August 20, 2008 - י"ט אב תשס"ח
Man liest ja immer wieder, dass StrickerInnen feststellen, dass sie viel weniger Zeit (auch zum Stricken) haben, seit sie bei Ravelry sind. Ich kann dies nicht bestätigen. Seit ich bei Ravelry bin, lese ich viel mehr Dinge zum Thema, ohne mich – wie vorher – mit inhaltlichem Ballast zu bemühen. Das bedeutet, dass ich mich aus vielen Mailinglisten abmelde, was eine große Befreiung sein kann.
Mailinglisten (zu ganz unterschiedlichen Themen) haben mein Leben im Internet begleitet, lang bevor Foren und später Communities sich durchsetzten. Sie stellen eine frühe Form der Online-Gruppenkommunikation dar, in der sich viele über ein Thema austauschten und jeder alles von jedem lesen konnte. Das war ein Segen, aber es ist auch ein Fluch. Nämlich wenn man gefühlte zweihundert Mal pro Tag “ach wie schön”, “ach wie fein” oder meine absolute Lieblings-Redewendung “von den Nadeln gehüpft” lesen muss. Oder wenn man sich durch lauter Kram wühlt, der mit dem Thema der jeweiligen Liste nichts zu tun hat.
Ich habe festgestellt, dass Mailinglisten für mich ein Anachronismus sind. Viele Teilnehmer sind weitergewandert und nur noch als stille Teilhaber präsent. Sie haben sich interessanteren und effektiveren Formen des Austausches via Internet zugewandt. Die, die geblieben sind, werden ihre Gründe haben, doch diese Gründe sind nicht meine.
Ich habe tolle Mailinglisten erlebt und auch weniger tolle, bei denen ich meine Zeit maximal als “interessant” oder “lehrreich” bezeichnen möchte. Und ich stelle fest, wie viel Zeit einem doch bleibt, wenn man sich nicht durch das ewige Gespamme wühlen muss, um vielleicht mal einen Beitrag zu finden, der thematisch ansatzweise interessant ist. Ich finde Mailinglisten wichtig, aber eher aus historischer Sicht. Ihnen kam eine wichtige Rolle zu, aber heute ist in ihnen entweder nichts mehr los, oder man ertrinkt in Belanglosigkeiten. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Aber außerhalb der Ausnahmen gilt für mich, dass ich mich lieber Formen des Austauschs im virtuellen Raum zuwende, die mir zeitgemäßer erscheinen. Wenn man das nicht von Zeit zu Zeit täte, würden wir alle in letzter Konsequenz immer noch in Höhlen leben und Bisons an die Wände malen. Und das wäre doch gar nicht schön.
August 21, 2008 - כ' אב תשס"ח at 7:18 am
Hallo Jinx,
das Geschrieben kann ich nur unterstreichen.
Mailinglisten sind auch für mich ein Anachronismus.
Kurz nachdem ich das WWW für mich entdeckte, war ich in einigen Mailinlisten vertreten und sie haben mich, vor allem in den Zeiten meiner ersten Spinnversuche, mit vielen Tipps und Tricks versorgt.
Doch musste ich auch feststellen, dass es via Mailinglisten häufig ziemlich nervige Streitereine gibt, an denen ich mich nicht beteiligen will und denen man sich dennoch nicht ganz entziehen kann, allein weil man die Mails liest. Das hat mich zum Schluss so genervt, dass ich mich aus allen Listen zurückgezogen habe.
Seitdem gehöre ich nur wenigen Foren an, nutze die Flut der Informationen, die ich durch Blogs bekomme und bin, seit ich ravelry kenne und nutze, ein Freund von gut vernetzten Datenbanken.
… und “von den Nadeln gehüpft” ist mir persönlich auch noch nix
Liebe Grüße
Brigitte
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August 21, 2008 - כ' אב תשס"ח at 7:42 am
Dem kann ich mich nur anschließen.
Was mich an den Listen am meisten störte, waren die ständigen Zänkereien, Eifersüchteleien und vor allem das Rumspionieren und nach außen tragen.
Zu den Höhlen: Ich habe mir schon manches Mal vorgestellt, wie es gewesen sein könnte, als Chronistin in Lascaux oder im Val Camonica gelebt und gearbeitet zu haben. Manche Handarbeitstechniken, z.B. Schnüre aus Pflanzenfasern zu drehen und zum Nähen zu verwenden, haben in dieser Zeit ihren Ursprung und die Nutzung von Farben. Es war bestimmt sehr interessant, solche Dinge zu entdecken.
