Anhänger JinxWer mich kennt, weiß, dass mein Vorname relativ belanglos ist. Ich kann nicht sagen, dass ich ihn nicht mag, ja, ich bin meinen Eltern sogar dankbar, dass er mir nicht peinlich sein muss (das geht nämlich auch ganz anders, und diese bedauernswerten Menschen würden goldene Berge für einen Namen wie meinen zahlen). Aber er ist eben auch nichtssagend, Identifikationspotential ist für mich gleich null.

Als ich mich begann, im Internet zu bewegen, was nun auch schon ein paar Jahre her ist, legte ich mir schnell einen Nickname zu. Ich gehörte nie zu den Menschen, die das virtuelle völlig losgelöst vom realen Leben sahen, sondern als Teil von letzterem, aber es muss nun nicht jeder wissen, wie man wirklich heißt. Man gibt ohnehin schon genug von sich preis. In den folgenden Jahren wechselte ich meine Nicknames häufiger, je nach virtuellem Ort und Anlass. Sie waren für mich austauschbar wie mein echter Name.

Als ich dann nach einer Lebenskrise vor mehr als vier Jahren aus einer selbstgewählten Versenkung auftauchte, beschritt ich auch im Internet neue Wege und suchte – mal wieder – nach einem passenden Namen. Diesmal wählte ich einen, den ich im “echten Leben” schon mal hatte, und zwar als Teenager. Ich hing damals mit ein paar Briten ab, und die verpassten mir den Namen Jinx. Mir hatte der sehr gefallen, und daher wurde das meine neue virtuelle Identität. Sie begleitet mich seitdem, unter ihr führe ich Blog und Podcast und bin in einigen Foren und Communities angemeldet. Ich stellte fest, dass es der einzige Name ist, mit dem ich mich jemals identifizieren konnte.

Da es in Hamburg viele junge Silber- und Goldschmiede gibt, die recht günstig und dabei modern arbeiten, also abseits von “kleinem Goldherz an dünner goldener Kette”, habe ich mich entschlossen, virtuelle und reale Identität näher zusammenrücken zu lassen. Das Ergebnis sieht man oben.

Material: Silber, Aquamarin, gewachstes Baumwollband
Entwurf: ich
Ausführung: Heissmangel