hamburg – Fleet heißt.

Hier gibt es Cafés und kleine Geschäfte.

Auch für Kunst ist Platz. Der Flethenkieker von Carsten Eggers.

Der Fleth zur anderen Seite aufgenommen. Hier sieht man ein Hotel, das in einer ehemaligen Getreidemühle untergebracht ist und den Ewer Margarethe.

Das Rathaus

St. Petri

Die Bausubstanz in der Altstadt ist historisch oder wurde behutsam ergänzt, wo nötig.

Das Heimatmuseum. Dieses Gebäude wurde nach dem großen Stadtbrand von 1913 nach altem Vorbild wieder aufgebaut. Dahinter liegt ein moderner Erweiterungsbau.

Hier wirken auch die Brunnenskulpturen protestantisch bis auf die Knochen, selbst wenn eine Persönlichkeit aus der Vorreformationszeit dargestellt ist (Magister Gerhard Halepaghen).

Der Stavenort

Hier befindet sich eine …

Die Kunstschule wirbt sehr einfallsreich und auch modern für ihr Angebot.

Die Altstadt, in der man große Bausünden vergeblich sucht, ist von einem Grüngürtel umgeben, der sie vom modernen Teil optisch trennt. So wird ein Eindruck von Geschlossenheit vermittelt. Sehr positiv fiel mir auf, dass Buxtehude eine Fahrradstadt ist, überall sind Leute mit dem Fahrrad unterwegs, überall gibt es Abstellplätze und Fahrradwege.

Natürlich ist kein Bericht über Buxtehude vollständig, wenn man nicht das Märchen von dem Hasen ,und dem Igel erwähnt. Es wurde in Buxtehude angesiedelt, und es ist in der Stadt allgegenwärtig.

Als Einbeiein (Ravelry-Link) und ich am WWKIPD 2009 begannen, unsere Pläne für den WWKIPD 2010 zu machen, kamen wir auf die Idee, das Jahr zu nutzen, um ein wenig Guerilla Knitting zu betreiben. Einbeiein ging mit gutem Beispiel voran (wir arbeiten noch an den Labels, einstweilen muss es ohne gehen) und verschönerte ein Geländer, während ich heute meinen ersten Beitrag leistete: einen Baumgeist.

When Einbeiein (Ravelry-Link) and I started on WWKIPD 2009 to make some plans for the WWKIPD 2010 we fell for the idea to do some Guerilla Knitting during the year. Einbeiein set a good example and embellished a handrail, and I set my first Guerilla Knitting project free this afternoon. It’s a tree spirit.

Er ist vom Weg aus kaum zu sehen und auch recht klein.

It’s hardly visible from the path, and it’s rather small.



Technisches / Technical Details
Muster: Baumgeist / Tree Spirit
Designer: Jinx
Quelle: meine Idee / my brain
Material: 100% Wolle (Reste), Schottlandwolle (Füllung) / 100% wool (leftovers), Scottish wool roving (filling)
Ort / Place: Irgendwo in Hamburg / Somewhere in Hamburg, Germany

Im Moment spinne ich ja mit den Handspindeln, und dies ist das dritte Garn aus der Oriental-Market-Serie, gesponnen aus handgefärbtem Kardenband in Orange. Dies ist Halbzeit, noch drei Farben/Farbmischungen fehlen, dann bin ich fertig.

It’s only handspindles for me at the moment, and this is the third yarn from the Oriental Market series. It’s spun from handdyed roving in orange. Half of the yarns are done now, three colours/blends are still to go, then it’s done.

Technisches / Technical Details
Name: Oriental Market No. 3
Material: Schottische Hochlandwolle, Kardenband, handgefärbt / Scottish wool roving, handdyed.
Spindel / Spindle: Bosworth Cherry
Zwirnung / Plying: 2-fädig, 2-ply
WPI: 14
Gewicht / Weight: 15 g

Die Urlaubszeit ist da. Hast du genaue Pläne was du mitnimmst? Fängst du extra etwas Neues an oder machst du am Begonnenen weiter? Grübelst du, ob du auch ausreichend Material einpackst und nimmst zur Sicherheit vielleicht lieber etwas mehr mit, nicht dass du die Hände in den Schoss legen mußt weil du nichts mehr zu stricken hast.

