Mein Paket habe ich ja gestern endlich von der Post erhalten, doch ich musste mit dem Fotografieren bis heute warten. Die Farben kommen deutlich besser heraus und stimmen wenigstens halbwegs.
Jana, die mich bespann bzw. bewichtelte, hat das Ganze Ton-in-Ton auf meine Lieblingsfarben abgestimmt, in Abstufungen von einem dunklen Blauviolett bis hin zu einem satten Blaugrün. Auch der Karton wurde handbemalt! Ich bin immer noch überwältigt von diesem tollen Paket. Aber nun lasse ich die Bilder sprechen.
Zunächst das Garn. Es ist ein dickeres Artyarn, bestehend aus selbst kardierten (!) und gefärbten (!!!) Fasern. Es besteht aus Lammwolle und Tussahseide, kombiniert mit Einsprengseln aus Sari-Seidenfasern und etwas Federflaum. Verzwirnt wurde diese zusammenkardierte und versponnene Mischung mit schwarzem Nähgarn und Silberlurexfaden. Als wäre das noch nicht genug, hat Jana auch noch kleine Anhänger in das Garn eingearbeitet, von denen leider nur drei im Bild zu sehen sind (ich konnte mich nicht überwinden, sie für das Foto herauszupflücken). Um diese Anhänger herum hat Jana eine sehr schöne Geschichte geschrieben, auf passendem Papier, ebenso wie der sehr liebe Brief. Unglaublich! (ich sagte es ja schon: in diesem Swap bewichteln die Profis die Noobs und die Noobs die Profis …)

Leider wird das Bild der leuchtenden FArbigkeit nicht ganz gerecht.
Dabei war auch eine große selbstgefilzte Blüte in passenden Farben. Ein wunderschönes Teil, für das ich noch über die passende Verwendung entscheiden muss.

Auch dabei: Eine handbemalte exotische Nuss aus Afrika, die ich als Gefäß zweckentfremden werde.

Und – als Abschluss der Farbserie – eine Kerze mit Umhüllung, die die Farben des Brief- und Geschenkpapiers aufnimmt.

Als wäre das noch nicht genug, lagen auch noch zwei Beutel mit ganz besonderen Spinnfasern bei. Zunächst wäre da Satinangora in den Farben grau bis fast weiß.

Und zu guter Letzt eine leider völlig unfotografierbare Faser, die fast reinweiß ist und daherkam wie eine wattige Wolke. Sie fühlt sich unglaublich angenehm an, und ich war sehr erstaunt, als ich las, worum es sich handelte.