Aber, wie du schon erwähntest, alles zu seiner Zeit
LG Heidi
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August 21, 2008 - כ' אב תשס"ח at 8:58 am
“von den Nadeln gehüpft”,ich liebe diesen Ausdruck…so sehr,daß sich mir jedesmal,wenn ich ihn lese,die Zehennägel aufrollen.Nach innen…
Aber Du hast Recht zum Thema Mailinglisten.Ich war auch auf einigen Listen,zum Schluß nur noch auf zweien,von denen bekam ich jeden Tag im Durchschnitt 400 emails.Interessante emails pro Tag:Vielleicht 3-4.Und die in diesem Wust zu finden,war nur noch nervig.Es nervte im Ganzen,wenn jeder seinen privaten Mist in den Listen ausbreitete,nur weil dort eben Empfänger waren,von denen vielleicht mal einer auf ein nervendes Thema einging.
Die Mailinglisten haben ihre Zeit gehabt,aber sie haben sich selber überlebt.
Viele Grüße
Anna-Maria
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August 21, 2008 - כ' אב תשס"ח at 9:17 am
Huch, das mit den Nadeln habe ich, glaube ich, auch schon mal geschrieben … mir nichts dabei gedacht und das einfach nur witzig gefunden.
Das, was Du über die Mailinglisten schreibst, kann ich für mich unterschreiben. Ich denke, sie ersetzen in ihrer Funktion den Aspekt des täglichen Austauschs, der so, wie es einmal war, in unserer Gesellschaft nicht mehr überall statt findet. Jedem Tierchen sein Plaisierchen, was mich nicht anspricht, überlese ich.
Liebe Grüße Dir von Ev
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August 21, 2008 - כ' אב תשס"ח at 11:54 am
Ich oute mich: mir ist bestimmt schon öfter mal “was von den Nadeln gehüpft” – wie Ev, da denkt man sich nichts dabei. Schließlich ist klar, dass weder Socken noch Tücher noch Pullis einfach so hüpfen können – und nach dem Stricken kommt ja auch immer noch die Vernäh-Arbeit.
Zu den Maillinglisten: die gehören bei einigen Yahoo-Groups einfach dazu. Bei meiner ersten Group hab ich – des Englischen auch nicht so wahnsinnig gut bewandert – mich einfach angemeldet, mit meiner normalen mail-Addi und wurde erschlagen von mails. Umgehend habe ich meine mail-Addi bei yahoo geändert und inzwischen kann ich die Mails auf der unbedingt nötigen Menge reduzieren. Diese speziellen Mails lese ich auch, den ganzen anderen Rest habe ich eh nicht gelesen – da hätt ich auch gar nicht die Zeit für. Foren und auch Ravelry gefallen mir viel besser – vorallem nachdem sich mein Englisch verbessert – viel Englisch lesen trainiert ja auch *sfg
LG von Mona
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August 21, 2008 - כ' אב תשס"ח at 5:56 pm
Also, wenn mir was “von den Nadeln hüpft”, finde ich das nur ärgerlich, weil ich dann alle Maschen wieder aufnehmen muß. Immer in der Hoffung, daß sich die Laufmasche nicht zu weit nach unten zieht.
LG Ina
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August 23, 2008 - כ"ב אב תשס"ח at 12:24 pm
Hi,
ich oute mich auch: ich bin immer noch gern in Mailinglisten! Ich bin meistens ein stiller Mitleser und genieße immer wieder die Blogs mancher Beteiligter. Deiner hat mir immer sehr gut gefallen – er ist anders und daher werde ich mal schauen, ob ich das mit dem Abonnieren der Posts hinkriege.
Zu den geschriebenen Pros und Contras der Mailinglisten möchte ich eins hinzufügen:
ich habe den Eindruck, dass einige Mitglieder in den Listen zu schnell auf den Sendeknopf drücken anstatt sich das Geschriebene nochmals durchzulesen. Dadurch entstehen oft diese unnötigen Zickereien und Streitereien.
LG Birgit
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August 26, 2008 - כ"ה אב תשס"ח at 8:30 am
[...] wir im Handspinn-Forum schon eine Diskussion über Ravelry begonnen hatte, habe ich auch hier einen interessanten Beitrag zum Thema gefunden. Als ich vor Jahren mal erwähnte, dass ich Foren lieber mag, weil dort alles [...]