August 30, 2008 - כ"ט אב תשס"ח
Avantgarde und Aggression
Posted by Jinx under Freeform , Geek Stuff , Knitting / Stricken online , Misc. / Sonstiges[22] Comments
Ich habe mal in meinem Blog Modelle einer jungen Designerin vorgestellt, die damals AuftragsstrickerInnen suchte (und ich wollte behilflich sein). Zu sehen sind die Sachen hier. Nun hat Tichiro ebenfalls zwei sehr abgefahrene Teile in ihrem Blog gezeigt. Ich habe damals nicht nur Kommentare, sondern auch private Zuschriften erhalten, deren Ton nur als ausfällig zu bezeichnen war. Beim Lesen der Kommentare für beide Modelle fällt mir auf, das die Reaktionen doch recht aggressiv ausfallen. Wenn gerade Tichiro in ihrem Blog auf Strickstücke von Designern aufmerksam macht und so dauernd unseren Horizont erweitert (danke nochmal hierfür!), dann fallen die Zuschriften meist moderat aus, etwa “gefällt mir nicht” oder “finde ich nicht so schön”. Bei den Avantgarde-Teilen hört sich das ganze oft vehementer und aggressiver an, und das verstehe ich nicht. Ich muss gestehen, ich sehe mir solche Sachen gerne an. Ansehen, nicht tragen. Dafür sind sie nämlich im alltäglichen Leben nicht gedacht (egal was die Designerin in Tinas Beispiel zu ihren Modellen sagt). Niemand wird also mit so einem Teil morgens einkaufen gehen oder den Hund Gassi führen. Diese Art der Mode hat vor allem eine Funktion: zu inspirieren. Ein Destillat aus solchen Ideen kann dann durchaus auch in die gängige Mode eingehen, wie man sie in Boutiquen oder großen Bekleidungsketten findet. Niemand verlangt, dass Strickerinnen wie wir die Teile nacharbeiten und tragen. Warum also so sauer reagieren? Ich persönlich bin genervt durch die endlosen Bärchenparaden in manchen Blogs (vor allem, wenn die Bärchen dann auch noch selbst zu sprechen beginnen …) wie auch von der oft geschwungenen Niedlichkeitskeule allgemein, aber ich würde mich nicht entsprechend äußern, da es jedem überlassen bleibt, wie er sein Hobby ausübt. Über Geschmack lässt sich eben nicht streiten.
Ich suche eine Erklärung hierfür; gefunden habe ich nur eine: Dass die meisten Menschen aggresiv auf etwas reagieren, was ihren alltäglichen Sehgewohnheiten widerspricht und dass sie vehement ablehnen, was sie nicht verstehen und nicht als das einordnen können, was es ist: verrückte, kreative Einzelstücke zur Inspiration.
August 30, 2008 - כ"ט אב תשס"ח at 12:34 pm
Hallo,
ich finde es sehr gut, dass Du das hier ansprichst, denn auch ich habe mich schon oefter ueber diese teilweise aggressiven, teilweise ins laecherliche ziehenden Kommentare gewundert/geaergert. Ich finde auch, das manche Sachen etwas komisch aussehen oder niemals getragen werden, aber gerade bei Avantgarde ist das auch nicht das Ziel. Deswegen mag ich auch die “You knit what?” Blogs nicht. Es ist in keinster Weise unser Recht, darueber zu urteilen, was andere Leute moegen und schon gar nicht, uns darueber lustig zu machen.
Alle die nicht ueber ihren Tellerrand schauen koennen oder gar akzeptieren, dass verschiedene Menschen verschiedene Geschmaecker haben, sind Spiesser!
Sicher muessen wir nicht alles moegen oder schoen finden … und auch manchmal denke ich mir dieses “was zum teufel soll das?” Aber hey … jedem nach seinem Geschmack!
In diesem Sinne: stricken und stricken lassen!
Sonnige Gruesse
Mneme
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August 30, 2008 - כ"ט אב תשס"ח at 1:26 pm
Ich habe die Kommentare jetzt erst gelesen und fand es auch überraschend, wie aggressiv die Reaktionen teilweise sind. Hat aber vermutlich einen psychologischen Hintergrund vonwegen “Angst vor dem Fremden”.

Ok, das zweite Bild fand ich erstmal auch etwas merkwürdig, aber schaut man in die Gallerie der Künstlerin, dann weiß man, dass es einfach mehrere Designelemente übereinander sind
Und das erste Teil dürfte auf einer Fashion Show ziemlich gut ankommen.