Das Bild ist viel zu dunkel, aber nur so kommt die Struktur einigermaßen herüber. Es ist Hundewolle vom kanadischen Schäferhund. Nun konnte ich mir nie vorstellen, Hundewolle zu verspinnen, für mich war das immer ein bisschen pfui-ba, aber diese Faser ist einfach göttlich. Ich nehme alles zurück, was ich jemals zu dem Thema gesagt habe, und behaupte das Gegenteil (das kennt Ihr ja schon von Wolle in Strängen, Schirmhaspeln, Wollwicklern, Spinnrädern, nicht wahr?). Ich werde mir in Ruhe überlegen, was ich aus diesen Fasern mache, denn es soll schon etwas ganz besonderes sein.
Liebe Jana, Du musst total verrückt sein, mir so ein Paket zu schicken. Ich habe mich wahnsinnig gefreut und weiß auch schon, was ich mit dem Garn machen werde. Dazu aber an anderer Stelle mehr.
Ich habe lange überlegt, ob ich über die folgenden Ereignisse überhaupt schreiben soll, und wenn ja, in welcher Form. Ich bin jedoch zu dem Schluss gekommen, dass die Geschichte zu skurril ist, um sie sang- und klanglos unter den Tisch fallen zu lassen. Jedenfalls ist sie ein Beweis dafür, dass ich relativ hemmungslos bin, was die Selbstdemontage im eigenen Blog angeht. Es ist auch ein Beweis dafür, dass ich anscheinend eine selbstzerstörerische, dunkle Ader habe.
Begonnen hat alles am Sonntag vor einer Woche. Wir waren gerade aus dem Abendzug aus Prag gestiegen und kurz vor Mitternacht zu Hause. Als ich den Computer anwarf, las ich eine etwas konfuse Mail meiner Mutter, dass etwas passiert sei, sie auf jeden Fall bis Mitternacht aufbleiben würde und ich sie un – be – dingt anrufen müsse.
Verständlicherweise war ich ein wenig beunruhigt. Ich dachte an alles mögliche Ungemach, vom Rohrbruch bis zum Totalausfall der Heizung und griff sofort zum Hörer. Was soll ich sagen, es kam schlimmer.
Der Bericht meiner Mutter begann mit einer überraschenden Enthüllung, nämlich dass sie jede Woche Bingo, die norddeutsche Umweltlotterie, spielt, immer in der Hoffnung auf den Jackpot. Da sie es nicht abwarten kann, bis die Ergebnisse im Internet erscheinen, sieht sie auch die Sendung oft (jaja, ist klar, das sagen alle. Ist wahrscheinlich dasselbe wie das Lesen des Playboy wegen der Interviews oder das Sehen von Volksmusiksendungen wegen der eingeblendeten Landschaftsimpressionen …
).
Nun ist es nicht ganz der Jackpot geworden, aber dafür war ihr Los unter denen, die für eine Live-Teilnahme im Studio bei der sonntäglichen Bingo-Sendung ausersehen waren. Sie überfiel mich mit der Ankündigung, selbst auf keinen Fall dort auftreten zu wollen und mir die Ehre zu überlassen, Studiokandidatin in Vertretung ihrer Person zu sein.
Spontan und instinktgesteuert lehnte ich ab. Nach gutem Zureden relativierte ich dies, fühlte mich jedoch von der Situation überfordert und völlig unfähig, in diesem Moment eine Entscheidung zu treffen. Daher bat ich um Bedenkzeit.
Mein Freund war auch nicht so wahnsinnig entzückt. Da wir beide die Sendung noch nie gesehen hatten, machten wir uns zunächst kundig (das Internet macht’s möglich), und ich fiel erst mal in Ohnmacht – mental gesehen. Ich bat ihn, vom Abspielen weiterer Ausschnitte abzusehen, da ich sonst sofort und ohne nachzudenken absagen würde.
Am nächsten Tag hatte sie mich dann weichgekocht, denn sie wollte sich die Chance auf den Gewinn von € 25 000 Euro, eine Luxusreise oder einen PKW nicht entgehen lassen, die sie mir in Aussicht stellte (allerdings war die Scheu vor dem eigenen Auftritt doch noch größer als die Verlockung).
Nun ist es so, dass ich im Gegensatz zu meiner Mutter ein wenig Fernseherfahrung habe. Was nicht heißt, dass ich gern im Fernsehen auftrete, ganz im Gegentum. Ich fand es damals grauenhaft, und der Anlass war nicht Bingo oder eine andere Perle der deutschen Fernsehunterhaltung, sondern ein seriöser Kulturbeitrag.
Es nützt jedoch nichts, ich muss bekennen, ich habe mich breitschlagen lassen, sann aber auf Rache. Warum sollte ich allein leiden?
Ich wurde also von meiner Mutter als Vertretungskandidatin nominiert. Bei dem kurzen Telefongespräch mit einer sehr freundlichen Dame der Produktionsfirma gab ich als Beruf „Hausfrau“ an und als Hobbies „Lesen“ und „Fernsehen“. Davon stimmte nur das Hobby „Lesen“, aber es sollte garantieren, in der Sendung so wenig wie möglich reden zu müssen.
Wir fuhren Samstag Mittag von Hamburg ab, Im ICE, erster Klasse, Service am Platz. Vorher erstand ich in einer Bahnhofsbuchhandlung das unsterbliche Werk aus der Romanreihe Julia Gold mit dem Titel Im Palast des Maharadschas. Es enthält drei Romane: Träume vom fernen Indien, Romantische Tage in Indien und – mein persönlicher Favorit – Ein Hauch von wildem Jasmin.
Meiner Mutter sagte ich, dass ich dieses Buch vor der Sendung für alle gut sichtbar in der Hand halten würde, da ich Lesen ja als Hobby angegeben hätte. Das Indien-Thema sollte meiner Vorliebe ein gewisses internationales Flair und Weltläufigkeit verleihen. Meine Mutter (eine gebildete, kultivierte Frau) war wirklich ganz nahe dran, wieder in die S-Bahn nach Hause zu steigen.
In Hannover erfolgte der Transfer in ein Vier-Sterne-Hotel, wo wir ein Premium-Zimmer bezogen. Da bis zum gemeinsamen Abendessen aller Kandidaten noch etwa vier Stunden Zeit waren, entschlossen wir uns, die Stadt ein wenig zu erkunden.