Ich fahre Mitte August für eine Woche nach Skye, und ich weiß noch nicht, was ich mitnehme, da ich mich weigere, so akribisch zu planen. Was immer es sein wird, es wird mindless sein, und ich werde genügend Material mitnehmen.

Morgen, 21. Juli 2009, treffen wir uns wieder zum gemeinsamen Stricken und Schnacken. Weitere Informationen zum Wann und Wo gibt es hier.

Tomorrow, July 21, 2009 we will meet again for knitting and chatting. Please view this page for details.

Gestern waren wir im Museum und Museumsdorf Haithabu. Ich hatte meine Kamera vergessen, sodass Fotos leider ausfallen müssen. :(

Yesterday we visited the Museum and the open-air museum Haithabu. Unfortunately I forgot my camera, so there won’t be any pictures. Sorry for that. :(

Aber im Museumsdorf wurde ich fündig: Dort wurden Knochenspindeln angeboten, und da ich bei Knochen immer ganz aus dem Häuschen gerate, musste eine davon mit.

But at the open-air museum I found something. Someone sold hand spindles made of bone, and since I just love things made of this material, I had to get one.

Der Wirtel ist sehr schön verziert. Dies ist also mein nächster Versuch mit einer Fallspindel. Ich gab diesen Spindeltypus ja zugunsten der Kopfspindel auf, doch hier mache ich eine Ausnahme, denn es ist ein Prachtstück.

The whorl is just beautifully embellished. This is my next attempt to spin with a bottom-whorl spindle. I tried it once, but gave it up and switched to the top-whorl type. But here I had to make an exception, because this spindle is a real gem.

Sie ist etwas schwerer, und musste sie natürlich gleich ausprobieren. Das Spinnverhalten ist etwas rustikaler als bei den modernen Spindeln, die schon eher High-Tech-Produkte sind, aber es funktioniert! ich habe probeweise damit gezwirnt und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

It’s quite a heavy weight, ad of course I had to give it a try after I came back. Working with it is a bit more rough than with a modern top-whorl type which is almost a high-tech product. But it worked very well. I plied some yarn I already spun, and I’m very satisfied with the result.

Hitze macht mir nichts aus, wirklich nicht, aber diese Schwüle ist unerträglich. Also flohen wir gegen Mittag gen Osten, nach Schulau an der Elbe.

I don’t mind the  summer heat outside, I really don’t, but the sultriness is beyond all bearing. So we flew from Hamburg around noon, and took a train in eastern direction, to Schulau at the Elbe.

Dieser beschauliche Steg ist etwas ganz besonderes: Es liegt an dem Punkt, von dem Schiffe, die in den Hamburger Hafen einlaufen oder ihn verlassen, begrüßt bzw. verabschiedet werden, und zwar nach einem traditionellen Ritual. Das Ganze nennt sich etwas beamtig Schiffsbegrüßungsanlage Willkomm Höft.

This introspective footbridge is very special. It marks the point where the “ship greeting complex” bids the incoming ships a friendly welcome or a kind farewell for the ones who leave Hamburg harbour. It’s quite famous, and it’s called Willkomm Höft.

Diese Ausflugsgaststätte beherbergt die Schiffsbegrüßungsanlage. Wenn ein Schiff sich nähert, wird die Hamburg-Flagge eingezogen und zwei Signalflaggen gehisst, die laut Flaggenalphabet “Gute Reise” bedeuten (das musste ich erst mal nachlesen …).

In this restaurant the ships greeting complex is located. When a ships passes the building, the Hamburg flag is pulled down and two nautical flags are flown which give a signal for a good journey (I had to look up thisone).

Hier der Flaggenmast mit eingezogener Hamburg-Flagge.

Here the flagpole with the dipped Hamburg flag.

Und hier kommt auch schon das erste Schiff, ein Containerfrachter wie die meisten. Dies stammt aus dem Iran. Sobald das Schiff die Anlage passiert, wird auf Deutsch und Englisch bzw. Russisch eine kurze Begrüßung (oder Verabschiedung) abgespielt, zusammen mit der Nationalhymne des Landes, in dem das Schiff gemeldet ist.

This was the first ship we saw, a container ship like most which come along. Thisone is from Iran. As soon as the ship passes the building, it’s greeted in German and English (or Russian), either a welcome or a good-bye, and then the national anthem of the country the ship is registrated is played.

… und hier ist es gleich weg.