Hmm…vielleicht schwingt bei vielen auch etwas Neid mit, weil man selbst immer nur das Bekannte macht und damit nicht auffällt?
Wer weiß das schon
Lg
Sonja
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August 30, 2008 - כ"ט אב תשס"ח at 2:16 pm
Ich denke, dass viele Leute ein Problem mit Dingen haben, die keinen Zweck erfuellen. Bilder und Photografien sind ok, die kann man an die Wand haengen, dann sieht es nicht so kahl aus. Dahingegen koennen viele Menschen mit Videoinstallationen o.ae. nichts anfangen. Der Satz: “Das wuerde ich mir auch aufhaengen” ist ja darauf auch meistens nicht anwendbar.
Aehnlich verhaelt es sich m.M.n. mit den von Tichiro verlinkten Kreationen. Sie erfuellen keinen Zweck und sind deshalb unverstaendlich.
Ich habe in letzter Zeit ein paar Spinnversuche in der Oeffentlichkeit unternommen. Der meistgehoerte Satz war: “Und was machen sie dann damit?” Mit meiner Antwort, dass ich vielleicht anschliessend gar nichts damit mache waren viele nicht zufrieden. Spinnen um des Spinnens Willen schien unakzeptabel. Als ich dann vorschlug einen Nagel in die Wand zu schlagen und den fertigen Strang aufzuhaengen kam immer der Kommentar: “Ja das ist ja auch eine nette Dekorationsidee”.
Viele Menschen verstehen Kunst als Dekoration und wenn dieser Zweck nicht erfuellt wird, wird mit Unverstaendnis bis hin zur Agression reagiert.
Damit wollte ich jetzt nicht sagen, dass ich meine Spinnversuche als Kunst bezeichne
Das sollte nur ein Beispiel sein.
LG
Andrea
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August 30, 2008 - כ"ט אב תשס"ח at 2:18 pm
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass alles, was von der Norm abweicht, den Leuten Angst macht und diese wird dann mit aggressiven Reaktionen überspielt. Das betrifft alle Bereiche im Leben. Ich gehöre glücklicherweise zu den Menschen, die alles Neue aufregend und interessant finden, ausprobieren und erst dann urteilen.
So bleibt das Leben doch abwechslungsreich. Es tut mir für viele Leid, dass sie sich selber soviel Lebensqualität nehmen. Schade.
LG Petra
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August 30, 2008 - כ"ט אב תשס"ח at 2:19 pm
Noch n Nachtrag, dann hoer ich aber auch auf:
Wuerde man Stackable (das ist das zweite Bild bei Tichiro) zu einem Lampenschirm ummodeln faenden das bestimmt viele Leute ganz toll.
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August 30, 2008 - כ"ט אב תשס"ח at 5:29 pm
Hallo Jinx,
ich bin eine von denen, die sich in Tichiros Blog zu den Modellen, bzw. zu einem Modell, geäussert hat. Allerdings wehre ich mich dagegen, meinen Kommentar als aggressiv zu beurteilen.
Ich fühle mich durch solche Modelle eher belustigt und versuche das dann, wenn ich schon mal kommentiere, auch zum Ausdruck zu bringen. Leider ist es, wie so oft, dass man in schriftlicher Form nicht das rüberbringen kann, was man bzw. wie man es eigentlich möchte und versucht dies dann mit Smilies oder diesen allseits bekannten Chat-Kürzeln (*gg, *fg, *zwinker usw.) zu unterstreichen.
Ich stehe Neuem und auch ausgefallenen Modellen durchaus offen gegenüber, behalte mir aber trotzdem das Recht vor, wenn mir etwas nicht gefällt, das zum Ausdruck zu bringen oder eben, wie schon erwähnt, wenn mich etwas belustigt, auch dazu meine Meinung zu sagen. Das hat durchaus nichts damit zu tun, dass ich Designer mit solchen Aussagen verletzen will oder ihnen das Recht abspreche, ihre Ideen künstlerisch umzusetzen.
