August 1, 2008 - כ"ט תמוז תשס"ח


Ich habe mal in meinem Blog Modelle einer jungen Designerin vorgestellt, die damals AuftragsstrickerInnen suchte (und ich wollte behilflich sein). Zu sehen sind die Sachen hier. Nun hat Tichiro ebenfalls zwei sehr abgefahrene Teile in ihrem Blog gezeigt. Ich habe damals nicht nur Kommentare, sondern auch private Zuschriften erhalten, deren Ton nur als ausfällig zu bezeichnen war. Beim Lesen der Kommentare für beide Modelle fällt mir auf, das die Reaktionen doch recht aggressiv ausfallen. Wenn gerade Tichiro in ihrem Blog auf Strickstücke von Designern aufmerksam macht und so dauernd unseren Horizont erweitert (danke nochmal hierfür!), dann fallen die Zuschriften meist moderat aus, etwa “gefällt mir nicht” oder “finde ich nicht so schön”. Bei den Avantgarde-Teilen hört sich das ganze oft vehementer und aggressiver an, und das verstehe ich nicht. Ich muss gestehen, ich sehe mir solche Sachen gerne an. Ansehen, nicht tragen. Dafür sind sie nämlich im alltäglichen Leben nicht gedacht (egal was die Designerin in Tinas Beispiel zu ihren Modellen sagt). Niemand wird also mit so einem Teil morgens einkaufen gehen oder den Hund Gassi führen. Diese Art der Mode hat vor allem eine Funktion: zu inspirieren. Ein Destillat aus solchen Ideen kann dann durchaus auch in die gängige Mode eingehen, wie man sie in Boutiquen oder großen Bekleidungsketten findet. Niemand verlangt, dass Strickerinnen wie wir die Teile nacharbeiten und tragen. Warum also so sauer reagieren? Ich persönlich bin genervt durch die endlosen Bärchenparaden in manchen Blogs (vor allem, wenn die Bärchen dann auch noch selbst zu sprechen beginnen …) wie auch von der oft geschwungenen Niedlichkeitskeule allgemein, aber ich würde mich nicht entsprechend äußern, da es jedem überlassen bleibt, wie er sein Hobby ausübt. Über Geschmack lässt sich eben nicht streiten.

Ich suche eine Erklärung hierfür; gefunden habe ich nur eine: Dass die meisten Menschen aggresiv auf etwas reagieren, was ihren alltäglichen Sehgewohnheiten widerspricht und dass sie vehement ablehnen, was sie nicht verstehen und nicht als das einordnen können, was es ist: verrückte, kreative Einzelstücke zur Inspiration.

Zukunft Es ist wieder Mittwoch, und Frau Blasebalg ruft die Massen zur Wochenaktion. Diesmal ist die Zukunft das Thema.

Kaum ein Begriff ist so vage und dabei so überfrachtet. Er ist Projektionsfläche für alle möglichen Wünsche und Phantasien. Das kann man schon in der Bibel nachlesen (“Wenn du blabla machst, werde ich dir blublu geben …), und es beschäftigt die Menschen bis heute. Vom Trivial- zur Weltliteratur und vom B-Film bis zum cineastischen Meisterwerk (ich lese und sehe so etwas sehr gerne, denn die Vorstellungen der Zukunft sind oft einfach zu knuffig). Selbst die Wissenschaft hat sich der Zukunft bemächtigt und damit der Frage, wie wir morgen wohl leben werden in dieser sich ständig verändernden Welt.

