So, ich bin jetzt seit einer Woche bei Twitter aktiv, und es ist Zeit für eine kleine Bilanz. Ich habe Twitter immer als oberflächlich abgelehnt, so nach dem Motto “was interessiert mich, ob X einkaufen geht oder Y es zu warm findet”, aber ich muss meine Meinung zumindest teilweise revidieren, denn Twitter ist vor allem das, was man daraus macht. Das gilt für Blogs natürlich auch, aber umso mehr für ein Medium, das so stark mit Verkürzungen arbeitet wie Twitter (140 Zeichen sind nicht wirklich viel).

Zunächst finde ich es genießbar, weil es asymetrisch arbeitet: Ich muss nicht automatisch die Leute lesen, die mir folgen, ich kann es mir aussuchen und muss mich aktiv dafür entscheiden. So kann man den ärgsten Schwafelköppen, die nichts Interessantes mitzuteilen haben, aus dem Wege gehen. Ich nutze Twitter also in erster Linie, um Nachrichten zu erhalten, die für mich von Interesse sind, und das lange bevor sie in den Massenmedien publik werden – wenn das überhaupt der Fall ist. In zweiter Linie informiere ich mich natürlich auch darüber, was die Leute, die ich kenne, so treiben, aber das hält sich in überschaubaren Grenzen.

Außerdem finde ich es wichtig, andere Dinge zu schreiben, als ich es im Blog tue, denn es ist denkbar uninteressant, denselben Kram hier wie dort lesen zu müssen, nur drüben eben im Telegrammstil. Twitter funktioniert für mich nicht mal als Ergänzung zu meinem thematisch relativ streng gebundenen Blog, sondern parallel dazu, mit nur geringen Überschneidungen. Mischen will ich es nicht, aus mehreren Gründen. Wer also wissen will, was ich stricke, wie ich es stricke und was ich darüber denke, ist im Blog richtig. Wer wissen will, was ich ansonsten denke, was mich umtreibt, der ist bei Twitter besser bedient.

Unter dem Strich kann ich sagen: Twitter ist toll, wenn man die Spammer blockt und den Bullshitfaktor gering hält.