May 1, 2009 - ז' אייר תשס"ט


Manche Muster wiederholen sich. Dies ist dasselbe wie bei Nr. 2, nur aus einem anderen Material (und mit einer anderen Farbe) gestrickt.

Some of the patterns come back in other patches. This is the same as No. 2, but knitted with a different material and in a different colour.

Oder: Warum ich Lace niemals auf Moosgummimatten fotografieren werde.

Or: Why I’ll never take pictures of lace knittings on these weird soft plastic mats.

Wer hier ab und an mitliest, wird auch mitbekommen haben, dass es nicht immer einfach war mit dem Lace und mir. Umso stolzer war ich, als ich es endlich geschafft habe, mein Lace-Problem zu lösen und das erste Strickstück fertigzustellen, die Hanami-Stola (die grauenhaft gespannt ist, muss ich beizeiten nochmal machen).

The one of you who read my blog sometimes know that I had some problems with knitting lace. I was very proud when I finished my first real lacy garment, the Hanami Stole (which is blocked awfully, I’ll have to do it again).

Bleibt die Frage der Präsentation. Viele fotografieren ihre Tücher oder Stolen auf Moosgummimatten gepinnt, was zweifellos das Muster völlig klar und deutlich herausbringt. Bei manchen Mustern wie z. B. Drachen mit gespannten Flügeln (kein Witz!) oder Stadtpanoramen (auch kein Witz!) ist es in der Tat die einzige Möglichkeit, um das Motiv in seiner Gänze zu präsentieren, in einer Art, wie es nie wieder zu sehen sein wird, wenn das Teil getragen wird.

There is still the question how to present the stole or shawl in photos. Many knitters display them on these soft plastic mats where they are pinned on for the drying process. Of course this shows the pattern in a perfect way, very clear and without tucks and folds. Some patterns seem to require this: dragons with open wings (I’m not kidding), or city scapes (I’m not kidding either). For these patterns this is the only possibility to be recognized as what it shows: a dragon or some skyscrapers. They’ll never ever be seen like this, specially not if these shawls are worn.

Das ist nun meine Sache so gar nicht. Für mich bedeutet Lace in erster Linie Bewegung, Spiel mit Licht, filigrane Strukturen. Dazu passt die löchrige Konstruktion, das hauchfeine Garn, die Leichtigkeit. Ich würde nun nicht so weit gehen, ein Video mit Lace zu machen, aber mir ist es wichtig, Ausschnitte zu zeigen, in denen ein Lacestück ein wenig lebendig wirkt, unter natürlichen Bedingungen, sozusagen.

This is definately not my cup of tea. For me, lace means movement, playing with light, and delicate structures. This corresponds with the holey construction, the very thin yarn, and the lightweightness of the finished garment. I wouldn’t go so far to make a video with lace, but for me it’s important to find a way to show a lace stole (or any piece of lace) unter more natural contitions, like snapshots of movements, to make it live a bit.

Dazu passen nun mal keine Moosgummimatten in Bonbonfarben. Ich nehme in Kauf, dass man nicht jedes Loch, jedes Detail erkennt. Denn ein Muster, das natürlich drapiert nicht wirkt, sondern zu einem halbgegenständlichen, verwirrenden Chaos endet, dass also will, aber nicht kann, das taugt in meinen Augen nicht viel.

So for me lace doesn’t work with plastic mats in candy colours (except for the blocking process). I accept that not every hole, not every detail of the pattern is clearly visible. I think a pattern that doesn’t work when draped naturally is not a good one.

Technisches / Technical Details
Name: Hanami
Designer: Melanie Gibbons
Quelle/Source: Pink Lemon Twist
Größe/size: One size, but I knitted one pattern repeat more to get slightly more width
Material: Wollmeise Lacegarn, Farbe/colour: Fliederbusch/syringe; Rocailles
Gewicht: 190 g

Heute kam die vierte Sockenclub-Lieferung der Wollmeise, und diese Farben begeistern mich wieder sehr. Die Stränge heißen “Bluebell” und “True Love”. Das Sockenmuster, das mitgeliefert wurde ist sehr schön, aber nichts für mich, denn ich würde mich eher vierteilen lassen, als etwas mit BLUMEN!!! zu stricken (Ausnahmen werden für Kaffe Fassets “Persian Poppies” gemacht oder für sehr abstrakte Motive, aber dann muss auch wirklich Schluss sein.) :D

Das Goodie der Lieferung war ein Bügelbild mit einem Motiv, wie man sie in Poesiealben der Jahrhundertwende (aber nicht dieser) fand, und das ist nun so gar nicht meins. Mein Poesiealbum fristete ein Schattendasein und wurde ziemlich schnell und ziemlich diskret entsorgt. Natürlich wurde ein derartig geschlechtsspezifischer und pädagogisch unwertvoller Artikel von Freundinnen eingeschleppt (ebenso wie die Barbie). Aber wie gesagt, das Ding staubte vor sich hin (wie die Barbie auch), und ich ging mit den Jungs spielen oder saß in meiner Lieblingseibe und las. Aber was mache ich jetzt mit dem Bild???

Es war jedenfalls ein tolles Jahr in diesem Sockenclub, dem ich eines meiner liebsten und schönsten Strickstücke verdanke, nämlich dieses hier. Die Garne waren wirklich außergewöhnlich, und gäbe es eine Fortsetzung (was nicht der Fall ist), würde ich mich wieder anmelden.

Just a picture of the latest Wollmeise Sock Club package, containing two wonderful skeins called “Bluebell” and “True Love”.

