Die neue Knitty ist da, und wie es meist mit Sommerausgaben ist, seien sie nun online oder in Heftform, reißt mich diese auch nicht vom Stuhl. Das einzige, was mich entzückt, ist die sinnfreie, aber lustige Krabbe. Vielleicht empfanden das auch die Redakteure so, denn anders ist die Platzierung an erster und somit sehr prominenter Stelle kaum zu erkären (Spielzeug und Sinnfreies stehen sonst ja immer ganz hinten). Die drei großen Sommerteile, das Top Diamond, eine Jacke (Annette, damit hätte sich selbst meine Großmutter nicht mal begraben lassen) und ein Pullover (Miss Honeychurch) finde ich eher trutschig bzw. belanglos. Passend zum Sommer gibt es auch zwei (für mich wenig aufregende) Laceprojekte, Cold Mountain und Entomology.

Nun wird es allerdings etwas befremdlich. Zunächst gibt es eine neue Funktion, die auf der Pattern-Übersichtsseite der aktuellen Ausgabe sichtbar wird: Manche Muster sind mit einem Schneeflocken-Icon versehen. Dies soll den Leser darauf hinweisen, dass diese Dinge sich auch als Weihnachtsgeschenke für die kalte Jahreszeit eignen. Die Begründung für diese eigenartige Maßnahme lautet, dass man ja nicht früh genug mit der Produktion beginnen kann. Das ist ja alles lieb gemeint, aber denken kann ich selbst, herzlichen Dank auch. Dazu passt, dass einige der Dinge doch eher winterlich sind, z. B. die Handschuhe Kingdom, gleich passend abgelichtet vor verschneiter Kulisse. Tridactyl, eine Mischung aus Faust- und Fingerhandschuh, ist unter 5 Grad Celsius schwer tragbar.  Auch die sehr kompakten Socken Treetop und die Mützen  Urbanista und Trilobite sind selbst an sehr kühlen Sommertagen kaum vorstellbar. Die einzige Erklärung für diese eigenartige Zusammenstellung ist, dass es einfach nicht genügend akzeptable Einsendungen für sommerliche Projekte gab. Schade eigentlich, aber dafür habe ich kein echtes Souterrain des Geschmacks ausmachen können (der Trutschekram reicht nicht), und das ist doch auch was.