… and here it will be gone soon.

Die Gäste des Restaurants werden kurz über die vorbeifahrenden Schiffe informiert. Dies zu erleben, ist eine ziemlich kultige Veranstaltung, aber leider kommt man seit dem Ausbruch der Wirtschaftskrise nicht mehr so oft in den Vorzug dieses freundlichen, charmanten Rituals, da weniger Schiffe fahren als vorher.

The guests in the restaurant get some brief informations about the vessel. To be there is rather cool, but unfortunately less ships come to Hamburg Harbour since the beginning of the economic crisis. But it’s a very friendly and charming ritual.

Dieses russische Schiff ist verhältnismäßig klein. Aber es war schön, die dazugehörige Hymne zu hören, die für mich eine der schönsten ist (und außerdem ist mein Großvater in Leningrad geboren).

This rather small ship is a Russian one. It was nice to listen to the Russian anthem, because I think it’s one of the most beautiful ones (and, besides this, my grandfather was born in Leningrad).

Während wir – wie im Titel erwähnt – im Schatten bräsig abhingen, aßen wir ein jahreszeitlich angepasstes Mittagessen, hier ein Bild meines Desserts, bestehend aus Sorbets.

While we spent a lazy day in the shadow of a sunshade, we ate a summerly meal. This is my dessert, a combination of different sorbets.

Irgendwann fuhren wir mit dem Bus nach Blankenese zurück, wo wir in der irrigen Annahme, es würde auch unter der Woche eine Fähre zu den Landungsbrücken fahren, eine weitere Dreiviertelstunde – genau, bräsig auf einem Ponton abhingen und den vorbeifahrenden Schiffen zusahen. Dabei entstand dieses Foto eines Containerfrachters mit den wenig malerischen Airbus-Gebäuden im Hintergrund.

Finally we took the bus to Blankenese, since we thought we could catch a ferry back to Hamburg (we were wrong, ferrys from here only on weekends). But we enjoyed ourself sitting on a pontoon and watching the ships passing by. Here I took this picture of a container vessel in front of the really unpittoresque Airbus factory.

Es war also denkbar wenig los (eigentlich schreibe ich darüber, dass gar nichts war), aber es war trotzdem ein toller, sehr erholsamer Tag, fast wie Urlaub und mit am Wasser sogar erträglichem Klima.

It was a quiet day, nothing special was going on (frankly, I write about nothing …), but we had a great time, relaxing and enjoying ourselves. It almost felt like being on vacation, and the temperature were more moderate near the river Elbe, too.

Während der Lektüre einiger Bücher von Stephanie Pearl McPhee, auch unter dem Namen Yarn Harlot bekannt, konnte ich mich in ihren amüsanten Berichten immer wieder selbst erkennen.

Woran merkt Ihr, dass ihr woll- oder stricksüchtig seid? Bei mir äußert es sich beispielsweise darin, dass ich bei einem Ausflug erstmal nachsehe, ob es dort ein Wollgeschäft gibt.

Sagen wir so, ich sehe nach, ob es ein besonderes Wollgeschäft gibt, denn der übliche Massenproduktionskram mit Superwash, meist plakativer Farbigkeit und Kunststoffanteil, den ich auch in Hamburg bekomme, reizt mich so gar nicht.

Ich beschäftige mich gedanklich schon mit dem nächsten Projekt und der Beschaffung des “Rohstoffes”, kaum dass das aktuelle auf den Nadeln ist. Ich hätte gerne ein Schaf …

Bei vielen Projekten ist das auch bei mir so, aber es gibt auch die, die mich so absorbieren, dass ich sie fertigstellen will, bevor ich irgendetwas anderes anfangen will. Ansonsten genügt ein Blick in die WiP-Ecke sowie auf meinen Stash …

Ein Schaf hätte ich auch gerne. Am liebsten Blue Faced Leicester.

Aus einem …

Take one …

… mach zwei …

… make two …

… und das Ergebnis ist:

… and the result is:

(Ich hab’s “Piratentuch” genannt”)

(I call it “pirate wrap”)

Die Idee für eine Streifung in Hell-Dunkel stammt übrigens von Einbeiein (Ravelry-Link), die momentan eine Art Inspirationsmaschine für mich ist.

The idea for these stripes comes from Einbeiein (Ravelry-Link) who’s sort of an inspiration machine for me at the moment.

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