Wann, wie und durch wen hast du stricken gelernt?

1. Welle: Grundschule.Ich sollte eine Schlange stricken. Ich war ambitioniert,das Ding sollte mindestens zwei Meter lang werden. Naja, am Abend vor der Abgabe beichtete ich meiner Mutter, dass ich noch nicht ganz fertig sei. Sie fluchte als ich ihr etwa 15 gestrickte Zentimeter überreichte, setzte sich hin und strickte. Am nächsten Morgen war die Schlange etwa 35 cm lang, aber etwas breit und flach, da ich das Projekt recht ambitioniert angegangen war (mir schwebte etwas wie eine Boa Contrictor vor, glaube ich). Meine Mutter bekam eine recht gute Note, die nicht so gut war wie sie es verdient hätte, aber sie hatte eben zu wenig Zeit.
Lernerfolg: rechte Maschen.

2 Welle: Gymnasium, 5 Klasse, ich war neun Jahre alt und das Grauen bekam einen Namen in Gestalt einer Handarbeitslehrerin der “alten Schule”, die gefühlte 100 Jahre alt war. Sie faselte dauernd etwas davon, dass wir noch alle dankbar sein würden, wenn der Dritte Weltkrieg losginge und wir dann mit unseren eigenen Händen Kartoffelsäcke auftrennen würden und daraus etwas stricken könnten. Naja, ich erinnere mich weder an das Projekt, noch an das Erlernte, aber die Note, die meine Oma bekam, war sehr gut. Seitdem fand ich stricken jedenfalls fürchterlich.
Lernerfolg: hab ich vergessen.

3. Welle: mit etwa 18, so um 1986 herum. Ich bekam Lust, etwas zu stricken (das war ja damals modern), und meine Mutter zeigte mir, wie man Maschen anschlägt und linke Maschen strickt. Ich fertigte zwei Pullover an, die genau so schön waren, wie sie in den Achtzigern zu sein pflegten. Sie hatten einfache, kastige Schnitte und keine Muster. Da ich zum Studium ging, gab ich das Stricken auf. Heidelberg hatte einfach keine gescheite Wolle. Noten gab es keine mehr, aber ich erinnere mich, dass die Pullover nach damaligen Maßstäben tragbar waren und mir gefielen.
Lernerfolg: Maschen anschlagen, linke Maschen, Abnahmen, Zunahmen, Abketten

4. Welle: seit Früjahr 2006 bis heute.
Lernerfolg: siehe Blog.