Ich bin nun auch Kartenlegerin (das Talent habe ich von meiner völlig unesoterischen Oma geerbt, nein, man erreicht mich nicht über eine der berüchtigten Hotlines), und als solche weiß ich, dass der Zukunftsbegriff bzw. das, was wir Menschen daraus machen, völlig überbewertet ist. Die meisten – auch solche, die sich niemals die Karten legen oder ein Horoskop erstellen lassen – starren auf das geheimnisvolle Wesen Zukunft, als ob es sich materialisieren würde und ihnen – den Spielbällen des Schicksals – selbiges auf dem Silbertablett (oder wahlweise in einem Müllbeutel) überreichen würde. Das ist der Grund, warum ich die meisten Anfragen nach einer Kartenlegung ablehne. Zukunft ist nichts, was über uns kommt, sondern etwas, was wir gestalten. Es ist unsere Verantwortung, die sich nicht an das Schicksal, ein paar Karten oder eine Sternenkonstellation delegieren lässt – und schon gar nicht an irgendwelche Menschen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Auffassung nun eher unpopulär ist. Kein Mann, der eine Freundin sucht, möchte hören, dass er vielleicht ein wenig umgänglicher werden sollte und dass es immer vorteilhaft ist, neben Job und Computerdaddelei noch ein paar andere Interessen zu entwickeln und gar – o Schreck, o Graus – aus dem Haus gehen sollte, um überhaupt jemanden kennenzulernen. Und niemand, der einen Job sucht, möchte gesagt bekommen, dass man sich aktiv bewerben muss, sich weiterqualifizieren sollte, an dem, was man wo zu tun gedenkt, echtes Interesse braucht, um eine Chance zu erhalten – und dass der Hauptschulabschluss mit Durchschnitt 3,6 und ein aktiver Wortschatz von 800 Worten eher suboptimal sind. Ich wage zu behaupten, dass viele Menschen sich und ihrer Zukunft auf den Füßen stehen. Und wenn das so ist, dann ist es völlig wurscht, ob wir irgendwann alle Telepathen werden (was uns von öffentlichen Handytelefonaten privater Natur befreien würde), ob alle Krankheiten, der Hunger und der Krieg besiegt und alle Menschen Brüder werden.

Wie meine Vision der Zukunft aussieht? Keine Ahnung. Ich lasse es auf mich zukommen und hoffe bis dahin, dass die Menschheit ihre Dummheit besiegen müsse und damit auch Hunger und Krieg. Durch den Anstieg von Intelligenz dürften die Krankheiten auch zu schaffen sein, und dann, vielleicht ist es so weit – und alle Menschen werden Brüder. Toll, was? :D

Anhänger JinxWer mich kennt, weiß, dass mein Vorname relativ belanglos ist. Ich kann nicht sagen, dass ich ihn nicht mag, ja, ich bin meinen Eltern sogar dankbar, dass er mir nicht peinlich sein muss (das geht nämlich auch ganz anders, und diese bedauernswerten Menschen würden goldene Berge für einen Namen wie meinen zahlen). Aber er ist eben auch nichtssagend, Identifikationspotential ist für mich gleich null.

Als ich mich begann, im Internet zu bewegen, was nun auch schon ein paar Jahre her ist, legte ich mir schnell einen Nickname zu. Ich gehörte nie zu den Menschen, die das virtuelle völlig losgelöst vom realen Leben sahen, sondern als Teil von letzterem, aber es muss nun nicht jeder wissen, wie man wirklich heißt. Man gibt ohnehin schon genug von sich preis. In den folgenden Jahren wechselte ich meine Nicknames häufiger, je nach virtuellem Ort und Anlass. Sie waren für mich austauschbar wie mein echter Name.

Als ich dann nach einer Lebenskrise vor mehr als vier Jahren aus einer selbstgewählten Versenkung auftauchte, beschritt ich auch im Internet neue Wege und suchte – mal wieder – nach einem passenden Namen. Diesmal wählte ich einen, den ich im “echten Leben” schon mal hatte, und zwar als Teenager. Ich hing damals mit ein paar Briten ab, und die verpassten mir den Namen Jinx. Mir hatte der sehr gefallen, und daher wurde das meine neue virtuelle Identität. Sie begleitet mich seitdem, unter ihr führe ich Blog und Podcast und bin in einigen Foren und Communities angemeldet. Ich stellte fest, dass es der einzige Name ist, mit dem ich mich jemals identifizieren konnte.