Ich hoffe, dass jetzt zum Kommentar meinerseits einiges verdeutlicht werden konnte.
liebe Grüße
Heike
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August 30, 2008 - כ"ט אב תשס"ח at 5:56 pm
Also ich finde die Teile in der Galerie der Designerin cool und inspirierend.
lg
birgit
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August 30, 2008 - כ"ט אב תשס"ח at 8:27 pm
Hallo Jinx;
und ich schreibe das jetzt ganz offen und ehrlich wie ich es spontan bei deinem Eintrag gedacht habe: für den einen gehören gestrickte Strumpfbänder oder Taschen mit Blümchen in die Kategorie “What the Fuck …”, andere finden sowas womöglich schön oder als eine Form der Kunst – wobei … wo Kunst anfängt, was das ist und wo sie endet, ist sicher relativ und lässt Spielraum für unendliche Diskussionen.
habe lange überlegt, ob ich jetzt senfe oder nicht
Nun fand ich meinen Kommentar bei Tichiro nicht besonders agressiv, andere teils schon, aber wie ich schonmal schrieb und du auch – über Geschmack lässt sich nicht streiten.
Ich persönlich kann mit diffusen Gebilden schon nicht viel anfangen, aber so ein um den Kopf gewickeltes Ding, was womöglich eine tiefenpychologische Bedeutung haben mag/soll/kann/darf, ist für mich nur *örgs*.
Dich und andere inspiriert es – das finde ich interessant und völlig okay; mich lässt es wegklicken und mit dem Kopf schütteln – so ging es dir womöglich mit dem Strumpfband
.
Museen und Ausstellungen sind mir nun kein Fremdwort – schon einige besucht und interessantes gesehen. Manches ist und bleibt für mich sehr fragwürdig (ist es Kunst, einen überdimensionalen Bratling mit einer Schleuder in die Elbe zu ditschen wie in Hamburg vor einer Weile mal geschehen?) und z.B. diese Dame mit den Diktatoren weckt bei mir in der Tat eine gewisse Aggression (wobei es um die hier ja nicht geht).
Es wäre doch langweilig, wenn es nicht diverse Meinungen und Reaktionen gäbe und zum Schluss kommen möchte mit: es gibt nicht für alles Erklärungen und ich lehne auch nicht per sé alles ab, was ich womöglich nicht verstehe. Es kann sogar gut sein, dass mir im Bereich Kunst einiges abgeht an erkennen und verstehen, aber … man muss auch nicht alles verstehen und entscheidet womöglich dann so wie ich: etwas (trotz Unsinnigkeit) schön oder hässlich finden. Ganz einfach.
Viele Grüsse und einen verstrickten Sonntag wünscht dir Anja.
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August 30, 2008 - כ"ט אב תשס"ח at 8:38 pm
@Heike, Anja: Mir geht es in keiner Weise darum, dass Strickstücke, die der Avantgarde zuzuordnen sind, nun jedem gefallen muss. Ganz im Gegentum, mir gefällt auch nicht alles, was unter dem Label “Avantgarde” gezeigt wird. Wenn jemand von einem Teil eher belustigt ist, dann ist das so, und wenn es jemandem nicht gefällt, ist auch auch völlig in Ordnung. Wir alle sind uns einig, dass die Geschmäcker verschieden sind, und das ist auch gut so.
Es geht aber um den Ton, der die Musik macht, und nicht nur mir ist der aggressive Ton mancher UserInnen aufgefallen, aber Ihr beide gehört – zumindest für mich – nicht dazu. Nichts liegt mir ferner, als Begeisterung für Avantgarde im allgemeinen oder im besonderen abzufordern.
Viele Grüße
Jinx
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August 30, 2008 - כ"ט אב תשס"ח at 8:53 pm
Huhu, ich danke Dir für diesen Beitrag! Durch mein Studium vollbringe ich nunmal auch oft eher Textilkunst (im Sinne von Textile Art) als archaische textile Fleißarbeit und wir müssen uns schon Uni-Intern ab und zu was anhören… Das ist oft nicht gerade ermutigend. Warum ist es so schwer, mal über den eigenen Horizont zu blicken?
Lieben Gruß von der Frau Deutz
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August 31, 2008 - ל' אב תשס"ח at 8:12 am
Kreativität wird immer polarisieren.
So, jetzt wollte ich eigentlich schreiben, was mich rund um den von Dir angesprochenen Beitrag bewegte, aber etwas anderes will nicht aus meiner Tastatur kommen …
… und so hoffe ich auf noch viele weitere polarisierende, kreative Diskussionen, mal bei Dir, mal bei Tina, Hauptsache Austausch.
Liebe Grüße Dir von Ev.
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August 31, 2008 - ל' אב תשס"ח at 8:15 am
P.S.: Da ich eines der von Dir angesprochenen Teile nicht nur in der Hand halten durfte, möchte ich hier sagen, egal, welche Reaktionen Du damals bekommen hast: Da war ein ganzer Sack an kreativer Energie dahinter!!! Ich find Marie-Louise gut.
