February 1, 2009 - ז' שבט תשס"ט


… ergeben den Streifeneffekt auf den Ärmeln der Jacke Stumpen von Marianne Isager. Das Muster ist fast mindless zu stricken, bietet aber genügend Abwechslung, um interessant zu bleiben. Ich bin nun beim zweiten Ärmel, das Ende ist also in Sicht. :D

… make the striped effect on the sleeves of the Stumpen cardi by Marianne Isager. The pattern is almost mindless, but keeps me going since it’s not so boring to knit. I’m currently knitting the second sleeve, and there is a light at the end of the tunnel. :D

Es geschehen manchmal Dinge, von denen man nicht dachte, dass sie jemals passieren würden. Als da wären: Die Schulzeit ist tatsächlich irgendwann vorbei, der Eiserne Vorhang fällt oder ich empfehle ein deutsches Sockenbuch.

Aber ich tue es tatsächlich, und zwar dieses eine: Socken aus aller Welt von Stephanie van der Linden. Erschienen ist das Werk im Topp-Verlag, der bisher nicht unbedingt als Hort der Innovation in der Welt des Strickens verschrien war, weder, was die Muster noch was Gestaltung und Typographie angeht. Doch offenbar geht man dort neue Wege, und das begrüße ich so sehr, dass ich sage: Da geh’ ich mit.

Ich wollte ja Sockenbücher nur noch punktuell kaufen, da ich schon so viele habe, aber dieses Buch verdient meine Unterstützung auf jeden Fall.

Folgendes kann ich über das Werk sagen:

  • Die vorgestellten Socken sind originell, optisch ansprechend und durchaus herausfordernd. In ihnen thematisieren sich Kunst und Kultur unterschiedlicher Länder auf – wie ich finde – originelle und überzeugende Weise. Nicht alles würde ich nacharbeiten, aber vieles gefällt mir sehr, darunter das Titelmodell. Positiv fielen mir auch die geschmackvollen Farbkombinationen auf, in denen die mehrfarbigen Modelle, von denen es einige gibt, ausgeführt sind.
  • Die fotografische Umsetzung ist sehr ansprechend. Die Socken sind deutlich und im Detail abgelichtet, mit “allgemeinen Impressionen” wird erfreulich sparsam umgegangen. Es handelt sich um Landschaftsaufnahmen und nicht um die ansonsten obligatorischen Heuballen, die den alpenländisch angehauchten Socken in sonstigen deutschen Sockenbüchern sonst so zwangsläufig auf dem Fuße folgen wie die Würmer nach dem Regen.
  • Die Charts sind in einem Extra-Beileger abgedruckt, den man auch mal unterwegs mitnehmen kann. Die Anleitungen wirken klar strukturiert, ausführlich und gut geschrieben.

Auch für mich, die ich durch Sockenbücher kaum noch hinter dem Ofen hervorzulocken bin, ist dies ein lohnender Kauf gewesen. Ich würde mir wünschen, dass diesem Buch ein großer Erfolg beschieden ist, sodass die üblichen Verlage umschwenken, was Inhalt und Umsetzung ihrer Handarbeitspublikationen angeht.

Die dritte Lieferung ist heute gekommen, und die Farben sind wirklich wunderschön. Sie heißen Orient und Okzident und können in dem mitgelieferten Muster gemeinsam verarbeitet werden. Außerdem gab es noch einen Seidenbeutel mit Maschenmarkierer.

The third delivery just arrived today, and the colours are gorgeuous. They’re named Orient and Okzident and can be both used for the pattern suggestions which came with the yarn. Besides this, I got a small silk bag and a stitchmarker.

Gefunden: hier

Nachmachen: da

Es ist ja schon eigenartig, wo und wie man seine Inspiration herbekommt, und die Quellen sind durchaus unterschiedlich. Diesmal erwischte mich eine besondere Schattierung von Noro Silk Garden. Ich sah vor meinem geistigen Auge eine Weste, aber nicht irgendeine, sondern etwas im Schnitt einer Jeansweste, nur eben aus dieser wunderbar dekadenten Schattierung.