Da es in Hamburg viele junge Silber- und Goldschmiede gibt, die recht günstig und dabei modern arbeiten, also abseits von “kleinem Goldherz an dünner goldener Kette”, habe ich mich entschlossen, virtuelle und reale Identität näher zusammenrücken zu lassen. Das Ergebnis sieht man oben.

Material: Silber, Aquamarin, gewachstes Baumwollband
Entwurf: ich
Ausführung: Heissmangel

DAYS Logo

Welches ist Dein liebstes Kinderbuch?

Maurice Sendak – Wo die wilden Kerle wohnen

Wie zieht Hechtsuppe?

Ich habe keine Ahnung

Mein Beruf hat zu tun mit…

Literatur und Kreativität

In welchen Situationen wendest Du Trick 17 an?

unangenehme Menschen, Callcenter, bockige Technik

Welche Tugend glaubst Du zu besitzen?

Phantasie und Kreativität, außerdem die Fähigkeit zur Hingabe (in gesundem Maß, versteht sich), sowie ein gewisses Maß an Intelligenz. (Ich fasse den Tugendbegriff ganz modern auf)

An welchen Swaps hast Du teilgenommen?

2x Knit n’ Sip,Wollpiraten, Socks n’ Drugs n’ Rock n’ Roll

Welche (DAYS-relevanten) Allergien hast Du?

Ich bin gegen Pastellfarben allergisch und habe bei Garnen eine Abneigung gegen warme Farben.

Welche Deiner Grillen pflegst Du?

Alle, die ich habe. Sie sind Teil meiner Persönlichkeit.

Was geht (DAYS-relevant) bei ArtYarn garnicht?

Garne, die so künstlerisch sind, dass sie unverwendbar werden. Ansonsten: siehe unter Allergien.

Was geht sehr wohl (hier gehören Lieblingsfarben & -materialien hin!)?

Wolle in kalten, nicht zu hellen Schattierungen, Naturfasen allgemein. Es darf, da Artyarn, aber auch anderes Material dabei sein.

Gib bitte drei Websiten an, die Dich gewöhnlich lächeln lassen…

Blaseblog, Ravelry (ja, auch wegen “educational”) und meine eigene. nicht, weil ich sie so toll fände, sondern wegen einiger ausgefallener Kommentare und mancher Diskussion, die hier schon entstand.

Und zähle hier zehn Dinge/Situationen auf, die Du magst

  • Krimis (träume von einem Mörderwochenende)
  • gutes Essen, selbstgekocht oder auswärts
  • Möpse
  • Cornwall
  • Englische Pubs
  • mein Bass
  • Stricken und Spinnen (natürlich!)
  • Tee (schwarz oder grün) nebst entsprechenden Zeremonien, z. B. Five o’ Clock Tea
  • Neues ausprobieren
  • tschechisches, englisches, irisches und schottisches Bier

Rauchst Du so unerbittlich viel, dass man es bei DAYS beachten müsste?

Ich rauche viel, aber in meinem Spinnzimmer hält es sich in Grenzen.

Hast Du so eine starke Rauchallergie, dass man es bei DAYS beachten müsste?

nein

Hast Du eine Ahnung, was man mit Artyarn anstellen kann?

Eine? Sehr viele!

Ist es euch schon mal passiert, dass ihr ein Modell unbedingt stricken wolltet, weil ihr es so schön fandet und dann stellte sich heraus, dass es “in echt” deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb? Passform war grausig. Oder es wurde irgendwie anders als auf dem Bild….
Vielen Dank an Angela für die heutige Frage!

