Es geschehen manchmal Dinge, von denen man nicht dachte, dass sie jemals passieren würden. Als da wären: Die Schulzeit ist tatsächlich irgendwann vorbei, der Eiserne Vorhang fällt oder ich empfehle ein deutsches Sockenbuch.

Aber ich tue es tatsächlich, und zwar dieses eine: Socken aus aller Welt von Stephanie van der Linden. Erschienen ist das Werk im Topp-Verlag, der bisher nicht unbedingt als Hort der Innovation in der Welt des Strickens verschrien war, weder, was die Muster noch was Gestaltung und Typographie angeht. Doch offenbar geht man dort neue Wege, und das begrüße ich so sehr, dass ich sage: Da geh’ ich mit.

Ich wollte ja Sockenbücher nur noch punktuell kaufen, da ich schon so viele habe, aber dieses Buch verdient meine Unterstützung auf jeden Fall.

Folgendes kann ich über das Werk sagen:

  • Die vorgestellten Socken sind originell, optisch ansprechend und durchaus herausfordernd. In ihnen thematisieren sich Kunst und Kultur unterschiedlicher Länder auf – wie ich finde – originelle und überzeugende Weise. Nicht alles würde ich nacharbeiten, aber vieles gefällt mir sehr, darunter das Titelmodell. Positiv fielen mir auch die geschmackvollen Farbkombinationen auf, in denen die mehrfarbigen Modelle, von denen es einige gibt, ausgeführt sind.
  • Die fotografische Umsetzung ist sehr ansprechend. Die Socken sind deutlich und im Detail abgelichtet, mit “allgemeinen Impressionen” wird erfreulich sparsam umgegangen. Es handelt sich um Landschaftsaufnahmen und nicht um die ansonsten obligatorischen Heuballen, die den alpenländisch angehauchten Socken in sonstigen deutschen Sockenbüchern sonst so zwangsläufig auf dem Fuße folgen wie die Würmer nach dem Regen.
  • Die Charts sind in einem Extra-Beileger abgedruckt, den man auch mal unterwegs mitnehmen kann. Die Anleitungen wirken klar strukturiert, ausführlich und gut geschrieben.

Auch für mich, die ich durch Sockenbücher kaum noch hinter dem Ofen hervorzulocken bin, ist dies ein lohnender Kauf gewesen. Ich würde mir wünschen, dass diesem Buch ein großer Erfolg beschieden ist, sodass die üblichen Verlage umschwenken, was Inhalt und Umsetzung ihrer Handarbeitspublikationen angeht.