Sometimes it’s a bit weird how and where one gets her inspiration from, and the sources may vary, of course. This time a certain shade of Noro Silk Garden caught my eye. I saw in my mind a vest, but not any: a denim style vest, knitted with this wonderful decadent shade of Noro.

Meine zweite Inspirationsquelle war Oscar Wilde, den ich für mich entdeckte, als ich etwa elf Jahre alt war und das Bildnis des Dorian Gray las. Er war ja eine Waage (so wie ich), hatte einen schrägen Humor (dies sollen meine Leser beurteilen) und pflegte den bekannt einfachen Geschmack (“nur das Beste”), was meinen etwas frugaler eingestellten Lebensgefährten manchmal zur Verzweiflung bringt. Nun versuchte ich, mir vorzustellen, welche Art von Jeansweste Oscar Wilde tragen würde, dieser hoch gebildete irische Oberschichtler mit dem Hang zur Dekadenz, und die Antwort ist: gar keine. Hier gehen wir nämlich nicht konform, Oscar und ich, denn ich liebe Jeans. Und hier kommt Noro ins Spiel, gerade in dieser Farbe (282), die mich so sehr ans fin-de-siecle erinnert.

My second source of inspiration was Oscar Wilde who I like when I first read The Picture of Dorian Gray, I was eleven or so. He was a libra, as I am, had a weird sort of humor (this is for my dear readers to judge), and loved a stunning simplicity regarding his taste and the things he liked (just the best), what drives my partner who likes everything a bit more frugal than I do, into mere desperation sometimes. Anyway, I tried to imagine which kind of denim garments Oscar Wilde would wear, this highly educated, Irish upper class guy with his love for decadence, and the answer is very simple: none. In this point I don’t agree with Oscar, since I love Jeans. And this is the moment Noro enters the stage, specially this colourway (282) which reminds me so much of fin-de-siecle.

So entstand die obige Zeichnung (wie gut, dass ich mit so etwas nicht mein Geld verdienen muss, sage ich nur!). Da die blockartige Streifung, die Noro normalerweise hervorzuheben pflegt, in diesem Fall nicht gewünscht wird (Oscar würde so etwas niemals anziehen, auch wenn ihn die Delikatesse des Materials sicher überzeugen würde), wechsele ich das Knäul in jeder zweiten Reihe, um einen diffuseren Farbeffekt zu erreichen.

So I drew the sketch seen above (I’m very lucky I don’t have to make money with things like these …). Since the broad stripes Noro normally produce won’t show the desired effect (frankly, Oscar never would wear it, even if he probably would appreciate the delicacy of the material), I change balls in every second row for getting a more diffuse colour effect.

Strickblogs haben ja irgendwie schon so etwas wie Bekenntnischarakter, und dieser ist keine Ausnahme. Ich beichte also einige Neuzugänge. Zunächst hätten wir ein paar Stränge Duo in den obigen Farben; sie sind für das Isager-Projekt Arrow gedacht.

To blog about knitting has something of shriving sometimes, and thisone is no exception. Therefore I have to confess that there is some new yarn in stash. First of all, there are some skeins of Duo in the colours seen above. They are meant for the arrow sweater by Marianne Isager.

Gestern habe ich einen LYS durchstöbert, was relativ enttäuschend war. Ich war auf der Suche nach einem Sommergarn, aber was sie hatten, gefiel mir nicht so recht. Was mir aber sehr wohl gefiel, war Noro Silk Garden in wundervoll müden, dekadenten Farben. Die musste einfach mit. Es ging nicht anders. Ich werde eine Weste daraus stricken.