Hannover, Zentrum am Abend. Die Litfassäulen tragen Mützen
Die Hannoveraner mögen es mir verzeihen, aber er erste Eindruck war unglaublich langweilig. Wir wohnten in einem schönen Jugendstilviertel, direkt neben der alten Bahlsen (Leibniz)-Keksfabrik und etwa 15 Gehminuten vom Zentrum entfernt. Um 15.00 Uhr waren dort fast alle Geschäfte schon geschlossen, was man von Hamburg so gar nicht kennt. Im Zentrum selbst, welches dasselbe Angebot bereithält wie alle großen Einkaufsstraßen (z. B. die Mönckebergstraße hier) waren die Geschäfte zwar noch offen, aber es war eben auch nicht sonderlich spannend. Also kehrten wir zum Abendessen zurück, wo wir die anderen Kandidaten kennenlernten, die bis auf eine Ausnahme sehr nett waren.

Die alten Bahlsen-Fabrik: Ein Juwel des reinsten Darmstädter Stils (die Jugendstilvariante, meist für Industriebauten verwendet).

Bahlsen – historische Werbung an der Hauswand

Links: Bahlsen / Rechts: Hotel / Mitte: alter Schornstein

Bahlsen – Dachgauben

Bahlsen – Das Hauptgebäude
Am nächten Morgen zogen wir dann nochmals los, um die Innenstadt genauer zu erkunden, die einige schöne Ecken für uns bereithielt, wobei leider die attraktiven Gebäude oft genug direkt neben öden, einfallslosen Betonklötzen der Fünfziger- und Sechzigerjahre standen. Bei den Fotos habe ich mein Bestes gegeben, aber Hannover ist nicht Prag. Ich kann nicht behaupten, dass es eine spannende Stadt ist, aber wir kämpften tapfer gegen die sich ausbreitende Langeweile an. Das lag natürlich auch am Zeitpunkt: Die Geschäfte waren zu, es war eiskalt, und auch die Herrenhäuser Gärten (die ich unbedingt noch besichtigen will) konnte man deswegen nicht besuchen.

Neoislamisch-neoromanische Architektur in Bahnhofsnähe

Kröpke – Das ist hier anscheinend alles Mögliche: ein Platz, ein Café und eben auch eine Uhr

Das alte Rathaus, ein wunderschöner Backsteinbau

Rathaus – Giebel

Rathaus – Fratzenkopf. Hält feindliche Geister fern. Hier stand früher der Pranger

Marktkirche

Marktkirche – die einzige satanistische Kirche Deutschlands?

Kramergasse – eine der wenigen Altstadtstraßen, die im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört wurde.

Fachwerkhaus in der Altstadt

Das älteste erhaltene Bürgerhaus Hannovers – Fassadendetail

Kreuzkirche – hier befindet sich ein phantastischer Altar Lukas Cranachs. Allein das war die Reise wert

Ballhofplatz – Hier befindet sich die älteste Sportstätte Deutschlands. Es wurde ab der Mitte des 17. Jahrhunderts (!) u. a. Federball (!!!) gespielt

Leibnizhaus – Es wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zu Ehren des Philosophen wiederaufgebaut

Nanas – Niki de Saint Phalles zauberhafte Damen am Leineufer

Niki de Saint Phalle – Nana (1)

Niki de Saint Phalle – Nana (2)
Ich habe mir echt Mühe gegeben, aber Hannover hat auch weniger schöne Ansichten. Leider befindet sich dieses Ensemble mitten in der Stadt

Stadtansichten, die zu vermeiden sind (1)
Und diese hier leider auch.

Stadtansichten, die zu vermeiden sind (2)

Stadtansichten, die zu vermeiden sind (3). Dieser heimelige Tunnel führt direkt zum Bahnhofsvorplatz. Sämtliche Schaukästen wurden an ein Bordell vermietet, das u. a. mit “chicas internationales” wirbt.
So musste ich mich selbst zu unterhalten, denn ich langweile mich normalerweise nie, und wenn ich durch unglückliche Umstände dazu gezwungen werde, werde ich böse und – schlimmer (für meine Umwelt) – habe schnell Unsinn im Kopf. Daher sah ich mich gezwungen, meine Mutter mit sämtlichen peinlichen Schreckensszenarien meinen Auftritt betreffend zu erschrecken. Das hatte außerdem den Vorteil, dass es ihr auch weniger langweilig war.
Aber nun zurück zum Bingo (deswegen waren wir ja schließlich dort). Am frühen Nachmittag wurden wir mit einem Shuttle zum Studio gefahren, das in einem Gewerbegebiet lag (ja, das Gewerbegebiet war auch langweilig).

Bingo!
Ich weiß nicht genau, was ich erwartet habe, auf jeden Fall habe ich es mir schlimmer vorgestellt. Wir wurden von einer Dame der Produktionsfirma in Empfang genommen, die uns kurz in den Ablauf einwies und uns dann im Studio herumführte. Dann wurden wir geschminkt.