Nochmal liebe Grüße, Ev
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September 1, 2008 - א' אלול תשס"ח at 12:54 pm
Kaum ist man einige Tage nicht online, schon verpasst man interessante Themen. Wenn wir nicht immer wieder kreative Menschen hätten, die ungewöhnliche, aufreizende und manchmal auch aufrüttelnde Wege gehen würde, wo würden wir denn heute stehen. Und wieso soll der Bereich der “Handarbeiten” da ausgenommen sein? Nur so entwickeln wir uns doch weiter, wenn wir an Grenzen herangeführt werden und uns Gedanken dazu machen. Nur so als Beispiel: Über Patricia Waller werden manchmal auch seltsame Kommentare verfasst, ich finde sie klasse. http://www.patriciawaller.com/de/bilder.html
Aber ich kenne das, als ich noch Querflöte gespielt habe und Stücke von Arthur Honneger toll fand, hat sich meine Umgebeung mit Grausen die Ohren zugehalten. In Ausstellungen mit “Moderner Kunst” gehe ich fast immer alleine. Das Neue und Unbekannte macht vielen Angst, und auch mir gefällt bei weitem nicht alles, so z.B. Stackable, aber ich finde man sollte sich doch zumindest mit der Intenstion der Künstler und deren Ideen auseinandersetzten.
Viele Grüße
Angelika
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September 1, 2008 - א' אלול תשס"ח at 2:50 pm
Liebe Jinx, da auch ich eine der bösen Kommentierer war, hier nun meine Ansicht zu dem Thema:
Ganz ehrlich? Ich finde diese bis weit über die Schmerzgrenze hinaus abgedroschenen Phrasen „wer Kunst ablehnt hat nur Angst vor dem, was er nicht versteht“ und (noch schlimmer) „man muss eben auch mal über den eigenen Tellerrand hinausblicken können“, die im Zuge einer solchen Diskussion über Kunst immer (IMMER) auftauchen noch viel unerträglicher, als mal einen lockeren Spruch drüber zu machen. Etwas mit negativen Assoziationen zu verbinden ist doch besser, als sich gar nicht damit auseinander zu setzen, oder?
Es gibt eben unterschiedliche Herangehensweisen! Man nehme ein Bild eines zur Zeit unglaublich angesagten, kontrovers diskutierten Künstlers. Die einen werden mit verträumtem Gesichtsausdruck – in Gedanken ein Cocktailglas in der Hand haltend – den Kopf leicht neigen und ein so großes „Stück weit betroffen sein“, dass sie ergriffen murmelnd nur noch Ein-Wort-Poesie herausbringen können: „Verstörend – surreal – provokant – inspirierend – tieftraurig – genial“.
Andere werden vielleicht an selber Stelle laut auflachen und herausposaunen, dass ihre Wohnzimmerwand ganz genau so ausgesehen hat, als ihre 4jährige Tochter letztens versehentlich an die Fingerfarben gelangen konnte! Beide haben womöglich recht! Sind letztere aber wirklich dümmer, ungebildeter, ängstlicher? Nur weil sie es mittelmässig finden und sich trauen, es zuzugeben? Darf immer nur positive Kritik in völlig übertriebener, blumenreicher und bildhaft bis hin an die Grenze des Blödsinns gehaltener Sprache formuliert werden – negative jedoch höchstens mit „find ich nicht ganz so schön“?
Warum ich jetzt überhaupt in so langer Form meinen Senf dazu gebe (was eigentlich eher nicht meine Art ist – ich denke mir sonst lieber meinen Teil): es ärgert mich, wenn Menschen, die ihre Meinung sagen (so wie ihnen der Schnabel gewachsen ist) auf ziemlich herablassende Art und Weise pauschal als dumm, aggressiv und „das große Ganze nicht begreifend“ abqualifiziert werden – wie es hier und in einigen Kommentaren anklingt. Denn nichts anderes drückt dieser unsägliche Satz „wer Kunst ablehnt hat nur Angst vor dem, was er nicht versteht“ und das Tellerrand-Ding aus. „Du verstehst das nicht – sei besser still“. Das kommt in MEINEN Ohren aggressiv an! Und genau so etwas lässt viele Menschen denken, Kunst sei nur etwas für eine elitäre Minderheit, und hält sie von der Auseinandersetzung mit dem Thema ganz ab.
Entschuldige, dass ich jetzt so ausschweifend war und hier alles zugetextet habe!