Yesterday I browsed a local yarn store, and it was rather disappointing (I was looking for some summer yarn, but didn’t like what they had in stock). But what I did like was this wonderful decadent shade of Noro Silk Garden. It had to come with me, resistance was futile. I’ll knit a vest from it.

Und da es dann schon egal war, nahm ich noch zweimal Noro Sockenwolle mit, die ich sehr mag – gerade für Socken.

Since it didn’t make any difference any more, I took these two balls of Noro sock yarn with me, which I really like, specially for socks.

Wie garantiert ihr bei großen rundgestrickten teilen (zb. fair isle pullovern) das sich der anschlag nicht verdreht und ihr hinterher einen möbius-pulli habt?

Ich stricke ja Pullover fast ausschließlich in Runden, und daher kenne ich das Problem. Es ist mir allerdings nur einmal passiert, am Anfang meiner großartigen Rundstrickkarriere. Das war recht schmerzhaft, denn ich hatte bereits ein paar Zentimeter gestrickt, natürlich mit dünnem Garn und dünnen Nadeln. Um eine Wiederholung dieser Erfahrung zu verhindern, kontrolliere ich den Anschlag ganz genau, bevor ich die Runde schließe, und das wiederhole ich bei den ersten beiden Reihen, die ich stricke. Klappt gut.

Wir (der Mann und ich) erlauben uns, Sie höflich darauf aufmerksam zu machen, dass wir Norddeutsche sind, außerdem Protestant bzw. Ex-Protestantin (und unsere Familien sind das seit der Reformation, jawohl). Daher behalten wir uns vor, gegen die Beföhnung mit faschings- oder karnevalsähnlichen Inhalten in den überregionalen Medien zu protestieren. Wir finden’s nicht lustig. Wir wollen dieses Fest, das ja ein katholisches ist, nicht feiern. Wir leben in einem Landstrich, wo es wahrscheinlich mehr Moslems als Katholiken gibt, und erstere feiern das als Norddeutsche mit Migrationshintergrund auch nicht. Wir haben übrigens nichts gegen das Verkleiden von Kindern im Kindergarten oder in der Grundschule, wie es auch hier vorkommt.

Außerdem können Sie mir Bilder und Filmchen zeigen, bis Sie schwarz werden, es wird nichts nützen, denn ich habe sie gesehen: die ganze, traurige Wahrheit. Und ich verbeuge mich vor der handwerklichen Leistung, ansehbare Menschen und halbwegs saubere Straßen zu zeigen, denn ich bin eine Wissende.

Ich war nämlich mal an Rosenmontag in Mainz. Und was ich sah, hatte mit Ihrer Hochglanzberichterstattung gar nichts zu tun. Ich erspare sensiblen Gemütern eine detailreiche Darstellung der schwerst Alkoholisierten, die immer wieder zwischen Wagen und Gruppen herumtorkelten und entsprechend grölten. Desweiteren bin ich der ehrlichen Meinung, dass man nicht überallhin schiffen, kacken oder kotzen muss, nur weil da noch eine Ecke frei ist. Die Innenstadt hatte etwas von einem Endzeit-Szenario. Die Fenster der Erdgeschoss- und Hochpaterrewohnungen waren verschalt, sodass man sich fragte, ob die Russen jetzt doch noch kommen. Der Müll lag in Bergen herum, und man musste aufpassen, dass man nicht ausrutschte auf verschiedenen, höchst ekligen … nennen wir es Flüssigkeiten. Auch hier waren natürlich die allgegenwärtigen Suffeulen unterwegs, was stellenweise wirklich etwas unangenehm war. Das Ganze hatte schon etwas von einem Endzeitszenario, bei dem man versucht war, sich die vier apokalyptischen Reiter herbeizuwünschen, damit die mal aufräumen und ein wenig saubermachen. Man erwartete fast, dass Mad Max im nächsten Moment um die Ecke biegt, um in der Donnerkuppel anzutreten (vermutlich gegen einen Besoffenen). Sie nennen es Stimmung, aber ich weiß es besser.