Kurz gesagt: ja, ist mir auch schon passiert. Am schlimmsten war es bei dem Pullover Ragna von Elsebeth Lavold – ein großer, dicker, unförmiger Blob in Einheitsgröße.  Aber auch die Irregular Rib Raglan with Toggle von Teva Durham wurde nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Ich habe allerdings aus meinem Fehler gelernt. Ich sehe mir das Modell, das ich stricken will, einfach genau an. Ungünstige Schnitte erkennt man mit etwas Übung oft schon auf dem Foto oder anhand der Schemazeichnung.  Wenn das Model besonders bescheuert dasteht, ist das für mich ein Alarmsignal, dass die Passform des Pullovers oder der Jacke nicht das ist, was sie sein sollte.

Wollmeise Sockclub – ICH BIN DRIN!

Mein schönes Notebook hat leider seinen Geist aufgegeben, mein Freund wird es vielleicht reparieren können, aber er muss viel herumprobieren, und das dauert seine Zeit, und es ist auch unsicher, ob es wirklich klappt. Also wurde ich zu einem armen, computerlosen Wesen. Ein neues Gerät ist bei mir finanziell momentan nicht so drin.

My wonderful notebook just doesn’t work anymore. My boyfriend will probably be able to repair it, but this will take some time, he has to try some possibilities, and it’s not sure whether his effords will be successful. So I became a computerless person. At the moment I just can’t afford to buy a new one.

Am Samstag konnte er das Elend nicht mehr sehen und schleppte mich zum Händler, um mir folgendes zu kaufen:

Last Saturday we went to a computer dealer for buying the following for me:

Laptop

DANKE, MEIN HELD! DU BIST DER BESTE!

THANK YOU VERY MUCH! YOU ARE MY HERO AND THE BEST!

WiP of Doom Fast hätte ich es vergessen, es war ja wieder WiP-of-Doom-Tag. Beim Ärmel bin ich mit den Zunahmen fertig, nun muss ich noch etwas gerade hochstricken, dann wird die glückliche Stenhaven-Familie auf einer Nadel vereinigt, um gemeinsam den weiteren Lebensweg zu beschreit … äh, also damit ich die Raglanschrägen stricken kann.

I almost forgot that it was WiP-of-Doomsday. I finished the increases on the second sleeve. Now I have to knit some more centimetres, then the happy Stenhaven famliy will be put on one needle for doing the raglan shoulders.

Stenhaven 8

Stolpe - Kräuterspirale

Gestern war ich in Stolpe, und zwar im Kräuterpark. Stolpe ist ein kleines Dorf zwischen Bad Segeberg und Kiel, das mit öffentlichen Verkehrsmitteln recht gut erreichbar ist, allerdings dauert die Fahrt etwa zwei Stunden. Aber das macht nichts, man kann auf der Fahrt ja stricken. :D

Yesterday I visited the Kraeuterpark (herb garden) in Stolpe. Stolpe is a small village between Bad Segeberg and Kiel. Using public transportation it took me about two hours to get there. But I don’t mind, this was knitting time for me.

Stolpe - Teich

Der Garten ist in thematische Bereiche (Giftpflanzen, Heilpflanzen, Küchenkräuter etc.) gegliedert, es finden sich auch einige Teiche mit naturnahem Bewuchs dort.

The herb garden is divided in sections, each dedicated to a certain theme (poisonous plants, medical plants, pot-herbs etc.), and there are some ponds with a rather natural plant cover.

Stolpe - Regen

Das Wetter war nicht immer ganz so, aber man konnte sich ja in eines der Gewächshäuser flüchten.

The weather was not what it was supposed to be all the time, but there were some greenhouses which gave me some shelter until it stopped raining.

Stolpe - Laube

Die Bepflanzung ist interessant, dies ist beispielsweise eine riesige Laube.

The planting is rather interesting, this is a huge alcove.

Stolpe - Kräuterspirale

Und dies ist eine Kräuterspirale. Sollte ich jemals einen eigenen Garten haben, werde ich auch so eine anlegen.

And this is a herbs’ spiral. If I ever have a garden of my own, I will build one, too.

My personal DNA Map

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