Liebe Grüße
Michaela
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September 2, 2008 - ב' אלול תשס"ח at 4:13 pm
Oh man könnte es auch so umschreiben: Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht…
Und was er nicht kennt zieht er nicht an – muss er ja auch nicht! ABER… ein bisserl Inspiration kann man sich nehmen, es muss einem ja nicht gefallen. Schönheit liegt eh im Auge des Betrachters. Aber das ist wie bei einem Bild – entweder gefällts oder gefällts nicht.
Schade finde ich nur, dass manche Kommentare so ausfallend werden… dabei sind wir doch alle Menschen mit Kultur – das Wort kennt doch aber jeder, oder?
Augenzwinkerliche Grüsse
Susi
[Reply]
September 2, 2008 - ב' אלול תשס"ח at 6:06 pm
Hallo Jinx,
ich hab dir mal einen Orden verliehen, schau mal auf meiner Site vorbei.
Zu diesem Thema: über Geschmack läßt sich streiten, es kommt aber immer auf die Nettigkette an und an die darf jeder gern erinnert werden.
Lg Mona
[Reply]
September 2, 2008 - ב' אלול תשס"ח at 9:06 pm
Liebe Jinx, ich habe zwar nicht bei Tina kommentiert, kann aber den Kunstwerken ebenfalls nichts abgewinnen, obwohl ich durchaus eine Schwäche für exotische Kunstwerke habe. Es ist gut, daß es Avantgarde-Künstler gibt, keine Frage. Ich stimme Dir auch zu, daß solche Dinge inspirieren können etc. – alles völlig richtig. Das ist aber nicht der Punkt. Ich fürchte, Michaela (Nr.14) bringt hier Sache zur Sprache, die ich ähnlich sehe. Je extremer manche Kunstformen sind, desto extremer kann auch eine Meinung dazu sein. Sicherlich muss es nicht gleich beleidigend werden, aber ich muss auch eine (künstlerische) Sache potthässlich finden dürfen. Ich bin wie Michaela der Meinung, daß man bei solchen (negativen) Geschmacksäußerungen sehr schnell in die Dumpfbacken-Ecke abgestellt bzw. als Kunstbanause abgetan wird.
Ich erinnere mich immer wieder gerne an Hape Kerkelings Lied “Hurz” und die vielen Leute, die danach hochgeistige Überlegungen angestellt haben, welche tiefgründigen Aussagen mit dessen Lied zum Ausdruck gebracht wurden. Meine Güte! Bis auf eine Dame hat wirklich niemand zugegeben, daß das Lied einfach nur grauenhaft war. Und so hatte es Hape ja auch gewollt: er wollte einem intellektuellem Publikum Mist vorsetzen und sehen, was passiert…
Nix für ungut + LG Arlene
[Reply]
September 2, 2008 - ב' אלול תשס"ח at 10:44 pm
Ich habe mich bisher rausgehalten, da ich sehr oft Ausstellungen, Vernissagen und Museen besuche und auch ein bisschen abgebrüht bin, was die allgemeine Künstlerszene betrifft..
Lustiger weise war “Hurz” auch bei mir das Erste, was mir zu diesem Beitrag einfiel.
Aber, ich finde es o.K., sich kritische Gedanken zu machen und die (Flick-)Werke von z.B. Annegret Soltau
http://www.annegret-soltau.de/index1.htm
finde ich echt fast zum Erbrechen.
Und, dass Hermann Nitsch
http://www.nitsch.org/
mit seinen schweine- und frauenverachtenden “Kunstwerken” 1989 als Professor an das Städelsche Kunstmuseum nach Frankfurt gerufen wurde, entzieht sich ganz und gar meinem Verständnis.
Da liebe ich doch eine (hier bereits erwähnte) Patricia Waller oder Rosemarie Trockel.
Da ich viel mit Städel- und HfG-Künstlern, mit Beuys-Schülern und Documenta-Ausstellern zu tun hatte, sehe ich die Avantgarde eventuell auch aus einem anderen Blickwinkel.
Künstler wollen doch (auch) provozieren und wünschen sich einen Austausch. Wie sollten sie sonst bekannt und berühmt werden?
Also, lass uns weiter im Souterrain des Geschmacks wühlen, graben, buddeln, fündig werden…….