Insofern bitten wir Sie höflich, uns mit derartigen Belustigungen zu verschonen, vor allem, weil’s nicht lustig ist. Die Wagen sind es nicht, die Reden auch nicht. Wer Spaß am Karnelval hat, soll ihn feiern. Aber DIES IST NORDDEUTSCHLAND!!!

Mit freundlichem Gruß

Sonderlich viel sieht man nicht, aber nun sind beide Vorderteile fertig und auch mit dem Rückenteil verbunden. Nach der Näherei, die ich erstaunlich anständig hinter mich brachte, folgt nun der erste Ärmel. Nun ist es auch vorbei mit der Schnellstrick-Herrlichkeit, denn die Ärmel zeigen dasselbe Rechts-Links-Muster wie die Passe vorne auch.

You can’t see too much on this picture, but both front parts are done now and sewn to the back. After the sewing which went amazinly well, I’m working on the first sleeve. Now the time of speed knitting is over because it’s not brioche but the same knit-purl pattern as shown on the front yoke.

Die Jacke bekommt übrigens noch einen Farbakzent: einen Zackenrand um den Ausschnitt herum. Im Original ist er in Anthrazit ausgeführt, doch das finde ich zum Hellgrau ein wenig trist. Nun schwanke ich zwischen Aubergine (Favorit), einem mittleren Flaschengrün und einem mittleren Blauviolett (mein zweiter Favorit). Ein dunkles Rot ginge auch. Meinungen hierzu?

Btw: There will be a small detail in a contrasting colour added: a spiky border around the neckline. The instructions call for a dark anthrazite grey, but I think this will be a bit dull with the light grey of the cardi. There are different possibilities: a dark aubergine (one of my favourites), a medium bottle green, a medium lavender shade (my second favourite), and a dark red. Any suggestions?

Jaha, ich konnte vor einigen Monaten nicht widerstehen (mal wieder …) und habe mir zwei dicken Knäule Kauni Regenbogen bestellt, da ich die Farben so absolut unwiderstehlich fand. Daran hat sich nichts geändert, doch wusste ich nicht recht, was ich mit der Wolle anfangen sollte. Die Farben sind toll, jedoch wollte ich sie nicht zu einem Schal oder Pullover verarbeitet wissen, da im Regenbogenspektrum doch zu viele Farben sind, die mir nicht stehen.

Yeah some months ago I just couldn’t resist (again …) and ordered two large balls of Kauni Rainbow yarn, since I just loved the colours. This didn’t really change, but I never knew what to knit with it. The colours are gorgeous, but I didn’t want to knit a scarf or a sweater from this yarn because some of the rainbow colours simply don’t become me.

Also überlegte ich, eine Tasche zu stricken, doch habe ich inzwischen kleine Behältnisse in ausreichender Zahl gestrickt (für Handspindelbedarf, für Spinnzeug …), und als Handtasche bevorzuge ich, die ich immer viel Zeug mitschleppe doch eine große Ledertasche (falls Frau Blasebalg mal auf die Idee kommt, den Inhalt der Lieblingshandtasche abzufragen, mit Foto, haben meine LeserInnen garantiert etwas zu Lachen).

So I got the idea to knit a bag, but the fact is that I already did a sufficient number of small bags (for handspindling equipment, for spinning equipment …), and as a real handbag I do prefer heavy-duty leatherones since I carry so much stuff around with me.

Nun stieß ich bei Ravelry auf eine faszinierende kostenlose Anleitung für eine Decke, die Ten Stitches Blanket. Die wird den Farbverlauf der Kauni ideal herausbringen, denke ich. Noch ein Langzeitprojekt …

At Ravelry’s I found a fascinating free pattern for an afghan, the Ten Stitches Blanket. It will bring out the colour gradient of the Kauni yarn in an ideal way, I think. Well, another long-term project …

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