December 10, 2008 - י"ג כסלו תשס"ט
Die neueste Wochenaktion wirft mich in einen Zwiespalt, denn ich wollte eigentlich zu jedem Advent einen Teil unserer großartigen Advents- und Weihnachtsdeko vorführen. Ich habe mich entschlossen, dabei zu bleiben und stattdessen eine Art Meditation über die Motive hinter unserer Deko zu verfassen.

Dies ist also die Deko, bestehend aus den Vier Heiligen Drei Königen und unserem Räucherteufelchen, wie ich sie bisher vorgestellt habe. Ergänzt wird das Bild durch eine äußerst authentische Kerze, denn bei uns brennt nie mehr als eine (in Ermangelung von Weihnachtsbaum und Adventskranz), und die eine brennt, wann immer wir das wollen, und nicht nur an den Adventssonntagen.
So richtig traditionell ist das natürlich alles nicht. Es ist nicht so, dass ich keinen Sinn für weihnachtliche Dekorationstraditionen hätte; ganz im Gegenteil. Vieles ist mir fremd (Krippen zum Beispiel), einiges gefällt mir durchaus. Bei den Dingen, die mir gefallen, lässt sich jedoch kaum etwas in das Leben integrieren, das ich führe. Es entspricht weder meiner Lebenseinstellung noch meinem Lebensstil, und daher lasse ich es sein, oder ich wandele es ab.
Seit letztem Jahr dekorieren der Mann und ich also weihnachtlich. Genauer gesagt: ich dekoriere, und der Mann gibt seine Zustimmung. Wichtig ist uns, dass das Ganze sich im überschaubarem Rahmen abspielt. Wir möchten beide keine Deko vom Boden bis zum Dachstuhl und keine tannenumkränzte Klobrille. Der Gedanke an die Umwelt ist auch nicht zu vernachlässigen; wir werden niemals die Außenfassade so dekorieren, dass Flugzeuge vom Weg abkommen. Auch bei der Weihnachtsdekoration gilt für uns, wie in so vielen Bereichen unseres Lebens: Weniger ist mehr. Wir haben unsere kleine Adventsecke, und damit fühlen wir uns wohl. Mir ist persönlich wichtig, dass die Dinge, die ich aufstelle, mir persönlich etwas sagen und gefallen und nicht in sinnentleerte Traditionen verfalle, die mich nur deprimieren würden. In diesem Sinne feiern wir auch Heiligabend: Wir gehen zu meiner Mutter, wo wir Geschenke austauschen und das Weihnachtsessen einnehmen, das meine Mutter unter einem gewissen Maß an Jammern und Fluchen für uns zubereitet. Dieses Jahr gibt es Gulasch mit Knödel und tschechisches Bier.
Meine Mutter hält es übrigens ganz genauso: Als sie letztes Jahr feststellte, dass sie keine Kerze hatte, brachte sie eine Ostereierkerze an den Tisch, auf die ein Hase gemalt war. Angezündet haben wir sie doch nicht, weil sie sie so niedlich fand (das tut sie seit über fünf Jahren, daher existiert die Kerze auch noch). Auf jeden Fall haben wir jedes Jahr sehr viel Spaß, abseits der deutschen Besinnlichkeit.
Das war nicht immer so; aus meiner Kindheit kenne ich traditionelle Weihnachtsfeiern mit Baum und allem, was dazugehört (jedoch ohne Gesang, Kirchgang oder Bibellesung, wir waren immer eine säkular denkende Familie). Damals hatte ich viele Verwandte, doch wie es so ist mit einer überalterten Familie, ist mir davon in Deutschland nur meine Mutter geblieben (kongenial ergänzt durch meinen Freund). Also war es an der Zeit, für das Weihnachtsfest eine neue Form zu finden, die allen Spaß macht und nicht einen von uns in Depressionen verfallen lässt. Unsere Weihnachtsdeko ist quasi ein äußeres Zeichen dieser inneren Entwicklung.
Bei der Deko lassen sich grob vier Tendenzen feststellen:
- Traditionelles im modernen Gewand – Das Räucherteufelchen, Gotic Glam Yule Hat (damit werde ich meine Mutter zu Heiligabend erschrecken.
)
- Abseitiges – Die Vier Heiligen Drei Könige. Aus Gründen, die nicht mal ich restlos durchblicke, wünschte sich der Mann für den Weihnachtstisch ein Skelett. Da ich das nun nicht allein lassen wollte, sind es vier Figuren geworden, die mit Weihnachten oder auch nur dem Thema Winter eher wenig zu tun haben. Aber das macht nichts. Ich möchte übrigens darauf hinweisen, dass das Skelett einen ganz reizenden Schneemann-Ersatz abgibt, ein Multifunktions-Skelett, sozusagen.
- Traditionelles – Drei leuchtende Sterne
- Abgewandeltes – Winterstrauch mit Vögeln.
Die beiden letzten Punkte seien hier nur als Vorschau gedacht, sie folgen in den nächsten beiden Wochen.

December 10, 2008 - י"ג כסלו תשס"ט at 7:09 pm
HAllo Jinx,
die Könige sind einfach klasse,aber ich werde den Gedanken nicht loß,daß man mit ihnen wunderbar einen Adventskranz schmücken könnte.Statt Kerzen.Und natürlich nicht anzünden.Warum sollte nur der Osterhase überleben?
Bei uns geht es ähnlich zu.Sucht man die Geburtstagskerzen(August)findet man Weihnachtskerzen.Und am Weihnachten findet man Geburtstagskerzen oder Osterkerzen.Kein Problem.Wir sind eine gläubige FAmilie,daher ist uns die Deko nicht so wichtig.Aber die Könige sind echt der HAmmer!!!!
LG
Michaela
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Jinx Reply:
December 10, 2008 - י"ג כסלו תשס"ט at 7:29 pm
*LOL* Ich bin erleichtert zu hören, dass es bei gläubigen Menschen auch nicht immer hinhaut mit der saisonalgerechten Deko.
Viele Grüße
Jinx
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December 12, 2008 - ט"ו כסלו תשס"ט at 11:59 pm
Frau Jinx, die Kerze toppt die Vier Heiligen drei Könige beinahe. Aber nur beinah. Ich bin gespannt auf die Fortsetzungen. Man dankt!
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