Gute Nacht und liebe Grüße
Heidi
[Reply]
September 3, 2008 - ג' אלול תשס"ח at 10:08 am
Also, zunächst mal: Ich glaube nicht, dass jeder alles versteht, was ihm vorgesetzt wird. Ich habe Kunstgeschichte studiert, und tue das auch nicht, obwohl man mich im weiteren Sinne als “qualifiziert” bezeichnen kann. Ich stand auch schon vor Kunstwerken und rätselte vor mich hin, was das bedeuten soll oder ich brüllte vor Lachen (das kann mir auch bei Werken der Renaissance o. ä. passieren, wenn etwas einfach nur grotesk ist). Ebenso legitim finde ich, dass einem etwas nicht gefällt. Man kann für ein Werk durchaus Verständnis aufbringen, und es gefällt einem trotzdem nicht. Oder man versteht es nicht, und es gefällt einem auch nicht. Oder man versteht es nicht, findet es aber optisch toll. Das ist auch alles nicht das Thema. Ich persönlich habe kein Problem damit, wenn jemand – beispielsweise zu dem zweiten Objekt der Künstlerin, die Tichiro vorgestellt hat, schreibt, dass er sich an einen Riesenkraken erinnert fühlt, der jemanden erwürgt oder einen anderen witzigen Kommentar. Für mich ist Kunst nichts, worüber man nicht lachen darf (wenn man über etwas nicht lachten darf, ist immer etwas im Argen, finde ich). Für mich ist nur die Aggressivität erstaunlich, mit der manche sich äußern. That’s all.
Zu der Ekelkunst von Nitsch und Consorten: Das ist pure Provokation in einer Welt, in der man kaum noch mit etwas provozieren kann, außer in traditionellen Gesellschaften oder den USA. Aber bei uns? Titten? *gähn*. Thematisierung der Homosexualität? *schnarch*. Sex? Gibt’s jeden Abend im Fernsehen. Blasphemie? Regt eher die Süddeutschen auf, im Norden: müdes Lächeln. Da muss es schon Pädophilie und/oder Tierquälerei, Nazimüll o.ä. sein, und da ist man ganz schnell im Bereich des Illegalen, und das zu Recht. Nitsch ist da eben der Auswuchs, der zwanghaft nach einer Grenze innerhalb der Legalität in einer praktisch tabulosen Gesellschaft sucht. Ob das nun Kunst ist, ist eine andere Frage. Was von dem, das die Avantgarde präsentiert, bleibt und was in Vergessenheit gerät, entscheidet die Zeit (mal ehrlich: Von Nitsch redet kein Schwein mehr, das war mal).
Im Bereich des Strickens sind inhaltliche Kontroversen seltener; eine Ausnahme stellen z. B. die gestrickten Diktatoren dar (http://tichiro.net/?p=938), die ich genauso krank finde wie Tina (ich halte die übrigens nicht für Kunst, sondern für Kunstgewerbe, das provozieren will *gähn* Das bestärkt nur meine Meinung, dass die Briten mal ihr Verhältnis zur Nazizeit aufarbeiten sollten). In diesem Fall kommt es auf den Kontext an. Würden diese Puppen Teil einer Installation mit inhaltlicher Aussage sein, wäre das vielleicht etwas anderes. Aber Adolf auf dem Sofa? Nee, danke.
Ansonsten: Frohes Diskutieren, dies ist ein Platz der freien Meinungsäußerung, und jeder Beitrag ist mir willkommen.
Viele Grüße
Jinx
[Reply]
September 3, 2008 - ג' אלול תשס"ח at 11:38 am
Hallo,
zu den Meinungsäußerungen sage ich jetzt nur ganz wenig. Ich verstehe den Ton aber auch nicht. Andrerseits, so starke Emotionen (”zum Erbrechen”) sind vielleicht genau das, was hervorgerufen werden soll und wären den KünstlerInnen wohl nicht unrecht.
Aber was ich gut finde, und das möchte ich kurz äußern: Ich finde die Diskussion selbst gut- danke Jinx und Tichiro, dass ihr ungewöhnliche Designs zeigt und die Diskussion anregt. Ich finde das sehr interessant zu lesen und es übersteigt die Anregungen, die man oft in den Blogs (auch in meinem eigenen) liest, bei weitem.
Danke! Und danke an die Diskutierenden, dass sie sich so offen äußern.
Viele Grüße, Wassilissa
[Reply]
October 4, 2008 - ה' תשרי תשס"ט at 9:48 am
Warum diese Web site haben nicht andere Sprachunterstützung?
[Reply]
Jinx Reply:
October 4, 2008 - ה' תשרי תשס"ט at 11:22 am
Welche Sprache(n) brauchst Du?
Which languages do you need?
Quelle langue tu-voudrais?
[Reply]