In der Maske
Die Co-Moderatorin sprach die Vorstellung der Kandidaten mit uns ab, und ich hatte Erbarmen mit meiner Mutter, die um ca. 20 Jahre gealtert war (vor Angst vor Julia Gold): Ich bekannte mich zur Lektüre englischer und amerikanischer Kriminalromane in Originalsprache.
Ach ja, meine Mutter. Die versuchte tatsächlich, feige in die letzte Reihe zu entweichen, was jedoch von dem sehr freundlichen und sehr professionellen Team verhindert wurde. Sie saß also brav unter den Ehrengästen weit vorne (hähä, warum soll es nur mir schlecht ergehen? Ich spiele nicht mal Bingo). Kurz vor der Show wurden wir von dem Moderator begrüßt, und dann ging es hinter die Kulissen, wo wir darauf warteten, an unsere Plätze geführt zu werden.

Jedem Kandidaten war ein Buchstabe des Wortes “Bingo” zugeordnet, und ich war das I (Knittinganarchist goes Bingo, sozusagen). Ich startete für Schleswig-Holstein, da meine Mutter dort wohnt.
Von dort aus beobachteten wir, wie dem Publikum eingeheizt wurde. Man übte das Applaudieren, sang gemeinsam, und ich kam zu meinem persönlichen Highlight: Ich sah, wie meine Mutter zusammen mit allen anderen ihren Bingoschein auf Kommando hoch und fröhlich über dem Kopf schwenkte (da fällt man vom Glauben ab, ehrlich). Ich habe es sehr bedauert, dass ich meine Kamera im Aufenthaltsraum gelassen hatte, denn ein Beweisfoto wäre Gold wert (und ein tolles Druckmittel für Härtefälle). Aber ich habe ja Augenzeugen.
Die Show selbst war nach einer Stunde vorbei. Die Kandidaten wurden erfreulich selten im Fernsehen gezeigt (ich habe mich nicht darum gerissen, wie ich bereits sagte, verzichtete aber völlig auf die angedrohten Verhaltensauffälligkeiten), und es war eine sehr spannende Angelegenheit, das hochgradig professionelle und auch sympathische Team bei der Arbeit zu beobachten.
Gewonnen habe ich nicht, aber das hatte ich auch nicht erwartet, da darüber allein der Zufall entscheidet, dafür gratuliere ich der Gewinnerin nochmals herzlich zu der schönen Reise zum Nordkap. Als Belohnung gab es für alle ein Markenuhrenset (das meine Mutter, die vom Anti-Langeweile-Programm noch völlig zermürbt war, zu der Bemerkung veranlasste, sie müsse uns ja damit nichts mehr zu Weihnachten schenken).
Kurz gesagt, meine Erlebnisse waren sehr positiv, was vor allem der freundlichen, professionellen und reibungslosen Organisation zu verdanken war. Eine Frage stellt sich mir aber doch: Warum werden ausgerechnet bei einer Umweltlotterie, die gute und sinnvolle Projekte finanziert, so viele Autos und Motorroller verlost? Wäre es nicht Zeit, angesichts des Themas der Sendung bezüglich der Preise ein wenig umzudenken?
Um 18.00 Uhr war alles vorbei, und wir wurden zum Bahnhof gefahren, wo wir wieder mit dem ICE (1. Klasse, Service am Platz) zurückfuhren. Es war auf jeden Fall interessant, und wir haben sehr nette Leute kennengelernt, aber eine Bitte hätte ich an meine Mutter: Wenn Du wieder Bingo spielst und nochmal Studiokandidatin wirst, dann mache es bitte selbst, oder nominiere einen vom Sender gestellten Vertreter, sei so gut.
Kurz gesagt, meine Erlebnisse waren sehr positiv, was vor allem der freundlichen, professionellen und reibungslosen Organisation zu verdanken war. Eine Frage stellt sich mir aber doch: Warum werden ausgerechnet bei einer Umweltlotterie, die gute und sinnvolle Projekte finanziert, so viele Autos und Motorroller verlost? Wäre es nicht Zeit, angesichts des Themas der Sendung bezüglich der Preise ein wenig umzudenken?
Bevor Nachfragen kommen: Ja, ich habe auch Wollgeschäfte entdeckt, und zwar gleich drei Stück. Eines war gruselig, das zweite gehörte einer großen Kette an und war auch nicht besser, aber das dritte war sehr vielversprechend (und leider geschlossen). Hier gibt es hochwertige Markenwolle, einiges davon naturbelassen (aber ohne Höhlenmenschen-Appeal), außerdem pflanzengefärbte Wolle, Kardenband vom Edelschaf, Handgewebtes, extravagante Biokleidung, Knöpfe und vieles mehr.