Nachdem ich die Sache eine Nacht lang überschlafen habe, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich Nr. 2 nochmal stricken muss. Das sehr schöne, aber rustikale Garn passte einfach nicht zum Rest. Nun war ein Materialkontrast zu dem dominierenden Woll-Angora-Garn durchaus gewünscht, aber nicht dieser. Da ich beim Stricken das Motto “lieber früh geribbelt als spät geärgert” pflege, habe ich Nr. 2 nochmal gestrickt (was zwangsläufig heißt, dass auch Nr. 3 nochmal gestrickt werden muss).

After sleeping over it for one night I came to the conclusion that no. 2 has to be redone. The really nice but very rustic yarn just doesn’t match the dominating wool-angora blend I mainly use. Don’t get me wrong, I wanted to use contrasting materials, but the contrast just wasn’t right. Since I think early frogging is better than late annoyance, I reknitted no. 2 (and this means I have to reknit no. 3 as well …).

Diesmal habe ich mich für ein Mohair-Seidengarn entschieden. Es ist das erste Mal, dass ich mit solch einem Material stricke, und ich musste mich erstmal daran gewöhnen, dass man vor allem die kleinen Härchen verarbeitet, zusammen mit sehr viel Luft, und den sehr dünnen Trägerfaden eigentlich gar nicht spürt. Aber da ich der wirren Idee verfallen bin, in diesem Strickstück irgendwie die Elemente zu thematisieren, passt das ja hervorragend.

This time I decided to use a mohair-silk blend. It’s the first time I use a material like this, and I had to get used to the fact first that I mainly handle very thin fluffy stuff and air, and that the very thin thread can hardly be sensed. But since I decided to follow the weird idea to pick the elements out as a central theme in this item, it’s a good choice, I think.

Oder: Dies ist NICHT der Bug eines Wikingerschiffs.

Wer sich dem modernen dänischen Strickdesign widmet, wird feststellen, dass die Pullover an allen möglichen und unmöglichen Stellen anfangen. So wie hier, wo der Beginn das untere Quadrat auf der linken Seite ist. So etwas ist ganz lustig, weil man lernt, wie viele Möglichkeiten es gibt, einen Pullover aufzubauen. Bei diesem ist der untere Teil modular konstruiert, allerdings nur in einer Farbe, was dieser Stricktechnik, die man ja meist von zumindest mehrfarbigen Teilen kennt (oder gleich von sehr bunten) neue Aspekte abgewinnt.

Or: This is NOT the bow of a viking ship.

If you get into contemporary Danish knitting design you’ll find out that sweaters can be started almost at every point, just like here, where the lower side square is the firstone to knit. This is fun because you learn how many possibilities exist to construct a sweater. Here the lower part of the body is knitted in modular technique, but you use only one colour. This adds new aspects to a knitting technique which is rather known for the excessive use of different shades.

Als esoterisch könnte man auch die dazugehörigen Anleitungen nennen. Das gilt vor allem für Isager, wo man manchmal nach Bild stricken muss, da die Anleitung nur als nebelhaft zu bezeichnen ist, aber auch für andere. Hier ersetzt eine Schemazeichnung teilweise die ausgeschriebene Instruktion, und man hangelt sich so irgendwie am Bild entlang. Auch  gut, Hauptsache, es funktioniert.

Many of the instructions can be called rather esoteric as well. Marianne Isager, as an example, describes the process so vaguely that it might be a good choice to follow the picture of the sweater rather than the written instructions. Other designers don’t do much better. Often a schematic drawing replaces at least parts of a written instruction, and you work your way through these pictures. Never mind, if it works somehow.

Ich dachte übrigens, es wäre ein Problem der Übersetzung, bis dänische Strickerinnen mich eines Besseren belehrten: Auch sie kämpfen mit vagen Andeutungen und schematischen Darstellungen. :D

By the way: I thought this might be a problem of translation until Danish knitters told me otherwise. They struggle with vague hints and drawings as well. :D

Ich wurde hier im Blog und auch per Mail mehrfach nach einer Übersetzung für den Baktus-Schal gefragt. Nun ist sie zum Download bereit, siehe hier.

Die englische Anleitung der Designerin Strikkelise findet sich hier. Die Übersetzung habe ich mit der freundlichen Genehmigung von Strikkelise angefertigt, wofür ich mich herzlich bedanke.

Some girls asked me for the translation of the baktus scarf pattern, designed by Strikkelise, which can be found here. The designer was so kind to give me the permission for translating it to German. The pdf is ready for download.

Das Stricken von Lacemustern mit etwas borstigem und eigentlich total unpassendem Garn kann auch mal ganz lustig sein.

Knitting lace with a yarn that’s a bit bristly and totally inadequate for this can be fun.

Gesponnen wird auch noch, momentan vor allem mit der Handspindel. Ich arbeite ja gerade an der Serie “Oriental Market”, und dies ist Nummer 2 (von 6). Zur Erinnerung: Nummer 1 sieht so aus.

Yes, I’m still spining, preferably with hand spindles at the moment. I’m currently working on the “Oriental Market” series, and this is number 2. Nr. 1 looks like this.

Technisches /Technical Details
Name: Oriental Market No. 1
Material: Scottish Highland roving / Schottische Hochlandwolle
Dye / Färbung: Handdyed (but not by me) / Handgefärbt (nicht von mir)
WPI: 14
Plying / Zwirnung: 2-ply / 2-fädig
Spindles / Spindeln: Bosworth medium, cherry; Golding heavyweight (for plying) / Bosworth Kirschholz und Moosie; Golding schwer (fürs Zwirnen)
Weight of skein / Gewicht des Strangs : 12 g

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