Auch dieser Wollladen wäre mir eine Reise wert …


Nun also zur Frage, ob ich in Prag gestrickt hätte. Die Antwort lautet: kaum. Immerhin war ich in PRAG und nicht in Kleinpopelshagen bei Dauerregen. Aber es gab ja noch die Bahnfahrt, und die muss man auch herumbringen. Also habe ich mir ein Projekt mitgenommen, das noch nicht zu groß ist (wie die Inkajacke) und nicht mit mehreren Knäulen gestrickt werden muss (MiMi).
Now we come to the question whether I also knitted in Prague. The answer is: very little, since I was in PRAGUE, and not in Hooterville for a rainy weekend. But there was the train journey, and for this some entertainment is always very welcome. I took a project with me that is not too large (Inka cardi) and doesn’t call for more than one ball of yarn (MiMi).
Ich habe ja, als der hellblaue Gansey fertig wurde, angedroht, dass es nicht der einzige bleiben würde, und nun habe ich meine Drohung wahr gemacht. Ich habe für unser romantisches Wochenende in Prag (also für die Zugfahrt) ein Projekt gebraucht, das völlig mindless ist, und so kam es, wie es kommen musste: Ich begann, den Vicar of Morwenstow zu stricken.
After I finished the bright blue gansey I promised it wouldn’t be the last one. And now I made this come true. For our romantic weekend in Prague (resp. for the train ride) I needed a completely mindless project, and so I inevitably started knitting a pattern called the Vicar of Morwenstow.
Reverend Robert Hawker wirkte im 19. Jahrhundert in Morwenstow, Cornwall und war bekannt dafür, dass er gerne Ganseys trug (mehr Informationen zu dem Mann findet Ihr hier). Auf einem Foto erkennt man das Muster, das von Mary Wright in ihrem Buch Cornish Guernseys and Knit-Frocks rekonstruiert wurde. Dies habe ich also ausgesucht, um meinen nächsten Gansey damit zu verschönern.
Reverend Robert Hawker lived and worked in a small village called Morwenstow in Cornwall, and he was well known for wearing ganseys (more informations can be found here). On a picture you can clearly see the pattern which Mary Wright reconstructed in her book Cornish Guernseys and Knit-Frocks. And this I chose for embellishing my next gansey.
Ich stricke sehr gerne Zopfmuster und habe meine Liebe zur Fair-Isle-Strickerei entdeckt; dennoch gehört dem Gansey meine ganz besondere Zuneigung, er ist quasi meine erste große Liebe auf dem Gebiet des traditionellen Strickens. Als ich vor eineinhalb Jahren in Cornwall auf traditionelle Ganseys aufmerksam wurde und mir zwei Bücher zu dem Thema dort gekauft habe, war dies mein Einstieg in das Stricken klassischer Gebrauchspullover, zu denen der Gansey ja auch gehört. Ich bin ja gerade mit den einfarbigen Ärmeln meiner Fair-Isle-Jacke beschäftigt und vermisse die mehrfarbige Strickerei, aber ich habe auch gemerkt, dass ich ohne Gansey auf den Nadeln nicht wirklich glücklich bin. Also habe ich The Vicar of Morwenstowe begonnen.
I like knitting cables, and I just discovered my love for fair isle knitting, but I’m devoted to gansey knitting in a special way. It’s sort of my very first love in traditional knitting techniques. When I visited Cornwall one and a half years ago, I discovered in a small shop two books about knitting traditional ganseys which I bought (of course). This was my access to the world of traditional, functional garment knitting. Since I’m currently knitting the monochrome sleeves of the Inka cardigan, I found out that I’m really missing the stranded colourwork. But I also feel that life with a gansey on the needles is much better. And so I started the Vicar of Morwenstowe.
Die Farbe wirkt vollkommen schwarz, doch es ist eine Schattierung, die Falmouth Navy heißt. Es ist ein Schwarzanthrazigdunkelbau, das sehr lebendig wirkt und von der Firma Frangipani angeboten wird. Natürlich wird es wieder ein traditioneller Gansey, gestrickt mit echter Ganseywolle und Nadeln der Stärke 2,5.
The colour appears to be completely black, but it’s not. It’s a shade called Falmouth Navy. It’s a very dark blue-grey-black which looks very radiant. It’s the traditional gansey yarn from Frangipani, and I’m knitting it with 2,5 mm needles.